i wish there was another you (Trilogie teil 1/3)

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18 Slash
OC (Own Character) Tori Vega
20.05.2016
01.08.2016
20
59.080
 
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20.05.2016 2.142
 
Nicoles POV

Ich verstand die Welt nicht mehr, was war bloß los mit mir ? Ich weine sonst nie, geschweige denn, dass ich überhaupt mal Gefühle zeigte. Ich war verwirrt, gleichzeitig brannte in mir dieses unbeschreibliche Feuer, welches ich einfach nicht erfassen konnte. Ich rannte gute zehn Minuten ziellos in die Stadt, während der Morgen langsam dämmerte. Schließlich sank ich auf der erstbesten Parkbank nieder. Meine Atmung ging schnell und aggressiv, sodass mein Herz allmählich an seine Kapazitäten stieß. Nervös musterte ich meine Umgebung in schnellen Abständen. Trotz der frühen Tageszeit waren schon einige Menschen unterwegs, zu meiner Linken befand sich ein großer See, auf dem ein paar Hobbyangler ihrem Vergnügen nachgingen. Am Rande des Sees befand sich ein mittelgroßes Bootshaus mit Pier und einem Pfad, der einmal um den See und quer durch den Park führte, er war fast ganz vom Laub bedeckt, welches sanft im Wind wehte. Fast schon harmonisch wirkte der See unter der zunehmenden Morgenröte.....Gott, wie mich das jetzt schon nervte. Mein Blick wanderte weiter, auf der anderen Seite des Parks waren nichts als Wiesen und Bänke, im Hintergrund riesigen Wolkenkratzer, wie sie für Downtown typisch waren. Schon seltsam, dass ich ausgerechnet hier halt machte. Mir wäre es selbst egal gewesen, wenn ich mich an einem Obdachlosenfeuer niedergelassen hätte, aber Downtown ?! Zu gut hatte ich die Ereignisse noch immer vor Augen...

