Kim Krüger - wie es nach Zahltag weitergeht

von afc-kk
GeschichteKrimi, Romanze / P12
Ben Jäger Kim Krüger
17.05.2016
23.04.2019
8
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Soo, nachdem ich es letztens erfolgreich verpeilt hab, was drunter zu schreiben, möchte ich mich an dieser Stelle für eure Reviews bedanken :)  
Eigentlich wollt ich das Kapitel ja erst heut Abend oder morgen hochladen, aber da wir vorhin BLF geschrieben haben und jetzt Vertretung ohne Lehrer gehabt hätten (macht Sinn), sind wir einfach nach Hause gefahren  ^^
Also dann, viel Spaß beim Lesen und hinterlasst mir gerne nen Rewiev :D

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Dienstag, 7:30
Semir blinzelte. Orangenes Morgenlicht schien ihm ins Gesicht und weckte ihn. Er hatte mehr oder weniger gut geschlafen, aber sein Kopf dröhnte. Langsam öffnete er die Augen und schaute auf eine rot-weiß karierte Gardine. Wo war er? Seine Nase kitzelte und er merkte, dass lange Haare in seinem Gesicht lagen. "Andrea?" Semir wollte sich rumdrehen, doch es ging nicht. Seine rechte Hand war mit Handschellen an einen Bettpfosten gefesselt. Er versuchte ruckartig den linken Arm zu bewegen, dabei merkte er, dass er an einen anderen Arm mit Handschellen gefesselt war. "Was ist das denn? Fesselspielchen?!" Langsam kam ihm das Ganze komisch vor... "Andrea? Hey, hörst du mich? Weißt du wo wir si... Oh Gott!" Er erstarrte und schaute schockiert neben sich. Das war nicht seine Frau die da an ihm hing, es war... "Gerkhan!" rief es entsetzt. Es war seine Chefin! Sie war ebenfalls verwirrt und schaute sich hektisch um sich. "Wo... Wo... Was machen wir... Und warum... Oh Gott..." " Ich weiß es nicht Frau Krüger, ich weiß es nicht..." Die Dienststellenleiterin setzte sich auf, schlug mit den Beinen die Bettdecke weg und sah an sich hinab. Semir tat es ihr gleich. Außer ihrer Unterwäsche hatten die beiden nichts an. "Was zur Hölle soll das?!" Frau Krügers Stimme überschlug sich. Semir starrte sie schulterzuckend an. Als sie sich im Raum umsah, konnte er es nicht lassen, einen Blick an ihr herabzuwerfen. Schlecht sah sie ja nicht aus. Aber er liebte seine Frau über alles und würde niemals...
"Gerkhan ich hab das gesehen!", tadelte sie ihren Kollegen. "Helfen sie mir lieber uns hier loszumachen. Die Bettpfosten sind relativ instabil, das sollte kein Problem sein." Frau Krüger wollte gerade aufstehen, doch da sie immer noch mit einem Arm an ihrem Kollegen hing, welcher sich ebenfalls versuchte aufzurichten, fielen beide zurück aufs Bett. Semir wurde zunehmend genervt. Nein, auf die Erfahrung, mit seiner Chefin an ein Bett gefesselt zu sein, hätte er gerne verzichtet. Mit einem gezielten Tritt flog der obere Teil des Bettpfostens davon und der Rest des Gestells begann bedenklich zu wackeln. Immerhin konnte er seinen Arm wieder frei bewegen, wenn er auch ein wenig wehtat. Seine Chefin war nun ebenfalls dabei sich loszumachen. Als sie fertig war, bemerkte sie einen Verband, der um ihren Oberarm gewickelt war. Allerdings wusste sie nicht wie er dahin gekommen war.
"Frau Krüger?" kam es von der anderen Seite. "Haben Sie eine Ahnung wie wir hier her gekommen sind, wo immer wir auch sind. Können Sie  sich an irgendetwas erinnern?" Sie überlegte kurz. "Das Letzte, an das ich mich erinnern kann... Ist die Autobahn..."


