Bettys Diagnose Staffel 3

GeschichteRomanze / P12
17.05.2016
08.08.2017
9
9134
2
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
„Ich bring sie um. Ich bin ihr immer treu gewesen und die Schlampe betrügt mich. Und dann hängt sie mir noch irgendwelche Krankheiten an… Das wird sie bereuen.“
„Kommen Sie, seinen Sie doch vernünftig! Sie kommen keine drei Meter weit. Und raus kommen Sie hier schon gar nicht.“ Betty hatte Herrn Röchel am Arm gepackt und versuchte beruhigend auf ihn einzureden: „Jetzt kommen Sie mal mit mir.“
Pascal Röchel riss sich los: „Und ob ich hier raus komme!“, presste er zwischen seinen Zähnen hervor, griff nach einer Glasflasche, zerschlug sie am Essenswagen und fuchtelte mit den spitzen Scherben umher. Betty wich überrascht zurück und Röchel packte sie am Arm. „Du kommst jetzt schön mit. Du bist meine Freikarte aus diesem Krankenhaus.“
Er zog sie den Gang entlang und hielt die zerbrochene Flasche so an ihren Hals, dass sie sich nicht losreißen konnte ohne als aufgespießter Kopf zu enden.
Lissy schrie auf, als sie den seltsamen Zug durch den Krankenhausflur bemerkte. Mehrere Köpfe drehten sich um und für einen kurzen Moment schien die Zeit stehen zu bleiben. Alle schauten ungläubig auf Röchel und Betty, bis der begleitende Polizist auftauchte und seine Waffe auf Pascal richtete. „Legen Sie die Waffe auf den Boden!“, brüllte Röchel und packt Betty noch fester am Arm. „Sofort!!! Waffe runter!“
Behring hob beschwichtigend die Hand: „Herr Röchel, ganz ruhig. Ich weiß nicht was passiert ist, aber Schwester Betty trifft bestimmt keine Schuld. Nehmen Sie einfach die Flasche herunter und lassen Sie sie los. Wir finden zusammen ne Lösung, ok?“ Behring begann zu schwitzen. Die ganze Situation lief eindeutig außer Kontrolle.
„Nimm die Waffe runter, oder ich durchbohre ihr den Hals.“ Röchel wurde mit jedem Atemzug ruhiger und Betty stand nur noch wackelig auf ihren Beinen. Sie hatte eine scheiß Angst und ihr wurde schlecht bei dem Gedanken, dass Röchel noch jemand anderen außer ihr bedrohen könnte. „Sagen Sie uns einfach, was wir für Sie tun können.“ Behring wurde immer verzweifelter und er kämpfte gegen den Drang an, sich auf Röchel zu stürzen und ihm den Hals umzudrehen. Was fiel diesem Mann ein, einfach so Betty zu bedrohen?
„Das habe ich doch schon längst! Er soll mir die scheiß Waffe geben!“, Pascals Ruhe war wie weggefegt. Er begann vor Anstrengung zu zittern und das Adrenalin, das zuvor durch seinen Körper gepumpt worden war, verflüchtigte sich langsam. Er begann den Schwindel wieder zu spüren.
„Verdammt noch mal, worauf warten Sie denn? Geben Sie ihm verdammt noch mal die Waffe!“, schrie Lissy und war nahe eines Nervenzusammenbruchs. Der Polizist begann unschlüssig auf seine zitternden Hände zu starren und in Schweiß auszubrechen. Auf eine Geiselnahme war er nicht vorbereitet gewesen, als man ihn um die Begleitung des jungen Pascal Röchel ins Krankenhaus gebeten hatte. Trotz seiner 20 Jahre Dienstzeit war er heillos überfordert und wünschte sich ganz weit weg. Am besten nach Acapulco oder in die Wüste Sahara. Ganz. Egal. Wohin. Nur. Weg. Wenn ich das hier heil überstehe, dann mach ich mal wieder Urlaub, zusammen mit Elisabeth. Auf Mallorca.
Er beugte sich hinunter und schob die Pistole über den Boden auf Röchel zu. Behring sprang dazwischen: „Hey, nein!!! Nicht!“ Aber Röchel hatte die Pistole schon gepackt und hielt nun sie anstatt der Flasche an Bettys Hals: „Tut mir Leid, aber du musst jetzt mitkommen.“ Seine Stimme zitterte und er umklammerte die Pistole nur noch fester. „Das werde ich der Schlampe nicht durchgehen lassen!“
Behring stand unterdessen immer noch wie versteinert vor den beiden und starrte Betty traurig an. Plötzlich brach es aus ihm heraus: „Nein! Sie lassen Betty jetzt los! Das ist kompletter Wahnsinn, was Sie da vor haben!!!... Nehmen Sie mich! Nehmen Sie einfach mich, okay?!?“ Für einen kurzen Moment schienen alle auf dem Flur die Luft anzuhalten. Was war in Behring gefahren? „Sie nehmen einfach mich statt ihr, ja?“ Betty schaute ihn ungläubig an: Was tat er da verdammt noch mal?
Röchel zögerte. Dann umschlang ihn ein kräftiger Arm und der Polizist drückte ihm die Luft ab. Behring zog Betts zu sich und beide landeten auf dem kalten Krankenhausflur. In diesem Moment löste sich ein Schuss. Betty schaute Behring überrascht in die Augen und er flüsterte: „Ich habe Ihnen doch gesagt, er ist gefährlich.“ Dann rollten seine Augen nach innen und er sagte gar nichts mehr. Geschockt blickte Betty auf den leblosen Oberarzt und nahm wie in Trance wahr, wie Frau Dr. von Arenstätt Behring umdrehte und sich ein roter Fleck auf seiner Brust ausbreitete, den weißen Kittel  in Blut tränkte.
Review schreiben