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dimension-Der Schattenkrieg

MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Fox McCloud Mario OC (Own Character) Pit
06.05.2016
06.06.2017
29
66.527
 
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11.09.2016 4.505
 



Die klirrenden Scherben der Zukunft- Die Größe des Dimensionsraums:



Langsam spazierte sie zwischen den hohen Kakibäumen vorbei. Dabei machte sie kleine Blasen mit einem blauen Kaugummi, welches nach Blaubeere schmeckte.
Was für ein Feigling, dachte Catelyn, während sie den Ebenholzbogen in ihrer linken Hand betrachtete. Wenn alle Krieger solche Angsthasen sind, bin ich wirklich im falschen Spiel.
Sie hielt mit einem Mal in ihrem Schritt inne, als sie ein knackendes Geräusch vernahm. Reflexartig drehte sie sich in jene Richtung, aus der das Geräusch gekommen war, während sie ihren Bogen spannte.
„Zeig dich, elender Waschlappen!“, rief die Blauhaarige und zielte mit einem Ebenholzpfeil auf eine dichte Baumgruppe.
„Nicht schießen“, hörte sie eine tiefe Stimme undeutlich sagen, „Ich komme in friedlicher Absicht.“
„Friedlich?“ Catelyn lachte leise. „Komm aus deinem Versteck, Schuft! Oder soll ich dich Koopa König nennen?“
„Das ist mir gleichgültig.“ Eine große Gestallt tauchte hinter den Kakibäumen auf. Mit seinen roten Augen besah  er musternd das Mädchen, welches ihren selbstgebauten Bogen sinken ließ.
„Was willst du?“, Catelyn betrachtete den Bösewicht, der einer Mischung aus einem übergroßen Koopa und einem Drachen ähnelte. Sein grüner Panzer war mit spitzen Stacheln besetzt und auch seine Klauen schienen nicht weniger scharf zu sein. An den Armen des Koopa Königs glitzerten bedrohlich die langen Spitzen auf seinen Stachelarmbändern.
Bowser verzog sein Maul zu einem breiten Grinsen, wodurch seine messerähnlichen Zähne zum Vorschein kamen.
„Ich will dir ein Angebot unterbreiten“, meinte er und verschränkte die wie der Rest seines Körpers von gelben Schuppen überzogenen Arme vor der Brust.
„Ein Angebot?“, wiederholte Catelyn skeptisch. Langsam trat sie auf den Bösewicht zu. Als sie noch jünger war hatte sie tatsächlich Angst vor dem gehörnten Monstrum gehabt. Doch jene Furcht hatte sich im Alter gelegt. Bowser war eben nur ein Bösewicht, der kleinen Kindern einen Schauer über den Rücken jagte.
„Genau.“ Während er gemächlich mit dem Kopf nickte, wippte sein roter Haarschopf mit. „Ich habe dich beobachtete und dein Talent im Kampf gegen Meta Knight erleben dürfen. Du wärst eine große Bereicherung für mein Team.“
„Dein Team.“ Unbeeindruckt machte Catelyn mit ihrem blauen Kaugummi eine große Blase. „Was genau soll das heißen?“
„Wir planen, uns die Dimension 51845 unter den Nagel zu reißen. Und dann… vielleicht den gesamten Dimensionsraum“, antwortete Bowser stolz.
Die Blauhaarige zuckte mit den Achseln. „Und was habe ich damit zu tun?“
„Ich möchte dich in meine Truppe aufnehmen“, entgegnete der Koopa König ohne sie aus den Augen zu lassen, „Mit dir werden wir noch unbesiegbarer sein als wir eigentlich schon sind.“
„Natürlich“, ein Lächeln huschte ihr über die Lippen, „Das klingt mal nach… was anderem. Aber ich kämpfe nicht ohne Bezahlung. Alles hat seinen Preis.“
„Das lässt sich ausrichten“, Bowser überlegte kurz, „Sagen wir Hunderttausend…“
„Hundertzwanzigtausend US Dollar [ca. 95000 Euro] und keine Abstriche“, meinte Catelyn mit fester Stimme, „Außerdem komme ich nicht für die Rechnung von Unterkunft, Nahrungsmitteln, Waffen oder anderes auf.“
„Verstanden“, lachte Bowser und hielt ihr seine große Pranke entgegen, „Ab heute bist du in meiner Truppe.“
Grinsend schlug die Blauhaarige ein. „Einverstanden.“


