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Das Mädchen hinter der Maske

von Maxerica
Kurzbeschreibung
OneshotAllgemein / P12 / Gen
Celeste Newsome Maxon Calix Schreave
14.05.2016
14.05.2016
1
1.062
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14.05.2016 1.062
 

Anmerkung der Übersetzerin:
Meine Lieben (Leser),
das hier ist eine genehmigte Übersetzung (aus dem Englischen) eines Oneshots zum Wettbewerb "Maxon Gang Secret Santa 2014", was auch der englische Titel ist. (Ich habe mir es jetzt herausgenommen, den Titel zu verändern, weil der Wettbewerb in diesem Forum nicht existiert hat.).
Vielen Dank an Nel Clarkson für die Verbesserungsvorschläge, obwohl ich ihr die Übersetzung ja praktisch vor der Nase weggeschnappt habe. ;)

Die Autorin ist
gracebrisbane.


Und das Original ist hier zu finden.

Viel Spaß beim Lesen,
Maxerica

Anmerkung der Autorin:
Ein kleiner Oneshot für celesteschreave, weil ich ihr Maxon Gang Secret Santa bin! Es ist ein bisschen AU, aber eigentlich ist es plausibel, dass so etwas passiert sein könnte.




Sanft klopfe ich an Celestes halbgeöffnete Tür. "Komm rein", ruft sie, ihre harsche Stimme zerschneidet die Luft.

Ich finde sie in Bauchlage auf dem Bett mit ihren frisch pedikürten Zehen in der Luft wackelnd und eine Zeitschrift lesend vor. Ihre Nägel sehen auch wie frisch lackiert aus, ihre Zofen jedoch sind nicht zu sehen.
"Hallo, meine Liebe", sage ich als ich mich auf das Bett setze. Jetzt, wo ich näher dran bin, kann ich erkennen, dass die Zeitschrift voller Bilder von ihr selbst ist. Natürlich. Ich lache halbherzig und sie dreht sich herum und wirft mir einen verwirrten Blick zu.
"Was?"
"Ich dachte, Sie wären America" sagt sie fast enttäuscht. "Sie wollte heute Abend eigentlich vorbeikommen."
"Oh", ich schnappe nach Luft, in der Hoffnung, mir meinen Schreck nicht anmerken zu lassen. Worüber könnten America und Celeste überhaupt reden?
"Ich bin sicher, sie wird später noch vorbeikommen."
"Wahrscheinlich", nickt Celeste und setzt sich vorsichtig auf, um ihre Zehen nicht zu ruinieren.
"Hm?" mache ich fragend und schiele zu ihr hin. Sie winkt beiläufig mit der Hand und steht auf, um zu ihrem Schrank zu gehen. Bis jetzt habe ich gar nicht bemerkt, dass sie nur einen Morgenmantel trägt.

"Es ist vorbei, ich weiß", sagt sie als würde sie sich über das Wetter unterhalten, während sie ihren Kleiderschrank durchforstet. "Sie schicken mich nach Hause."

"Was? Wie?", stottere ich, unsicher, was ich sagen will. Ja, deswegen bin ich gekommen. Aber woher wusste sie das? Ich hatte mich nicht so offensichtlich verhalten, oder? Weiß jeder im Palast, dass ich America erwählen werde?

"Sie haben keine Ahnung", grinst Celeste und zieht ein einfaches blaues Kleid, dass perfekt zu ihrem Hautton passt, hervor. Ich drehe mich weg, als sie sich achtlos vor mir umzieht.
"Jeder, der nicht blöd ist, weiß, dass Sie America lieben."

