Permutatio Corporum

von Diripio
GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Boa Hancock Monkey D. Ruffy Trafalgar Law
25.05.2016
10.01.2017
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Permutatio Corporum

Kapitel 2
Corpus Novum!


Das Licht, das ihm in die zittrigen Augen fiel, machte ihn blind und brannte Figuren in seine Linse. Er hielt sich den schützenden Arm vor das Gesicht. Noch immer war sein Atem schwer, die Brust war ihm wie zugeschnürt, sein Hals trocken und kratzig. Die Übelkeit war verflogen, doch ein neues Gefühl war ihr gefolgt. Ungewissheit.
Ein erster Versuch, sich aufzurichten misslang, sein Körper fiel in die Kissen zurück. Kissen. Er musste sich auf einem Bett befinden. Waren sie gefunden worden? Doch von wem?
Mit neuer Kraft rollte er sich auf die Seite, stützte sich auf seinem rechten Arm ab. »Hm?« Irgendetwas Schwarzes klebte an ihm. Er versuchte seine Sicht zu schärfen, indem er die Augen zusammenpresste und sich mit dem Gesicht näher an seinen Unterarm bewegte. Es sah aus wie mehrere schwarze Kratzer, welche in einen großen ovalen Fleck übergingen. Da dies der Arm war, mit dem er sich zuvor das Gesicht geschützt hatte, betastete er mit den Fingern seine Augenlider. Und tatsächlich! Auch diese waren nun schwarz! War er bemalt worden? Er zog verwirrt die Augenbrauen hoch.
Alles fühlte sich gerade so fremd an. Er rollte sich auf seinen Bauch, noch immer starrte er wie gebannt auf seine schwarzen Fingerkuppen. Es wirkte mehr wie klumpiger Ruß, als wie Farbe.
Erst jetzt nahm er auch den Rest seines Körpers wahr. Seine Füße schmerzten, die Sohlen brannten als hätte man sie zwischen glühende Zangen gequetscht. Auch fühlte er sich irgendwie schwerer, seine Arme verbrauchten mehr Kraft beim Aufrichten seines Körpers. Oder war er einfach kurzzeitig schwächer? Er schloss seine Augen und konzentrierte sich auf die fremden Eindrücke, versuchte Alles in einen logischen Kontext einzuordnen.
Doch, da er nur das wahrnehmen wollte, was neu und fremdartig war, fiel ihm zunächst gar nicht auf, was fehlte. Erst als er einen erneuten Blick auf seinen Unterarm werfen wollte, fuhr der Schock in ihn. Wo waren seine Tätowierungen?! Plötzlich gar nicht mehr so von den neuen Gefühlen eingeengt, sprang er auf, doch stolperte er und landete unschön auf dem Boden. Irgendetwas Massiges hing an ihm. Sein Brustkorb jaulte in Pein. Law schnaubte.
Als er sich wieder aufrichten wollte, noch immer verwundert, was ihn da immer wieder auf die Erde zog, bemerkte er wie eine Gestalt über ihm auftauchte und hoffte, dass ihm jemand helfen käme, der Ahnung von der ganzen Situation hatte.
Das Licht fiel von hinten auf die Person, wodurch sie für Law nur eine schwarze Silhouette war. Ein Fremder, der jedoch seltsam vertraut wirkte.
Doch, als sich die Person in die Knie begab und sich Laws Augen langsam an den starken Lichteinfall gewöhnt hatten, erkannte er, wer da vor ihm saß.
»W- Was… ?« Seine Lippen zitterten, die Augen waren weit aufgerissen, das Gesicht schneeweiß. Er lenkte die angstnassen Hände an seine Schläfen, fuhr ungeschickt die Konturen seines Kopfes nach. Noch immer starrte er die Person vor sich an, welche ihm denselben Blick schenkte. Immer hastiger bewegte er die Hände über sein Gesicht, konnte nicht fassen, nicht begreifen, nicht einordnen, was da passiert war. Er war nicht mehr er selbst!
Der Mann vor ihm sackte zusammen und blickte erschüttert zur Seite. Seine Hände umfassten seinen Kopf, auf die Finger waren die Buchstaben „D“, „E“, „A“, „T“ und „H“ tätowiert. Wie konnte er, er selbst sein, wenn er doch schon vor ihm saß!?