Langsam zog sie ihren Arm zurück und betrachtete den Prinzen, der unter Schmerzen vorsichtig auf dem Ledersofa Platz nahm. Liva hatte eine schwarze Stoffdecke, die über einen Stuhl gehangen hatte, auf dem Sofa ausgebreitet, sodass kein Blut auf das cremefarbene Leder gelangte. Immer noch keuchend hielt sich Marth den linken Oberarm, auf dem sich wie auf seinen Händen kleine Wunden abzeichneten.
Behutsam nahm Liva dem alteischen Prinzen dessen Umhang ab, den sie provisorisch als Verband um seinen Oberkörper gewickelt hatte. Mit den schwarzen Handschuhen, die Marth sich während seines Versuches, bei dem er sich mit seinem Schwert in den Daumen gestochen hatte, ausgezogen hatte, legte das Mädchen den Umhang auf den Dielenboden. Auf der Außenseite des edel blauen Umhangs klebte in kleinen Flecken das Blut des Thronerben Alteas und färbte an einigen Stellen die Motive des eingenähten Wappens in dunkles Rot.
Sie sah nochmals zu Marth, der im Gesicht leichenblass war.

Weil die nächste Stadt zu weit entfernt gewesen wäre hatten sie den Gleißenden Wald durchquert und waren über eine schmale Brücke in den Düsteren Wald gelangt, in dem sich das Haus des Prinzen befand. Dabei  hatte sich der Thronerbe auf Liva stützen müssen und nur unter großen Mühen waren sie vorangekommen. Oft mussten sie kleinere Pausen einlegen, da der Prinz in seinem Zustand einfach zu erschöpft war.

„Wo kann ich Verbandszeug finden?“, fragte das rothaarige Mädchen und warf dem Prinzen einen besorgten Blick zu. Als hätte er einen schrecklichen Ausschlag schienen sich die einige Zentimeter langen Striemen auf seiner Haut zu vermehren.
„In der Küche“, stieß Marth schmerzverzehrt aus, „In einen der oberen Schränke.“
„Gut“, Liva lächelte zuversichtlich, „Ich werde es finden. Rede du solange über irgendein Thema.“
Verwundert hob der Prinz eine Augenbraue.
„Damit du nicht noch einmal ohnmächtig wirst“, erklärte das Mädchen mit zusammengekniffenen Augen und sie musste sich unweigerlich daran erinnern, wie der Blauhaarige während einer kurzen Rast sein Bewusstsein verloren hatte.
„Natürlich.“ Marth nickte verstehend.

