Die rote Mission

OneshotHumor, Parodie / P12 Slash
Captain America / Steven "Steve" Grant Rogers Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
25.05.2016
25.05.2016
1
1453
3
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Die rote Mission


„Wer mit zwanzig kein Kommunist war, hat kein Herz. Wer aber mit vierzig noch Kommunist ist, hat keinen Verstand.“
- Josef Stalin (1878 – 1953)

„Ich kann das nicht...“, flüsterte Steve den Tränen nahe und angespannt betrachtete Bucky dessen Muskelspiel in der oberen Armpartie, was ihm irgendwann noch den Verstand kostete. Dieser Mann war so sexy, dass er fast die Beherrschung verlor.
„Nun stell dich doch nicht so an, einige von diesen Geschichten sind wirklich gut geschrieben“, sagte Bucky und legte einen Arm um Steves Schultergürtel. Der amerikanischste aller Amerikaner schüttelte sich und streckte immer noch das Tablet von sich, auf dem sie vor wenigen Minuten eine Geschichte angeklickt hatten, die sie beide beschrieb. Und das, was sie angeblich im Schlafzimmer machten.
Bei dem Gedanken wurde Bucky augenblicklich heiß, deshalb stand er auf, um ein Fenster zu öffnen. Das war ja nicht auszuhalten!
Auf dem Weg zurück zum Sofa, auf dem Steve immer noch zusammengekrümmt lag und sich mit aller Vehemenz gegen die Fortsetzung der Lektüre wehrte, biss Bucky sich lüstern auf die Unterlippe. Seit Steve das Serum verabreicht bekommen hatte, war so vieles anders. Er war viel größer, seine Muskeln auch und sicherlich noch ganz andere Dinge...
Ohne sich dessen bewusst zu sein, pfiff er leise anerkennend, was ihm einen wehleidigen Blick vom Captain einbrachte.
„Ich möchte das nicht weiterlesen, nicht nur wegen dem Sex, sondern auch wegen der verkommenen Sprache und den ganzen Schimpfwörtern. Bucky, das ist zu viel für mich, ich versuche wirklich alles, aber...“ Steve brach mitten im Satz ab und legte das Tablet unsanft auf den Couchtisch.
Bucky starrte derweil auf die perfekt definierte Bauchmuskulatur seines 'besten Freundes', die verführerisch unter dem T-Shirt hervorblitzte. Es war so falsch und doch so richtig. Bucky rief sich innerlich zur Ordnung: Sie waren Freunde, mehr nicht. Oder?
Immer wieder dachte er darüber nach, ob es nicht besser für sie beide wäre, wenn sie sich einfach aufeinander einließen, dann könnte Steve endlich wieder mit Tony befreundet sein, ohne dass der sich vernachlässigt fühlte.
Stark war nämlich ein einnehmendes Wesen und anfangs überhaupt nicht damit einverstanden gewesen, dass Steve neuerdings so viel Zeit mit Bucky verbrachte. Er hatte den Winter Soldier einen 'unhöflichen Rüpel' genannt und war der festen Überzeugung, dass er nicht gut für den Captain war, aber Bucky folgte seinem Herzen – wie immer.
Seit seine stürmische Affäre mit OC zu Ende gegangen war, die zufälligerweise auch eine Art Winter Soldier-Ausbildung erhalten hatte – Bucky war gar nicht bewusst gewesen wie theatralisch groß die Experimente von Hydra angelegt worden waren – hatte er sich eigentlich geschworen, nur noch für Steve da zu sein.
Davon abgesehen kam es immer besser an, wenn man sich völlig OoC auf seinen besten Freund stürzte, zu dem man seit frühesten Kindertagen ein freundschaftliches und brüderliches Verhältnis pflegte. Das wollten die Frauen dort draußen lesen und Bucky hatte es sich zur Aufgabe gemacht diesem Wunsch zu entsprechen, es war sogar seine persönliche Mission – denn wenn Stucky glücklich war, dann waren es alle!
„Wirklich, Bucky. Das hält sogar Captain America nicht aus und ich tue alles für meine Fans...“
„Du meinst unsere Fans.“
„Ja, ja, für die auch...“
Steve rieb sich über die geschlossenen Augen und setzte sich auf. Er hatte so viel Kraft in den Fingern, dass er aufpassen musste, sich nicht die Augenlider abzureißen und sich unfreiwillig zu einem Ungeheuer aus einer Geisterbahn zu machen.
