Mass Effect – Wenn Genetik sorglos wird

GeschichteRomanze, Übernatürlich / P18
Commander Shepard OC (Own Character)
17.05.2016
09.08.2020
33
411.337
24
Alle Kapitel
129 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
17.05.2016 5.589
 
Ein wundervolles Hallo, liebe Ladys und Gentlenerds. Geil, euch mal wieder hier bei einer meiner Geschichten begrüßen zu dürfen.
Es ist mir ein besonderes Vergnügen euch mein neuestes Werk zu präsentieren, das mir aufgrund eines unerwarteten Fundes in den Weiten des Internets im Kopf herumgespukt ist. Wenn ihr wissen wollt, um welchen Fund es sich handelt, am Ende des Kapitels könnt ihr dem Link folgen, der euch zu der entsprechenden Seite führt.
Auch diese Geschichte ist wieder aus der Kategorie „Spieler landet im Mass Effect Universum“, und im gleichen Atemzug will ich mich natürlich auch bei meiner Beta-Leserin Trix87 bedanken, die mich mit ihrer Geschichte „Alles nur ein Traum?“ auf diesen Zug hat aufspringen lassen und mir mal wieder mit geilen Ideen und einem prüfenden Auge zur Seite steht.
Hier landet, wie sollte es anders sein, ein junger Mann im MEU, wobei die einzigen Geschwister diesmal auf Seiten der Shepards erscheinen. Und glaubt mir, wenn ich euch sage, dass euch die Shepards dieses Mal gehörig überraschen werden. :)

Selbstverständlich habe ich wieder was zu naschen und zu trinken für euch. Ich hoffe, ihr mögt Jasmintee. (Tee und Erdnüsse bereitstell)

So, nun aber genug gelabert. Ich wünsche euch viel Vergnügen mit dem ersten Kapitel aus:



Mass Effect – Wenn Genetik sorglos wird – Kapitel 001: „Mir reicht’s! Ich kündige!“