Während sie im Hintergrund die angestrengte Stimme des Prinzen hörte schaute sich Liva in der zum Wohnzimmer angrenzenden Küche um.
Die Küche war sehr bescheiden gehalten. In jenem Raum, welcher nur die Hälfte des vorherigen Zimmers hätte ausfüllen können, gab es eine kleine Spüle, einen breiten Kühlschrank, sowie einen Herd mit eingebautem Backofen und eine lange Arbeitsfläche, über der mehrere Schränke an der Wand befestigt waren. Alles war in schlichten Weiß- und Grautönen gehalten.
Ohne zu zögern öffnete Liva den ersten Schrank in der Reihe. Zu ihrer Überraschung stapelten sich dutzende von Kochbüchern in diesem. Sofort schloss sie den weißen Schrank wieder und wandte sich dem nächsten zu, in dem sich bloß einige Porzellantassen befanden.
Gespannt zog sie an der nächsten Tür. Auch wenn es ihr unangenehm war, die vielen Schränke der Küche zu begutachten, steigerte es gleichzeitig ihre Neugierde. Anhand der Dinge, die sie erblickte, konnte sie schließlich mehr über Marth erfahren: wie er lebte und was ihn interessierte.
Mit ihrer schmalen Hand umklammerte sie den stiftdünnen Griff und öffnete die dritte Schranktür. Mit einem kritischen Blick besah sie die Gegenstände, die auf den eingebauten Regalen platziert waren. Durch die vielen Kochbüchern vermutete das Mädchen, dass der Prinz sich im Kochen übte.
Die Porzellanbecher… nun… er ist schließlich ein Prinz.
Aber das vor ihr… Langsam griff sie in den Schrank und zog eine längliche Schachtel heraus. Während sie den Schriftzug auf dem Deckel des Behälters entzifferte schlich sich ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen.
So ist das also, sagte sie sich im Stillen und dachte an jene Informationen nach, die sie während ihrer Recherchen über Prinz Marth herausgefunden hatte.
Sie stellte die Schachtel Pralinen zurück ins obere Regal, bevor sie die vier Kerzenständer musterte, die ordentlich nebeneinander gestellt waren. Sie berührte mit ihrer Nasenspitze bereits das untere Brett des Schranks, als sie auch die anderen Dinge begutachtete. Ihre Augen funkelten auf, als Liva Kerzen und einen kleinen Zettel fand, der sich nach einem aufmerksamen Blick als Checkliste entpuppte.
In ihrem Bauch spürte sie ein zwickendes Kribbeln, als sie den Schrank schloss. Mit einem Grinsen im Gesicht wandte sie sich dem Nächsten links von ihr zu, in dem sie schließlich einen Erste-Hilfe-Koffer fand.
Leise Lachend schüttelte sie den Kopf.
Wie kann man bloß einen Verbandskoffer in der Küche aufbewahren, fragte sie sich in Gedanken.
Sie zog den roten Koffer aus dem Schrank und erstarrte mit einem Mal in ihrer Bewegung. Sie hielt den Atem an, während sie angestrengt lauschte. Livas Finger umklammerten krampfhaft den silbernen Griff der Schranktür, als sie weiter in die gespenstische Stille horchte. Sie spürte ihr Herz schneller schlagen und ein unangenehmer Schauer lief ihr den Rücken hinunter. Verdammt.
Mit vor Angst geweiteten Augen stieß sie die Tür zum Wohnzimmer, die zur Hälfte offen stand, zur Seite und sah panisch zum Ledersofa. Außer dem Geräusch, was der Zusammenprall der Tür an der Wand verursachte, war es totenstill.
„Mh.“ Verwundert hob Marth seinen Blick von dem kleinen Buch in seiner linken Hand. Erleichtert atmete Liva tief aus.
„Ich sagte doch, dass du irgendetwas erzählen sollst“, meinte die Rothaarige und fuhr sich mit dem Handrücken über die Stirn, „Ich dachte, du wärst wieder ohnmächtig geworden.“
„Entschuldige“, entgegnete der Prinz leise, „Aber während ich erzählte fiel mein Blick wieder auf dieses Buch und es zog mich erneut in seinen Bann.“ Er deutete auf das Büchlein, in dem er bereits gelesen hatte, als Liva ihm auf der Lichtung begegnet war.
„Was ist denn so besonders an diesem Buch?“, fragte Liva, nachdem sie sich neben dem Thronerben Alteas auf das cremefarbene Sofa gesetzt hatte.
„Es berichtet über einen Krieg, der nun einige Zeit zurück liegt“, erklärte der alteische Prinz sofort und in seinen Augen nahm Liva ein aufgeregtes Funkeln wahr.
„Ein Krieg?“ Verständnislos musterte Liva das kleine Buch, welches von einem braunen Lederumschlag umhüllt war.
„Genau“, Marth nickte, „Dem sogenannten Geisterkrieg.“
„Geisterkrieg? Davon habe ich noch nie etwas gehört.“
„Das kannst du auch nicht.“ Der Prinz lächelte das Mädchen freundlich an. „Zwar fand jener Krieg in deiner Dimension statt, doch meinen Erkenntnissen zufolge wurde das Gedächtnis der Bevölkerung der Dimension 51845 über den Geisterkrieg gelöscht.“
„Wie?“ Verwirrt runzelte Liva die Stirn. „Was ist denn eine Dimension? Ich verstehe es leider nicht.“
„Das ist nicht schlimm“, erwiderte Marth mit einem milden Lächeln auf den Lippen. Vorsichtig erhob er sich von dem Sofa und schritt auf eine Holzkommode auf der anderen Seite des Wohnzimmers zu. Leicht schwankend stützte er sich an der Kommode angekommen an dieser ab, während er die unterste Schublade öffnete. Unter Livas gespanntem Blick holte Marth ein zusammengerolltes Papier zum Vorschein, welches von der Größe Architektenpapier ähnelte. Anschließend breitete der Prinz das Papier auf einem Tisch in der Mitte des Wohnzimmers aus. Interessiert trat Liva neben den Blauhaarigen, der eifrig an den Ecken des Blattes einige Kerzenständer, die dekorativ auf dem Tisch platziert waren, stellte.
