Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / Heldt / Zu Spät?

Zu Spät?

GeschichteRomanze / P12
Ellen Bannenberg Nikolas Heldt
13.05.2016
13.05.2016
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Da stand er. Der Dreitagebart stand ihm, es gab ihm etwas wildes, gefährliches und auch etwas verwahrlostes. Seine Augen hatte ihr Strahlen verloren, dafür war es einem Bewundern gewichen. Sein Blick zog sie regelrecht an. Und aus. Irgendwie hatte er es geschafft seinen Dienstausweis zurück zu bekommen ohne, dass sie es mitbekommen hätte. Wäre er nur einen Monat früher wieder gekommen, sie wäre ihm um den Hals gefallen; hätte in geküsst, abgetastet um sicherzugehen, dass ihm nichts passiert ist. Aber jetzt gestand sie sich dieses Recht selbst nicht mehr zu. 6 Monate. So lange war Nikolas wie vom Erdboden verschwunden.
Endlich hatten die beiden ein Date, Ellen hatte schon alles vorbereitet gehabt, die Kerzen brannten, das Bett war frisch bezogen, ihre Unterwäsche passte zusammen und dann war es Carlo Funken dem sie die Tür öffnete. In dem Moment wusste sie es, er wollte sie nicht, zumindest nicht mehr als er es wollte einem Gespenst nach zu jagen.

Ellen's Augen brannten, dennoch war sie wie gelähmt; sie konnte ihn nur anstarren und ein nicht allzu kleiner Teil ihres Gehirns registrierte auch dass ihr Herz schneller schlug und sie schon ewig nicht mehr so auf einen Menschen fixiert gewesen war. Leider brachte Emily's Vater, mit dem sie wieder angefangen hatte auszugehen, keine Intensität oder Konzentration aus ihr hervor sondern meistens ein Gefühl des Alltags, des sichern Alltags aber mehr auch nicht. Er war da. Er unterstützte sie. Aber selbst Emily wusste dass er ihre Mutter nicht annähernd so forderte wie Heldt, nicht annähernd so eine Leidenschaft oder Intensität in ihr auslöste. Er war sicher und zuverlässig, aber war das überhaupt noch das was Ellen wollte? Dennoch es hatte nicht lange gedauert bis die Beiden wieder im Bett gelandet sind. Selbst dann hinterging sie ihr Geist, um ein Haar hätte ein atemloses Nikolas ihre Lippen verlassen, jedes Mal wenn sie die Augen schloss wurde der Mann über ihr zu ihrem Heldt.
Eine einzelne Träne rannte ihre Wange hinunter. Gerade hatte sie sich damit abgefunden, dass sie ihn nie wieder sehen würde, weil er versuchte den Mord an seinen Eltern aufzuklären oder weil er vor der Verantwortung einer erwachsenen Beziehung davonlief, sie wusste es nicht genau. Wahrscheinlich eine Mischung aus Beidem.

Als Ellen aus ihrem ersten Schockzustand wieder zu sich kam waren die Beiden allein, sie sah gerade noch wie Dr. Holle die Tür hinter sich zuzog um ihnen zumindest ein bisschen Privatsphäre zu geben.
Klatsch! Bevor sie wirklich wusste was sie tat hörte sie ein lautes Klatschen, ihre Handfläche hatte mit seiner Wange Bekanntschaft gemacht und dabei einen roten Abdruck hinterlassen. Sie wollte noch schreien 'Wie konntest du nur?' aber wusste, dass es ihr nicht zustand. Sie wollte in Tränen ausbrechen. Und mehr als alles andere wollte sie Antworten. War sie ihm nach allem doch nicht gut genug? Zu alt? Oder war es Emily? Hatte er von Anfang an nur einen kleinen Bonus von der Chefin persönlich gewollt? Ihre Gedanken liefen Amok.

Heldt packte ihr Handgelenk, wollte sie näher zu sich ziehen. Er sah so unglaublich verletzlich aus. Seine Augen so leer, sie konnte sich sehr gut vorstellen wie er als Kind ausgesehen haben musste als man ihm erzählte, dass alles zu spät war. Das seine Eltern nie wieder zu ihm zurückkommen würden. Ellen brauchte ihre ganze Willenskraft um ihm ihre Hand zu entreißen und einen schritt nach hinten zu machen. Sie sah in seinen Augen wie seine Welt erneut zerbrach und zwang sich wieder die professionelle Staatsanwältin zu sein die sie immer hatte sein wollen. „Ich will dass Sie von nun an Herrn Grün als Vorgesetzten akzeptieren und alle Formalitäten durch ihn an mich weiterleiten.“ Ellen betonte das Sie, es war ganz klar eine Warnung, sie hatte eine Linie gezogen die er nicht zu überschreiten hatte, nicht mehr zumindest. „Ihre Fizzimatenten werden hier nicht länger geduldet werden, einfach so von heute auf morgen nach Mallorca zu fahren...“ Ellen ließ den Satz offen, wusste sie doch selber nicht wie er enden sollte, Monate lang hatte sie versucht heraus zu finden wie es Heldt ging, lebte er überhaupt noch? Und dann spazierte er in ihr Büro als wäre nichts gewesen.
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