„Der Mann hat Kinder!“ brüllte ich meinen Chef an, doch der meinte nur schulterzuckend und kaltherzig, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen: „Dann hätte er es sich vorher überlegen sollen, ob er sich krankschreiben lässt, oder nicht. Von mir bekommt er jedenfalls kein Gehalt, bis er wieder zum Dienst erscheint.“ Was ein Arschloch. Da schufteten sich seine Angestellten die Finger wund, da in Deutschland das Gehalt eines Sicherheitsangestellten unter aller Sau war, Stundenlohn etwa 09,20 €uro für Revierfahrer und 09,85 €ure für Angestellte der entsprechenden Leitstellen, zumindest in Berlin, und dann so was. Da wäre ich doch lieber in Amerika geblieben, aber da meine jüngste Schwester sich in mich verliebt hatte, hielt ich es im Sinne der Familie für das Beste, wenn ich Abstand hielt. Also wanderte ich nach Deutschland aus, da ich während meiner Militärzeit einmal hier stationiert war, und weswegen ich auch deutsch konnte. Man musste sich ja schließlich anpassen. Ich beschloss daraufhin nach Berlin zu ziehen. Schöne Stadt. Aber das mit dem Arbeiten war hier ein ziemliches Problem. Dennoch fand ich eine Arbeitsstelle bei der Dark Star Security. Gründerin war Carina Polko, mittlerweile im Ruhestand, und aktueller Chef der Firma war Ivan Polko, ihr Sohn. Trotz der Tatsache, dass Mrs. Polko im Ruhestand war, war sie auch heute noch für die Einstellungen von Arbeitskräften verantwortlich, ebenso wie für die Überweisungen der Gehälter. Welche aber entweder nur scheibenweise, und/oder mit starken Verzögerungen an die Angestellten überwiesen wurden, weswegen Mrs. Polko bei den Angestellten nicht sehr beliebt war. Denn das Gehalt sollte eigentlich immer zum 15. des Folgemonats in voller Höhe auf dem Konto sein. War es nur leider seltenst. Und wenn man sie darauf ansprach, dass das Gehalt nicht pünktlich, und/oder in voller Höhe überwiesen worden war, bekam man entweder nur ein paar Ausreden von ihr, wie, dass der Computer streiken würde, oder es eine Rückbuchung gegeben hätte, oder bekam den Satz: „Ja, dann müssen Sie eben Rücklagen bilden.“ um die Ohren gehauen. Oder man wurde als Alternative am Telefon angeschrien, wenn man sie anrief, weil man etwas nachfragen wollte, was man als Angestellter nicht über den Kopf seiner Arbeitgeber entscheiden wollte oder durfte.
Aber ihr Sohn war noch schlimmer. Überstunden wurden nicht bezahlt, freie oder Urlaubstage einfach mal gestrichen, weil er selbst Urlaub zu dem Zeitpunkt machen wollte, um ein Beispiel zu nennen, oder er sorgte dafür, dass gar kein Gehalt überwiesen wurde, weil der entsprechende Mitarbeiter sich wegen einer Verletzung, einer Krankheit, oder eines Unfalls vom Arzt krank schreiben lassen musste. Eigentlich ein Gesetzesverstoß, aber irgendwie schaffte es der Mistkerl, sich immer wieder aus der Affäre zu ziehen, ohne dafür belangt zu werden. Ich war die ganze Sache einfach nur leid. Allerdings hatte ich für solche Fälle vorgesorgt, das würde Mr. Polko früher oder später schon merken. Und so, wie dieses Gespräch gerade verlaufen war, wohl eher früher als später. „Sie dürfen sich entfernen, wenn Sie sonst nichts mehr zu sagen haben.“ sagte Mr. Polko mit weicher Stimme und riss mich wieder in die Realität zurück. Ja, ich entfernte mich daraufhin auch, aber der Mann würde sich noch wünschen, seine Angestellten nicht wie Fußabtreter zu behandeln, dafür würde ich sorgen. Denn der Mann hatte heute eine Grenze überschritten, die man niemals überschreiten sollte. Einem Mann der Kinder hat wegen Krankheit keine Lohnfortzahlung zu gewähren, bis die Krankenkasse die Zahlungen übernimmt, was nur ein Zeitraum von sechs Wochen war, war absolut unverzeihlich.
Ein paar Minuten, nachdem ich mich wieder in die Zentrale gesetzt hatte, um meine Arbeit zu verrichten, hörte ich, wie bei meinem Chef die Tür geschlossen wurde. Ein Blick genügte mir, um zu sehen, dass er heute nicht noch einmal in die Firma kommen würde. Da ohnehin gerade Mittagszeit war, stellte ich mein vorgekochtes Essen in die Mikrowelle, die ich nebenbei der Kollegschaft gespendet hatte, da unser werter Herr Arbeitgeber uns nicht mal das bezahlen wollte. Und ständig was zu essen zu bestellen, war mit der Zeit ein wenig teuer. Nach ein paar Minuten, in denen mein Essen aufgewärmt wurde und ich meinem Kollegen, der am nächsten Tag Tagschicht hatte, eine SMS geschrieben hatte, setzte ich mich mit meinem Essen an meinen Arbeitsplatz und bearbeitete kauend ein paar Meldungen, als hinter mir die Tür aufging und einer meiner Arbeitskollegen, der Stimme nach Richard, schnuppernd meinte: „Mh, duftet gut. Was gibt’s zu essen?“ „Kidneybohnen mit Reis.“ antwortete ich kauend, worauf meine Arbeitskollegin, mit Namen Cornelia, die ebenfalls den Raum betreten hatte, scherzhaft meinte: „Muss wohl Montag sein.“ So ganz unrecht hatte sie damit nicht, denn das gab es wirklich jeden Montag bei mir. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht nen lockeren Spruch auf den Lippen hätte, also sagte ich grinsend, nachdem ich den Mund geleert hatte: „Muss wohl. Gestern war dein Knackarsch nämlich nicht hier.“ Von Cornelia kam direkt ein peinlich berührtes: „Alllleeeexxxx!“ da ihr meine Komplimente in Richards Gegenwart unangenehm waren. Sie lächelte zwar dabei, hörte sich aber gleichzeitig auch an wie ein quengelndes Kind. Allerdings wusste ich, wie ich sie wieder runterholen konnte. „Als ihr weg wart, um einander zu begatten, hat eure Erzeugerfraktion angerufen.“ erzählte ich den beiden brühwarm, da es leider auch stimmte. Cornelia stöhnte daraufhin genervt: „Schön für sie. Wie gefällt’s meiner geldgeilen Hure von Mutter auf Bali?“ worauf ich antwortete: „Sie hat den Verdacht, dass sein...“ deutete dabei auf Richard, Ihren Freund und Stiefbruder, und fügte hinzu: „...und ich zitiere wörtlich: „impotenter Alkoholiker-Vater“, Zitat Ende, versucht das dortige, zwanzigjährige Dienstmädchen zu schwängern.“ „Hübsch.“ meinte Richard nur, da ihm das alles eigentlich am Arsch vorbeiging. Die Eltern der beiden waren stinkreich und hatten vor ein paar Jahren geheiratet, sehr zum Missfallen von meinen Kollegen. Denn Cornelia war seit dem Tag, an dem sie Richard kennen gelernt hatte, total in ihn verschossen gewesen, und umgekehrt war es auch nicht anders. Dummerweise traf das damals auch auf ihre Mutter und seinen Vater zu, weswegen es nicht lange gedauert hatte, bis die beiden Stiefgeschwister waren. Allerdings hatten deren Schmetterlinge noch keine Federn gelassen, ganz im Gegensatz zu denen ihrer Eltern. Die waren bereits ausgestorben, und deren Ehe existierte nur noch auf dem Papier, und die Scheidung war auch nur noch eine Frage der Zeit. Glück für Cornelia und Richard, denn das würde die Beziehung der beiden immens erleichtern, da ihre Eltern es nicht gern sahen, dass die zwei sich so nahe standen. Wenn’s nach mir ginge, wären die zwei schon längst verheiratet und hätten Kinder, aber bei einer Arbeitsstelle wie dieser, war das ziemlich schwierig bis unmöglich. Besonders bei einem solchen Arschloch von Chef, der über eine frühere Kollegin in deren Beisein hergezogen war und sie am laufenden Band ignoriert hatte, nur weil sie schwanger geworden war, und er keine Lust hatte, ihren Arbeitsplatz freizuhalten, während sie in Mutterschaftsurlaub war. Und das Schlimme dabei war, dass der Mistkerl sogar selbst noch zweifacher Vater war. Die Kollegin hatte damals dann einfach aufgegeben und gekündigt, da sie es nicht mehr ertrug, wie Mr. Polko mit ihr umgesprungen war. Völlig verständlich aus meiner Sicht, und seit dem Tag, ich hatte da gerade mal die Probezeit überstanden, hatte ich Mr. Polko genau, aber unauffällig, im Auge und hatte alles notiert, was er getan oder unterlassen hatte. Sogar mit Datum und Uhrzeit, wo es möglich war. Ewig lange schuften ohne Überstunden bezahlt zu bekommen, war da noch das Harmloseste auf meiner Liste. Dreihundert Stunden im Monat waren dabei nämlich keine Seltenheit.
„Warum setzt du dich nicht an den Tisch und isst in Ruhe, während ich gerade für dich einspringe?“ fragte Richard mich, worauf ich den Kopf schüttelte und antwortete: „Meine Schicht, meine Regeln!“ Dann zeigte ich mit dem Finger auf Cornelia und sagte grinsend im Spaß: „Los, mach Kaffee!“ Allerdings wusste sie, dass ich nur Spaß machte, also sagte sie grinsend, und mit erhobener Faust: „Dein Gesicht, meine Faust! Eine Einheit!“ „Das wäre mir inzwischen auch egal.“ sagte ich ehrlich, worauf Cornelia fragte: „Was hat der Chef denn jetzt wieder gemacht?“ da sie mich ja inzwischen gut genug kannte. „Verweigert Sudrow sein Gehalt, weil er krank ist.“ antwortete ich. Richard schüttelte den Kopf und meinte verständnislos: „Ich begreif einfach nicht, wie der Chef sowas tun kann.“ „Wird er nicht mehr lange.“ sagte ich überzeugt, worauf Cornelia fragte: „Wie darf man das denn wieder verstehen?“ „Nur so viel: Ich würde mich schon mal nach nem neuen Job umsehen.“ antwortete ich knapp. Damit wussten beide, dass sie aus mir nichts mehr rausbekommen würden, denn immer wenn ich einen Satz mit: „Nur so viel...“ begann, wussten sie, dass sie mir besser keine Fragen mehr stellen sollten. Also gingen sie wieder an ihre Arbeitsplätze und warteten auf den Feierabend.