Das Mädchen stützte sich an der Tischplatte ab, während sie das Papier musterte. Anders als von außen war die Innenseite bläulich gefärbt. Kleine weiße Punkte waren auf dem gesamten Blatt verteilt und erinnerten Liva an die Sterne auf einer Sternenkarte. Einige jener Punkte waren durch dünne Striche miteinander verbunden. Oberhalb dieses Gewirrs stand in schnörkeliger Schrift >Dimensionsraum< geschrieben.
„Hier siehst du eine Karte des Dimensionsraums Stand 2090, also der aktuellsten Karte“, erklärte Marth mit einem breiten Lächeln im Gesicht. „Jeder dieser Punkte“, er zeigte auf irgendeinen Punkt auf der Karte, „ist eine Dimension. Allerdings schätzt man, dass es weitaus mehr gibt, als die auf diesem Papier Aufgezeichneten.“
„Ok.“ Liva nickte langsam. „Und was kann ich mir unter einer Dimension vorstellen?“
„Eine Dimension könnte man als eigenes Universum beschreiben“, erzählte der Prinz und fuhr mit seinem rechten Finger zu einem weiteren weißen Punkt. „Das hier beispielsweise ist deine Dimension.“
„Wie kannst du dir da so sicher sein“, wollte Liva wissen, die das System hinter jener Karte noch nicht verstand.
„Das ist einfach“, entgegnete der alteische Prinz, „An jeder Dimension ist eine Zahlenkombination angegeben. Siehst du?“ Er wies auf eine winzige Schrift in Weiß.
Liva beugte sich leicht über das blaue Papier und erkannte die kleinen Ziffern >51845<. „Ach, jetzt sehe ich es.“
„Diese ganzen eigenen Universen zusammen bilden den Dimensionsraum“, erklärte Marth weiter.
„Und diese vielen Striche? Was bedeuten sie?“, fragte das Mädchen neugierig. Allein die Vorstellung, dass es noch weitere Welten gab, in denen die verschiedensten Leute lebten, reizte ihre Wissbegierde.
„Dimensionen, die mit einer Linie verknüpft sind, sind in Wirklichkeit durch Portale oder ähnliches miteinander verbunden“, antwortete Marth und deutete auf eine andere Stell auf dem Papier, „Es gibt zudem auch noch verschiedene Arte von Dimensionen. Da gibt es beispielsweise die Spiegeldimensionen, die auch als Paralleluniversum bezeichnet werden. Diese werden mit einem Strich, zwischen der „gespiegelten“ Welt  gekennzeichnet. Es gibt aber auch Dimensionen, in denen eine Art ewig währender Ablauf herrscht.“ Mit seinem Zeigefinger zeigte der Prinz auf eine Ansammlung von weißen Punkten, die durch eine Spirale miteinander verknüpft waren.
„Jedes Universum in dieser Anhäufung wird als Spiraldimension bezeichnet. Sie sind ähnlich wie Paralleldimensionen: auch in diesen Welten leben die gleichen Leute und dieselben wichtigen Ereignisse treten ein. Dies ist gleichzusetzen mit deinem Spiegelbild, wenn du dich in einem Spiegel betrachtest, Liva. Egal welche Bewegung du ausführst, dein Spiegelbild tut es dir gleich.
Bei den Spiraldimensionen jedoch durchläuft jede Dimension versetzt zu den anderen in der Spirale den Lauf der Geschichte.“
Liva nickte. „Das bedeutet also, dass diese Spiraldimensionen jeweils einen Zeitenunterschied von einigen Jahrzehnten oder länger haben?“
„Du hast es verstanden“, meinte der Prinz lächelnd, „Es gibt natürlich noch weitere Arten von Dimensionen und Kombinationen, aber das Wichtigste an dieser Karte sind dennoch die Verbindungen zu den anderen Universen.“
Der Thronerbe Alteas deutete wieder auf den weißen Punkt, der Livas Dimension symbolisierte.
„Von deiner Dimension aus verlaufen nur wenige Verbindungen zu anderen Welten, jedoch…“, er fuhr eine Linie entlang und blieb mit seinem Finger auf einer anderen Dimension stehen, „führt eine jener Verknüpfungen auch in die SSB- Dimension.“
„Du meinst also“, Liva sah zu dem Prinzen hoch, „dass es von hier aus eine Möglichkeit gibt, in meine Welt zu gelangen? Das ist ja erstaunlich.“
„Und damit wären wir wieder bei diesem Buch und dem darin beschriebenen Krieg“, hörte sie den Prinzen etwas leiser sagen, „Ich glaube nämlich, dass die Helden von damals durch einen geheimen Eingang in die Dimension 51845 gelangt sind. Der Schreiber berichtete von einer Höhle, deren Wände aus klaren Kristallen bestanden und ich meine mich zu erinnern, dass es hier eine solche Höhle gab.“
Angestrengt schloss er die Augen und ein leises Keuchen entfuhr ihm, bevor er sich an die Wunden an seinem linken Arm griff.
„Warte.“ Liva zog den kleinen Erste-Hilfe-Koffer auf den Tisch und begann, darin herumzukramen. „Setzt dich wieder auf das Sofa“, forderte sie Marth auf und zog einige Binden und ein Desinfektionsspray aus dem Koffer heraus.
„Ich war zwar nie im Erste-Hilfe-Kurs, aber das sollte ich schon schaffen“, sagte Liva mehr zu sich selbst als zu dem alteischen Prinzen. Sie setzte sich neben ihn auf das cremefarbene Sofa und zog den Ärmel seines Gewands hoch.
„Es könnte gleich ein bisschen zwicken“, warnte sie ihn vor.


