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dimension-Der Schattenkrieg

MitmachgeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Fox McCloud Mario OC (Own Character) Pit
06.05.2016
06.06.2017
29
66.527
 
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05.08.2016 3.171
 



Der Meisterdetektiv:
 


Der Kampf war vorbei und die beiden Krieger unterhielten sich trotz der starken Lautstärke im Flüsterton. „Was wollen diese Leute eigentlich noch?“, fragte Meta Knight ärgerlich und schaute verbittert die Zuschauerränge hinauf. Marth lächelte erleichtert. „Sie werden bestimmt bald gehen“, meinte der Prinz mit freundlicher Mine, „Vielleicht…“
Marth stockte, als er aus dem Augenwinkel irgendetwas auf sie zu fliegen sah. „Zur Seite!“ Aus einem inneren Reflex heraus stieß der alteische Prinz den Sternenkrieger zur Seite und rollte sich dann nach rechts ab. Der Gegenstand rauschte mit einem luftzerreißenden Geräusch knapp an Marths Ohr vorbei, bevor der Blauhaarige zu Boden stürzte.
Er hörte Meta Knight laut husten. „Was sollte… das?“, keuchte er verwirrt zu Marth blickend. Doch der Angesprochene steuerte geistesabwesend auf etwas auf dem Steinboden liegendem zu. Marth kniete sich nieder und betrachtete das Objekt, welches Meta Knight vor wenigen Augenblicken fast durchbohrt hätte.
„He“, der Sternenkrieger legte seine behandschuhte Hand auf die Schultern des Prinzen, der darauf allerdings nicht reagierte, weshalb Meta Knight lauter wurde. „Ich spreche mit dir, Dickkopf!“, versuchte er es weiter, doch Marth schien mit den Gedanken ganz woanders. Selbst die entsetzten Rufe und die daraus folgende Flucht einiger Leute aus der Arena nahm er nicht wahr.
Nachdenklich drehte er den ungefähr fingerdicken Gegenstand, an dem ein Blatt Papier an einem Seil fixiert war, in seiner rechten Hand.
Der Pfeil ist aus Ebenholz gefertigt worden, stellte Marth grübelnd fest. Der Prinz wollte sich gerade dem kleinen Zettel zuwenden, als er plötzlich Meta Knights ernstem Blick begegnete. Sofort riss der Maskierte, der sich vor dem Blauhaarigen aufgebaut hatte, das Objekt aus dessen Hand und ging dann zielstrebig auf eine der hölzernen Tore zu, die in die Zimmer unterhalb der Fortuna Arena führten. „Hey!“, war das Einzige, was Marth entfuhr. Doch der Sternenkrieger wartete nicht auf den Prinzen, sodass Marth gezwungen war, Meta Knight zu folgen.
Schließlich wollte er herausfinden, was es mit diesem Pfeil auf sich hatte.

Panisch drängten viele Zuschauer durch die schmalen Gänge und nahmen dabei keine Rücksicht auf andere, die ihnen versehentlich in die Quere kamen. Auch Matthew stieß mehrere Leute von sich, wobei er sich immer wieder kurz umdrehte, um sich im Weiterrennen zu entschuldigen. Er keuchte entkräftet. Doch er durfte nicht stehen bleiben, trotz der stechenden Schmerzen, die ihn zusammenzucken ließen.
Er war noch nie ein ausdauernder Sprinter gewesen. Erschöpft wischte er sich mit dem linken Handrücken über die verschwitzte Stirn, während er weiter aufmerksam nach ihr Ausschau hielt. Sie müsste doch eigentlich auffallen; schließlich trug sie einen langen Bogen mit sich und den konnte man doch nicht einfach unter dem T- Shirt verstecken.
Matthew stolperte zum Ausgang zu. Wenn er sie gewesen wäre hätte er dasselbe getan. Was würde man auch sonst tun, wenn man mit einem Pfeil auf Meta Knight gezielt hätte, schoss es dem Jungen durch den Kopf.
Doch er hatte sie dabei gesehen. Und nur deswegen war Matthew hinter ihr her. Er wollte herausfinden, wie dieses Mädchen auf jenen Gedanken kam, das Leben einer Person zu gefährden. Auch ,wenn das alles hier nur ein Computerspiel war und es Matthew eigentlich egal sein könnte, dass der Sternenkrieger getötet wird. Allerdings  Matthew begründete sein Handeln mit der Aussage seiner Freunde, dass er ein „virtuelles Gewissen“ hätte, was er nicht wiederlegen konnte. Im Gegenteil erinnerte er sich noch gut an ein Strategiespiel, dessen Kapitel er immer wieder hatte neu starten müssen, nur weil irgendjemand gestorben war.
Laut hallten seine Schritte an den Wänden des düsteren Tunnels, der sich hinter der Ausgangspforte erstreckte, wider. Vielleicht habe ich sie verloren, dachte sich Matthew und wollte seine Suche nach dem fremden Mädchen aufgeben, als er sie plötzlich am Ende des Tunnels erblickte.

