Permutatio Corporum

von Diripio
GeschichteHumor, Romanze / P16 Slash
Boa Hancock Monkey D. Ruffy Trafalgar Law
25.05.2016
10.01.2017
34
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Permuatio Corporum

Kapitel 1
Delictum Amore Ductum


Die ganze Insel begann abrupt zu beben und ein schriller Laut pfiff kreischend durch die Bäume. »Das ist Zunesha!« Nekomamushi fiel auf seine Knie, sein Gesicht war in Besorgnis gehüllt, Falten legten sich auf die Stirn der großen Katze, ließen das Gesicht des Lords altern. »Was hat das zu bedeuten?« Alle versuchten sich auf ihren Füßen zu halten, doch die Erde zog mit solch gewaltiger Kraft an ihnen, zwang sie in die Knie und fuhr zitternd durch ihre Körper. »So etwas hab ich noch nie erlebt!« Sie hatten Mühe sich die Hände auf die Ohren zu pressen, kauerten hilflos am Boden, während der Schrei des gepeinigten Tieres dröhnend über der Insel lag.
Luffy, den es ebenfalls auf den Boden gestreckt hatte, horchte plötzlich auf. »Wessen Stimme ist das?!« Er fuhr herum, wandte seinen Kopf zu allen Seiten, versuchte zu erahnen aus welcher Richtung diese bekannten Laute gedrungen waren. Als er sie dann sah, traute er seinen Augen nicht mehr. In dem Moment, wo sie aus den Schatten der Baumkronen hervortrat, wurde es mit einem Mal ruhig, das Beben ließ nach, das Dröhnen war verschwunden, der Elefant hatte sich beruhigt. Stille bohrte sich in die Herzen der Anwesenden. Sie konnten ihre Pupillen nicht von der Person vor ihnen abwenden, deren Blick durch die Reihen glitt, ehe die unruhigen Augen bei Luffys Gesicht stoppten und sich in Entzücken weiteten. »Luffy ~ ♥ !!«
Mit in Röte gehüllten Wangen, stürzte die Piratenkaiserin auf Luffy zu, der inzwischen ein freudiges Grinsen aufgelegt hatte und im Begriff war aufzustehen. »Hancock!« Rief er, erfreut darüber alte Freunde wiederzutreffen. Die Piratenkaiserin fror fest, wie sie die Worte vernommen hatte, und begann sich in Scham und Wohlgefallen zu winden. »Du erinnerst dich noch an meinen Namen!« Luffy kicherte nur und legte stolz einen Arm hinter den Kopf.
»Also ich kenne ihren Namen auch noch.« Bepo blickte verlegen zur Seite und spielte mit seinen Zeigefingern. »Oh ja und wir erst!« Penguin und Shachi waren beide auf einer Seite Bepos aufgetaucht und ließen lässig ihre Augenbrauen wackeln.
