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50 Shades of Wade

KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Deadpool / Wade Winston Wilson OC (Own Character)
10.05.2016
29.11.2016
11
7.499
10
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Dieses Kapitel
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10.05.2016 1.307
 
1.: Dancepool



Do you love me,
now that I can dance?

[The Contours - Do you love me?]




Was für ein Desaster!, dachtest du und schautest ungläubig auf die Einladung in deinen Händen, die du soeben aus deinem Briefkasten geholt und nun in deiner Wohnung geöffnet hattest.
Du überprüftest einmal mehr das Datum auf der Karte, schieltest hilfesuchend zu deinem Kalender in der Küche und stelltest erschrocken fest, das die Hochzeit ja schon nächste Woche stattfinden würde.
Warum?
Das deine Tante in Kürze den Bund der Ehe eingehen würde war in deiner Familie kein Geheimnis gewesen, doch das sie es jetzt so eilig hatte schockierte dich dann doch.
Ich habe nichts zum Anziehen, war dein nächster Gedanke, bevor du die Karte achtlos hinter dich warfst und zu deinem Kleiderschrank eiltest, der dir bestätigte, dass du tatsächlich nichts zum Anziehen hattest.
Zwischen deinen bequemen Superhelden Shirts, Jeans und weichen Pullovern gab es nur wenig was sich für so ein Fest eignen würde.
Das Notfall-Kleid, ganz hinten im Schrank, hattest du seit einer Weile nicht mehr getragen, ob es überhaupt noch passte?
Wenn nicht, dachtest du weiter. Ist es allein Wades Schuld.
Du wusstest das die vielen, leckeren Tacos dir eines Tages noch zum Verhängnis werden würden.
Scheiß drauf.
Du kramtest das Kleid hervor und hieltst es dir skeptisch vor den Körper.
Das Oberteil des Kleides lag enger an und war mit feinen Stickereien verziert, während der Rock leicht schwingend um die Beine fiel.
Oh bitte, lieber Gott, ich muss da rein passen!
Für ein neues Outfit hattest du jedenfalls nicht die Kohle.
Es musste ganz einfach noch passen.
Du klapptest die Türen des Kleiderschrankes wieder zu und zogst streiftest dir die Klamotten vom Leib, um das Kleid anzuprobieren.
Es saß tatsächlich ein wenig eng, zumindest um die Hüften herum, doch beim Hereinkriechen platzten zumindest keine Nähte auf, was dich schon ein wenig hoffnungsvoller stimmte.
Du verrenktest dir den Arm beim Hochziehen des Reißverschlusses und stelltest dich anschließend vor den großen Spiegel in deinem Schlafzimmer.
Mh, gar nicht so schlecht.
Das Teil sah ganz passabel aus, fandest du.
Vielleicht würdest du ein leichtes Jäckchen darüber tragen und mit den richtigen Schuhen konnte sich das Outfit wirklich sehen lassen.
Schuhe, ging es dir gequält durch den Sinn. Habe ich überhaupt die richtigen Schuhe dafür?
Turnschuhe oder Chucks kamen schließlich nicht in Frage.
Du würdest wohl oder übel hochhackiges Schuhwerk tragen müssen.
Meine armen Füße.
Du verzogst den Mund und machtest dich zum Schuhschrank im Flur deiner Wohnung auf, als du leise Geräusche aus deinem Wohnzimmer vernahmst.
Diesen Geräuschen folgend, erblicktest du plötzlich eine rot-schwarze Gestalt, die es sich gerade auf deinem Sofa gemütlich machte und zum Gruß die Hand hob, als du eintratst.
„Wade?“, fragtest du und der Angesprochene grinste hinter seiner Maske.
„Hallo, Cupcake. Wusstest du das ich komme oder warum hast du dich so raus geputzt?“
Du stemmtest zornig beide Arme in die Hüften.
„Ich habe dir schon tausendmal gesagt: Ich habe eine Tür, an der man klopfen kann. Hör' auf ständig durch mein Fenster zu steigen!“
„Ich verbitte mir solche Anschuldigungen!“, versetzte Deadpool, leicht gekränkt, obwohl ihr beide wusstet, das es zu einer Art Ritual geworden war das er sich so freien Eintritt in deine bescheidenen vier Wände verschaffte.
Er riss eine Chipstüte auf, die er wohl zuvor aus deiner Küche entwendet haben musste und legte die ausgestreckten Beine auf dem Couchtisch vor sich aus.
„Jetzt mal im ernst, warum siehst du so chic aus, mh? Hast du etwa Männerbesuch oder noch pikanter: Damenbesuch?“
Als er seine Maske ein Stück lüftete konntest du das dreckige Grinsen auf seinen Lippen sehr deutlich sehen.
Du schütteltest den Kopf und ließt dich an Wades Seite auf das Sofa fallen.