Einen Tag später

Am folgenden Tag kam ich, obwohl ich eigentlich frei hatte, zur Arbeit, um Mr. Polko einen besonderen Brief zu überreichen, da ich die Schnauze von seiner Art der Geschäftsführung inzwischen gestrichen voll hatte. Irgendwann war mal Schluss. Ich kam also in unsere Zentrale und Brian, der aktuelle Zentralist, fragte mich grinsend: „Oh, kommst du mich jetzt schon ablösen? Das ist aber nett von dir.“ „Bitte bestell den Chef her. Ich habe ihm etwas Wichtiges mitzuteilen, und dafür will ich nen Zeugen haben.“ sagte ich ohne Umschweife. So nett mein Kollege auch war, aber ich war leider nicht in Stimmung für seine Scherze. Brians Grinsen verschwand auch direkt, da er wusste, dass ich, wenn ich bei einem Spaß nicht mitmachte, etwas verdammt ernstes am Laufen hatte. Also griff er zum Hörer und rief den Chef in seinem Büro an. „Herr Polko? Ja, Herr Whistler ist hier und möchte mit Ihnen etwas Wichtiges in der Zentrale besprechen.“ sagte Brian in den Hörer. Nach ein paar Sekunden sah er dann in meine Richtung und teilte mir mit: „Herr Polko hat gerade keine Zeit für dich.“ doch bevor er weitersprechen konnte, sagte ich laut, damit Mr. Polko mich durch den Telefonhörer auch hören konnte: „Der Dreckskerl ist in spätestens fünfzehn Sekunden hier. Andernfalls kann er morgen in der Zeitung lesen, was er gestern zu mir über Sudrow gesagt hat. Die Uhr läuft.“
Keine fünf Sekunden später kam Mr. Polko aus seinem Büro gestürmt und brüllte: „WAS HABEN SIE GESAGT?“ „Sie haben mich verstanden.“ antwortete ich, bevor ich mein Handy hob und sagte: „Und nur für’s Protokoll.“ betätigte dann die Aufnahmetaste meines Handys und meinte: „Ab jetzt wird dieses Gespräch aufgezeichnet! Wählen Sie Ihre Worte also mit ebensoviel Bedacht wie ich es tue.“ Mr. Polko atmete einmal tief durch und fragte dann, so ruhig er konnte: „Mr. Whistler, was kann ich für Sie tun?“ „Also...“ sagte ich und hob den Umschlag, den ich mitgebracht hatte in die Höhe, bevor ich sagte: „Das kommt jetzt vielleicht ein bisschen kurzfristig, Mr. Polko, aber: Mir reicht’s! Ich kündige!“ Dann gab ich ihm den Brief und fügte noch hinzu: „Und zwar fristlos!“ Mr. Polko sah mich erst überrascht an, worauf ich noch, mit nicht zu überhörender Genugtuung, meinte: „Die Gründe für meine Kündigung, welche in dem Umschlag zu oberst liegt, befinden sich auf den dreizehn Seiten im Anhang.“ Mr. Polko warf einen Blick auf diese Seiten und bekam dabei einen immer roteren Kopf, bevor er mir ins Gesicht brüllte: „DAS WERDEN SIE NOCH BEREUEN!“ „Mäßigen Sie Ihren Ton, Sie werden von mir aufgenommen, schon vergessen?“ erinnerte ich ihn ruhig, worauf er nur wütend schnaufte, bevor ich noch sagte: „Und bevor ich es vergesse: Die Anhänge sind bereits gestern beim Arbeitsgericht eingegangen.“ Dann hielt ich ihm ein weiteres Dokument hin und sagte freundlich: „Bitte bestätigen Sie mir, dass ich Ihnen meine Kündigung übergeben habe. Ich muss nämlich gleich noch mal zum Arbeitsgericht, um meine Aussage zu machen.“ worauf mir Mr. Polko den Wisch aus der Hand riss und mir mit Datum und Unterschrift eine Bestätigung gab, bevor ich freundlich sagte: „Ich bedanke mich und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“ Dann drehte ich mich auf dem Absatz rum und verließ die Firma, jedoch nicht ohne noch den Tobsuchtsanfall zu hören, den mein nun ehemaliger Arbeitgeber gerade bekam. Tja, Karma is a Bitch, zu jedem der’s verdient.