"Nein, ich-", protestiere ich, vergebens. Wenn Celeste einmal angefangen hat zu reden, ist es besser, sie nicht zu unterbrechen.
"Ich weiß, dass Sie versuchen werden, meine Gefühle nicht zu verletzen, Maxon, aber es ist wirklich okay. Ich wusste schon immer, dass Sie mich niemals wirklich lieben würden. Dass Sie mich mögen würden, vielleicht. Aber nicht lieben. Und ich verstehe das", seufzt sie, als sie sich vor mir aufs Bett setzt. "Ich würde mich auch nicht lieben."

"Celeste, sag das nicht."


"Es ist doch aber wahr. Ich bin um der Macht Willen gekommen, nicht Ihretwegen. Ich kam, um Königin zu werden. Aber Sie verdienen viel mehr als das. Sie verdienen jemanden wie America."
Sie holt tief Luft, den Tränen nahe. Das letzte, was ich erwartet hatte, war, Celeste weinen zu sehen.
"Und sie ist perfekt für Sie, Maxon. Sie kann dir alles geben, was Sie wollen  und noch mehr. Nicht nur als Königin, sondern auch als Frau."
Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ihr sagen, dass sie gehen soll? Dass sie Recht hat, dass ich America liebe und sie rauswerfe? Ich versuche, einen Weg zu finden, dies nett und behutsam auszudrücken, aber alles klingt so hart. Ich spreche trotzdem, weil ich merke, dass ich etwas sagen muss.
"Celeste, du bist eine wunderschöne Frau-"

"Das weiß ich", sagt sie und verdreht die Augen.

"- und irgendwann wirst du eine großartige Ehefrau werden. Ich hätte dich nicht so lange dabehalten, wenn ich das nicht von dir denken würde. Aber du hast Recht. Ich...ich liebe America. Und ich muss dich gehen lassen", schließe ich, während ich behutsam ihre Hand nehme und leicht drücke.

Sie nickt leicht, sie wusste, dass dies kommen würde.
"Was ist mit Kriss?" fragt sie und überrascht mich damit. Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet Celeste sich um eines der anderen Mädchen sorgen würde.
"Wird sie auch nach Hause fahren?"

"Noch nicht", brumme ich. "Du auch nicht, eigentlich. Ihr müsst beide noch ein bisschen bleiben, bis ich ... alles mit meinem Vater alles geklärt habe."
Das ist mehr, als in ihr sagen wollte, aber das Einzige, was ich wenigstens tun kann, ist, ehrlich zu ihr zu sein.
"Aber ich kann es Kriss nicht sagen. Noch nicht. Es wird-"

"Ihr das Herz brechen, ich weiß" sagt Celeste, einen traurigen Glanz in den Augen. Vielleicht sorgt sie sich mehr um die anderen Mädchen als ich dachte.
"Ich werde es ihr nicht sagen. Oder America. Es wird unser kleines Geheimnis sein", sagt sie, als sie aufsteht, um zu ihrem Schminktisch zu gehen. Sie fängt unverzüglich damit an, ihr langes, seidiges Haar zu kämmen, als ob nichts passiert wäre, einen leeren Ausdruck im Gesicht. Sie ist nicht länger das verletzliche Mädchen, dass ich noch Sekunden vorher habe weinen sehen. Sie ist jetzt wieder das stählerne, taffe Mädchen, das niemand verletzen kann.
"Sie können  jetzt gehen, Maxon", sagt sie mit der üblichen Härte in der Stimme.

Ich nicke und gehe zurück zur Tür, verwundert, was wirklich in ihr vorgeht. Hat sie mich geliebt? Oder wollte sie nur die Macht? Irgendetwas in ihren Augen sagt mir, dass da mehr ist als nur das. Aber was auch immer es sein mag, ich werde es niemals erfahren. Denn wenn es eins gibt, was Celeste wirklich kann, dann ist es, sich zu verstecken.

"Celeste?" frage ich, als ich mich auf dem Absatz umdrehe, während ich die Tür öffne. Sie hebt nur eine Augenbraue im Spiegel.
"Danke, meine Liebe."

"Es war mir eine Freude, Eure Majestät."
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