„Grünen oder Schwarzen Tee?“ „Lieber den Grünen“, meinte Marth, während er langsam mit der goldenen Taschenuhr über seinen von Kratzern und roten Striemen verletzten Arm fuhr. In Sekundenschnelle verschwanden die Verletzungen als wären sie nie da gewesen. Der Prinz vernahm wie im hinteren Teil des Raumes eine der vielen Schubladen geöffnet wurde, während er sich weiter kritisch im Wandspiegel betrachtete. „Dieses Schreiben gefällt mir nicht“, meinte Marth, während er mit der Taschenuhr über seine Wangen fuhr.
„Morgen um Punkt 15:00 Uhr (7:00 Uhr) im düsteren Wald. Sei pünktlich oder du gibst dich geschlagen“, zitierte der alteische Prinz die Nachricht, die an dem Pfeil befestigt gewesen war. Er sah ernst zu Meta Knight, der zwei dicke Tassen aus dem Schrank zog. „Ich kann dich morgen leider nicht begleiten“, redete Marth weiter.
„Das brauchst du auch nicht“, entgegnete der Maskierte schroff, „Nur weil ich verloren habe, muss mich noch keiner beschützen.“ „Das hast du falsch verstanden“, erwiderte der Prinz und lächelte versöhnend, „Ich mache mir bloß Sorgen.“ „Sorgen!?“ Schnaubend ließ Meta Knight die grauen Tassen in seiner Hand auf die Küchentheke krachen, bevor er sich zu beruhigen begann.
„Was sollte denn deiner Meinung nach passieren?“, fragte der Sternenkrieger im angespannt ruhigen Ton.
„Der Absender des Pfeiles hatte es auf einen von uns abgesehen“, entgegnete der alteische Prinz mit sanfter Stimme.
„Woher willst du das wissen?“ Meta Knight warf dem Thronerben Alteas einen skeptischen Blick zu. „Eins nach dem anderen“,  meinte der Angesprochene kühl und setzte sich breit grinsend auf ein schwarzes Sofa nieder, welches vor der Trennwand stand, die die kleine Küche von dem Wohnzimmerähnlichen Raum trennte. Während er den Brief auf dem Glastisch erneut betrachtete legte er sich die Taschenuhr wieder um den Hals. Das Material der Kette gab eine angenehme Kälte wie ein Kühlpad  von sich. „Um herauszufinden, wem du morgen gegenüberstehen wirst, müssen wir dieses Schriftstück analysieren“, erklärte der Prinz sachlich, während er den Brief in die Hand nahm. Aus dem Fenster, das in die Trennwand eingelassen war, warf der Sternenkrieger einen kurzen Blick auf den Text.
„Die Schrift ist sehr unordentlich“, fiel es ihm plötzlich auf, „Der Schreiber muss daher männlich sein.“
Doch Marth schüttelte ernst mit dem Kopf. „Das ist eine subjektive Erkenntnis“, entgegnete er und reckte seinen Kopf nach hinten, um Meta Knight in die Augen zu sehen, die einen grünen Ton angenommen haben. „Nicht jeder Junge hat eine schludrige Handschrift sowie nicht jedes Mädchen eine Ordentliche.“
„Natürlich nicht.“ Der Sternenkrieger bedachte den Prinzen mit einem vielsagenden Blick. „Aber was soll mir dieses Stück Papier dann sagen?“, wollte Meta Knight wissen. Der Prinz fuhr mit dem Finger über die Worte, die mit einem Kugelschreiber niedergeschrieben worden waren. „Die Buchstaben verlaufen schräg nach rechts“, erklärte der Blauhaarige, „Jene Person hat sich daher mit dem Schreiben beeilt.“
„Ah-ha“, machte Meta Knight nur. Dabei ließ er Wasser in die Tassen fließen, bevor er sich wieder dem Prinzen zuwandte. „Sonst noch etwas?“
Marth besah nun den Pfeil nachdenklich. „Wie ich bereits feststellen konnte besteht der Pfeil aus Ebenholz“, begann der Prinz das Objekt zu untersuchen, „Die Worte auf dem Pfeil sind mit einem dicken Filzstift verfasst worden.“ Er hielt kurz inne. „An den Maskierten“, las er laut vor und rutschte mit dem Rücken weiter in die weichen  Kissen des Sofas. „ Das >den< in dieser Anrede sieht eher hineingezwängt als vorher beabsichtigt aus. Findest du nicht auch?“, überlegte Marth,  „Außerdem ist es fragwürdig, weshalb dich diese Person mit >der Maskierte< anspricht. Ich glaube, dass jener Absender sich verschrieben hat. Vielleicht wollte er zuvor mich herausfordern, hat  sich dann jedoch um entschieden. Oder er wollte nur sein Wissen über dich verschleiern, in dem er deinen Namen nicht verwendete.“
„Wenn du meinst“, Meta Knight betätigte den Regler an der Mikrowelle, um das Wasser in den Tassen, die in der Maschine standen, zu erwärmen, „Aber bloße Thesen interessieren mich nicht. Du kannst so viel spekulieren wie du willst, Prinzchen. Aber überzeugen kannst du mich mit banalen Gedankengängen nicht.“ Damit betätigte der Sternenkrieger einen Knopf an dem Gerät und ein lauter Summton erklang.
Marth ließ den Ebenholzpfeil durch seine Finger gleiten. Geschickt drehte er ihn mehrfach und führte einige Tricks durch, die man beim Penspinning oft gebrauchte.
Leicht verärgert schnippte er den Pfeil mehrmals in die Höhe, um ihn danach über seinen Handrücken zu spielen. Er stellte keine „bloßen Thesen“ auf, keine plötzlichen Einfälle oder Theorien. Marth war sich sicher, dass es so gewesen war. Er glaubte sogar zu wissen, wer auf Meta Knight gezielt hatte. Dieser Pfeil bestärkte seinen Gedanken.
Der Sternenkrieger stellte die grauen Tassen, in denen jeweils ein Teebeutel im warmen Wasser schwamm, auf den Glastisch und verzog sich dann in die kleine Küche zurück.      
„Also überzeuge mich“, rief Meta Knight von hinten, während er im Schrank nach etwas Essbarem suchte, „Oder fällt dir nichts mehr ein?“
„Bei der Person“, redete Marth laut, doch mit einem so ruhigen Unterton, dass der Sternenkrieger die Gereiztheit des Prinzen heraushörte, „handelt es sich meinen Erkenntnissen nach um eine junge Frau.“
Trotz des Wissens, dass der Blauhaarige über den letzten Kommentar Meta Knights angegriffen reagierte, konnte dieser sich ein leises Lachen nicht verkneifen. „Ich dachte, subjektive Eindrücke würden die Lösung der Analyse verfälschen“, hustete der Maskierte amüsiert.
„Das tut es auch“, meinte der Prinz trocken und legte den Pfeil neben die Tassen, „Aber ich stütze mich auf wirkliche Tatsachen.“ Er nippte kurz an seinem Tee und versuchte sein plötzlich hitziges Gemüht zu beruhigen. Er räusperte sich. „Die Frau ist ungefähr 17 oder 18 Jahre alt und  circa 1,68 Meter groß“, erzählte Marth gefasst. Kurz huschte ihm ein Lächeln über die Lippen als er Meta Knights forschenden Blick auf ihm ruhen sah, bevor der Maskierte sich wieder umwandte und im Schrank weitersuchte.
„Welche Haarfarbe hat sie?“, fragte der Sternenkrieger belustigt.
„Dunkelblau“, entgegnete der alteische Prinz sofort, „Und sie ist eine begabte Kriegerin. Außerdem wird sie nicht aus dem Hinterhalt angreifen, aber sich ebenso wenig in ein Gespräch verwickeln lassen.“
„Also ein Kampf nach meinem Geschmack“, stellte Meta Knight entspannt fest.

