i wish there was another you (Trilogie teil 1/3)

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18 Slash
OC (Own Character) Tori Vega
20.05.2016
01.08.2016
20
57597
 
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A/N: je nach dem wie diese Geschichte sich entwickeln wird könnte es sein, dass sie später von P18 Slash auf P18-AVL Slash hochgestuft wird, da einige stellen doch sehr verstörend werden könnten aber ich lasse das Rating erstmal einfach so wie es ist.


An dieser Stelle auch nochmal ein herzliches Dankeschön an Anniko, die sich als Betaleserin zur Verfügung gestellt hat. Ohne sie wäre diese Geschichte mit Sicherheit um einiges fehlerbehafteter ;)
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Toris POV

Genervt blickte ich auf meinen Wecker, 4:12 Uhr zeigte dieser an. Nicole war immer noch nicht zuhause, langsam machte ich mir wirklich sorgen um sie. Ich wusste wie sie manchmal sein konnte...nun, zugegeben, unter diesen Umständen sollte ich mir wohl eher sorgen um den Rest der Menschheit machen als um Nicole. Dennoch quälte mich der Gedanke, dass sie irgendwo dort draußen in tiefster Dunkelheit durch die Stadt lief. Wo konnte sie nur sein ? Ihre Tasche war noch da ebenso wie ihre Schulsachen - auch sonst hat sie nichts mitgenommen, abgesehen von den Kleidern, die sie am Leib trug und ihren Waffengürtel mit ihren beiden Glock 43 Gen3 und 8 Wechselmagazinen. Früher wäre ich wohl vor Schreck umgefallen, wäre sie so durch die Stadt gelaufen, doch mittlerweile war das total normal, dass Nicole einen Waffengürtel trug. Egal was sie tat oder wohin sie ging, ständig trug sie ihren Gürtel. Fast schon paranoid, ich glaubte jedoch nicht, dass sie paranoid war. Möglicherweise wusste sie selbst nicht mal so genau, warum sie sich ganztägig bewaffnete.

Langsam richtete ich mich auf. Am liebsten hätte ich mich einfach wieder schlafen gelegt, doch dafür schwirrten mir einfach viel zu viele Gedanken durch den Kopf. Leicht deprimiert öffnete ich das Fenster zur Gartenseite meines Zimmers und setzte mich auf die Fensterbank während ich in die Nacht hinaus starrte. Es war eine klare Nacht mit keiner einzigen Wolke am ganzen Himmel. In der Ferne leuchtete das Hollywood sign, dahinter erhob sich der Mond, heute Nacht hatten wir Vollmond, doch das war nicht das einzig besondere in dieser Nacht. Er leuchtete in einem bräunlichen Gelb, welches sich fast schon wieder in ein hauchdünnes Rot überging. Er kam mir seltsamerweise auch größer vor als sonst, tatsächlich war er auch doppelt so groß wie sonst, wie sich später heraus stellen sollte. Ich ließ meinen Blick weiter durch die Nacht wandern, wo Millionen von Sternen den Nachthimmel füllten. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie so viele Sterne gesehen, fast wie ein Meer aus Lichtern, das perfekt in die Skyline von Hollywood und Beverly Hills über ging. Irgendwo dort draußen würde Nicole jetzt sein. Was sie wohl gerade machte ? Ich hoffte nur, dass es ihr gut ging und dass sie bald wieder heimkommen würde. Irgendwo in der Ferne vernahm ich rhythmisches Knallen, wahrscheinlich Punker, illegale Schnaps Brenner, ein paar Tiere oder andere Dinge, die mir gerade nicht einfallen wollten. Ich deutete die Herkunft der Geräusche in Richtung des Hollywoodsigns, also mussten sie wohl aus dem Waldgebiet in den Hollywood Hills stammen. Langsam und träge wandte ich mich mit einem wehleidigen Seufzen vom Fenster ab, um Duschen zu gehen und nicht mehr so sehr an Nicole denken zu müssen.