--*Throwback*--
Montag, 16.00
"Frau Krüger, ist wirklich alles Ok bei Ihnen?" Semir sah seine auf dem Beifahrersitz sitzende Chefin besorgt von der Seite an. Gemeinsam waren sie auf dem Weg zu einer Gerichtsverhandlung, um gegen einen Mörder auszusagen, den sie vor kurzem verhaftet hatten. "Ich sagte bereits, dass alles in Ordnung ist." Sie atmete tief ein und drehte ihren Kopf zum Fenster. Semir war ihre Nervosität jedoch nicht entgangen. "Also wenn Sie reden wollen..." "Danke wenn ich nen Psychologen brauche meld ich mich bei Ihnen." erwiderte seine Chefin gereizt. Eigentlich hatte sie gar nicht so böse klingen wollen, sie wusste, dass Semir ihr in letzter Zeit, gerade was ihre Nichte anging, viel geholfen hatte. Aber sie war total angespannt und es war ihr einfach so rausgerutscht. Eine lange, peinliche Pause entstand. Semir fragte sich innerlich, womit er das verdient hat. Montag, nun ja immerhin nicht Morgen, mit seiner schlecht gelaunten Chefin auf dem Weg zu einer Gerichtsverhandlung, die sich sicherlich ewig in die Länge ziehen würde, während sein Partner Paul gerade für 4 Wochen Urlaub hatte und übermorgen ans Meer flog. In Paul hatte er echt einen tollen Partner gefunden mit dem die Arbeit immer Spaß machte. Umso schwerer war es heute, die Krüger zu ertragen. Um die Stimmung aufzulockern wollte er das Radio anschalten, als sich Susanne am Funk meldete: "An alle Einheiten: ein Schwarzer Geländewagen hat gerade eine Polizeikontrolle durchbrochen und flieht auf der A3 Richtung Leverkusen. Die Kennzeichen müssen allerdings geklaut sein, sie lauten -" Rums! Kim und Semir hatten mit dem besagten Wagen schneller Bekanntschaft gemacht, als ihnen lieb war. Er hatte sie von der Seite gerammt und der Hauptkomissar konnte seinen Wagen nur haarscharf an einem vorbeifahrenden Auto vorbei lenken, welches lautstark hupte.
"Zentrale für Cobra 11", Kim Krüger hatte sich den Funk geschnappt, "wir übernehmen!" "Ja und die Verhandlung?", warf Semir ein. "Kann warten. Los, geben sie Gas!" Semir tat wie ihm befohlen, nicht ohne sich noch einmal darüber zu wundern, dass seine Chefin nicht noch sowas wie: "Und lassen Sie ja den Wagen ganz Gerkhan, sonst können Sie ihn das nächste Mal selbst wieder zusammenbauen" gesagt hatte. Doch sehr viel mehr Gas geben musste er gar nicht, denn der Wagen, der nun genau vor ihnen war, bremste auf einmal so ruckartig ab, dass der silberne BMW mit einem lauten Knall auffuhr und sich die Airbags ausbreiteten. "Mein Auto!" schrie Semir entsetzt und starrte den schwarzen Geländewagen ungläubig an. Dieser bremste sie immer weiter aus. "Semir, was ist da los bei euch?" kam es besorgt aus dem Funk. Der Angesprochene hatte es mittlerweile geschafft seinen Wagen vom Vordermann loszureißen und ließ sich nun ein Stück zurückfallen. Er konnte Susanne kaum verstehen, schnappte nur die Worte "Kennzeichen" und "Frau Krüger" auf. Und dann bemerkte er es auch. Jetzt verstand er, warum die Sekretärin vorhin meinte "die Kennzeichen müssen geklaut sein..." Kim, die es nun ebenfalls gesehen hatte, schrie durch den Lärm hindurch: "Was macht der denn mit meinen Kennzeichen?!" "Das müssen Sie ihn schon selber fragen!" kam von der Fahrerseite zurück, doch das stellte sich als schwierig heraus. Ein weiterer Geländewagen war von hinten aufgefahren und drückte den BMW zwischen sich und den ersten Wagen. "Die nehmen uns in die Klemme!" schrie Semir in den Lärm hinein. Sein Auto hatte mittlerweile einige Schäden abbekommen und gab schmerzensvolle Geräusche von sich. Als ob das nicht schon genug gewesen wäre, fingen die Verfolger nun auch noch an, Schüsse auf sie zu feuern. "Runter!" schrie Semir