Hancock wandte sich von Luffy ab und drehte den drei Heart-Piraten ihr Gesicht zu, blickte von oben auf sie hinab, ihr Blick war eiskalt, der Mund zu einem schmalen und unbewegten Spalt gezogen. »Wer wagt es mich von der Seite anzuquatschen?!« Sie hatte ihren Kopf zurückgeneigt, deutete mit einem Fingerzeig auf die Piraten nieder. Ablehnend beäugte sie die drei. Bepo war die Situation mehr als nur unangenehm, sein Gesicht wurde rot, er knirschte leise mit den Zähnen, wagte es nicht der großen Frau in die Augen zu blicken. »Verzeihung.« Seine Stimme war nur ein schwaches Flüstern gewesen. Hancocks Blick wandelte sich zu Verwunderung, sie beugte sich zu dem Bären hinab, der versuchte ihrem Blick mit aller Anstrengung auszuweichen, jedoch immer wieder einen kurzen Spinkser riskierte. »Irgendwoher kenne ich dich doch.« Sie richtete sich wieder auf und warf ihr Haar zurück, das ihr über die Schulter gerutscht war. »Jetzt erinnere ich mich. Du warst bei diesem Arzt, der Luffy vor zwei Jahren gerettet hat.« Ihr Blick wanderte wieder über die Anwesenden. »Du sprichst von mir?« Es war mehr eine Feststellung als eine Frage gewesen. Trafalgar Law kam zwischen seinen Crewmitgliedern hervor, blickte der Piratenkaiserin auf Augenhöhe entgegen. Ihr Gesicht nahm eine seltsame Mischung aus Abscheu und Dankbarkeit an. »Ich bin dir zu Dank verpflichtet. Du hast meinem Luffy das Leben gerettet« Law wich ihrem Blick nicht aus. »Du bist mir zu nichts verpflichtet. Ich habe es für mich selbst getan. Nicht für dich, nicht für Strohhut-ya oder sonst wen.« Damit schien das Gespräch für Law beendet. Er wollte sich gerade wieder abwenden, als Luffy ganz interessiert zwischen sie trat. »Ihr kennt euch also, Traffy?« Laws Miene blieb dieselbe, doch wirkte er ein wenig belustigt. »“Kennen“ würde ich das nicht nennen, Strohhut-ya. Wir haben uns getroffen, als du, nach dem Kampf der Besten, bewusstlos warst und sie hat uns erlaubt, dich nach Amazon Lily zu bringen, mehr nicht.« Luffy schien dennoch erfreut. »Stimmt ja, ich war wohl ganz schön lange weggetreten. Ich hab so vielen Leuten mein Leben zu verdanken!« Und mit diesen Worten kratzte er sich beschämt, dankbar, aber auch stolz, dass er so viele gute Freunde hatte, am Hinterkopf.
Hancock schenkte Trafalgar Law derweil einen finsteren Blick. Sein Verhalten ihr gegenüber hatte sie mehr als respektlos empfunden. Das war nicht die Art, wie ein Mann mit einer bildschönen Frau wie ihr umzugehen hatte!
Doch Law schien das nicht zu kümmern, er wandte sich unbewegt von Luffy und Hancock ab und blickte stattdessen zu Nekomamushi. »Ich glaube kaum, dass die Ankunft der Piratenkaiserin Zunesha in Aufruhr versetzt hat.« Nekomamushi war die Zeit über ruhig geblieben, nun wirkte er beunruhigt, seine Stimme war brüchig als er sprach. »Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Es ist nicht auszudenken was passiert, wenn Zunesha etwas zustößt.« Auch Inuarashi war besorgt, nachdenklich ließ er den Kopf sinken, sein linker Mundwinkel zuckte als würde er vor einem Feind die Zähne fletschen.
»Vielleicht sollte ich mir den Elefanten mal anschauen?« Chopper war ganz aufgeregt. Hinter ihm hatte sich die Rentier-Mink Dame hingehockt und legte nun liebevoll ihre Arme um ihn. »Das würdest du für uns tun, Doktor Chopper?« Choppers Wangen wurden rot, er wand sich in seiner Schwärmerei und blendete alles Umliegende aus. »Aber natürlich!!«
Luffy lächelte vergnüglich, ehe er sich zu Hancock umdrehte. »Wieso bist du eigentlich hier, Hancock?« Die Piratenkaiserin wurde mit einem Mal ernst, ihr Blick verfinsterte sich. »Ich habe durch dich eingesehen, dass es keinen Sinn hat sich nur zu verstecken und zu hoffen, dass die Welt von selbst wieder in Einklang kommt. Lass mich dir helfen und endlich Verantwortung übernehmen, Luffy! Gemeinsam schaffen wir das! ~ ♥« Beim letzten Satz schenkte sie ihm ein neckisches Zwinkern.
Luffy schien verwirrt zu sein, fragend legte er den Kopf schief. »Aber ich will doch gar nicht „die Welt in Einklang bringen“, ich will nur Piratenkönig werden und den Leuten aus Wano und Zou helfen!« Er war so von seinen eigenen Plänen mitgerissen, dass er die Arme in die Hüften stemmte und breit grinste.