FLASHBACK

"Hey Jungs, wollt ihr noch mit in dieses neue Einkaufszentrum ?" fragte Tori neugierig, als Beck und Robbie schon dabei waren, sich von mir zu verabschieden. "Ich weis nicht, es ist schon spät Tori und Morgen steht schon die erste Zwischenprüfung an", erwiderte Beck ermahnend. "Naja was ist schon dabei", meinte Robbie freundlich. Hilfesuchend schaute Tori zu mir rüber, wie immer hoffte sie auf meine Überzeugungskünste. Ein leichtes Grinsen überfuhr meine Lippen. "Ach komm schon bitte bitte bitte Beck", flehte ich ihn mit meinem schönsten Lächeln an. "Na fein, gehen wir. Aber maximal eine Stunde !" gab sich Beck geschlagen. Rasch senkte er dabei seinen Blick, noch nie konnte er meinem Blick länger als für einige Sekunden stand halten ohne gleich rot zu werden. Es war ein wunderschöner Frühsommertag, es war noch nicht so extrem heiß wie man es gewohnt war, aber auch nicht wirklich kalt, die Bäume trugen saftig hell grüne Blätter die von einer leichten priese umspielt wurden. Es dauerte etwa 15 Minuten, bis wir endlich am Einkaufszentrum ankamen, es war gigantisch. Ich versuchte, meinen Kopf so weit in den Nacken zu legen wie ich nur konnte, doch trotz allem konnte ich nicht zählen, wie viele Etagen sich über der Räumlichen Eingangshalle befanden. Die anderen beeindruckte das offenbar eher weniger, sie waren längst in die ersten Läden verschwunden. Das die nicht mal warten können...genervt seufzte ich auf, bevor ich mich auf die Suche nach Tori begab. Nach 30 Minuten und gefühlt einer Million Läden, die ich durchsuchte, gab ich es schließlich auf - dieses Gebäude war einfach zu groß und viel zu gut besucht als dass ich Tori hätte finden können. Enttäuscht setzte ich mich auf eine kleine Bank unter einem der zahlreichen Bäume in der großen Eingangshalle, als sich plötzlich zwei Hände auf meine Augen legten. Lächelnd drehte ich mich um. "Tori ! Wo warst du denn Süße ?" fragte ich leicht traurig. "Hast du mich vermisst ?" fragte Tori amüsiert, während sie sich auf meinen Schoß setzte. "Ja", seufzte ich und legte meinen Kopf auf ihre Schulter. "Wo sind eigentlich die Jungs ?" fragte ich neugierig. "Ich weiß nicht...ich dachte, sie sind hier ?" sah mich Tori fragend an. Ich schob Tori von meinem Schoß, langsam blickte ich mich in der Halle um. "Nope, keine Jungs weit und breit", erwiderte ich mit einem Lächeln und schulterzucken. Tori kam langsam näher, ich bemerkte gar nicht, dass sie mich Küssen wollte, viel mehr durchdrang mein Blick sie. "Schau dir das mal an", stieß ich Tori an. Neugierig drehte sich Tori um. "Siehst du den da vorn ? Der mit diesem dicken Pelzmantel ?" fragte ich und zeigte mit meinem Finger auf den seltsamen Mann. "Bestimmt so einer, der auf Qualen steht", grinste Tori. "Na wer bei diesem Wetter Pelz trägt, muss Qualen einfach lieben", erwiderte ich. Toris Blick wandte sich von der seltsamen Gestallt ab, während sie sich wieder auf die Bank fallen ließ. Ich stand noch einen Moment da und beobachtete den Mann, der hektisch einige Papiere aus seinen Taschen durchsah und sich dabei ständig umschaute, als würde ihn jemand verfolgen. Skeptisch versuchte ich, sein Verhalten zu verstehen..oder zumindest, wieso er bei diesem Wetter Pelz trug, Kopfschüttelnd wandte ich mich von ihm ab, als er schließlich in einem Geschäft verschwand. "Na, hast du deine Studien abgeschlossen ?" fragte Tori neckisch. "Jaja, ich dich auch", erwiderte ich mit einem Kuss. Wir verweilten eine ganze Weile so. Viele Besucher sahen uns im Vorbeigehen schon komisch an, einige ließen auch abfällige Kommentare da, doch das war uns egal. Es gab nur Tori und mich. nach einigen Minuten stieß mich Tori schlagartig von sich weg. "Hey, was soll denn das ?!" fragte ich verwirrt. Tori sah mich nur leicht erschrocken an und deutete mir nach links. Jetzt erst bemerkte ich die heulende Alarmanlage die die Halle beschallte. Wieder sah ich fragend zu Tori, die aber ebenfalls nur mit den Schultern zuckte. Ich nahm Toris Hand und deutete ihr, mitzukommen. Wir liefen einfach der großen Masse hinterher in Richtung der Ausgänge. Noch immer verstanden wir nicht, was eben passierte - ein Feuer ?, Eine Übung ? Oder vielleicht ein Überfall ? Meine Gedanken verrauchten augenblicklich, als ich plötzlich in meinen Vordermann lief und zurückfiel. Scheinbar stoppte die große Masse...nicht nur das, plötzlich wollten alle wieder in die Richtung zurück, aus der wir alle kamen. Tori sah panisch aus, sie zog mich hastig hinter sich her, bis wir wieder gegen jemanden rannten. Vor uns waren Menschen die zurück wollten, hinter uns Menschen die nach vorn wollten. Offenbar wusste niemand so genau, wo er hinwollte trotz der