Erschöpft sog er die kühle Nachtluft ein. Er war dem fremden Mädchen mit einigen Metern Abstand gefolgt. Sie schien ihn nicht bemerkt zu haben, da sie sich weder umdrehte noch die Flucht ergriffen hatte. Zielstrebig lief sie vom Arenagelände einem Wald entgegen.
Matthew fiel auf wie schön ihre dunkelblauen Haare, die zu einem Zopf zusammengebunden waren und bei  jeder ihrer Bewegungen elegant mitschwang, im matten Licht der Mondsichel leuchteten. Er hatte plötzlich das Bedürfnis mit seinen Händen durch ihre Haare zu fahren und der Junge stellte sich vor wie seiden weich sie sein mochten. Er wusste auch nicht warum, aber dieses Mädchen ließ ihn bereits mit ihrer betörenden Schönheit  lächeln. Wenn sie nun mit ihm reden würde; er wusste nicht, ob er ihr noch weiter hätte Stand halten können.
Ja, bei den Mädchen wurde er immer schwach.
Matthew, konzentriere dich auf deine Mission, ermahnte er sich im Stillen. Doch ertappte er sich sofort dabei, wie er ihre schnittige Jacke hinaufsah.
Wenige Minuten später hatten sie den Wald erreicht. Das Blätterdach der Bäume, die wie stumme Ritter den kleinen, matschigen Pfad durch den Wald ringsum bewachten, wurde leicht vom sanften Wind bewegt. Fröstelnd schlug Matthew seine Arme aneinander. In der Ferne konnte er eine Eule gespenstisch rufen hören.
Plötzlich blieb das Mädchen stehen, so unerwartet, das Matthew überrascht nach Luft schnappte. Langsam drehte sie sich zu ihm um und das wenige Mondlicht, welches durch das Blätterdach fiel erhellte ihr feines Gesicht. Leicht lächelnd trat sie näher an ihn. Ihre Augen hatten einen unvergleichlichen dunkelgrünen- braunen Ton, der Matthew sofort faszinierte. „Es gibt unter den vielen Idioten noch einige normale Menschen“,  flüsterte sie grinsend. Ein leichter Wind kam auf und ließ das Laub geheimnisvoll rascheln.  „So, was willst du von mir?“, sie stemmte erwartungsvoll die Hände in die Hüften. „Oder bist du mir bloß aus Langeweile gefolgt?“ Sie lächelte frech und musterte Matthew abwartend.
Dieser brachte kein Wort heraus. Sie war umwerfend. Mehr kam ihm nicht in den Sinn.
„Du hast dir schon die Mühe gemacht, also was möchtest du?“ Mit einer ihrer dunkelblauen Strähnen spielend kam sie einen Schritt auf den Jungen zu.
„Was?“ Matthew blinzelte verwirrt. „Jede Arbeit muss angemessen bezahlt werden“, hauchte die Fremde, „Ich würde es nicht anders machen. Also, was begehrst du? Münzen, Karten, Waffen oder“, sie lächelte verführerisch, „etwas anderes?“  
Sie spielt mit mir, kam es Matthew in den Sinn. Doch er wollte wirklich etwas. Er hielt den Atem an und zwang sich zur Ruhe. „Warum hast du Meta Knight versucht zu töten?“, fragte er angespannt und bereute gleich, nicht nach einem Küss gefragt zu haben.
„Wieso?“, belustigt kaute sie auf ihrem Blaubeerkaugummi herum, „Vielleicht aus Spaß?“
„Beantworte meine Frage“, forderte Matthew sie auf und versuchte ihren neckischen Blick zu erwidern.
„Na“, sagte sie spöttisch, „Es ging nur um eine Einladung zu einem Kampf.“ Leicht legte sie ihren Kopf schräg. „Doch ich wollte es etwas interessanter machen.“ Matthew noch frech anlächelnd würdigte sie  den Jungen mit einem kurzen Blick, bevor sie wandte sich um. „Jetzt muss ich aber los“, hauchte die Fremde, während ihr langer Zopf bei ihrer Bewegung die Taille des Mädchens elegant umspielte.
„Warte!“ Angespannt hielt der Junge die Fremde an der Schulter. Eine Frage brannte ihm noch auf der Zunge. „Wolltest du Meta Knight mit dem Pfeil treffen?“, fragte Matthew bedächtig. Das Mädchen jedoch befreite sich von seinem lockeren Griff. „Wenn ich ihn hätte treffen wollen“, flüsterte sie mit zusammengekniffenen Augen, „Dann hätte ihn niemand retten können.“
Damit verschwand sie in den Schatten des tiefen Waldes ohne, dass Matthew ihr folgte.