Der Mann, der so aussah wie er, schluchzte leise, zog sich an den Haaren und biss die Zähne aufeinander. Ein lautes Grollen erklomm seine Kehle.
Law, der noch immer am Boden kauerte, blickte sich im Raum hektisch um, er suchte eine Möglichkeit sich anzusehen und als er keine fand, schleppte er sich auf allen Vieren in das angrenzende Bad. Er hatte inzwischen die Räumlichkeiten wiedererkannt. Er und sein Ebenbild befanden sich im Krankenflügel der Minks, dass heißt, sie waren wirklich gefunden und hergebracht worden.
Er zog sich mühsam am Waschbecken hoch, blickte seiner Reflektion entgegen. Graue Augen stierten sich ungläubig an, erblickten langes, ebenholzfarbenes Haar, blasse, wohlgeformte Wangen und schmale Schultern. »Das.Ist.Nicht.Passiert!« Nun auch erkennend, was ihn zuvor so zu Boden gedrückt hatte, schielte er an sich hinab, schüttelte immer wieder fassungslos sein Haupt. Wie hatte das passieren können?! Wieso war er sie?! Und… war sie er?! Er warf seinen Blick zurück in den Raum. Lange Strähnen kitzelten seine Wangen, als er den Kopf zur Seite warf, Ohrringe zogen schmerzend an seinen Muscheln.
Sein Ebenbild kauerte noch immer am Boden, Tränen suchten sich ihren Weg über gerötete Wangen. »Hancock-ya (?)« Seine Stimme war unsicher, seine Brauen fragend zusammengezogen. Das Gesicht des Weinenden hob sich, er nickte fahl.
Law setzte sich zu Hancocks trauernder Gestalt auf den Boden, sie waren beide gegen die Pfosten des Krankenbettes gelehnt. Sein Blick stierte ins Nichts, während er versuchte seine Gedanken zu ordnen.
Hancock zog die Nase hoch und wischte sich mit dem Arm über das feuchte Gesicht. »Was ist mit uns passiert?« Ihre Stimme war brüchig, farblos.
»Wir haben die Körper getauscht.«
Die Shichibukai schüttelte hektisch ihren Kopf. Unzufrieden stierte sie den Mann in ihrem Körper an. »Aber wie das?!«
Law seufzte schwer. »Ich weiß nicht, wie es dazu kommen konnte, aber der Urheber dieses Tausches bin wohl ich. Ich besitze diese Fähigkeit, aber ich würde sie nie bei mir selbst einsetzen. Das muss ein Versehen gewesen sein.«
Die Piratenkaiserin schielte zu Boden. Kurz lag Schuld in ihren Augen. Sie erinnerte sich an den Moment, bevor sie zusammengebrochen waren. Sie war so verdammt wütend gewesen! Männer waren aber auch eine Plage! Und irgendwie hatte sie gewollt, dass Trafalgar einen Fehler machte, ein Missgeschick. Und sie, sie hätte die drei Piraten dann gefasst. Es war so ein kindischer Gedanke gewesen, dass sich Hancock inzwischen dafür schämte. Sie hatte Trafalgar einen Stoß von der Seite gegeben, kurz bevor dieser die Piraten angreifen konnte. Das wird es gewesen sein.
»Erinnerst du dich an Etwas?« Fragte Law eindringlich.
Die Frau in seinem Körper blähte die Wangen, blickte dem Piraten nicht in die Augen. »Nein, ich erinnere mich an nichts.« Das Lügen fiel ihr mit einem Mal schwerer. Die Scham war zu groß.
Kurz herrschte Stille im Raum. Von Draußen fiel die Nachmittagssonne rein. Der Wind spielte in den weißen Vorhängen. Keine Stimme drang von Außerhalb zu ihnen und Law wusste inzwischen gar nicht mehr, ob er dies als beruhigend wahrnehmen sollte. Er hatte sich an den Tumult gewöhnt.
