Versuchen. Hoffen. Versagen

von kweenron
GedichtPoesie, Schmerz/Trost / P6
15.05.2016
15.05.2016
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Ich versuche. Ich hoffe. Ich versage.
Hörst du es nicht, dieses kleine Wimmern?
Kennst du nicht, diese kleinen Zweifel – weißt du nicht, dass sie wachsen können?
Ich versuche doch mein Leben zu meistern, gebe mein Bestes.
Doch verdammt,
wie lange soll das noch gehen? So lange, bis ich mich selbst nicht mehr sehe?
Ich versuche.
Versuche Selbsthass zu verstecken, ihn zu verstehen. Ich bin bemüht,
wirklich bemüht.
Was soll ich tun, wenn ich nur Schlechtes von euch höre?
Ich soll doch so erwachsen sein;
Erwachsen genug um einen Job zu haben;
Erwachsen genug um mein Leben zu planen;
Erwachsen genug um altes hinter mir zu lassen;
Erwachsen genug um Entscheidungen zu treffen;
Erwachsen genug um erwachsen zu sein;
Doch erwachsen genug um zu entscheiden, wann ich ins Bett gehe, bin ich nicht?
Ich versuche.
Ich gebe mein Bestes, weil ich doch niemanden enttäuschen will. Ich gebe mein Bestes und immer nur das.
Ich will keine Enttäuschungen mehr in meinem Leben – davon hatte ich genug.
Ich will leben und ich will es ganz auf meine Art tun.
Ich hoffe.
Hoffe, dass ich irgendwann etwas finden werde, dass sich nicht nach Arbeit anfühlt.
Hoffe, dass ich irgendwo leben werde, wo ich nicht gestresst werde.
Ich wünsche mir glücklich zu werden, so unglaublich glücklich.
Ich versage.
Ich versage und scheitere.
Kein Traumjob.
Kein ruhiges Daheim.
Kein glückliches Leben
Und der Selbsthass ist auch noch da.
Ich versage. Ich tue es immer wieder.
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