Lysop seufzte im Hintergrund. »Ja, und jedem Anderen, der dir noch über den Weg läuft. Hauptsache, wir bringen uns alle oft genug in Gefahr.« Luffy nickte zustimmend, sein Grinsen war noch breiter geworden. Lysop machte das nur noch deprimierter. Sein Kapitän war bereits in der Endstufe eines Sturkopfes angelangt, da brachten seine Worte gar nichts mehr. Er verstand ja, dass man Leuten helfen musste, aber wieso musste das immer auf ihre eigenen Kosten passieren?! Luffy war einfach ein viel zu großer Gutmensch.
Sie beschlossen, dass ein Trupp von medizinisch ausgebildeten Minks mit Chopper zusammen den Elefanten untersuchen sollten und sollte sich eine Verletzung sichtbar machen, beratschlagen würden wie diese am Besten zu behandeln wäre. Der Rest hielt Ausschau nach unliebsamem Besuch, von dem jedoch keine Spur gefunden werden konnte. Das Meer war ebenfalls leer, bis auf das U-Boot der Heart-Piraten und der Thousand Sunny befand sich kein Schiff in der Nähe. Die Lage schien immer verwunderlicher. Die Minks beharrten darauf, dass Zenusha noch nie einen derartigen Laut ausgestoßen hätte und dass er das sicher nur dann tun würde, wenn er von jemandem ernsthaft verletzt worden wäre. Doch letztlich konnten sie alle nur abwarten, was der Trupp um Chopper herausfinden würde und dieser ließ merklich auf sich warten.
Erst als die Nacht bereits hereingebrochen war, die Stille ihre Netze zwischen den Bäumen webte und jedes Grillenzirpen zu einem verdächtigen Kreischen mutierte, stieß der Medizintrupp wieder zu den Übrigen. Chopper war kreidebleich, er wagte es nicht aufzublicken. Die Strohhüte waren besorgt um ihr Crewmitglied. Lysop war der Erste, der seine Stimme wiederfand. »Sag schon, Chopper, was ist los?!« Er beugte sich ein wenig zu dem Rentiermenschen hinab, der plötzlich zu schluchzen begann. »Zunesha ist so ein starkes Tier!!« Weinend klammerte er sich an seinen guten Freund, der den anderen einen verwirrten Blick schenkte. »Sein linkes Vorderbein! Es ist ein Wunder, dass er noch stehen kann, aber er ist so tapfer und läuft trotzdem weiter! Bitte Luffy…« Chopper warf seinem Kapitän einen flehenden Blick zu, große Tränen quollen aus den braunen Knopfaugen. »… bitte, lass mich Zunesha helfen! Ich will versuchen ihn zu behandeln!«
Luffy überlegte nicht lange, entschlossen nickte er. Würde Zunesha fallen, so wäre die ganze Insel dem Untergang geweiht, viele würden ertrinken. Er wollte dieses Blut auf keinen Fall an seinen Händen kleben haben. Wenn es eine Möglichkeit gab den Minks zu helfen, so wollte er nichts unversucht lassen! Choppers Mut und Warmherzigkeit beflügelten ihn.
Die Behandlung wurde jedoch auf den nächsten Morgen angesetzt. Die Minks hielten es für zu gefährlich, Chopper sich im Dunkeln an Zuneshas Bein hinabseilen zu lassen.

Law war noch immer beunruhigt. Sie hatten Niemanden gesehen, kein Schiff, keine Menschenseele. Und dennoch war Zunesha angegriffen worden. Kein normales Schiff hätte so schnell aus der Sichtweite verschwinden können. Und wie war überhaupt die Piratenkaiserin auf die Insel gekommen? Wie hatte sie diese bewegliche Insel gefunden und woher wusste sie, dass Luffy hier war?!
Sein Kopf dröhnte, die schweren Augen lagen finster in den Höhlen, flehten nach Ruhe, Pupillen wurden von roten Adern umrahmt. Doch weil er nicht einschlafen konnte, setzte er sich vor die Tore der Stadt und hielt die Landschaft im Blick. Die kühle Nachtluft streifte seine nackten Arme und fuhr ihm unter die Haut. Ernüchterte seinen Geist, doch lähmte seinen Körper.  