Seine Augen nahmen kurz einen roten Ton an, als die Tür zum Aufenthaltsraum aufgerissen wurde. Instinktiv sah er zu seinem Schwert, welches er gegen eine der weißen Wände gelehnt hatte. Marth war auf dem Sofa sitzen geblieben, doch hatte er Falchion mit der rechten Hand umklammert. Die Holztür schwang zur Seite und wurde von einem kleinen Türstopper in Mausform daran gehindert auf die Wand aufzuschlagen.
Ein kleiner Junge stand im Eingang. Neugierig betrachtete er den Raum, der durch die Trennwand in Küche und Wohnzimmer eingeteilt war, im Hineingehen. Dabei strich er sich nervös über den Arm. Der Prinz erhob sich, wobei er seine Hand von dem Schwertgriff entfernte, und trat auf den Grünhaarigen zu, der Marth mit großen Augen musterte. „Hast du dich verlaufen?“, fragte der alteische Prinz freundlich und ging in die Knie, um mit dem Jungen auf gleicher Augenhöhe zu sein. Der Fremde schüttelte den Kopf. „Ich wollte wissen, ob es euch gut geht“, hauchte er verlegen.
„Das ist aber lieb von dir.“ Marth fuhr dem Jungen aufmunternd durch die weichen Haare.
Meta Knight aber lehnte nur böse auf den Eindringling blickend an der weiß tapezierten Wand. Er mochte diese Kinder aus der Dimension 51845 nicht. Sie sollten in ihrer eigenen Welt bleiben und ihn nicht belästigen.
Der Sternenkrieger hatte sich nur auf das Angebot eingelassen, damit er sich endlich wieder mit den anderen Kriegern messen konnte und nicht, um törichte Kleinkinder zu bespaßen.
„Meta Knight?“ Marth betrachtete den Maskierten stirnrunzelnd, während sich der Junge in die weichen, mit Federn gestopften Kissen des Sofas warf. Doch der Angesprochene starrte nur düster zurück. Der Blauhaarige gab ihm mit einem strengen Blick zu verstehen, dass der Sternenkrieger sich gegenüber dem Jungen mit seinen negativen Kommentaren zügeln sollte, bevor der Prinz neben dem kleinen Jungen Platz nahm. Er lächelte ihn gutherzig an und hoffte zugleich von Meta Knight abzulenken, der sich nicht einzukriegen schien. „Wie lautet eigentlich dein Name?“, unterbrach Marth die entstandene Stille.
„Ethan“, entgegnete der Angesprochene sofort, „Ethan McKain.“ „Du weißt, dass diese Welt kein Kinderspielplatz ist, Ethan“, zischte Meta Knight mit verschränkten Armen.
„Vielleicht.“ Der kleine Junge griff mit beiden Händen nach Meta Knights Tasse, die unberührt auf dem Glastisch stand. „Aber ich will lernen, wie man ein starker Krieger wird“, meinte er, bevor er schlürfend einige Schlucke aus der Tasse nahm.  

