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50 Shades of Wade

KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Deadpool / Wade Winston Wilson OC (Own Character)
10.05.2016
29.11.2016
11
7.499
10
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18 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.05.2016 921
 
2.: Crypool



I really don't mind what happens now and then,
as long as you'll be my friend at the end.

[3 Doors Down - Kryptonite]




Es war eine lange Nacht gewesen.
Wenn man mit Wade Wilson die Straßen unsicher machte konnte man davon ausgehen sehr viel Unsinn zu erleben und so war es heute auch gewesen.
Nach einer stressigen Woche auf der Arbeit hatte Deadpool dich in eine Bar eingeladen, wo ihr beide viel gelacht und noch mehr getrunken und getanzt hattet.
Nun lagst du schon seit knapp einer Stunde in deinem gemütlichen Bett, während Wade in deinem Wohnzimmer wahrscheinlich schon auf dem Sofa eingeschlafen war.
Als du in der Dunkelheit erwachtest und eine leise Stimme vernahmst, dachtest du dir zunächst dabei.
Noch leicht verschlafen riebst du dir über die Augen und warfst einen Blick in die Richtung deines elektronischen Weckers auf dem Nachttisch.
Fünf Uhr in der Frühe, lange hattest du nicht geschlafen.
Du setztest dich zwischen deinem zerwühlten Kissen auf und schlugst die Decke zurück.
Die Wirkung des Alkohols war abgeklungen, doch dafür fühlte sich dein Mund nun trocken an und in deinem Magen arbeitete es hörbar.
Du schlüpftest aus deinem Bett und tapstest auf nackten Füßen in Richtung Wohnzimmer.
Wade lag tatsächlich auf dem Sofa.
Er hatte sich zu einer kleinen Kugel zusammengerollt, die Decke lag am Boden und als du näher an ihn herantratst konntest du sehen, das er zitterte.
Die Arme um seinen Oberkörper geschlungen, Beine dicht an seine Brust gezogen, gab er leise Worte von sich, als würde er mit sich selbst reden.
Schlief er?
Du spähtest um die Ecke, lauschtest in die Dunkelheit deiner Wohnstube.
Es tut weh, konntest du Deadpool leise winseln hören, bevor er mit einer tieferen, ernsten Stimme fortfuhr:
Es tut immer weh.
Und eine letzte, hellere Stimme bat:
Mach' das es aufhört.
Er trug einen weiten Sweater und Boxershort, die seine vernarbte Haut an den Beinen bis zu den Oberschenkeln hinauf entblößten.
Du konntest nur die rechte Seite seines Gesichts in der Finsternis erkennen, doch auch hier waren die tiefen Krater auf seinem nackten Schädel nicht zu übersehen.
Seine Augen waren offen, sie funkelten glasig im Spiel der Schatten.
Es war nicht das erste Mal das du Wade Wilson ohne seinen Anzug sahst, doch der Anblick erschreckte dich jedes mal aufs Neue.
So viele Wunden, so viel Schmerz.
„Wade?“, fragtest du leise und wartetest auf eine Antwort die nicht kam.
„Ist alles in Ordnung, Wade?“
Du kamst hinter der Ecke hervor und beugtest dich besorgt über deinen Freund.
Seine Lippen bewegten sich, doch die Worte die aus seinem Mund kamen waren nicht an dich gerichtet.
Deadpool zitterte noch immer, wand sich unter Schmerzen auf deiner Couch.
Deine Hand streifte seine Schulter.
„Wade?“
Seine Augen starrten mit einmal direkt in deine eigenen, hellwach und doch irgendwie vernebelt.
Du warst geschockt zu sehen das er tatsächlich weinte und zögertest nicht weiter.
Du schobst Wade auf dem Sofa zärtlich zur Seite und setztest dich neben ihn, eine Hand auf seiner Schulter.
„Shhh“, gabst du beruhigend von dir. „Alles wird gut, Wade. Ich bin bei dir.“
Er legte seinen Kopf in deinen Schoß und du streicheltest tröstend seinen Nacken.
Wades Dämonen waren dir bekannt, trotzdem war es immer wieder eine neue Überraschung für dich, wenn dieser heitere, alberne Kerl ihnen in den stillen Stunden der Nacht unterlag.
Seine Schmerzen waren omnipräsent, dennoch hatte er gelernt sie zu verstecken.
Nur wenige Leute hatten jemals hinter die Fassade geschaut die sich Deadpool nannte und zu diesen besonderem Kreis zu gehören erfüllte dich mit Stolz, aber auch mit Pflichtbewusstsein.
Du wusstest genau wie unangenehm es für Wade war weinend und gebrochen vor dir zu liegen, doch in den Jahren eurer Freundschaft hattest du dich als Vertrauensperson bewiesen.
Schon oft hatte Wade dich weinen gesehen.
Häufig wegen Kleinigkeiten, wegen alltäglichen Dingen, doch Wades Schmerzen und seine Vergangenheit entzogen sich deinem Vorstellungsvermögen.
Du wusstest lediglich das er mehr durchgemacht hatte als ein Mensch ertragen könnte und du bewundertest ihn für jeden Moment, den er durchhielt, weiterkämpfte, weiter lächelte.
Himmel, du liebtest sein Lächeln.
„Es ist okay“, flüstertest du ihm zärtlich ins Ohr und streicheltest liebevoll über seine Wange.
Das Gewicht seines Kopfes ruhte warm auf deinen Oberschenkeln.
„Es tut weh“, sagte Deadpool leise.
„Ich weiß, baby, ich weiß. Aber du bist so stark, du bist unglaublich stark, du schaffst das.“
Er griff nach deinem Arm und legte ihn sich um die Schulter.
„Halt mich fest.“
„Ich hab' dich. Ruh' dich einfach aus.“
Du küsstest seine Schläfe und seine raue, aufgeworfene Haut fühlte sich merkwürdig vertraut auf deinen Lippen an.
Sanft vor und zurück wiegend, hofftest du, das Wade heute noch zumindest ein bisschen Schlaf finden würde.
Hin und wieder hörtest du ihn noch vor sich hin wimmern, doch umso mehr Zeit verging desto leichter schien es ihm zu fallen sich wieder zu beruhigen.
Du warst dir nicht sicher wie viel Zeit inzwischen verstrichen sein mochte, doch plötzlich begann Wade auf deinem Schoß zu lachen, so heftig, das sein gesamter Körper zu vibrieren begann.
Du erschrakst und sahst deinen Freund erschrocken an.
Wade grinste, doch seine Lippen zitterten.
„Man nennt mich auch Crypool, babe. Habe ich dir das eigentlich schon einmal erzählt?“
Dann kamen die Tränen zurück und du zogst ihn in eine liebevolle Umarmung.
„Für mich wirst du immer Wade sein.“
Seine Arme spannten sich fest um deinen Körper und du hieltst ihn fest, so wie du es immer getan hattest, immer tun würdest, wenn sein Lachen wieder einmal bröckelte.
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