Berlin, ein Monat später

Ein knapper Monat war seit meiner Kündigung vergangen. Finanzamt und Arbeitsgericht hatten sich bei meinem ehemaligen Arbeitgeber angekündigt, um eine genaue Überprüfung der Finanzen der letzten sieben Jahre durchzuführen, und natürlich meinen Anschuldigungen nachzugehen. Ich konnte nicht sagen, dass mir Mr. und Mrs. Polko leid taten, denn meine ehemaligen Kollegen hatten sich, nachdem sie erfahren hatten, was ich abgezogen hatte, sich ebenfalls beim Arbeitsgericht eingefunden und mit ihren Aussagen die Meinige untermauert, bevor sie ebenfalls bei Dark Star kündigten, worauf die Firma wohl nicht mehr lange existieren würde. Dabei hatten es Richard und Cornelia dabei noch am cleversten angestellt, da ihre Eltern, Mr. und Mrs. Krüger, gerade keinen Rosenkrieg, sondern einen regelrechten RosenWELTkrieg am laufen hatten, und die beiden die Gunst der Stunde nutzen wollten um sich so weit und gut wie möglich von ihren Eltern zu distanzieren. War soweit auch alles schnell geregelt. Die Wohnungen wurden gekündigt, da über mir im Haus gerade eine frei geworden war, und die zwei ja ohnehin zusammenziehen wollten, doch was die Namen anging, hatten die beiden ihre liebe Mühe, bis ich mit dem Vorschlag kam: „Heiraten und Namen ändern.“ Gesagt, getan. Aus „Richard“ wurde „Rick“, da wir ihn auf der Arbeit ohnehin alle so gerufen hatten, und aus „Cornelia“ wurde einfach „Cordelia“, und was den Nachnamen anging, hatte ich auch schon eine Idee. Denn ich wusste, dass das Sci-Fi-Genre nichts war, wofür sich die zwei, und auch die Eltern der beiden jemals interessieren würden, daher machte ich den Vorschlag, dass Rick und Cordelia unter dem Namen „Ryan“ heiraten sollten, wie die amerikanische Schauspielerin Jeri Ryan, die in Star Trek: Voyager die Borgdrohne „Seven of Nine“ gespielt hatte. Auf sowas simples würden deren Eltern im Leben nicht kommen, da war ich mir sicher. Dazu wurden noch die Konten bei den Banken der beiden aufgelöst und ein gemeinsames Konto bei einer anderen Bank unter dem neuen, gemeinsamen Namen eröffnet. Das gleiche Spiel noch mit den Versicherungen und Krankenkassen und schon war das Thema vom Tisch. Naja, dummerweise noch nicht ganz, wie sich rausstellen sollte.