Nicht, dass es schon schlimm genug war, dass er in diesen verdammten Regalen nichts Essbares gefunden hatte. Nun hatte dieser Junge noch wie selbstverständlich seinen Tee getrunken.
„Marth“, meldete sich der Sternenkrieger rau zu Wort. Dabei versuchte er seinem Freund zuliebe seine Wut und den Drang, den Jungen kurzerhand aus dem Zimmer zu schmeißen, zu verbergen. „Du hast mir noch nicht erklärt wie du die Identität des Schützens gelüftet hast.“
Entgegenkommend lächelte der Prinz. Es war wohl wirklich vom Vorteil nun das Thema zu wechseln.
„Der Pfeil ist die Lösung“, entgegnete Marth deshalb. Er hielt das Objekt in die Höhe. „Wie bereits gesagt besteht der Pfeil aus Ebenholz und dieses findet man nur im düsteren Wald. Dadurch, dass der Pfeil wie ich feststellen konnte handgefertigt ist und somit nicht in irgendeinem Laden erworben worden ist, gibt es keinen Zweifel.“
Fasziniert blickte Ethan auf den Gegenstand. „Das kann uns doch egal sein“, hörte der Junge den Sternenkrieger sagen.
„Der Pfeil ist der Schlüssel“, wiederholte der Prinz, wobei er Ethan den Pfeil reichte und auf die vergoldete Taschenuhr blickte.
„Also kennst du den Schützen?“, wollte Meta Knight wissen. Der Thronerbe Alteas erhob sich lächelnd vom weichen Sofa.
„Gewiss“, antwortete Marth, während er seinen Umhang zurechtrückte, „Nur wenige Krieger reisen durch den düsteren Wald und diese junge Frau ist mir auf den Weg zu meinem Haus aufgefallen. Du weißt doch“, der alteische Prinz  blickte kurz zu dem Sternenkrieger, „dass ich in einem Haus in der Nähe eines Flusses, der den düsteren Wald durchfließt, untergebracht wurde.“
„Und da bist du ihr eines Tages begegnet“, entgegnete der Maskierte spöttisch.

