Timmy's Diary

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16 Slash
Timothy Tiberius "Timmy" Turner
08.05.2016
08.05.2016
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Liebes Tagebuch,

heute ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie schnell doch die Zeit vergeht. Wie schnell die letzten vier Jahre meines Lebens an mir vorübergezogen sind. Wie schnell sie sich verflüchtigt haben, verschwunden sind im endlosen Lauf dieser Welt.
Ich kann es nicht fassen, dass sich dieser eine Tag morgen nun schon zum vierten Mal jährt. Dass ich mich morgen vor genau vier Jahren für immer von ihnen verabschieden musste. Dass sie einfach weg sind, von einer Minute auf die andere und mich zurücklassen in dieser Welt, die ohne sie einfach nicht mehr dasselbe ist.
Seit dem Tag, an dem ich von ihnen getrennt wurde, hat sich so vieles in meinem Leben verändert. So vieles ist jetzt anders als bisher, so viele neue Erfahrungen sind dazugekommen. Alles fühlt sich immer noch so unwirklich an, als würde ich es nur träumen. Als wäre die ganze Welt um mich herum lediglich ein Teil meiner Fantasie. Als wären sie immer noch da, ganz in meiner Nähe, darauf wartend, dass ich meinen nächsten Wunsch äußere.
Aber ich weiß, dass sie nicht mehr hier sind. Dass sie längst zu irgendeinem anderen Kind geschickt wurden, dessen Leben in Trümmern liegt. Dass sie jetzt ihm alles herbeizaubern, was er sich von ihnen wünscht, genauso, wie sie es früher immer bei mir gemacht haben.
Und es tut weh. Es tut noch immer weh, zu wissen, dass ich sie niemals wiedersehen kann. Dass sie nicht mehr hierhergehören, weil ich sie nicht mehr brauche. Weil ich jetzt ein Teenager bin, ein Durchschnittstyp wie jeder andere auch. Weil sie einfach nicht mehr zu meiner neuen Persönlichkeit passen. Weil ich mich weiterentwickelt habe.
Ich bin kein zehnjähriger Junge mehr. Ich bin jetzt auf der Highschool. Stehe am Ende meiner Pubertät und damit vor dem endgültigen Übergang ins Erwachsenendasein. Vor dem endgültigen Ende meiner Kinderzeit. In nicht einmal mehr zwei Jahren werde ich meinen Abschluss machen. Ein Studium anfangen. Den nächsten entscheidenden Schritt in eine neue Welt machen.
Ich brauche die beiden nicht mehr, um mir notgedrungen aus der Patsche zu helfen, wenn ich wieder mal ein riesiges Chaos verursacht habe. Ich denke und handle nicht mehr so wie damals mit zehn. Ich wünsche nicht mehr einfach drauf los, ohne mir dabei auch nur im Geringsten den Konsequenzen meines Tuns bewusst zu sein. Ich überlege und überprüfe alle meine Optionen ausgiebig, bevor ich dann eine Entscheidung treffe. Ich kann mich nicht mehr darauf verlassen, dass die beiden alles wieder geradebiegen werden, wenn ich Mist baue. Sie können mir nun nicht mehr helfen. Ich bin für mich selbst verantwortlich.
Trotz allem – sie fehlen mir. Auch wenn dieser Tag nun schon so lange zurückliegt und ich inzwischen reifer geworden bin, überlege ich manchmal, was wohl geworden wäre, wenn ich sie nicht hätte abgeben müssen. Wenn sie noch hier wären und mich jeden Tag unterstützen könnten. Wenn sie sehen könnten, wie ich mich weiterentwickelt habe.
Wenn ich die Wahl gehabt hätte. Wenn man mir die Möglichkeit gegeben hätte, noch ein bisschen Zeit mit ihnen zu verbringen. Wäre dann heute alles ganz anders?
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