Ich war gerade früh morgens vom Einkaufen gekommen, dank der beiden Supermärkte, die rund um die Uhr geöffnet hatten, hatte meinen Computer hochgefahren, daraufhin meine Einkäufe weggeräumt, und wartete nun darauf, mit meiner jüngeren Schwester Jasmin in LA über Skype zu telefonieren, weswegen ich noch meine Straßenkleidung anhatte, als es an meiner Tür klopfte. Es war jedoch kein normales Klopfen, sondern es klang eher so, als wollte mir jemand die Tür einschlagen, was mich ziemlich verwunderte, da ich ein sehr leiser Mieter war. Vielleicht war es mein ehemaliger Arbeitgeber, der mir nun die Zähne einschlagen wollte. Innerlich rieb ich mir schon die Hände und nahm den Baseballschläger aus meiner Ablage für die Regenschirme und ging damit zu meiner Wohnungstür, wo ich mich aus lauter Paranoia erst mal neben dran stellte und den Baseballschläger vor den Spion hielt. Keine Schüsse? Sehr gut. Jetzt schaute ich durch den Spion und traute meinen Augen nicht. Vor meiner Wohnungstür, keine Ahnung, wie die beiden es durch die verschlossene Haustür geschafft hatten, standen Ricks Vater und Cordelias Mutter. Ich öffnete die Wohnungstür einen Spalt und fragte patzig: „Was ist?“ „Das wissen Sie genau!“ donnerte Ricks Vater und versuchte meine Wohnungstür aufzutreten, scheiterte nur dummerweise an der Sicherheitskette. Ich sah ihn nur an und sagte: „Äh, Meister, wenn ich es wüsste, würde ich nicht fragen.“ „Unsere Kinder sind nicht mehr aufzuspüren. Sie arbeiten mit den beiden zusammen bei Dark Star, also wissen Sie auch, wo sie sind. Also, wo sind sie?“ fauchte mir Cordelias Mutter entgegen, worauf ich ihr erklärte: „Zum Einen: dass wir Arbeitskollegen waren, heißt nicht automatisch, dass wir gut miteinander befreundet waren. Und zum Anderen habe ich vor einem knappen Monat bei Dark Star gekündigt und seit damals keinen Kontakt mehr mit ihnen gehabt.“ „Sie lügen!“ brüllte Ricks Vater mich an und versuchte meine Wohnungstür aufzubekommen, worauf ich die Tür etwas zuschob und die Kette löste. Mr. Krüger nutzte natürlich die Gunst der Stunde und trat die Tür auf um reinzukommen. Doch kaum war ihm das gelungen, schnellte ich vor, packte ihn am Hals und drückte ihn nach hinten über das Geländer, während ich ihm noch zusätzlich ins Gesicht brüllte: „All right, Asshole! Zum allerletzten Mal: wo dein Sohn und seine Freundin sind, interessiert mich einen Scheiß! Ich hab ein eigenes Leben, das ich führen muss, da kann ich nicht für Richard und Cornelia den Babysitter spielen! Und sollten du und deine Frau noch mal bei mir wegen den beiden auftauchen, sorge ich dafür, dass ihr hier in Handschellen wegen Hausfriedensbruch rausgebracht werdet!“ Dann warf ich ihn in Richtung Treppe, stieß seine... Noch-Ehefrau?... hinterher und brüllte, während ich den Baseballschläger in deren Richtung hielt: „Lasst euch nicht noch mal hier blicken!“ worauf die zwei sich aufrappelten und hastig die Treppen runterliefen. War selten, dass mich jemand so zur Weißglut brachte, dass ich der Person drohte, aber die zwei hatten es echt drauf. Offenbar echte Naturtalente, weswegen ich vollstes Verständnis dafür hatte, dass Rick und Cordelia gar nichts mehr mit den beiden zu tun haben wollten.
Ich schaute kurz aus dem Fenster und sah die beiden Nervensägen gerade noch in ein Fahrzeug mit Bonner Kennzeichen einsteigen und dann wegfahren. Ich notierte mir schnell Marke, Modell, Farbe und Nummernschild und setzte mich wieder an meinen Computer. Als es nach ein paar Minuten jedoch wieder dreimal stark an meiner Tür klopfte, war ich so in Rage, dass ich dieses Mal nicht nach dem Baseballschläger, sondern meiner Pistole vom Modell Sig Sauer P225 griff und damit zur Tür ging, da ich dachte, dass die Krügers es offenbar doch nicht begriffen hatten. Als ich die Tür aufriss, standen jedoch nur Richard und Cornelia, oder inzwischen Rick und CorDelia davor, und Letztere sagte grinsend: „Wir sind’s nur. Bring uns nicht um, wir kommen in Frieden.“ worauf ich mich zur Ruhe zwang und meinte: „Den Versöhnungssex könnt ihr euch für’s Schlafzimmer aufheben, aber bitte ohne mich. Ich stehe nicht so auf Dreier.“ „Wir haben die Schläge bis oben gehört und wollten schauen was hier los ist und wollten schon eingreifen, als wir die Stimmen unserer Eltern erkannt hatten, aber als du dann angefangen hast rumzubrüllen, sind wir rückwärts die Treppe wieder raufgegangen.“ erklärte Rick, und Cordelia fügte noch hinzu: „Echt, wenn du in Rage bist, kannst du ziemlich furchteinflössend sein, Alex.“ worauf ich mir die linke Hand an den Kopf legte und meinte: „Okay, ich sperr den Psychopaten wieder ein.“ da ich aus Spaß gern über mich behauptete, ich sei schizophren und müsste mir meinen Körper mit noch sechs Anderen teilen, worüber die beiden mal wieder grinsen mussten, bevor Cordelia fragte: „Wie geht’s deiner Familie?“ Ich zuckte mit den Schultern und antwortete: „Kein Plan. Konnte ich noch nicht erreichen, da mir zwei Vollidioten die Tür einschlagen wollten.“ „Dann lassen wir dich mal wieder in Ruhe. Viel Spaß beim skypen, und grüß die Family von uns.“ sagte Rick grinsend, und nachdem wir uns verabschiedet hatten begab ich mich wieder an meinen Computer.