Nicoles POV

Zehn, Zwanzig, Dreißig, ich hatte das Zählen schon längst aufgegeben. Amüsiert lies ich meine Beine pendeln, während ich vom Hollywoodsign auf die Stadt niederblickte, ich konnte sogar mein Haus von hier aus sehen. Tori war offenbar eben aufgestanden…eine seltsame Zeit zum Aufstehen…nicht, dass es mich interessieren würde. Ein leichtes Lächeln bildete sich auf meinen Lippen, während sich die Patronenhülsen auf meinem Schoß sammelten. Mir gefiel, wie meine Waffen bei jedem Schuss eine Stichflamme abgaben, wie die Lasershow auf einer guten Party. Offenbar saß Tori am offenen Fenster - ob sie mich sehen konnte ? Ob sie sich fragte wo ich bin ? Sich um mich sorgte ?  Tori litt stark unter meiner Veränderung seit den Vorfällen damals in Downtown L.A. Ich wusste sehr wohl wie das für sie war. Ich hatte sehr wohl Gefühle und das nicht zu knapp, obwohl alle behaupteten, es wäre nicht so. Ich konnte das einfach nicht mehr zulassen, nicht nach all den Geschehnissen an jenem Tag. Ich ließ nichts mehr aus mir heraus, dafür jedoch alles mögliche hinein. Tag für Tag starb ich ein Stück mehr, da die Last, die auf meinen Schultern lastete, immer größer wurde. Für jedes Problem, das ich verarbeiten konnte, bekam ich mindestens vier neue, wer hätte auch etwas anderes erwartet ? Ich denke, nur die wenigsten können von sich behaupten, alles allein lösen zu können. Anfangs machte mich das alles nur fertig, später fühlte ich mich leer und verloren, aber mittlerweile war es mir egal. Bei diesem Gedanken musste ich wieder Lächeln. Dieses Lächeln wandelte sich schnell in ein kleines fröhliches Lachen um, während ich weiterhin in den Nachthimmel von L.A. feuerte…ja ich liebte meine Waffen wirklich über alles. Sie gaben mir einen gewissen Halt der mir sonst fehlte. Sicherlich nicht die beste Art, eine Lücke zu füllen, aber bestimmt auch nicht die Schlechteste. Plötzlich hielt ich inne, senkte langsam ich meine Waffen. Ich sah, wie Tori sich vom Fenster erhob und das Licht in ihrem Zimmer löschte. Plötzlich musste ich wieder an sie denken und wie traurig sie wohl wäre, wenn sie wüsste, womit ich mir die Nächte vertrieb… hastig steckte ich meine Waffen wieder in meinen Gürtel und kletterte auf den sicheren Boden zurück. Ein letzter Blick auf die Skyline, dann machte ich mich auf den Weg. Stotternd heulte der Motor von Toris Auto auf, bevor er es langsam zum Rollen brachte. Blöder Mustang, nie wollte das teil so wie ich es gern hätte.