»Ich verlange von dir, dass du das auf der Stelle wieder rückgängig machst! Ich kann keine Sekunde länger in diesem schmutzigen Männerkörper bleiben! Steh’ für deine Fehler gerade!« Hancocks Wut brach sich durch die Stille. Ihre Wangen wurden heiß und sie biss die Zähne zusammen. Im nächsten Moment zog sie die Beine an den Bauch, bettete den Kopf auf die Knie. »Ich will meinen Körper zurück…«
»Ich kann nicht.« Ernst lag in Laws Stimme, die Augen waren um Verzeihung bittend gesenkt. »Jetzt, wo ich nicht mehr in meinem Körper bin, kann ich auch meine Fähigkeiten nicht nutzen.«
»B-Bitte was?!« Die Piratenkaiserin fuhr völlig aus der Rolle. »Und wie sollen wir dann wieder in unsere alten Körper zurück?!« Sie hatte Law an den Schultern gepackt, schüttelte ihn unsanft. Schieres Entsetzen lag in ihrem Gesicht.
Er überlegte kurz. »Teufelsfrüchte verändern den Körper einer Person, nicht deren Geist. Du solltest in der Lage sein meine Fähigkeiten zu nutzen, jedoch werde ich dir diese zunächst beibringen müssen… Und ich weiß nicht, wie lange das dauern wird.«
Hancocks Hoffnung zersprang zu Scherben.
Einen Moment lang saßen sie noch zusammen auf dem Boden, suhlten sich in ihrem gemeinsamen Unglück, ehe sich die Herrin über die Amazoneninsel erhob und ins Badezimmer schlurfte. Kritisch beäugte sie ihr neues Spiegelbild, fuhr sich mit der Hand durch das kurze schwarze Haar, ehe sie die Finger forschend über das fremde Gesicht wandern ließ. Sie massierte die Haut unter ihren Augen. »Hast du es schon mal mit „Schlafen“ versucht?« Missbilligend hob sie ihre Augenbrauen.
Law schnaubte. »Hast du es schon mal mit „Kleidung“ versucht.« Er hatte sich hinter sie gestellt, ließ seine Finger über sein neu gewonnenes Dekollete wandern.
Hancock entfuhr ein mahnendes Fauchen. »Nimm deine widerlichen Hände von meinem Körper!«
Der Pirat verdrehte nur die Augen und hob unschuldig die Hände. »Dann gib mir wenigstens was Anderes zum anziehen.«
»Vergiss es, wenn du nicht aussiehst wie ich, dann wird jeder wissen, dass etwas nicht stimmt.« Sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt.
Law verstand nicht. »Du willst das Ganze geheim halten?«
»Natürlich, du glaubst doch nicht, ich würde wollen, dass mein süßer Luffy von dieser peinlichen Sache etwas erfährt.«
»Also soll ich so tun, als sei ich du?« Law hatte die Stirn in Falten gelegt. Die Sache schien von Sekunde zu Sekunde schlimmer zu werden.
»Ja, auch wenn ich vermute, dass du das nicht hinbekommen wirst. Schon mal als kleiner Rat…« Sie kam auf ihn zu, tippte ihm mit einem Finger zwischen die Augenbrauen. »… hör auf so finster dreinzuschauen! Und beweg dich wie eine Dame!«
Laws Gesicht verzog sich. Seelisch gerädert starrte er sie an. »… wie eine Dame…(?)«
»Ja!«
Leise in seinem Inneren fluchend, wandte sich Law von der Shichibukai ab, bewegte sich auf das Krankenbett zu, in welchem Hancock womöglich gelegen hatte. Auf dem Nachttisch lag seine Mütze. Mit dieser zwischen den Händen, setzte er sich auf das Bett, drehte sie mehrfach zu beiden Seiten. Er betrachtete sie wie einen alten Freund, den man für längere Zeit nicht mehr sehen wird.
»Versprich mir, dass du es versuchen wirst.« Sie lehnte am Türrahmen des offenen Badezimmers.
Law schaute zu ihr auf. »Ja, von mir aus… ich verspreche es.«
In dem Moment wurde die Türe aufgerissen. »Ihr seid endlich aufgewacht!« Luffy stürzte ins Zimmer. Er hatte Bepo im Schlepptau. Hinter ihnen lugten die anderen Strohhüte durch die Tür, zwischen ihnen erkannte Law auch Teile seiner Crew.