»Ist dir diese Stille auch unheimlich?« Zoro hatte sich neben ihn gesetzt, blickte ebenfalls in die Ferne. Law hatte die Augenbrauen zusammengezogen, starrte stur dem Horizont entgegen. »Sie müssten sich irgendwo verstecken und auf einen richtigen Augenblick warten. Ich verstehe nicht, wie alle wieder so unbeschwert sein können.« Zoro überlegte kurz. »Ich glaube nicht, dass Luffy die Sache auf die leichte Schulter nimmt. Aber solange keiner da ist, kann man auch keinen bekämpfen. Ich bin mir sicher, dass er alles tun wird, wenn es so weit ist.« Da war es wieder. Luffys Crew vertraute ihrem Kapitän blind. Law hatte schon einmal in Dressrosa gesehen, dass man dem Gummimenschen tatsächlich vertrauen konnte und dennoch störte es ihn immer wieder, wie Luffy alles mit Leichtigkeit behandelte, worüber sich andere stundenlang den Kopf zerbrochen hatten. Es störte ihn, aber andererseits war er auch ein bisschen neidisch auf Luffys Spontaneität. Es imponierte ihm, wie sich dieser Pirat für jeden einsetzte und selbstlos für andere in den Kampf ging. Law seufzte schwer, was ihm einen kurzen Seitenblick von Zoro einbrachte. Er würde diesen Jungen wohl nie so ganz begreifen können.

Der laue Morgenwind vertrieb die nächtlichen Ungeheuer, die Stille wisch einem harmonischen Vogelchor und Choppers Trupp machte sich auf den Weg, um Zunesha zu behandeln. »Und du willst wirklich nicht mitkommen?« Law lächelte schwach. »Ich sehe in deinem Blick, dass du es lieber allein machen willst. Es muss dir viel bedeuten. Ich glaube nicht, dass du meine Hilfe brauchst, Toni-ya.« Chopper lief wieder rot an, Scham kitzelte durch seinen Körper, veranlasste ihn dazu mehrere Pirouetten zu drehen und dabei taktlos in die Hände zu klatschen. »Ach, denkst du? Haha, sag doch so etwas nicht!« Das dem Rentiermenschen diese Lorbeeren gefielen war außer Zweifel.
Während Choppers Trupp unterwegs war, saßen die restlichen Piraten mit den Samurai und einigen Minks zusammen. Die heiße Luft drückte auf ihre Körper. Luffy gähnte laut. »Lasst uns irgendetwas machen! Mir würde auch schon was einfallen…« Brutzelnd glucksten zwei attraktive Fleischhäppchen in seinen Augen. »Du hattest definitiv genug Bankette für die nächste Zeit, Luffy.« Nami fasste sich an die Stirn, als sie ein leises Stöhnen ausstieß. Wie konnte man denn immer nur an Essen denken? Einige Minks kicherten im Hintergrund. »Aber nur rumsitzen und warten ist öde.« Luffy stocherte sich im Ohr.
»Wenn du Hunger hast, dann kann ich dir ja was kochen. ~ ♥« Hancock hatte sich neben den jungen Piraten gesetzt, rutschte auffällig dicht an diesen heran. Ihr Gesicht war stark gerötet und sie klimperte verführerisch mit den vollen Wimpern. In die Augen sah sie Luffy jedoch nicht, stattdessen schielte sie verlegen zur Seite. Luffy, dessen Finger inzwischen mit den Bohrungen aufgehört hatte, freute sich. »Danke, Hancock!« In seiner Euphorie griff er nach ihren Händen und hielt sie in seinen, während er ihr entgegenstrahlte.