Gebannt verfolgte er das Gespräch der beiden Krieger. Prinz Marth war viel netter, als er sich ihn vorgestellt hatte. Ethan rutschte leicht auf dem Sofa hin und her. Ihm kamen wieder Millionen Fragen in den Sinn, die er den beiden vor ihm gerne gestellt hätte. Doch der alteische Prinz schien es plötzlich eilig zu haben.
„Genau so war es“, meinte Marth freundlich, „Ich habe gesehen, wie sie ihre Pfeile fertigte und ihren Bogen bearbeitete.“
„Glück muss man haben“, gab Meta Knight frech von sich. Der Prinz öffnete einen der Spinde, die neben der Tür platziert waren, und holte einen dunklen Mantel heraus.
„Ich bedaure es sehr, aber ich muss noch einen Termin wahrnehmen“, erklärte Marth, während er sich den Mantel überzog. Er prüfte sich im Wandspiegel und rückte die Kapuze so, dass sein Gesicht kaum zu erkennen war.  
„Ach“, lachte der Sternenkrieger spöttisch, „Für was du wohl diesen langen Mantel brauchst, unter dem dich niemand erkennen kann.“ Er zog provokant an dem linken Ärmel des Kleidungsstücks. „Eine heimliche Verabredung? Ich dachte, du hättest bereits eine Freundin.“
„Es regnet draußen“, entgegnete der Prinz trocken und zeigte auf das schmale Fenster an der gegenüberliegenden Wand, welches nur knapp über dem Erdboden angebracht war. Regentropfen liefen die Scheiben hinunter, andere fielen in die Pfützen, die sich draußen gebildet hatten und verdreckten die Fenster von außen.
Marth hob die Hand zum Abschied. „Vielleicht sehen wir uns bald wieder, Ethan.“ Er lächelte den Jungen warm an, bevor er sich an den Sternenkrieger wandte, „Und du lässt dich morgen nicht zu Grunde prügeln. Ich habe nicht das Bedürfnis dich im Krankenhaus zu besuchen.“
„Dabei habe ich mit deinem Besuch gerechnet“, erwiderte Meta Knight sarkastisch.
„Ich werde dir Blumen mitbringen“, versprach der alteische Prinz, während er die Holztür öffnete und in den dunklen Korridoren verschwand.  



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Zu später Stunde wollte ich  mein neues Kapitel- mit sage und schreibe 3000 Worten!!!- hochladen. :D
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

TMW


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