»Gehört die nicht Traffy?« Luffy deutete auf die Mütze in Laws Hand, sein Kopf war fragend zur Seite geneigt, die Augen forschend aufgerissen.
»Ähm…« Der Pirat wusste zunächst gar nicht, was er tun sollte. Hektisch warf er seinen Blick durch den Raum, ehe er besagte Mütze nervös in Richtung Hancock schleuderte, welche diese zum Glück auch auffing.
Die Piraten schwiegen, Blicke wurden getauscht, Gerüchte entstanden. Durch das offene Fenster drang heiße Luft ins Innere des Raumes.
Die Situation drückte auf Laws Körper, er schaffte es nicht seinen Kopf zu heben, seine Hände waren feucht und krampfig.
»Wie geht es euch, Hancock, Traffy?« Luffy war der Einzige, dessen Gesichtsausdruck sich nicht gewandelt hatte. Fröhlich grinste er, unbeschwert, kindlich.
Law dachte kurz nach. Dann lächelte er. »Es geht wieder. Danke Stro… Luffy-…« Er hatte Schwierigkeiten damit alte Gewohnheiten abzulegen und auch damit das Suffix hinter den Namen wegzulassen.
Als er der Piratenkaiserin einen vielsagenden Blick zuwarf, zog diese einen Mundwinkel an.
»Ja…« Sie schien sich unsicher, wie sie den Satz beenden sollte und vermied deshalb lieber den Gebrauch zu vieler Wörter.
Erneut prasselte diese unangenehme Stille auf ihre Häupter und Law musste die Augen schließen, um dem Druck standzuhalten. Vorsichtig versuchte er ein Gespräch aufzubauen. »Und… wie ist es To- dem Marderhund ergangen? Hat er dem Elefanten helfen können?«
»Ich bin ein Rentier!« Chopper drückte sich schwerfällig an seinen Kameraden vorbei, schlüpfte zwischen den Beinen der Anwesenden hindurch und blieb vor den Füßen der falschen Hancock stehen. Seine Miene war unsicher und irgendwie deprimiert. Ein Netz der Traurigkeit umspann ihn, hielt ihn gefangen. »Wir kommen nicht schnell voran. Die Wunde öffnet sich leicht und Zunesha läuft immer weiter.« In den Knopfaugen glitzerte eine Träne.
Law biss sich bei dem Anblick von innen auf die Unterlippe. Chopper schien sich wirklich ernsthafte Sorgen zu machen. Schließlich lächelte er aufmunternd, kniff dabei freundlich die Augen zusammen. »Du schaffst das. Du bist ein guter Arzt.«
Chopper, auf einmal gar nicht mehr deprimiert, hielt sich die heißen Wangen und malte mit seinem rechten Huf Kreise auf den Boden. »Sag doch so etwas nicht!! Das macht mich ganz verlegen!«
Doch die Anderen schienen weniger erfreut über Laws aufmunternde Worte. Vor allem Bepo und die anderen Heart-Piraten wirkten fassungslos. Shachi lehnte sich zu Penguin hinüber, murmelte leise in dessen Ohr und ließ währenddessen die falsche Hancock nicht eine Sekunde aus den Augen. »Hat sie eine Gehirnerschütterung erlitten? Sie ist wie ausgewechselt. Damals war sie noch ganz anders.« Beide schenkten sich einen kurzen Seitenblick, erst ein Lächeln, dann ein besiegelndes Nicken.
Law bemerkte die plötzliche Unruhe, sie drohten wegen ihm aufzufliegen. Er kannte die Piratenkaiserin einfach nicht gut genug und das, was er kannte, wollte er unter keinen Umständen nachmachen. Aber letztlich würde ihm wohl nichts anderes übrig bleiben.
Der Pirat blickte auf, als er den Schatten einer Person bemerkte, die sich vorsichtig näherte, dabei unruhig die Zeigefinger gegeneinander tippte. Es war Penguin. Er traute sich nicht der Piratenkaiserin in die Augen zu sehen, stierte stur auf den Boden. Die Röte hatte sich auf seine Wangen gestohlen, eine salzige Perle glitt seine Stirn hinab. Vor der, noch immer auf ihrem Krankenbett Sitzenden, blieb er stehen und zog sich die Mütze vom Kopf. »Verehrte Schlangenprinzessin, würden sie mit mir ausgehen?!« Er hatte den Satz beinahe herausgeschrieen. Unsicher hielt er sich nun die Hände vor die Augen, spinkste zwischen seinen Fingern in Hancocks bildschönes Gesicht. Was für eine Frau! Und wo sie doch plötzlich nett war, da musste er die Gelegenheit zur Annäherung einfach nutzen!
