[Overwatch] Spinnenkuss

von Asera
OneshotDrama / P16
Genji Hanzo Widowmaker
19.05.2016
19.05.2016
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Ein kleiner OS, der durch den Hype von Overwatch in meinem Kopf entstanden war. Auch wenn er nicht ganz der Lore der Charaktere entspricht, wollte ich ihn unbedingt "auf Papier" bringen und obwohl ich unter Lernstress fürs Abi stehe und eigentlich an anderen Projekten weiterarbeiten sollte, hat mir das hier etwas mehr Spaß gemacht :)
Wahrscheinlich schrecke ich auch einige Leute damit ab, was ich geschrieben habe, weil es ihnen nicht gefällt oder ähnliches und weil es sich wohl um die erste Overwatch-Fanfiktion hier auf FF.de handelt. Korrigiert mich, wenn ich da falsch liege, aber bis jetzt habe ich noch keine andere gefunden :)
Trotzdem viel Spaß beim Lesen ^^
Reviews sind auch gerne gesehen ;)

Lg,
Asera
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Sie lehnte gegen einer Wand des Aufgangs, der auf das Dach führte auf dem sie sich befand. Das Gewehr hatte sie lässig über die Schulter bewegte und ihr Blick überflog die Köpfe der vielen Gebäude, die sich um sie befanden. Sie misstraute jedem und unbewaffnet war sie so oder so nie unterwegs. Nicht einmal wenn sie ausdrücklich danach gebeten werden würde.
Widow vernahm ein bekanntes Geräusch, einige Straßen von ihr entfernt, und wusste, dass sie gleich Besuch bekommen würde. Sie blickte in den Himmel, der mit grauen Wolken behangen war. Eine Gestalt kletterte lautlos auf das Dach. Sie schaute in seine Richtung. Ein Grinsen huschte über ihr Gesicht und sie stieß sich von der Wand ab. „Du hast dir aber sehr viel Zeit gelassen..“, unterbrach sie sich selbst und musterte den Mann, der vor ihr stand und in einen mechanischen Anzug gekleidet war „Genji“, fügte sie hinzu. „Widow“, begrüßte er sie kurz und machte eine leichte Verbeugung vor ihr. Bevor er überhaupt mehr als ihren Namen sagen konnte, hielt sie ihm ein Bild hin, auch wenn sie das etwas altmodisch fand. „Wahrscheinlich kennst du diesen Mann. Ein Mitglied deines alten Clans. Du bist doch immer noch auf der Suche nach ihnen oder?“, kam sie ihm mit der Frage zuvor. Er nahm das Bild entgegen, wenn auch mit einen Zögern. „Nein, eigentlich..“, stockte Genji als er das Bild betrachtete. Widow hob fragend eine Augenbraue, auch wenn sie es schauspielerte. „Lass uns gehen“, sagt er und warf das Bild beiseite. Ein kurzer Blick darauf und dann folgte sie ihm.
„Wohin?“, fragte er energisch. Widow lächelte kurz. Dass es so einfach war, hätte sie nicht gedacht. Sie standen in einer leeren Seitenstraße Londons. „Chinatown. Was dachtest du?“, fragte sie und überholte ihn, gewillt darauf, dass er ihr nachschauen musste. Schnellen Schrittes ging er ihr nach. „Du kennst ja noch meine Regeln, oder?“, sie warf ihm einen Blick über die Schulter zu. Der Angesprochene nickte. „keine Gefühle, keine Familienangelegenheiten und ähnliches. Aber das bejahtest du bereits“, merkte sie an.


Der Geruch der asiatischen Speisen, die an der Straße verkauft werden, drang ihr an die Nase. Von oben sahen beide dem Getümmel der Menschen in den Straßen Chinatowns zu. Sie bewegten sich lautlos von Dach zu Dach. „Wo genau befindet er sich?“, unterbrach Genji die Stille, die die beiden heimsuchte seit dem Gespräch in der Seitenstraße. „Er betreibt einen kleinen Handel. Eine Art Gemischtwarenhandel“, erklärte sie ihm. Widow schaute sich etwas genauer um, bevor sie einen Laden in einer kleinen Straße entdeckte, der ihr Ziel sein könnte. Gerade verließ eine Person, die sie nicht genau erkannte, den Laden und beobachtete wie der Besitzer dabei war nun zu schließen. „Schau“, erregte sie Genjis Aufmerksamkeit und deute auf den Laden. „Überlass das mir“, meinte er und bevor sie etwas sagen konnte, war der Mann in dem Cyborg-Anzug verschwunden.
Eine Gasse hinter des Ladens führte ihn zu einem Hintereingang. Eine Metalltür, er berührte sie kurz. Kurz schaute Genji sich um, ob ihn jemand beobachten kann, außer Widow natürlich. Dass sie überall war, wusste er. Dann versuchte er sie aus den Angeln zu heben, wofür er nicht wirklich Kraft aufbringen musste. Er fand sich in einer Art Lager wieder und durchsuchte es etwas. Nach kurzer Zeit hielt er ein eingerahmtes, altes Bild in den Händen. Ein altes Bild des Shimada-Clans. Bevor er sich die Personen auf dem Bild genauer ansah, warf er es weg. Das Glas zersplitterte und verteilte sich auf dem Boden. Er schlich sich so lautlos wie er konnte durch den Laden über eine Treppe hinauf, die er fand. An allen Türen horchte er, bis er eine leise öffnete. Ein Schreibtisch, wo ein älterer Mann saß, der von einen kleinen Licht beleuchtet wurde. Er atmete tief ein und aus, bevor er leise sein Schwert aus der Scheide zog. Das Schwert ging durch den Stuhl, als würde es Luft schneiden. Der Schreibtisch, der aus Holz ist, wurde getränkt von Blut. Durch das einzige Fenster im Zimmer, welches zu Genjis Verwunderung offen war, kam Widow herein. Sie blickte nur kurz auf die Leiche des Mannes. „Gut gemacht“, sagte sie zu ihm und lächelte triumphierend. „Du warst auf dem Gebäude gegenüber, oder?“, fragte er als er schon im Türrahmen stand und aus dem Zimmer schreiten wollte. „Wenn du ihn nicht getötet hättest, wäre er in mein Ziel gelaufen, stimmt. Dann hätte er sich mit meiner Kugel im Kopf freuen können, statt von deinem Stahl zu kosten“, meinte sie und sah ihm hinterher als er den Raum verließ. Er ging die Treppe hinab und stockte in seiner Bewegung als er mitten im Laden eine Person stehen sah, die ihm sehr bekannt vorkam. „Wer bist du? Was tust du hier?“, vernahm er von dem Mann ihm gegenüber. Die Stimme ließ ihn etwas erschaudern und doch erkannte er seinen Bruder sofort wieder. „Keine Familienangelegenheiten“, hörte er drohend hinter sich. Die Spinne war ihm gefolgt und stand hinter ihm. „Du kommst hier alleine klar“, sagte sie wieder gelassen während sie gemütlich die Treppe wieder hinauf stieg. Licht des Mondes, der die Nacht erhellt, ließ nur noch Silhouetten der beiden Männer im Laden zurück, dessen Besitzer oben in seinem Büro erstochen über seinen Papieren lag. „Antworte!“, wurde ihm entgegen geschlagen, aber Genji blieb unberührt stehen. Eigentlich wollte er nicht, dass sein erstes Treffen mit Hanzo so verlaufen würde, aber was hatte er für eine Wahl.