Toris POV

Gerade, als ich aus der Dusche kam und mich wieder anzog, hörte ich den alten rostigen Motor, der sich die Einfahrt hinauf quälte. Konnte das den wirklich sein ? Mein Herz raste vor Aufregung. Glücklich und sehnsüchtig zog ich mir hastig meine restlichen Kleider an und eilte dann ins Wohnzimmer hinunter. Gerade als ich unten ankam, rasselte der Schlüssel im Schloss und unsere Haustür öffnete sich. Leicht erschrocken blickte mich Nicole an. Schätze, sie hat nicht damit gerechnet, kurz vor 5 Uhr jemanden hinter dieser Tür zu finden. Ich musste leicht grinsen bei diesem anblick jedoch wandelte sich meine Freude über Nicoles Heimkehr schnell in Schmerz und Wut darüber, dass sie einfach ohne ein Wort verschwunden war und sowohl ich als auch Mom und Dad vor Sorge fast umgekommen wären, ganz zu schweigen von ihren Eltern. Offenbar bemerkte Nicole meine Fassungslosigkeit und den Schmerz in meinem Blick. Schlagartig verstummte ihr Grinsen zu einem betrübten Blick auf den Boden der dennoch emotionslos war, während sie sich nervös durchs Haar fuhr und sich auf die Lippe biss. Wow, sie zeigte in nur einigen Augenblicken mehr Emotionen als in den vergangenen zwei Wochen, dabei hatte unsere Begegnung gerade erst begonnen. Verwirrt und in Gedanken versunken lies ich meinen Blick durch die unangenehme stillen des Raumes wandern, bis ich plötzlich aus meinen Gedanken gerissen wurde, als ich Nicoles Waffengürtel erblickte. Sie hatte kein einziges Magazin mehr am Gürtel, wer schafft es denn bitteschön, acht Magazine mit je 40 Schuss zu verschießen und das auch noch in L.A. ?!?! „Nicole Hamstone !! Wo zum Teufel warst du ?!“ Fauchte ich sie wütend an. Einen Moment lang stand sie einfach nur da und schaute mich verdutzt an. Offenbar verstand meine Freundin nicht wo das Problem lag...oder es lag daran das sie mich noch nie so aufgebracht gesehen hat ?. Nach gefühlt fünf Minuten begann sie schließlich emotionslos: „Ich war mal draußen, um den Kopf frei zu bekommen. Ich war mal hier, dann wieder dort…“ Sie sagte das, als wäre es das normalste der Welt. „Ach ja ? Und wieso hast du keine Magazine mehr an deinem Gürtel ?! ….Bitte sag nicht du hast jemanden erschossen…“ erwiderte ich besorgt. „nein, keine sorge. Hab alles in die Luft gefeuert als ich auf dem Hollywood sign saß“ gab Nicole zurück. Sie war also der Grund für das Knallen, da hätte ich wohl selbst drauf kommen können, dachte ich leicht angenervt.

Nicoles POV

Toris Reaktion war mehr als berechtigt, doch was wollte sie den von mir hören ? Klar wusste ich genau, was sie hören wollte und dass sie sich mehr als alles andere wünschen würde, dass ich dabei Emotionen zeige, jedoch strengte ich mich bereits so sehr an, wie ich nur konnte. Es deprimierte mich selbst schon, dass ich so war wie ich war und dass alle meine Freunde darunter leiden mussten. Ich war noch nicht ganz fertig mit meinen Gedankengängen als ich mich von einem nassen Gefühl auf meinen verschränkten Armen erschreckte. Regen konnte das ganz sicher nicht sein…nicht im Haus. Ich überlegte einen Moment, bis wieder etwas auf meine Arme tropfte. Jetzt erst realisierte ich, dass ich weinte…schon seltsam, ich konnte mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal weinte oder wie sich das anfühlte...Noch bevor ich mich weiter damit beschäftigen konnte, kam Tori auf mich zu, um mich in den Arm zu nehmen. Da war es restlos vorbei mit mir, die Tränen flossen wie ein Wasserfall, als würde man das Überdruckventil eines Dampfkessels öffnen, welcher kurz vor einer Explosion stand. In diesem Moment war mir eigentlich alles oder jeder egal. Ich wusste auch nicht wieso ich weinte, nur dass ich es tat.

Tori's POV

Das letzte mal das ich Nicole weinen sah, war damals an jenem Tag, der alles veränderte, es überraschte mich, dass sie dazu überhaupt noch in der Lage war. Ich wollte sie wieder in ein Gespräch verwickeln, doch bevor ich auch nur die Gelegenheit dazu hatte, löste sich Nicole, stürmte nach oben und kam nur wenige Augenblicke später mit neuen Magazinen zurück. "Hey wo willst du schon wieder hin ? Hey !" Zwecklos, sie war bereits fort. Hastig stürmte ich aus unserem Haus auf die Straße. Totenstille, lediglich ein Hund bellte in der Ferne. Wie schafte sie es nur ständig, so schnell zu verschwinden ?! Genervt lies ich meinen Kopf in den Nacken fallen. Ich zögerte kurz, bevor ich zu meinem Handy griff und wählte.
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