„Gut, es ist also nichts Außergewöhnliches passiert“, wiederholte Mario ruhig, „Keine Angriffe, keine Vermissten.“
„Genau“, krächzte die Stimme des Toads aus dem Hörer, „Das Unwetter hat bereits nach einer halben Stunde nachgelassen.“
Mario brummte verstehend, während er das schmale Handy in seiner Hand fester hielt. „Also waren sie  auch nicht da?“, hakte der Klempner mit einem düsteren Blick nach.
„Nein, niemand. Nicht einmal dieses Mädchen “, versicherte ihm der Toad.
„Dann ist alles geklärt“, Marios Griff lockerte sich, „Beobachte weiter die Situation. Sollte irgendetwas passieren, sagst du mir Bescheid!“
„Verstanden!“, hörte er den Toad noch sagen, während er bereits auflegte. Der Klempner steckte sein Handy in die rechte Hosentasche seiner Latzhose, bevor er sich umwande und mit einem genervten Blick die Flügeltür vor sich betrachtete. Leise stöhnte er auf.
Es brachte nichts, die Krieger warten zu lassen. Eher würden sie sich weiter über ihn beschweren.
„Vielleicht sind die Vorsitzenden der Parteien durch ihr Schreinen heiser geworden“, sagte Mario sich und ein freches Grinsen umspielte seine Lippen, als er den großen Saal durch die Flügeltüren betrat.
Zu seiner Verwunderung war es außer dem Getuschel einiger Anwesenden komplett still. Jedoch konzentrierte sich die Aufmerksamkeit nicht auf den wiedergekommenen Klempner, sondern auf einen fast zwei Köpfe größeren Mann, der seine Stimme erhoben hinter dem Rednerpult stand.
„Im Gegensatz zu der großen Wirkung, die wir uns durch den Sturz unseres jetzigen Vorsitzenden erhoffen, bin ich gegen eine Neuwahl.“ Mit seinen meerblauen Augen sah die Person in die Menge. „Ihr mögt es vermutlich vergessen haben, doch scheinen wir ein zu großes Problem zu haben, um uns nun über unseren Vorsitzenden zu streiten. Wie Daraen bereits sagte, sind wir ohne die Kraft der Amulette einem möglichen Feind schutzlos ausgeliefert und somit auch uns selbst.“ Mit einem Kopfnicken wies er auf Link und Pit, die in der ersten Reihe saßen. Mit einer Hand hielt Pit sich ein blutdurchtränktes Tuch auf eine längere Wunde an seinem linken Arm.
„Und das ist während eines Übungskampfes geschehen“, berichtete die Person hinter dem Rednerpult, „Was aber wäre passiert, wenn beispielsweise ich absichtlich mit meinem Schwert“, er trat mit einem breiten Schwert in der Hand vor die erste Reihe, „auf Jemanden eingestochen hätte?“ Er drehte den Beidhänder einmal in seiner Hand herum und schwang es gezielt auf den Nächsten rechts von ihm. Die Person in der Rüstung schreckte leicht zurück, als die Klinge millimetergenau vor dessen Nasenspitze anhielt.
„Es war also nur weise von Mario uns erst einmal beruhigen zu wollen, wobei er nicht alles verschweigen sollte“, der blauhaarige Mann zog sein Schwert zurück und lehnte sich mit dem Rücken gegen das Rednerpult. „Würden wir in unserer jetzigen Situation einen neuen Vorsitzenden wählen, wäre uns mit dieser Maßnahme nicht geholfen. Wir brauen jemanden, der die nötige Erfahrung hat und sich in diesem Posten auskennt. Egal, wie klug, kampferfahren oder verlässlich die Kandidaten auch sein mögen, jeder von ihnen wird Schwierigkeiten haben, sich in der Rolle des Vorsitzenden, den man mit jedem Problem belasten wird, hineinzufinden. Zudem glaube ich nicht einmal, dass sich Samus, Marth und Luigi bewusst sind, dass sie als mögliche Nachfolger Marios kandidieren.“ Der Mann bedachte jeden der Parteianführenden mit einem strengen Blick.
„Das ist zumindest meine Meinung zu diesem Thema.“ Der Blauhaarige wandte sich an Mario: „Daher ziehe ich mich wieder in die hinterste Reihe zurück. Vorsitzender, das Pult ist wieder frei.“
Mit wehendem Umhang ging der muskulöse Mann an dem Klempner vorbei.
„Wofür war das, Ike?“, fragte Mario den Vorbeigehenden und in seiner Miene spiegelte sich Verblüffung wider.
„Irgendjemand musste doch die kommenden Gefahren aufzeigen“, entgegnete der Blauhaarige achselzuckend.
„Danke“, meinte der Klempner noch halb erstaunt, bevor er sich hinter das Rednerpult zwängte. Laut räusperte er sich, während wisperndes Gerede den Saal erfüllte.