Law hätte seinem Crewmitglied am liebsten vor die Füße gekotzt. Seine Kameraden waren wirklich ein Haufen von notgeilen Vollidioten!
Für einen Moment belustigte sich der Kapitän der Heart-Piraten mit der Vorstellung von Penguins Gesicht, wenn er herausfinden würde, wen er da gerade wirklich um ein Treffen gebeten hatte.
»Und, was sagen sie?« Der Pirat mit dem kindlichen Gesicht begann sich plötzlich auf den Boden zu knien. »Bitte geben sie mir eine Chance!«
So aus seinen Gedanken entrissen, schnaubte Law innerlich. Schließlich erhob er sich, schenkte dem Piraten zu seinen Füßen einen abweisenden Gesichtsausdruck. Nun, ganz wie von selbst, legte er seinen Kopf zurück, lenkte einen Finger in Richtung des Häufchen Elends. »Nein.« Seine Stimme war fest und kräftig.
Penguin schürzte die Lippen. »Nein? Aber wieso denn nicht?!« Flehend faltete er seine Hände, hob sie betend Hancocks Prachtkörper entgegen – und ihrer tollen Persönlichkeit natürlich auch.
Trafalgar Law hob seine Augenbrauen und verschränkte beide Arme vor der Brust, das rechte Bein hatte er hoheitsvoll angewinkelt. »Weil ich Männer verabscheue!« Mit einem schwungvollen Ausfallschritt, drehte er sich von dem Piraten weg.
Während Shachi den weinenden Penguin nach Draußen begleiten musste, welcher sich immer wieder hoffnungsvoll zu der Piratenkaiserin umdrehte, ihr sehnsüchtige Blicke und Liebesbotschaften zuwarf, realisierte Law was er da gerade getan hatte.
Seine Augen weiteten sich in Schock vor sich selbst, seine Kinnlade hing ihm bis zu den Kniekehlen und Bitternis lag in seinem Gesicht, fraß sich direkt in sein Ehrgefühl. Er fasste sich an sein durchstoßendes Herz, tastete nach seinem Kopf. War noch alles intakt?!
Sein Ebenbild klimperte überrascht mit den Wimpern, ehe sie ein stummes Klatschen andeutete.
Law wollte sich einfach irgendwo verkriechen, sich in eine Decke einrollen, den Kopf abschrauben und dann im Erdboden versinken.

Wenig später hatte sich die Situation beruhig. Dank Laws oberpeinlichem Auftritt schien keiner Verdacht zu schöpfen. Shachi hatte Penguin davon abhalten können Harakiri zu begehen, Bepo fand seinen Käpt’n zwar ziemlich ruhig, aber da das öfter vorkam, schien es ihn nicht weiter zu beunruhigen und die Strohhüte befassten sich wieder mit den anstehenden Missionen. Sie hatten von Law und Hancock die Information über die drei 100-Bestien-Piraten erhalten und alle bereiteten sich innerlich auf einen baldigen Angriff vor. Das ein erneuter Angriff stattfinden würde, stand für alle Anwesenden beinahe fest und da sie nicht riskieren wollten, dass die wenigen Hinterbliebenen diesem zum Opfer fallen, wollten sie mit ihren jeweiligen Reiseplänen noch abwarten.