In einer dunklen Seitengasse blieb er stehen. Sein Inneres war aufgewühlt. So hatte sich Genji das nicht vorgestellt. Er hörte das mechanische Geräusch des Greifhakens von Widow hinter sich. Er drehte sich um und schaute in ihr Gesicht, dessen Farbe bläulich war, da ihr Herz von Talon verlangsamt wurde. Die Organisation Talon, niemand wusste welche Gestalten dahinter stecken. Genji hat in diese Richtung nicht nachgeforscht auch wenn er einige Zeit mit Amelie, auch wenn er sie öffentlich nicht so nannte, verbracht hatte, lief ihm niemand von dieser Gruppe über den Weg. Es war schlichtweg nichts bekannt, genauso wie über sie. Er schaute in ihre gelblichen Augen. „Konntest du dein Problem lösen?“, fragte sie während sie sich von dem Greifhaken abseilte, damit sie nicht mehr kopfüber vor ihm hing. Er nickte darauf nur wieder. Er hatte einen Fehler gemacht, aber damit müsse er nun umgehen lernen, auch wenn er die ganze Sache als falsch ansah.
„Danke“, riss ihn aus den Gedanken und er schaute zu ihr rüber, eher starrte er. Hatte er sowas schon einmal von der berüchtigten Widowmaker gehört? Ein Lächeln umspielte ihre Lippen und er wusste nicht, ob es ernst gemeint war oder nicht. Sie bemerkte  „Ich mein es ernst“, sagte sie mit sanfte Stimme und trat näher an ihn heran. Der Griff um ihr Gewehr war gelockert, was Genji wenigstens in einer Sache beruhigte. Sie lächelte immer noch und er konnte seinen Blick nicht abwenden, irgendetwas hatte es an sich.
Er war so gedankenverloren, dass er nicht einmal bemerkte, wie nah sie ihm war. Auf seiner Schulter spürte er ihre kalte Hand. „Ich mein es wirklich ernst“, hauchte sie ihm entgegen als ihr Gesicht dem seinen nahe war. Sie küsst kurz das Metall worunter sich sein Gesicht befand. „Au revoir“, flüsterte sie, ließ von ihm ab und verschwand blitzschnell mit ihrem Greifhaken auf ein Dach. Er hörte noch ihre Schritte, die sich von ihm entfernten. Genji ging zurück auf die menschenleere Straße und kämpfte innerlich damit, dass was er gespürt hatte, zu verdrängen. Ganz weit weg.


Der schwarz umhüllte Mann mit der weißen Maske schaute in Widows Richtung, die gerade auf ihn zutrat. Sie konnte förmlich seinen fragenden Blick spüren. „Mission complete“, sagte sie. Um ihre blauen Lippen umspielte ein Lächeln. Der erste Schritt Genji erneut zu verderben, war somit getan. Nachdem dieser Omnic-Monk alles zu Nichte gemacht hatte, mussten sie von vorne beginnen.
Sie sah dabei zu, wie die dunkle Gestalt sich ohne ein Wort von ihr entfernte und irgendwann verschwand. Anteilnahmslos blickte sie immer noch in diese Richtung. Wind spielte mit ihrem Haar und das Lächeln war verschwunden. Benommen fuhr sie sich über die kalten Lippen. Ein unbekanntes Gefühl machte sich in ihr breit und als sie das erkannte, verfestigte sie ihren Griff um ihr Gewehr. Widow schaute kurz zur Seite. Nach kurzer Zeit konnte sie ihren Gedanken entkommen und machte sich auf den Weg zurück über die Dächer im Schutze der Nacht.
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