Boa Hancock war mit einem Mal Feuer und Flamme, sie sprang auf – ihr ganzer Körper glich inzwischen einem brodelnden Lavasee – streckte ihre Hände dankend dem Himmel empor. Ihr Herz pochte aufgeregt, ihre Augen funkelten. »Ja Luffy, ich will mit dir in die Flitterwochen fahren und dich bekochen! Aber das heißt ja auch, dass wir vorher heiraten!! ~ ♥« Bei dem letzten Satz, hatte sie die Arme um ihren eigenen Körper geschlungen und verteilte innig Küsse im Raum. »Ja, ich will, Luffy!«
Luffy selbst hatte das Schauspiel gar nicht bemerkt, da er den Raum verlassen hatte, um nach Pekoms zu sehen, auf dessen Genesung er wartete, um endlich Sanji befreien zu können. Er hatte nur vergessen, dass dieser ihn auf keinen Fall sehen wollte und deswegen die Minks, die ihn pflegten, darum gebeten hatte, Luffy nicht zu ihm zu lassen. Daher blieb dem jungen Piraten wohl nichts anderes übrig als vor der Tür stehen zu bleiben und wie wild Klopfzeichen zu geben, während sich seine Stimme einen Weg ins Innere des Raumes bahnte. »Löwentyp, geht es dir schon wieder besser?! Wann können wir los?!« Von Drinnen war Murren zu vernehmen. »Es ist gerade mal ein Tag vergangen!! Verschwinde!! Deine rüpelhafte Art ist immerhin mit Schuld daran, dass meine Genesung so lange dauert!!« Luffy schmollte.
Als er die Krankenstation wieder verlassen hatte, verharrte er und lauschte angestrengt. Irgendwas stimmte nicht. Schnell machte er sich auf den Weg zu den Anderen, in seiner Brust wuchs ein ungutes Gefühl heran, dass von dort aus tief in seine Eingeweide drang, sich einnistete  und ihm böse Vorahnungen zuflüsterte. Er riss die Tür auf. »Leute!« Seine Augen glitten hektisch durch den Raum, es fehlten einige. Zoro… Kinemon… Kanjuro… Lysop… Franky… Robin… Hancock… und Law waren nicht mehr hier. Nami saß in der Mitte des Zimmers. Ihr Blick war in Schock geweitet, ihr Körper bebte. Wenige Zentimeter neben ihr konnte Luffy etwas erkennen, dass bei genauerem Hinsehen eine Klinge war. Sie steckte senkrecht im Boden, war scheinbar mit einer ungeheueren Kraft geschleudert worden, hatte ihr Ziel aber zum Glück verfehlt. »Nami! Was ist passiert? Geht es dir gut?!« Nami nickte nur geistesabwesend, deutete erst auf ein großes Fenster, dessen Scheibe zersprungen war und schließlich auf den Hinterausgang des Zimmers, dessen Türe offen stand. Luffy überlegte noch einen Augenblick, ob er Nami so einfach alleine lassen konnte, doch die Minks und auch Brook waren ja bei ihr, halfen ihr gerade dabei aufzustehen. Das Knochengesicht machte einen sorgenden Eindruck und versprach Luffy eindringlich auf ihre gemeinsame Freundin Acht zu geben.
Der Gummimensch stürmte in die Richtung, von der er hoffte, dass er dort seine restlichen Freunde finden würde.

Diese waren gerade dabei einen unbekannten Mann zu verfolgen. Er hatte sich auf dem Dach des anliegenden Gebäudes postiert gehabt, hatte die Situation ausspioniert. Als er entdeckt worden war, warf er mit einem Messer und hätte Nami auch beinahe erwischt, wenn diese nicht an Seite gestolpert wäre. Den kurzen Tumult hatte er dann genutzt um in Richtung Inselrand zu fliehen.
Leider hatten sie seine Spur verloren. Der Wald war zu dicht, die Geräusche zu zahlreich, um einen einzelnen Menschen aufzuspüren, sodass sie gezwungen waren sich aufzuteilen. Kinemon und Kanjuro liefen gen Norden, Zoro und Lysop gen Süden, Franky und Robin gen Westen und Law und Hancock gen Osten.