Und das keine Sekunde zu früh, denn kaum hatte ich mich hingesetzt poppte ein Skype-Fenster hoch und Jasmin, meine jüngere Schwester grinste mich an, während ich im Hintergrund Will Smiths Stimme hörte, wie er gerade schnauzte: „N.Y.P.D.! Das bedeutet: „nervenden Yunkies piss ich auf’s Dach“, Alter.“ „Ah, bei euch läuft gerade „Men in Black“.“ meinte ich grinsend, erleichtert darüber, dass nicht Vanessa am Computer saß. Meine jüngste Schwester, wegen der ich mich über den „Großen Teich“ begeben hatte, wie einige Deutsche den Atlantik gerne nannten. „Ja, schuldig im Sinne der Anklage.“ sagte Jasmin grinsend, während Mum ins Blickfeld der Kamera kam und sagte: „Schön dich zu sehen, Alex. Auch wenn’s mal wieder nur auf nem Bildschirm ist.“ Dann sah sie hoch und fragte: „Nimmst du bitte deinen Schwanz vom Margarine-Deckel?“ und ich meinte grinsend: „Sätze, die man am Telefon nur sagen kann, wenn der andere weiß, dass man Katzen hat.“ worauf Mum mich überrascht anschaute, während Jasmin sich über meinen Kommentar halb totlachte.
Als dann eine komplett weiße Katze auf ihren Schoß sprang, guckte ich erst einmal überrascht und fragte: „Die kenn ich ja noch gar nicht. Neues Familienmitglied?“ Jasmin kraulte die Katze am Kopf und antwortete grinsend: „Ja, das ist Harmony. Und der Name...“ „Ist Programm. Ja, das sehe ich.“ unterbrach ich sie, da ich bereits sehen konnte, dass Harmony ihre Streicheleinheiten richtig auskostete. Jasmin sah mich währenddessen an und erzählte: „Ja, was Harmony macht, siehst du gerade, Bella schwänzelt gerade durch den Flur Richtung Katzenklo, Oxana und Neo spielen mal wieder Fangen, Sugar nimmt seinen Schwanz vom Margarine-Deckel, Dimo frisst den anderen mal wieder das Futter weg und Attila liegt bei Dad auf’m Bauch und guckt „Men in Black“.“ „Als wenn der was anderes machen würde. Hat sich doch schon zu meiner Zeit bei Dad immer am wohlsten gefühlt.“ meinte ich grinsend und Mum bestätigte aus dem Hintergrund: „Das wird sich wohl auch nicht ändern.“ Danach hörte ich, wie sich bei meiner Familie in L.A. eine Tür öffnete und wieder schloss, bevor ich vernahm, wie meine jüngste Schwester Vanessa mit vollem Mund meinte: „Dieser Açaí-Becher ist gut. Hättest du auch nehmen sollen, Mine.“ „Immer schön langsam, Nessy. Ich trink schließlich schon diesen... Babybrei-Smoothy für dich.“ hielt Jasmin dagegen und sah leicht angewidert auf ihren komischen Milchshake, oder was das auch immer sein sollte, den sie neben dem Computer stehen hatte, aber Vanessa, die inzwischen ins Blickfeld der Kamera kam, fragte nur: „Was hast du denn gegen Açaí-Beeren? Die sind DAS Superfood des Amazonasgebiets.“ und setzte sich auf den Tisch. Jasmin sah zu ihr hoch und fragte misstrauisch: „Findest du’s nicht komisch, dass du bis vor zwei Jahren noch nie von Açaí gehört hattest, und jetzt schaufelst du sie andauernd rein?“ doch Vanessa schüttelte den Kopf und meinte: „Mach ich nicht. Ich schaufel sie nicht rein.“ wobei sie im nächsten Augenblick genau das tat, was sie gerade abgestritten hatte. „Dem Zeug trau ich nicht. Ist noch zu neu.“ sagte Jasmin und nahm einen Schluck von ihrem Getränk, während Vanessa überrascht fragte: „Du traust einem Obst nicht?“ „Ach, das ist doch nur der neueste L.A.-Food-Trend, sonst nichts. Heute essen wir ne Wunderbeere vom Amazonas und morgen... Duschschimmel, weil er so viel Omega 3 enthält.“ konterte Jasmin ungehalten, und während ich mir einen über ihren letzten Kommentar abgrinste, hing sie noch ein verächtliches: „Lächerlich!“ hinten dran, worauf ich erklärte, da ich erst kürzlich über das Zeug gelesen hatte: „Also, genauer gesagt ist die neue Açaí-Beere ne Kaktus-Frucht.“ Jasmin sah weiterhin zu Vanessa, knurrte aber ein: „Klugscheißer.“ in meine Richtung, worauf ich nur grinsend konterte, während ich mitbekam, dass Vanessa direkt auf den Monitor schaute: „Ne, ich weiß es wirklich besser. Die Pitaya.“ „Klar, das erfindest du doch jetzt bloß, Bruderherz.“ maulte Jasmin, und während sie noch meinte: „Ist doch albern.“ hüpfte Vanessa vom Tisch und rief freudig: „Alex!“ „Na, Sis? Deine Fahrprüfung soll ja nicht so gut gelaufen sein, wie ich gehört hab.“ sagte ich grinsend, worauf sie den Finger hob und leicht beleidigt dagegenhielt: „Hey, der komische Prüfer war emotional total instabil, okay? Er ist nicht wegen mir in Tränen ausgebrochen.“ „Natürlich nicht.“ antwortete ich mit einem skeptischen Grinsen, bevor ich hörte wie die Küchentür aufging und mein Vater sagte: „Da sind ja meine Mädels.“ „Und deinen Sohn ignorierst du, was?“ machte Jasmin auf mich aufmerksam, worauf Dad sich ins Blickfeld der Kamera schob und mich fragte: „Wie geht’s denn meinem Lieblingssohn?“ was schon ulkig war, wenn man bedachte, dass ich sein einziger Sohn war. Auf jeden Fall lehnte ich mich in meinem Stuhl zurück und antwortete grinsend, während ich die Arme ausbreitete: „Dem scheint die gottverdammte Sonne aus dem Arsch!“ und auf die fragenden Blicke erklärte ich: „Hab vor nem knappen Monat meinen Job hingeschmissen und dem Arbeitsgericht noch ne Kopie von Polkos Verbrechen an seinen Angestellten zukommen lassen. Die Klagen laufen.“ „Cool, dann kannst du uns ja besuchen kommen.“ meinte Vanessa hoffnungsvoll, doch ich erklärte: „Ich fürchte nicht. Als Arbeitsloser kann ich so gesehen keinen Urlaub machen. Zumindest nicht ein halbes Jahr nach meiner Kündigung. Da spielt die deutsche Rechtssprechung nicht mit.“ „Könntest doch wieder hierher ziehen, und noch deine Freundin mitbringen.