„He, ich glaube, wir sollten Luigi aus unserem Programm streichen“, flüsterte der grüne Toad seinen Parteifreunden hinter hervorgehaltener Hand zu, „Stattdessen sollten wir uns Ike zuwenden. Er ist ein guter Redner. Mit seiner gemeinschaftlichen Art und dieser Präzision, die Dinge auf den Punkt zu bringen, ist er der perfekte Vorsitzende.“
„Sollen wir unsere Flyer daher mit blauen Farben gestalten?“, fragte sofort ein anderer Toad.
„Hey, unsere Flugblätter sind bereits blau!“, schrie mit einem Mal der Vorsitzende jener Gruppierung, die Marth als Vorsitzenden vorschlug.
„Ist mir doch egal“, giftete der grüne Toad den Krieger an, „Ike ist viel stärker als Marth!“
„Stimmt doch gar nicht!“
„Doch!“
„Nein!“

„Die benehmen sich immer wie Kleinkinder“, brummte Fox genervt, während er zu seinem Nebensitzer schaute.
„Scheint wohl so, als könntest du der nächste Vorsitzende werden, Ike.“ Mit einem breiten Grinsen betrachtet der Fuchs den Blauhaarigen, der seine Arme hinter dem Kopf verschränkt zur Decke des Saals sah.
„Ich wurde nicht gefragt, also würde ich diesen Posten auch nicht annehmen“, entgegnete Ike ruhig, „Aber meine Worte, wie gefesselt die Leute auch waren, haben wohl kein Gehör gefunden. Wer will dann schon bei jeder Versammlung am Rednerpult stehen und versuchen, diese wilde Menge zu beruhigen?“


