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dimension-Der Schattenkrieg

MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Fox McCloud Mario OC (Own Character) Pit
06.05.2016
06.06.2017
29
66.527
 
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
18.06.2016 975
 

Hi!
Ich entschuldige mich vielmals dafür, dass ich das neue Kapitel nicht Freitag hochgeladen habe. Aber Fire Emblem Fates hat mich in seinen Bann gezogen!:D
Findet ihr Fire Emblem Fates eigentlich besser als die älteren Fire Emblem Teile?  
Das würde mich interessieren... ;)
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Einige Meter von ihr entfernt konnte er ihr leises Schluchzen hören, welches sanft von dem Rauschen der Blätter begleitet wurde. Fest umklammerte er den ledernen Gurt, an dem die kunstvoll geschmiedete Lanze befestigt war. Der junge Prinz hatte sich an den Stamm einer mächtigen Buche gelehnt und betrachtete besorgt das edle, rothaarige Mädchen, von dem er nichts wusste, außer von dem Leid, das er in ihren Augen erblickt hatte. In diesen unergründbaren, braunen Augen.                                                              
Marth war der Unbekannten bis in den Gleißenden Wald gefolgt und war an einer Lichtung, auf der sich außer einem dicken Baumstupf ein Meer aus Blumen jeglicher Art erstreckte, zum Stehen gekommen. Still jenen Druck, der auf ihr lastete, in Form von schimmernden Tränen erleidend hatte sie auf einem alten Baumstumpf Platz genommen. Ihre feuerroten Haare wurden leicht von dem kühlen Wind bewegt, doch nahm sie dies gar nicht mehr wahr. Langsam trat Marth näher an das weinende Mädchen, wobei er darauf bedacht war, sie nicht zu erschrecken.                
„Verzeih“, sagte er halb flüsternd, als er nur noch wenige Schritte von ihr entfernt war. Das Mädchen fuhr hoch. Ihre Augen waren leicht von den vielen Tränen gerötet und auch jetzt liefen ihr einige wie kleine Perlen die blassen Wangen herunter. „Wer…“, hauchte sie, doch im selben Moment verstummte ihre zarte Stimme. Sie wirkte verängstigt und schien zugleich überrascht, dass sie irgendjemand ansprach. „Ihr habt Eure Waffe im Café vergessen, edles Fräulein“, antwortete Marth höflich. Das Mädchen aber starrte ihn nur ausdruckslos an, bevor sie kaum hörbar ein „Vielen Dank“ murmelte und sich auf ihren Lippen ein angedeutetes Lächeln erahnen ließ. Behutsam legte der alteische Prinz die Waffe ab, um sie anschließend dem Mädchen in die offenen Hände zu legen. Komplette Stille umhüllte sie. Selbst der Wind schien verstummt zu sein. Ihre Blicke trafen sich.                                                            
Mit einer kaum merklichen Geste bedeutete das fremde Mädchen dem Prinzen sich neben sie zu setzen. Dabei funkelten ihre Augen geheimnisvoll. „Wie hast du mich gefunden?“, hörte Marth das Mädchen wenige Minuten später fragen. Mit einem freundlichen Lächeln betrachtete sie den Blauhaarigen von der Seite. „Ich glaube, es war Zufall, dass ich Euch in den Fluten der Menschenmassen entdeckte“, vermutete der alteische Prinz mit milder Mine. Die Fremde neben ihm fing leise zu kichern an.  „Ist irgendetwas?“ Verwundert drehte sich Marth zu dem Mädchen. „Ach, nichts“, meinte diese hinter vorgehaltener Hand, „Nur…“                        
