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Alle für Einstein

MitmachgeschichteAllgemein / P12 / Gen
19.05.2016
28.12.2016
24
11.744
2
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57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.08.2016 502
 
Alva

Der erste Schultag ist geschafft! Mittlerweile ist es Abend, wir haben Abendbrot gegessen und uns fertig gemacht. Jetzt sitzen meine Zimmergenossinnen Lejla und Maja auf meinem Bett und  quatschen über unsern Tag. „Und wie gefällt es dir auf dem Einstein?“, frage ich Maja. „Super! Es ist echt schön hier. Meine Klasse ist super, das Internat ist super, Frau Rottbach ist super nett, ihr seid super und mein Pate ist auch echt nett.“ Ich muss grinsen, ich kenne Maja zwar erst seit einem Tag, aber ich hab sie echt lieb gewonnen. „Wen ist den dein Pate?“, fragt Lejla und ich sehe, wie ihr bei dem Wort „Pate“ ein Schatten übers Gesicht huscht. „Dominik, der geht doch in eure Klasse, oder?“ „Ja. Da hast du großes Glück. Dominik ist sehr schlau. Er hat überhüpft Klasse. Er kann dir helfen, wenn du Hilfe brauchst.“, meint Lejla und lächelt traurig. Maja scheint davon aber nichts zu merken, denn sie fragt: „Wenn habt ihr denn als Patenkind?“ „Mein Patenkind ist Mad, sie geht in die zehnte. Sie ist aber echt nett. Und bei dir, Lejla.“ „Andreas.“, sagt sie und nun laufen ihr Tränen über die Wangen. „Was ist denn los?“, frage ich und nehme sie in den Arm und auch Maja rutscht näher zu ihr. „Er ist gemein. Ich habe ihm gezeigt Weg von Schule zu Internat und er hat hässliche Sachen über meine Sachen gesagt. Vielleicht weil ich komme aus anderem Land. Und am Ende ich war so sauer und habe geschlagen.“, erzählt sie unter Tränen. Lejla hat einen Jungen geschlagen!? Aber irgendwie kann ich sie verstehen. Heute beim Frühstück ist mir dieser Andreas schon negativ aufgefallen. Ich glaube nicht, dass es darin liegt, das Lejla Ausländerin ist. Es scheint ihm einfach nur Spaß zu machen, Menschen zu verärgern, sie zu verletzen und ihnen dann beim leiden zuzusehen. Ich will gerade etwas Beruhigendes zu meiner Freundin sagen, als es an der Tür klopft. Maja blickt mich fragend an, ich zucke mit den Schultern und nicke. „Herein.“, ruft Maja. Die Tür geht auf und Jannis kommt herein: „Sag mal Lejla, hast du vorhin vielleicht aus Versehen mein Hausaufgabenheft einge…?“ Er stockt, sein Blick ist auf uns drei gefallen. Maja und ich, die an Lejla gekuschelt da sitzen, während diese in ihre Knie schluchzt. „Lejla!?“, fragt er entsetzt. „Was ist los?“ Lejla blickt auf und schaut ihn mit tränenüberströmten Augen an. Dann steht sie auf und fällt in Jannis‘ Arme. Die beiden sind im letzten Jahr echt gute Freunde geworden. Als wir Jannis kennen lernten war er eitel, arrogant, verwöhnt und zurückweisend. Ein kalter Stein eben. Aber so kann der Schein täuschen, Jannis ist gar kein reicher Schnösel, sein Vater war Obdachloser. Ja, er war Obdachloser. Mittlerweile hat er eine kleine eigene Wohnung und arbeitet im Erfurter Schulorchester. Und auch mit Jannis hat er sich vertragen. Das freut mich wirklich für die beiden! Jannis ist halt doch kein kalter Stein. Aber ob Andreas auch eine andere nette verletzliche Seite hat, wage ich zu bezweifeln.
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