Die Nacht war bereits hereingebrochen, als sie die Küche des Restaurants Zum grünen Kleeblatt am östlichen Rand von Sedes betrat und im selben Moment stieg ihr eine Mischung aus den köstlichsten Speisen in die Nase. Sofort lief ihr das Wasser im Mund zusammen, während sie die Dutzend Pfannen auf den Herdplatten musterte, in denen Schnitzel und Steaks brutzelten.
In der Küche herrschte reges Treiben. Toads in Kellneruniform und Schürzen eilten zwischen den kleinen Gassen, die die nah aneinander gerückten Tische und Öfen noch übrig ließen.
Ein grüngepunkteter Toad trat neben der Besucherin durch die Tür. Die junge Dame mit einem freudigen Lächeln begrüßend griff er nach einem kleinen Tellerchen, welches ihm von einem Kollegen gereicht wurde. „Die Kräuterbutter zu Platz 5“, hörte sie den anderen Toad sagen und der Grüngepunktete nickte knapp.      
Doch bevor das Pilzwesen wieder aus dem hinteren Teil des Restaurants verschwand wand es sich mit erfreuter Miene der jungen Dame zu. „Brauchst du etwas, Sheena?“, fragte er mit seiner krächzenden Stimme.
„Ich suche deinen Chef“, entgegnete sie lächelnd. Ihr um einige Köpfe kleineres Gegenüber deutete mit einem Nicken tiefer in die Küche. „Er ist dort hinten“, meinte der Toad und eilte geschwind in den großen Saal hinter der Küchentür.
So, so. Langsam durchquerte Sheena die engen Wege und musste sich des Öfteren durch eine Traube Toads hindurchzwängen, bis sie endlich die Kochstelle erreichte, an dem der Chef des Restaurants arbeitete.
Fröhlich pfeifend drehte er die Bratkartoffeln in einer schwarzen Pfanne um, bevor er mit einer geübten Bewegung aus dem Arm einen Pfannkuchen in die Luft warf. Es zischte leise auf, als der Pfannkuchen wieder in die Pfanne glitt und der Chefkoch diese auf die heiße Herdplatte zurückstellte.  
Sheena ging einen Schritt näher auf den Braunhaarigen zu und räusperte sich. Erschrocken wandte sich der Chefkoch um, doch als er die junge Frau erblickte schlich sich ein erleichtertes Grinsen auf seine Lippen.
„Sheena, was machst du hier?“, wollte er wissen, während es in seinen hellblauen Augen fröhlich funkelte.
„Ich wollte mit dir reden“, entgegnete Sheena sanft, doch zugleich mit einem ernsten Ton in der Stimme, „Das, was vor einigen Tagen passiert ist, war nicht deine Schuld.“
Mit einem Mal sah der andere betrübt zur Seite. „Aber es war meine Aufgabe ihn zu beschützen. Ich habe versagt.“ Seine Augen füllten sich mit Tränen. „Sie haben ihn. Und das… und das nur wegen…mir.“ Er schluckte schwer. „Ich kann nicht mehr weitermachen. Ich bin euch bloß ein Klotz am Bein. Hector und du… ihr schafft das auch ohne mich.“ Der Chefkoch sah mit einem angedeuteten Lächeln in das Gesicht der jungen Frau. Mit schüttelndem Kopf betrachtete Sheena den Braunhaarigen.
„Wir sind ein Team, Luigi“, entgegnete sie und legte ihre Hand auf seine schmale Schulter. „Wir halten zusammen.“
„Aber“, stotterte Luigi traurig, „Ich bin nicht so stark wie ihr beiden. Und nicht so mutig.“
„Und?“ Mit einem milden Gesichtsausdruck betrachtete Sheena Marios jüngeren Zwillingsbruder. „Wärst du so wie Hector würde ich wohl komplett ausflippen“, sagte sie lachend, „Du bist jemand Besonderes, Luigi. Glaub nicht, dass wir dich als Störenfried oder „Klotz am Bein“ empfinden. Du bist uns eine große Hilfe.“
„Aber Timo… dieser arme Junge“, entgegnete der Klempner mit den Tränen kämpfend.
„Das hätte uns allen passieren können“, erwiderte Sheena ernst, während sie mit dem Daumen tröstend über Luigis Schulter strich, „Außer Immanuel Gidd natürlich. Schließlich sitzt der als einziger von uns den ganzen Tag sicher in seinem Labor. Bitte, Luigi, wir brauchen dich! Du kannst jetzt nicht aussteigen.“
„Ja, Chef“, mischte sich ein Toad ein, der in Luigis Unachtsamkeit sich um die kochenden Sachen auf der Herdplatte gekümmert hatte, „Ich habe wieder Lust, einige Schattenmonster zu bekämpfen!“
Ein zustimmendes Johlen von den anderen Arbeitenden ging durch die Küche.
„Siehst du?“ Sheena legte ihren Kopf leicht schief, sodass einige dunkelgrüne Strähnen ihr ins Gesicht fielen. „Dein Einsatztrupp ist auch bereit.“
„Nun.“ Zögernd schaute Luigi in die erhellten Gesichter seiner Kameraden. „Wenn ich euch wirklich nicht zur Last falle“, meinte er leise.
„Ich hätte besser aufpassen müssen“, sagte die junge Frau mit fester Stimme, „Aber zusammen können wir meinen Fehler wieder ausbügeln, wenn du willst.“
„Unser Fehler“, korrigierte Luigi sie, „Wir sind doch ein Team.“
„Ja.“ Sheena grinste erleichtert. „Beim Kochen kann ich dir allerdings nicht helfen“, meinte sie dann schnell und wedelte abwehrend mit den Händen, „Alles, was ich koche, bekommt den Kostenden nicht sehr gut.“
Der Chefkoch nickte verstehend. „Dann könntest du mir von der Versammlung heute Mittag berichten. Ich musste mich leider um das Restaurant kümmern.“
„Natürlich. Selbst jetzt, einige Stunden nach dem Unwetter, ist das Gebäude wieder bis zum letzten Platz belegt.“ Die Grünhaarige stützte sich mit den Händen auf die Kante der Arbeitsplatte hinter ihr ab. Die Kälte des Granits umfing sofort ihre Finger und eine leichte Gänsehaut überkam sie.
„Aber es ist nichts Interessantes passiert“, erzählte Sheena, wobei sie bewusst den Verrat von Luigis Fans, der Partei der Grünen Kleeblätter, nicht ansprach, „Bis zum Ende der Versammlung wurden keine Maßnahmen getroffen, um uns Krieger zu schützen. Allerdings hätten uns die Ketten im Kampf gegen die Schattenwesen auch nicht geholfen.“        
„Wie meinst du das?“, fragte der Klempner stirnrunzelnd, als die Grünhaarige nicht fortfuhr. Nachdenklich schaute Sheena zur weißen Decke des Gebäudes hoch.
„Ein magisches Objekt, in dessen sich dunkle Fäden durch das lichte Material ziehen, strahlt kein reines Licht aus“, flüsterte sie in Gedanken versunken, „Die Quelle, von der die Taschenuhren ihre Kraft erhielten, sie war nicht…“ Sheena hielt kurz inne. „Sie ist etwas Einzigartiges. Eine Kugel aus reinem Licht.“    
„Und dennoch ist sie von dunkler Energie erfüllt?“, wollte Luigi wissen.
„Ich weiß es nicht“, entgegnete die junge Frau und sah dem Chefkoch tief in seine blauen Augen, „Die Verschmutzung von energiereichen Gegenständen kann durch verschiedene Ereignisse geschehen.“ Grübelnd betrachtete Sheena ihre braunen Schuhe. „ Aber diese dunkle Macht ist sehr schwach. Sie ist kaum spürbar. Dennoch scheint dadurch der magische Schutz der Ketten gegen die Schattenwesen nicht zu wirken.“
„Wir dürfen uns einfach wie zuvor nicht von diesen Wesen treffen lassen“, meinte Luigi mit Zuversicht in der Stimme.
„Ja.“ Ein Lächeln deutete sich auf ihren Lippen an. Trotzdem war ihr Blick trüb auf die gegenüberliegende Wand der Küche gerichtet.
„Zusammen werden wir schon eine Lösung finden“, meinte sie blinzelnd, „Zusammen sind wir stark.“