Tatsache, dass sämtliche Rettungswege mehr als deutlich gekennzeichnet wurden. Nachdenklich betrachtete ich eines der leuchttafelsymbole, die die Wege markierten. Ich hoffte, so vielleicht etwas mehr über die aktuelle Situation in Erfahrung bringen zu können ohne zu wissen, was das eine mit dem anderen zu tun haben sollte. Wenn man in dieser Menschenmenge doch nur etwas erkennen könnte. Alles, was ich um mich herum sah waren Menschen, nichts als Menschen, die kreuz und quer durcheinander rannten. Fast schon wie eine Mauer, die ständig ihre Zusammensetzung änderte, kam mir das ganze vor. Immer wieder drangen Schreie in mein Ohr, manche leise andere laut, als wären sie aus meinem eigenen Mund entflohen. Immer mehr und mehr versank ich in gedankenlose Leere - ich verstand gar nichts mehr und wollte es eigentlich auch nicht mehr verstehen, nur noch hier raus...Schlagartig fasste ich mich wieder, nachdem etwas flink meinen geistlosen Blick schnitt. Ich lies meine Augen durch mein Umfeld wandern ohne etwas von Bedeutung entdecken zu können. Langsam aber sicher setze ich ein paar zögerliche Schritte nach vorn bis ich diesen warmen Schmerz in meinen Ohren spürte, der wenig später in Dämpfung meiner Sinne mündete. Alles war so leise wie durch einen Filter und so verzerrt. Was war nur passiert ? Hastig drehte ich mich im Kreis, in der Hoffnung, irgendetwas zu entdecken...nichts außer aufgewirbelten Staub, der meine Haut streichelte....doch plötzlich riss ich meine Augen auf und schreckte zurück als ich das Schwert sah, welches sich durch meinen Vordermann bohrte und nur einen halben Zentimeter vor meiner Nase stoppte. Unbeteiligt sah mich der Mann man, seine Augen schienen kraftlos, er spuckte erst wenig, dann immer mehr Blut. Ich war so gelähmt von diesem Anblick, dass ich gar nicht wahrnahm wie der Mann auf die Knie sackte und von einer dunklen Gestallt beiseite getreten wurde. Erst als ich den warmen Pelz schon spüren konnte, realisierte ich das die Situation längst weitergelaufen war, ohne mich. Verschreckt machte ich einen Schritt nach dem anderen zurück, ständig nach Tori suchend, die wohl irgendwo in der Menschenmenge untergegangen war. Der Pelzmann warf sein Schwert nach links von sich, er traf natürlich auch noch jemanden damit, Was auch sonst, dachte ich mir, während ich mit den Augen rollte. Ich versuchte so meine Angst etwas zu unterdrücken, im Augenwinkel konnte ich sehen, dass die Frau, die vom Schwert getroffen wurde, mit dem selben wie eine Fliege an die Wand geheftet wurde. Die ganze Zeit ließ ich meine Augen kein einziges Mal von dem seltsamen Mann ab, der mich unverschämt angrinste, während er seinen Pelzmantel fallen ließ und seine tatsächliche Bewaffnung zur Schau stellte. Ich zählte mindestens vier Pistolen und drei vollautomatische Maschinenpistolen verschiedener Art, zugleich griff er zwei der MPs und feuerte los. Wie versteinert stand ich einfach nur da und starrte in die Halle, die sich von dem vielen sinnlosen Blut und den vielen unschuldigen Menschen, die achtlos durch den Raum flogen, immer roter einfärbte, nur um dann unsanft auf dem Boden zusammenzusackten. Nicht selten schoss er mit nur einer Kugel zwei Menschen gleichzeitig durch den Kopf oder er schlug einfach so fest mit seinen Waffen zu, dass es den Leuten teilweise die Unterkiefer wegriss. Ich kam mir vor wie in einer Art Trance, wo nahm dieser Mann so eine Kraft her ? Was trieb ihn zu seinem Handeln ? Mein Kopf platze fast vor Fragen die ich nicht verstand. Erst als ich endlich nach einer gefühlten Ewigkeit realisierte, was gerade wirklich passierte, merkte ich das auch ich mehrfach getroffen wurde. Ich spürte nichts, nicht mal Wärme oder sonst etwas. Verständnislos musterte ich meine Kleidung, mein blaues Top war nun mehr rot als blau, überzogen vom Blut meiner Wunden und denen fremder Menschen. Zögernd fuhr ich mit meiner rechten Hand über meine Wunden, als könnte ich sie von mir abstreifen. Alles, was ich von meiner Umgebung noch wahrnahm, war, wie sich der Raum zu drehen begann und der dumpfe Aufschlag. Gerade noch so erhaschte ich einen kurzen Blick auf die mir gegenüber liegende Spiegelwand. Ich sah grauenhaft aus, Blut verklebte mir das sonst so prächtig im Wind wehende, lange, blonde Haar. Meine blaugrünen Augen erschienen mir grau und glasig, selbst meine rosigen Wangen und die kleinen Sommersprossen auf meiner Stupsnase versteckten sich nahezu komplett unter dickem Blut, das langsam über mein Gesicht zu meinem Hals floss. Regungslos lag ich für die nächsten Minuten da, in mein Spiegelbild starrend bis mir langsam aber sicher die Augen zufielen...danach vernahm ich nur noch Schwärze und Totenstille.