»Hoffentlich ist meinem Verlobten nichts passiert! Was ist, wenn sie ihn auch angegriffen haben!?« Hancocks Stimme zitterte, sie zischte leise, stieß Luft durch ihre Zähne und kaute sich nachdenklich auf der Unterlippe. »Aber andererseits würde Luffy sich nie von so jemandem verletzen lassen…« Sie begann unruhig mit ihren Haaren zu spielen, während sie Law folgte. Dieser versuchte sie zunächst zu ignorieren, um sich weiter auf die Umgebung zu konzentrieren, doch da machte es ihm die Piratenkaiserin nicht gerade leicht.
»Du könntest mir ruhig antworten.« Hancock schien ungehalten. Eigentlich wollte sie von dem Piraten ermuntert werden. Trafalgars Abwesenheit gefiel ihr ganz und gar nicht. Er gab ihr damit das Gefühl, dass er über ihr stehen würde und das Recht hätte, sie wie ein Kind zu behandeln. Law seufzte. »Wir sollten uns darauf konzentrieren den Spion zu finden. Wenn wir das schaffen, können wir vielleicht erfahren was gestern passiert ist.« Hancock lächelte triumphierend. »Luffy würde sicher stolz auf mich sein, wenn ich diesen Typen fasse!« Ihr Blick wurde zielstrebig und Law hatte bereits Hoffnungen. Doch diese wurden schnell wieder zunichte gemacht. »Dann wird er so glücklich sein, dass er mir endlich einen Antrag macht ~ ♥« Law verdrehte die Augen und ließ entnervt den Kopf hängen. »Hör mal, Hancock-ya, Strohhut-ya ist weder dein Verlobter, noch scheint er interessiert daran zu sein, es zu werden. Könntest du dich also stattdessen bitte auf den Feind konzentrieren?« Die Piratenkaiserin zuckte in sich zusammen. Bitte was?! Ihr grauste es vor dem Gedanken, dass Trafalgar die Wahrheit gesagt haben könnte. Sie schürzte die Lippen und kniff die Augen zusammen, wie ein verärgertes Kind. Der würde noch bereuen etwas Derartiges gesagt zu haben. Schließlich warf sie sich ihr Haar zurück und hob ihren Kopf gleichgültig in Richtung Himmel. Er würde noch sehen! Luffy und sie würden heiraten, da bestand für Boa Hancock kein Zweifel! Er war etwas Besonderes! Trafalgar musste blind sein, dass er die erotische Spannung nicht bemerkte, die zwischen ihr und dem jungen Piraten herrschte!
So in Rage versteift, bemerkte Hancock nicht, dass Law stehen geblieben war. Er musste seine Hand stoppend zur Seite strecken, damit sie nicht an ihm vorüberstürmte. »Moment.« Sie blickte zunächst fragend zu ihm, dann in die Richtung, in die er sich gewandt hatte. Drei Männer schienen sich zu unterhalten und einer von ihnen war derjenige, den sie suchten. Alle drei hatten auffällig tierische Züge. Einer wirkte mehr wie ein bulliger Gorilla als wie ein Mensch, ein anderer hatte scharfe Klauen an spindeldürren Fingern. Der, den sie suchten hatte Hörner, wie die eines Widders, war ansonsten groß und sehnig. Sie alle trugen einen Gürtel mit dem Jolly Roger der „100-Bestien-Piratenbande“. »Die sind von Kaido. Es ist möglich, dass sich noch mehr auf der Insel befinden. Wir sollten wachsam bleiben.« Sie schlichen sich näher an die drei Gestalten heran und hockten sich hinter dichtes Blätterwerk.  »Von Kaido?« Hancock wirkte überrascht diesen Namen zu hören. Law schielte sie verständnislos an. »Du hattest keine Ahnung was wir vorhaben und hast dich uns trotzdem angeschlossen?« Hancock blickte ertappt zur Seite, ihre Stimme hob sich um eine Oktave als sie sprach. »Natürlich wusste ich das!« Fast wäre die Piratenkaiserin aus ihrem Versteck aufgesprungen. Wut mischte sich in ihr Gesicht. Trafalgar hatte sie einmal zu oft in Frage gestellt!