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Hallo liebe Leser!

Das Kapitel für diese Woche kommt leider etwas spät...

Hector: *lacht* Der letzte Tag in der Woche.


Nun, ich musste noch etwas an dem Kapitel feilen, da ich nicht ganz zufrieden war. Vielleicht ist es euch schon aufgefallen, dass in fast jedem Kapitel Toads vorkommen.

Hector: Und ich finde diese Viecher ganz schön nervig. Immer, wenn ich sie sehe würde ich am liebsten...

Und ich möchte jetzt nicht so wie Nintendo anfangen und jedes mal diese kleinen, niedlichen Pilzwesen in meinen Kapiteln vorkommen lassen, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht mehr freundliche MPCs aus Computerspielen kenne.

Hector: Da hört deine Fantasie also auf *grinst breit*

Ja, also, da bin ich wohl auf die Hilfe meiner lieben Reviewschreiber angewiesen. Schließlich ist dimension -Der Schattenkrieg immer noch eine MMFF und ich freue mich natürlich auf kreative Einfälle eurerseits.

Insgesamt weiß ich auch nicht, ob euch mein Schreibstile wirklich gefällt. Natürlich lese ich nur Gutes in den Reviews über meine Geschichte und dass macht mich auch sehr glücklich. Aber habt ihr nicht irgendetwas zu kritisieren? Ist der Text nicht ein bisschen unübersichtlich? Sollte ich vielleicht mehr Absätze machen oder braucht ihr irgendwelche Steckbriefe, weil die Geschichte sonst zu unverständlich wird?
Ich möchte, dass ihr ganz ehrlich zu mir seid und auch etwas kritisiert, wenn es euch nicht gefällt. Seid aber bitte nicht zu hart...

Hector: Du willst, dass sie dir die Wahrheit sagen, dann sollten sie auch nicht zu nett sein! *richtet sich an die Leser* Seid bloß so bösartig wie möglich!

Danke, Hector, ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen sollte...

Das wäre es dann von mir! *Kekse vor euch stell* Und bitte seid ehrlich.

Hector: Das sind wir doch *greift sich einen Keks* Mein Kritikpunkt: Ich kam noch in keinem Kapitel vor.

Gut, gut, dass lässt sich einrichten. :D
Ich wünsche euch noch einen prächtigen Start in die neue Woche!

TMW






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