FLASHBACK ENDE

Wie ich so gedankenversunken auf meiner Bank saß  hörte ich plötzlich eine Stimme, die ich weder kannte noch passte sie in meine Gedanken. Erschrocken sprang ich auf und zog meine Waffen, mein Herz klopfte mir bis zum Hals hoch. Vor mir stand lediglich ein alter Mann, der sich erkundigen wollte, ob mit mir alles in Ordnung seih, das sah ich auch, doch dennoch fühlte ich mich seltsam. Diese ständigen Erinnerungen, diese beißenden Gedanken tag ein tag aus, es war als würde alles aus meinem Kopf real werden wollen. Ängstlich lief der alte Mann rückwärts bis er sich schließlich umdrehte und losrennen wollte, was ihm jedoch nicht gelang, da ich ihn bereits erschossen hatte. Meine Pupillen wuchsen an, mein Herz klopfte schon fast schlimmer wie das Schlagzeug einer Metal Band. Ehe ich mich versah, schoss ich mein ganzes Magazin leer, quer durch den Park. Ich dachte zumindest es wäre ein Magazin gewesen, als ich wieder zu mir kam war es tiefste Nacht. Der gesamte Park war abgesperrt, die Leichen alle noch da. Langsam setzte ich mich auf, um mich umzusehen, während ich den mir schmerzenden Kopf rieb. Einige der Toten wurden von so vielen Kugeln durchsiebt, dass ich hätte meinen können, es wäre ein ganzes Magazin allein dafür gewesen. Ich biss mir auf die Zunge und flüsterte mir selbst zu "Lass es bitte nicht mehr als ein Magazin gewesen sein..", während ich meinen Blick senkte. Kopfschüttelnd erhob ich mich, nachdem ich erkannte, dass ich kein einziges Magazin mehr hatte, nur noch je drei Schuss in jeder Waffe. Enttäuscht von mir selbst fuhr ich mir durchs Haar "verdammt....nicht schon wieder." fluchte ich vor mich hin, als ich langsam durch den Park lief und mich genauer umsah. "Kannst du einmal in deinem winzigen Leben etwas nicht versauen ?!" löcherte ich mich selbst mit einem Augenrollen. Wut baute sich in mir über das Geschehene auf. Was wohl gewesen wäre, wenn mich der alte Mann nicht angesprochen hätte ? Wer weiß das schon...
Ich blickte mich noch einmal gründlich um im Park, bevor ich schließlich los rannte, rannte so schnell ich konnte. Ich wollte nur noch Heim und Tori erzählen was passiert ist, Tori wusste immer schon, wie man Probleme löste. Sie war es, die mir immer wieder aus solch bizarren Lagen heraus half.
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