“ machte Mum den Vorschlag, doch ich sagte direkt: „Ex!“ und Vanessa fragte: „Wie? Seid ihr nicht mehr...“ worauf ich sie mit den Worten: „Was will ich mit der Schlampe?“ unterbrach. „Okay, dass du so über Frauen sprichst ist neu.“ meinte Mum überrascht, und Jasmin fragte: „Was ist mit ihr? Wo ist sie überhaupt?“ Ich machte daraufhin eine abfällige Handbewegung und erklärte: „Julia? Hab sie nach ner Woche rausgeschmissen.“ doch bevor ich erörtern konnte, warum ich das getan hatte, meinte Dad: „Du bist eigentlich keiner, der ne Frau durchvögelt und dann fallen lässt. Also muss sie was richtig Heftiges gerissen haben. Was ist passiert?“ Ich stieß daraufhin die Luft aus und knurrte im Anschluss: „Ich brauch keine Braut im Bett, die nur dann nen Orgasmus bekommen kann, wenn sie mir physische Schmerzen zufügt. Bevor ich mit dieser Sadistin noch mal im Bett lande, heirate ich meine eigenen Schwestern.“ worauf Vanessa schon ein hoffnungsvolles Leuchten in den Augen hatte und die Augen meiner restlichen Familie besorgt zu ihr wanderten, aber ich hob direkt den Zeigefinger und sagte mit Nachdruck: „Und bevor es dazu kommt, werde ich mich mit stumpfen Steinen kastrieren! Dass ich mit einer meiner Schwestern in die Kiste spring, darauf kannst du lange warten!“ sehr zur Erleichterung von meinen Eltern und Jasmin. Aber Vanessa meinte nur patzig: „Irgendwann mach ich mit dir zusammen nen DNA-Test, um zu beweisen, dass wir KEINE Geschwister sind, und dann WIRST du mit mir im Bett landen und mir sogar noch nen Antrag machen!“ Die Kleine würde wohl nie aufgeben.
„Apropos „DNA“, kannst du dich noch an diesen Bericht erinnern? Von 2008?“ wollte Jasmin plötzlich von mir wissen, worauf ich kurz nachdachte und dann fragte: „Du meinst diese britischen Schwachköpfe, die sich selbst als „Forscher“ bezeichnet haben, weil sie die Gene von Menschen und Tieren miteinander vermischt haben?“ „Genau die.“ antwortete Jasmin, während sie Harmony auf den Boden setzte. Dann sah sie mich wieder an und sagte: „Die haben das inzwischen ausgeweitet. Hund, Katzen, Vögel, Reptilien, Insekten, die ganze Palette.“ „Super. Ich seh den Planet der Affen schon auf uns zukommen.“ meinte ich, als es heftig an meiner Tür krachte, als hätte man sie erfolgreich aufgebrochen. Ich stand auf und meinte: „Yeah, what the Fuck?“ als ich meinen ehemaligen Arbeitgeber in meine Bude preschen sah. Noch bevor ich reagieren konnte, hatte Polko eine Taserpistole gezogen und auf mich abgefeuert. Ich ging von den Stromstößen gebeutelt direkt in die Knie, während Polko schnauzte: „Ich hab Ihnen ja gesagt, dass Sie das noch bereuen werden!“ und er immer näher auf mich zukam. Glücklicherweise hatte ich noch meine Straßenkleidung an, sprich, stabiles Schuhwerk. Als Polko in meiner Reichweite war, nahm ich all meine Willenskraft zusammen und konnte ihm in die Eier treten, worauf er zu Boden ging wie ein nasser Sack und heulte wie ein Kleinkind. Dabei hatte er auch den Taser losgelassen, wodurch der Strom aufhörte zu fließen. Ich nutzte den Moment, riss mein Kampfmesser, für das ich einen Waffenschein, sowie eine Besitzkarte hatte, aus der Halterung an meinem Gürtel und schnitt die Drähte durch, bevor ich mich wieder aufrappelte. Blöd war nur, dass der Drecksack einen weiteren Taser hatte, den er nun auf mich richtete, aber dann verzog er den Arm und schoss daneben, während er erneut aufheulte wie ein Baby.
„Na, wie fühlt sich das an?“ wollte Rick wissen, der mit seinem eigenen Taser in der Tür stand und damit auf Polko geschossen hatte. Antworten konnte Polko nicht, aber dafür schreien. „Wir haben das Krachen bis oben hin gehört und sind direkt runtergekommen.“ sagte Cordelia, die sich an ihrem Lebensgefährten vorbei in meine Bude zwängte. Ich ging zu meinem Computer, lehnte mich ins Blickfeld der Kamera und sagte, während ich mir eine der Elektroden aus dem Brustkorb riss: „Alles im Griff.“ „Sicher? Das sieht ziemlich schlimm aus.“ meinte Dad, worauf ich nur abwinkend sagte: „Hab mich beim Rasieren schon schlimmer verletzt.“ „Gib nicht so an.“ hörte ich Cordelia hinter mir sagen, und als ich mich umdrehte legte sie Polko gerade Handschellen an. Tja, einmal Sicherheitsdienst, immer Sicherheitsdienst. Ich drehte mich wieder zu meinem Computer und sagte: „Ich melde mich wieder.“ und nachdem meine Familie sich von mir verabschiedet hatte, und ich meinen Computer runtergefahren hatte, stellte ich mich vor Polko, der auf der Seite lag und meinte: „Wissen Sie, wenn Sie nicht so’n Arschloch wären, würden Sie mir jetzt richtig leid tun. Sie tun mir auch irgendwie leid, aber so wie’s aussieht, so wie Sie sich verhalten, dürfte es im Sinne der ganzen ehemaligen Mitarbeiter Ihrer Firma sein, wenn ich Ihnen sage: Lecken Sie mich am Arsch!“ und trat ihm noch einmal genüsslich in die Nüsse, und während er vor Schmerzen schrie, sah ich in die überraschten Gesichter von Rick und Cordelia und meinte schulterzuckend: „Hab ihm vorhin aus Notwehr einen Tritt in die Nüsse verpasst. Den Zweiten hier bemerkt doch keiner.“ was von den beiden mit einem Grinsen kommentiert wurde. Dann machten wir uns auf den Weg zum Polizeipräsidium, um den Drecksack dort abzuliefern und ihm gleich noch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Körperverletzung auf Auge zu drücken.