und beide duckten sich. Die Heckscheibe splitterte und eine Kugel zischte über ihre Köpfe hinweg. "Was wollen die denn?! Verdammt Gerkhan machen Sie was!", schrie Kim. "Sehr witzig" dachte sich Semir und zückte seine Waffe. Seine Chefin tat es ihm gleich. Beide lehnten sich aus dem Fenster und schossen auf den hinteren Wagen. Die Angreifer bremsten ein wenig ab, dafür kamen die Schüsse jetzt von vorne. "Unten bleiben!" Die Frontscheibe zerbrach ebenfalls und die Splitter flogen den beiden Insassen um die Ohren. Semir merkte den Luftzug einer Kugel nur knapp an seinem Kopf vorbeisausen, weshalb er es nicht wagte, wieder aufzutauchen. Verzweifelt sah er seine Chefin an, die sich mittlerweile in den Fußraum gerettet hatte. "Wir müssen hier raus!" schrie sie und Semir war voll und ganz ihrer Meinung. Doch noch bevor er etwas sagen konnte kam auf einmal ein Haken mit einem Seil daran ins Auto geflogen. Er hörte Frau Krüger aufschreien, doch zum Glück hatte das Geschoss sie "nur" am Oberarm getroffen und nicht schwer verletzt. Der Haken hatte sich mittlerweile am Armaturenbrett festgekrallt und das Seil wurde festgezogen. Ohne dass sie es bemerkt hatten war das Gleiche an der Rückseite des Wagens passiert, sodass das Lenken für Semir unmöglich geworden war. Er ließ das Gaspedal los, doch es war hoffnungslos: Er und seine Chefin waren zwischen den 2 Wagen gefangen. Ein weiterer Schuss fiel und die Motorhaube flog scheppernd davon. In Semir schmerzte es, sein geliebter BMW war Schrottreif. Mal wieder. Da das Auto auf der Fahrerseite keine Rückspiegel mehr besaß, konnte er nur raten, was hinter ihm geschah. Er gab Frau Krüger ein Zeichen, streckte seinen Arm nach oben und schoss ziellos nach vorne, während sie die Angreifer hinter ihnen übernahm. Die gegnerischen Schüsse hatten nun aufgehört, sodass die beiden aufzusehen wagten. Kim konnte gerade noch erkennen, wie sich der Fahrer des Wagens an den Arm fasste. Scheinbar hatte sie ihn erwischt. Allerdings half ihnen das im Moment nicht weiter, denn sie hingen immer noch zwischen den schwarzen Autos fest. "Die Seile!", rief Semir, "wir müssen die Seile durchschießen!" "Ok, nehmen Sie das Vordere" befahl sie ihm, um ihn im nächsten Moment wieder runterzureißen. In einem unachtsamen Moment hatte sich von hinten ein Schuss gelöst, der nun durch Semirs Kopfstütze durchschoss. Der Hauptkommissar sah seine Chefin dankend an. Doch für große Worte war keine Zeit, denn auf einmal kam etwas in den Dienstwagen geflogen, etwas das einer Handgranate sehr stark ähnelte. "Raus hier, wir müssen raus!", hörte Kim ihn nur schreien und sah, wie er seine Tür öffnete und zum Sprung ansetzte. Doch genau in diesem Moment rammte der BMW die Fahrbahnabtrennung und die Tür wurde mit einem lauten Knall wieder zugedrückt. Im nächsten Moment stellte sich dies allerdings als ziemlich hilfreich heraus, denn der Polizist hatte das Bewusstsein verloren und wäre sonst vermutlich einfach auf die Fahrbahn gestürzt. Kim blickte den in sich zusammengesackten Semir erschrocken an, doch dann verstand sie auch wieso er so da hing: aus der vermeintlichen Handgranate, die Gott sei Dank keine war, strömte irgendein Gas, und noch bevor sie auch nur die Chance hatte zu überlegen, was es wohl war, verlor sie ebenfalls das Bewusstsein. Keiner der beiden bekam mehr mit, wie die Autokette die Leitplanke durchbrach und wenig später auf einem verlassenen Wertstoffhof anhielt. Sie bekamen weder mit, wie sie in ein anderes Auto umsteigen und weiterfuhren, oder wie sie nach einigen Stunden an ein Bett gefesselt wurden. Sie bekamen gar nichts mit.
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