Das Beben durch den Anschlag auf Zunesha hatte weite Teile der Stadt zerstört und die Minks machten sich mit vereinten Kräften an den Wiederaufbau, wurden dabei von den Piraten unterstützt. Bis zum Einbruch der Nacht hatten sie den Großteil der eingestürzten Gebäude wieder aufrichten können. Franky war soeben dabei mit einem improvisierten Cola-Kran das Dach des Gemeindehauses zu reparieren. Er wischte sich den Schweiß von der metallenen Stirn und schlug die Unterarme aneinander. »SUPER! Das war das letzte Gebäude!« Sich die kleine Sonnenbrille von der Nase ziehend, blickte der Cyborg zum Mond hinauf. »Zeit zu schlafen!« Mit einem Sprung landete er auf dem Boden. Die Minks klatschten begeistert. Nekomamushi verneigte sich vor den nassgeschwitzten Strohhut-Piraten. »Ohne euch, hätten wir das nie so schnell geschafft. Danke!«
Luffy fasste sich grinsend an den Hinterkopf und auch der Rest der Crew zeigte sich verlegen.

In sicherer Entfernung hatten Law und Hancock das erste Training soeben absolviert. Hancock keuchte und hielt sich angestrengt den Bauch. »Ich kann nicht mehr…«
»Du wirst dich mehr anstrengen müssen, wenn du deinen Körper zurückhaben willst.« Der Pirat war unzufrieden. Hancock war es scheinbar nicht gewohnt so viel Energie auf einmal beim Kämpfen zu verlieren, das Anwenden der OP-OP Frucht wollte ihr nicht recht gelingen. Mit so etwas hatte Law bereits gerechnet, dennoch nervte es ihn. Er knirschte angespannt mit den Zähnen.
Nach seinem Auftritt vorhin, wollte er nur noch raus aus dieser Situation. Auch ihm wäre es inzwischen peinlich, wenn jemand hinter ihr Geheimnis kommen würde. Doch je länger sie Gefangene im Körper des Anderen waren, desto schwieriger würde es werden sich nicht enttarnen zu lassen.
»Trink etwas.« Law reichte der Piratenkaiserin eine Flasche Wasser, welche jene jedoch, anstatt sie zu trinken, über ihrem Kopf auskippte. Sie seufzte, als das kalte Nass über ihren verglühten Körper glitt. Schwer klebte das kurze schwarze Hemd an ihr, ließ einen Blick auf den Männerkörper darunter erkennen. Hancock fuhr sich durch das strähnige Haar, rubbelte die Feuchtigkeit aus der Frisur. »Ah, das war erfrischend.«
Seufzend setzte sich der Pirat neben sie, betrachtete sie interessiert von der Seite. Es war seltsam, sich selbst so vor sich sitzen zu sehen. »Ich glaube nicht, dass wir es lange schaffen werden.«
Die Piratenkaiserin kräuselte die Stirn. »Das wir >was< schaffen werden?«
»Dieses Versteckspiel. Ich denke nicht, dass wir es so lange verheimlichen können. Irgendeiner wird dahinter kommen.«
Hancock streckte sich. »Du bist ein Pessimist. Ich denke, wir kriegen das hin, ohne, dass mein süßer Luffy etwas davon mitbekommt.«
Law zog eine angeekelte Fratze. »Könntest du so etwas bitte nicht in meinem Körper sagen?«
»Ist dir das etwa unangenehm?« Die Shichibukai lachte triumphierend und Law konnte nur unterschwellig Nicken. Als ihr Lachen lauter wurde, verdrehte er die Augen.
»Wenn du das so lustig findest, kann ich ja auch mal in deinem Körper Dinge tun, die dir missfallen.« Er spitzte die Augen, stierte Hancock mahnend entgegen.
Diese hob mit einem abfälligen Schnauben den Kopf gen Himmel und verschränkte ihre Arme vor der Brust.
Als sich Trafalgar Law erhob, zuckte sie überrascht zusammen. »Keine Sorge, ich habe keine Lust, mich mit dir anzulegen. Ich werde schlafen gehen.« Erst wollte er sich einfach davonmachen, aber dann drehte er sich doch noch einmal zu ihr um. Sein Blick war von solch unermesslicher Ernsthaftigkeit erfüllt, dass Hancock den Kiefer fest zusammenschlug und dabei ihre Zunge blutig biss. »Und Morgen werden wir noch härter trainieren!«
Er ließ die Frau, die seinen Körper besetzt hielt, alleine zurück.
Dabei, so gut es ging, leise fluchend, hielt Hancock sich die schmerzende Zunge, wünschte diesen elenden Tyrannen zum Teufel.

- To Be Continued! -
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