„Leider nicht. Ich bin auf die Hochzeit meiner Tante eingeladen und suche gerade ein Outfit zusammen.“
„Mhh“, machte Deadpool, der sich soeben eine handvoll Chips in den Mund gestopft hatte, auf denen er nun begeistert herumkaute. „Echt schnieke, babe. So kannst du dich dort blicken lassen.“
„Findest du?“, haktest du unsicher nach und strichst dir über den Rock.
„Klar“, bestätigte Wade kopfnickend. „Die Socken würde ich allerdings ausziehen.“
Du sahst auf deine Füße hinab die noch immer in leicht schmutzigen Strümpfen steckten und errötetest.
„Idiot“, murmeltest du in die Richtung deines Freundes und dieser schmunzelte.
„Obwohl es sich daran bestimmt super tanzen lässt.“
„Tanzen?“ Du sahst geschockt zu Wade, der wieder in die offene Chipstüte langte. „Ich kann überhaupt nicht tanzen!“
„Dann wirst du dich auf der Hochzeit wohl mächtig zum Esel machen und das ganz ohne Socken!“
Er lachte lauthals, wobei ein paar Krümel aus seinen Mundwinkel fielen und geradewegs auf deinem Kleid landeten.
Du strichst sie beiseite und verpasstest Wade zur Strafe einen Klaps auf den Oberarm, woraufhin dieser sich in gespielten Schmerzen auf dem Sofa hin und her warf, als wäre das sein Ende.
„Kannst du einmal ernst sein?“
Deadpool richtete sich abrupt auf.
„20 Sekunden sind mein Maximum, Herzchen.“
„Was soll ich denn jetzt machen?“
„Tanzen lernen“, schlug Wade vor. „Ich kann's dir beibringen, wenn du willst.“
Du schautest verblüfft drein.
„Du? Du kannst tanzen?“
Dein Gegenüber straffte die Schultern.
„Man nennt mich nicht umsonst auch Dancepool, Liebchen. Ich bin der Meister auf jeder Tanzfläche. Ich weiß was du jetzt denkst: Was kann dieser Kerl eigentlich nicht? Mh, das ist eine sehr gute Frage, denn da fällt mir auf Anhieb auch nichts ein.“ Er zuckte eine Achsel und grinste angeberisch. „Ich schätze, ich bin einfach perfekt.“
Bevor du etwas entgegnen konntest stand Wade auch schon auf und ergriff deine Hand, an der er dich mit sich in die Mitte des Wohnzimmers zog wo mehr Platz war.
„Du musst dich einfach von mir führen lassen und alles wird gut.“
Du schmunzeltest.
„Das endet meistens im Chaos, Wade.“
„Willst du etwa damit andeuten das ich nicht weiß was ich tue?“
„Genau das.“
„Immer diese Anschuldigungen“, grummelte Deadpool und ergriff nun auch deine zweite Hand, bevor er damit begann dich in die Kunst des Tanzens einzuhüllen. „Füße leicht auseinander, die Hüfte parallel zu meiner und die Hände bleiben auf meinen liegen. Klingt wie sanftes Petting, ist aber wesentlich anständiger.“
Wade pfiff eine Melodie und machte die ersten Schritte, denen du angespannt folgtest.
„Lass locker, babe“, meinte er zu dir.
„Das ist gar nicht so einfach“, erwidertest du und schautest nach unten um sehen zu können, wohin deine Füße als nächstes treten mussten.
„Ich führe dich, entspann dich einfach und folge mir.“
Nach ein paar Minuten gelang es dir ganz gut Deadpool nicht mehr auf die Füße zu treten, der daraufhin das Radio anschaltete und dich zu der gespielten Musik umher wedelte, bis dir schwindelig wurde.
„Wade!“, riefst du hilflos, als er dich um die eigene Achse drehte und dir beinahe schlecht davon wurde.
Dein Rock blähte sich auf, dein Haar wehte im Wind der Umdrehung.
Du gerietst ins Torkeln, straucheltest nach vorne und kurz vor dem Fall fingen dich die Arme deines komischen Freundes auf.
Unter deinen Händen konntest du spüren wie seine Brust vibrierte, als er zu lachen begann.
Alles vor deinen Augen drehte sich und nur langsam kam die Welt wieder zum Stehen.
Du machtest ein böses Gesicht und funkeltest Wade zornig an.
„So war das nicht geplant, Kumpel!“
Wade spannte seine Arme ein wenig fester um deinen Körper.
„Wir üben einfach weiter“ schlug er vor, nicht ganz uneigennützig, wie du meintest, als seine Hände sich vertraut auf deine Hüften legten und dich näher heran zogen.
Du schautest zu ihm hinauf und konntest ein Lächeln nicht unterdrücken, als dich Wade unerwartet packte und hoch in die Luft schleuderte.
„Mein Baby gehört zu mir!“, rief er begeistert und du warst der Decke gefährlich nahe.
„Wade, lass mich runter, wir sind hier nicht bei Dirty Dancing!“
„Noch nicht, Schätzchen“, spottete er. „Noch nicht. Aber ich wäre gut in der Hauptrolle, oder was meinst du?“
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