Später Abend

Was ein Tag. Erst Cordelias und Ricks Eltern, dann musste mir Polko noch die Tür eintreten, weswegen ich ihn zur Polizei bringen musste, dann noch die Aussagen und Anzeigen, und dann noch ne neue Wohnungstür organisieren. Zum Glück hatte ich ne Schreinerei in der Nähe, die mir ne provisorische Tür zusammen gezimmert hatte, damit ich wenigstens etwas Privatsphäre hatte. Als ich dann endlich wieder in meinen eigenen vier Wänden war, setzte ich mich kurz an meinen Computer und schrieb meiner Familie eine kurze Mail von drei Seiten, was heute passiert war, bevor ich meine X-Box starten und mich umziehen wollte, während sie hochfuhr. Ich hatte gerade den Knopf mit dem X-Box-Symbol gedrückt, als mir auffiel, dass Polko mit seinem letzten Schuss meine Konsole getroffen hatte, und kaum hatte ich es bemerkt, hörte ich schon ein Knistern. Fuck, das Ding war hinüber. Das Gute daran, falls man überhaupt von gut sprechen konnte: es waren nur fünf Spiele zur Zeit installiert: The Force Unleashed I + II und die Mass Effect Trilogie. Das Schlechte daran: die Konsole war neu, weil meine alte Konsole vor ein paar Monaten den Geist aufgegeben hatte. Und was Scheiße war: Mass Effect I war gerade eingelegt, und ich hatte echt keinen Bock mir die Disk noch mal kaufen zu müssen. Also wollte ich den Feuerlöscher holen, aber als ich den Raum verlassen wollte, hörte ich von meiner Konsole ein Geräusch, dass ich bisher nur in einigen Filmen gehört hatte: das Geräusch, als würde sich etwas überladen. Ich wusste, es könnte ein Fehler sein, aber... ich drehte mich um. Und genau in diesem Moment erschien etwas, das wie ein gewaltiger Strudel aussah, nur auf der Seite liegend. Alles was ich dann noch sagen konnte, war: „What the FUUUUCCCKKK????“ ehe ich reingezogen wurde. Es geschah so plötzlich, ich konnte mich nicht mal irgendwo festhalten. Ich hatte keine Ahnung, was hier vor sich ging, oder wohin ich gerade gebracht wurde. Oder wieso das ausgerechnet mir passieren musste. Alles was ich wusste, war: Ich hatte Angst. Vermutlich zum letzten Mal. Aber was mich auf der anderen Seite auch erwarten würde, ich würde kämpfen. Denn, Aufgeben war für mich noch nie eine Option gewesen.




So, Bounty, Snickers, Twix und Mars, das war’s. Mit dem ersten Kapitel zumindest. Hoffe, es hat euch gefallen und ihr wollt das zweite Kapitel mit dem Titel: „Angeschossen. Durch einen Batarianer!“ lesen. Freuen würde es mich.
Oh, und falls es einige von euch interessiert, und wie ich es oben bereits angekündigt hatte, den angesprochenen Bericht über die „Mischwesen aus Mensch und Tier“ findet ihr hier:
http://www.welt.de/wissenschaft/article1863011/Mischwesen-aus-Mensch-und-Tier-erschaffen.html
War leider kein Scherz, das haben die wirklich gemacht.
Halte ich für Schwachsinn, aber wer hört schon auf Leute wie uns?

So, dann (hoffentlich) bis zum nächsten Kapitel. Freue mich auf euer Feedback.
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