„Nur…“, hackte der Prinz neugierig nach. Die Angesprochene schenkte ihm ein freudiges Lächeln. „Da bringt mir schon Jemand meine wertvolle Lanze“, sagte sie, wobei sie ihre Hände nachdenklich zu kneten begann, „und dann kann ich ihm nur meinen Dank in bloßen Worten zeigen. Ich habe sonst nichts anderes außer wertlosen Karten und wenigen Münzen, die ich dir geben könnte.“ Verlegen schaute sie zu Boden. Dabei lächelte sie traurig. „Die aus den Tiefen Eures Herzens kommenden Worte sind viel mehr wert als irgendwelche Reichtümer“, entgegnete Marth sanft. Die Fremde schaute ungläubig auf. „Wie?“, fragte sie, unsicher, ob es sich nicht doch um einen bloßen Scherz handelte. „Nichts ist wertvoller als ein dankendes Wort“, wiederholte sich der Prinz Alteas, wobei er sie strahlend betrachtete. Für einen Moment schien die Zeit still zu stehen.                                                  
Dieser Junge…, dachte das Mädchen bei sich. Sie fragte sich, wie er es schaffte sie in seinen Bann zu fesseln, sodass ihm ihre komplette Aufmerksamkeit galt. Sie schüttelte sich, als könne sie so seiner anziehenden Magie entfliehen. Plötzlich spürte sie den Wind wieder kühl über ihren Rücken streichen.   Fröstelnd rieb sie mit den Händen über den seidigen Stoff ihrer kurzen Jacke. Dieser Junge…  Sie blickte zu dem Prinzen herüber, der bereits seinen langen Umhang über die schmalen Schultern des Mädchens legte. „Ein Unwetter scheint hereinzubrechen“, bemerkte Marth nach einem kurzen Blick zum nun wolkenverhangenen Himmel. Er erhob sich und hielt ihr seine von einem schwarzen Handschuh geschützte Hand entgegen. „Bis Luna City ist es nicht weit“, meinte er lächelnd. Doch das Mädchen schüttelte den Kopf und streifte den dunkelblauen Umhang, auf dem das Wappen der alteischen Königsfamilie abgebildet war, von ihren Schultern. „Es ist schon spät“, begann sie leise, „Ich glaube, ich werde nun nach Hause zurückkehren. Aber…“ Sie sah noch einmal in seine blauen Augen. „Gerne würde ich dich erneut sehen, geheimnisvoller Retter“, bei ihrer seltsamen Sprechweise huschte ihr ein Grinsen über die Lippen, „Schließlich bin ich dir noch etwas schuldig.“ „Aber“, wollte Marth entgegnen, doch vor dem Mädchen erschien bereits ein hellblaues Fenster. „Morgen um 15:00 Uhr (07:00 Uhr) wieder hier?“, fragte die Fremde mit einem Funkeln in den Augen.  Verwirrt über den plötzlichen Aufbruch nickte der Prinz. „Gewiss.“ „Dann bis morgen!“, hörte Marth die Unbekannte noch sagen, bevor sie wenige Augenblicke später im Gewirr eines grauen Schleiers verschwand.
Wie versteinert sah er auf den Baumstupf von dem sich das Mädchen vor wenigen Sekunden erhoben hatte. Laut dröhnte nun das Grollen des nahenden Sturmes in Form eines tiefen Donners in der Ferne.  Ein Regentropfen fiel auf seine Nasenspitze und weckte Marth aus seiner Erstarrung. „Dieses Mädchen…“, murmelte er, wobei der Prinz seinen Blick nicht von dem dunklen Baumstupf wenden konnte. Nun fing es an zu nieseln und Blitze zuckten am grauen Himmel. Doch er blieb stehen. Zog es gar nicht in Erwägung sich irgendwo unterzustellen. Immer noch hatte der alteische Prinz diesen von Sorgen und Schmerz erfüllten Blick der Fremden vor Augen. Fest umklammerte er den vom Regen getränkten Umhang.                                  
Der Wind heulte auf und riss Unmengen Blätter von den Bäumen, deren Äste sich wie lange Arme im Sturm wandten. Ernst war nun seine Mine geworden. „Du bist nicht allein“, flüsterte Marth gegen das Unwetter, was mit jeder Sekunde schlimmer zu werden schien, „Vergiss das nicht.“

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