Urplötzlich hielt Steve in seiner Bewegung inne und drückte seinen Rücken schlagartig durch, sodass er kerzengerade auf dem Sofa saß. Dann machte er einen militärischen Gruß und rief mehrmals hintereinander mit gutturaler Stimme: „U-S-A, U-S-A, U-S-A...“
„Hör auf damit, ich habe immer das Gefühl, du willst dich über mich lustig machen, wenn du das machst“, meckerte Bucky und bedeckte beschämt den roten Stern auf seiner linken Metallschulter.
„Entschuldige, das passiert mir einfach, ich kann gar nichts dafür. Menschen sind mir so wichtig, ich weiß gar nicht wohin mit meiner Liebe zu ihnen und zu meinem Vaterland.“
„M-hm“, machte Bucky desinteressiert und lief wieder auf das Fenster zu, das er soeben geöffnet hatte. Die kühle Luft der Nacht beruhigte sein ohnehin schon erhitztes Gemüt und ließ ihn den überaus attraktiven Mann hinter sich für einen Moment vergessen.
Dann wurde er von einer Erinnerung übermannt, die ihn augenblicklich in die Knie gehen ließ. Steve sprang vom Sofa auf und half ihm zurück auf die Beine.
„Oh nein, ist es wieder der Traum von letzter Nacht?!“
Bucky ließ Steve seine männliche Hand auf seiner Stirn platzieren, um zu erfühlen, ob er Fieber habe. Die Berührung ließ ihn erschaudern, aber er ließ sich nichts anmerken.
Verletzt und geschwächt blieb er einen Moment in Steves Armen liegen, weil er die Nähe so sehr vermisst hatte und sie nun endlich bekam. Er war die ständigen Wechsel zwischen den Kriegsschauplätzen satt – erst Washington, dann Rumänien, Deutschland und Sibirien. Nun war ihnen doch sicher etwas Ruhe vergönnt, hier in ihrer gemeinsamen Wohnung, in der er völlig vergessen konnte, dass er immer noch eine potenzielle Gefahr für alle Menschen in seinem Umfeld war.
Die zehn Worte waren zwar nun bekannt und er damit ständig angreifbar, aber wieso sollte er sich wieder einfrieren lassen, wenn er doch Zeit mit seinem Freund Steve verbringen könnte? Ein wenig Egoismus sei ihm ja auch mal gestattet...
„Geht es dir gut?“ fragte Steve besorgt und bugsierte Bucky auf seinen Armen zurück zum Sofa, auf dem er ihn behutsam ablegte.
„Ja, ich habe nur manchmal Angst vor meinen Erinnerungen... Und noch mehr davor, sie wieder zu vergessen.“
„Ja, das wäre zu verheerend. Aber ich frage mich, ob du nicht generell dein Gedächtnis etwas mehr trainieren solltest.“
„Wieso?“ Irritiert blickte er nach oben in Steves Gesicht, der über ihm hockte.
„Weil du keine Milch gekauft hast.“
Bucky hatte die Milch nicht nur vergessen, er war nicht einmal losgezogen, um einkaufen zu gehen. Das WG-Leben war manchmal anstrengender als gedacht.
„Ich hatte heute Mittag wieder dieses Unwohlsein, weil ich mich an Zola erinnert habe“, murmelte Bucky mit brüchiger Stimme und sah Steve so wehleidig wie möglich an. Doch der Captain schien ihn zu durchschauen und kniff die Augen zusammen.
„Wirklich?“ Steve hatte sich wieder aufgerichtet und die Arme vor der breiten Brust verschränkt.
Vielleicht hätte Bucky T'Challas Angebot sich einfrieren zu lassen doch wahrnehmen sollen...

Anmerkung: Ein kleiner, humoristischer Oneshot über die Gepflogenheiten in diesem Fandom, die ich in den ersten Wochen hier habe feststellen können. Dies ist eine Parodie und soll auch als solche verstanden werden. Es wird hier niemand kritisiert, sondern lediglich ein allgemein sichtbares Muster der vorhandenen Geschichten karikiert. Bitte nicht angegriffen fühlen, doch war mir diese Geschichte ein Bedürfnis ;D
Eure Meinung wäre mir natürlich auch wieder wichtig, besonders, weil das meine erste humoristische Erzählung ist. Ordnungsgemäß eingeleitet mit einem 'falsch zugeordneten Zitat' in Anlehnung an Marc-Uwe Kling. Der Titel ist aus der sprichwörtlichen 'Bierlaune' heraus entstanden.
LG, Erzaehlerstimme

P.S.: Hier geht es übrigens zu Teil 2 (Die rote Gefahr) und Teil 3 (Die rote Flut)... ;)
Review schreiben
 
 
'