»Leiser!« Law bat sie zur Ruhe, doch es war bereits zu spät. Der Kapitän schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. Warum war er grundsätzlich von Idioten umgeben? Stieß er irgendeine Art von Lockstoff aus, der diese Leute anzog?
»Ist dir jemand gefolgt?!« Die drei Kaido-Piraten sahen sich hektisch um. »Lass uns besser verschwinden und dem Käpt’n Bescheid geben.« Sie wollten sich gerade davonmachen, als ihr Weg plötzlich von einem riesigen Felsen blockiert wurde. Der Gehörnte zischte, sie wandten sich wieder um, beobachteten die zwei Personen, welche nun aus ihrem Versteck traten.
Laws Mundwinkel zogen sich zu einem beschwingten Lächeln, als er die geschockten Blicke der Eindringlinge sah. »Room…«

Luffy war derweil gefühlt um die halbe Insel gerannt. Er hatte noch keinen seiner Freunde gefunden. »Verdammt!!« Er strengte sich an noch schneller zu rennen. Der Wind peitschte ihm durch die Haare, seine Gliedmaßen brannten. Kurz bevor er noch ein weiteres Mal die Richtung ändern wollte, kam ihm Zoro entgegen. Dieser hatte nicht im Laufen innegehalten, als er seinen Käpt’n erblickt hatte, tat mehrere schnelle Schritte auf der Stelle als er sprach. »Oi, Luffy, was machst du denn hier?« Luffy legte den Kopf schief und grinste. »Ich hab euch gesucht!« Zoro schien perplex. Er blickte mehrmals hinter sich und dann wieder zu Luffy, begleitet wurde dieses Schauspiel von Luffys fragendem Kopfneigen. »Aber wie kann es sein, dass du schneller warst als ich?« Zoro kratzte sich ungläubig am Hals und blickte mit nach innen gestülpten Lippen in den Himmel. Plötzlich hörten sie von Zoros Richtung eine keuchende Stimme. »Zoro! Lass mich nicht alleine!!« Lysop kam aus dem Wald gestolpert und streckte hilfebittend eine Hand aus, während er sich mit der Anderen an seinem Knie abstützte, um nicht jeden Moment auf den Boden zu sinken. Er musste mehrmals Luftholen ehe er sprach. »Was fällt dir ein einfach abzuhauen?! Und dann rennst du auch noch in eine völlig falsche Richtung! Wir sollten doch nach Süden!« Zoro blickte noch immer in den Himmel. »Ist das hier nicht Süden?« Lysops Lippe zuckte nervös. »Nein!« Hinter ihnen kugelte sich Luffy auf dem Boden vor Lachen. Schließlich drehte er sich wieder zu seinen Freunden, sein Gesicht wirkte ernster. Er schien sich die Situation zurück ins Gedächtnis gerufen zu haben. »Was ist eigentlich genau passiert?«

Trafalgar Law wurde mit einem Mal schwindelig, sein Magen drückte sich seinem Hals entgegen, presste die Übelkeit in seine Speiseröhre. Das Atmen fiel ihm schwer und er hatte Probleme die Augen offen zu halten. Er konnte gerade noch sehen, wie die drei Piraten die Gelegenheit zur Flucht nutzten, als er auf dem Boden zusammenbrach. Sein Augenlicht entschwand ihm, die Welt wurde schwarz. Um ihn herum verschwammen die Geräusche. Sein Herzschlag verlangsamte sich, war nur noch ein schwacher Glockenschlag, der von der Umgebung verzerrt und in Stücke gerissen wurde. Schwer drückte die Decke der Ohnmacht auf ihn, drohte ihn zu ersticken. Er gab nach und entschwand hinter den Schleier, der ihn kraftlos gemacht hatte.
Er hatte vorhin ein Stoßen von der Seite verspürt. Was war schief gegangen?

– To Be Continued! –
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