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Devil Survivor 2 : The Summoning Of Her Dawn

von Ragnell
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P18 / Het
05.05.2016
29.04.2018
8
36.539
2
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Dieses Kapitel
1 Review
 
02.08.2017 6.047
 
Beta: Kyuin
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Etwas musste hier doch sein; er konnte doch nicht alles im Kopf haben, oder doch? Wo war es? Energisch wühlte sie sich durch die Dokumente. Da musste - die Tür fiel laut ins Schloss.
Shina erstarrte.
"Hast du gefunden wonach du gesucht hast?". Seine Stimme... ihr Herz setzte einen Schlag aus.
Sie war so tot.


Shina schloss die Augen, das panische Trommeln ihres Herzens machte sie fast taub. Langsam, sehr langsam, drehte sie sich zur Quelle der Stimme um. Er lehnte an der Tür, die Arme verschränkt, tiefe Schatten lagen auf seinem Gesicht, nur seine Augen funkelten sie an. Sie schluckte. Es war so oder so vorbei, sie versuchte nicht einmal etwas zu verbergen.

"Nein. Ich habe nach Polaris Unterlagen gesucht. Falls es sie gibt, hast du sie gut versteckt Yamato. Ich konnte nichts finden." Sie war überrascht wie es ihr gelang ihre Stimme so ruhig, so abgebrüht klingen zu lassen; auch ihre Miene war starr. Seine Mundwinkel zogen sich nach oben."Was möchtest du über Polaris wissen?"
Ihre Augen weiteten sich bei seiner Frage, warf sie kurz aus der Bann. War... war das seine Folter? Sie mit Informationen füttern ehe er kurzen Prozess mit ihr machte? Sie biss die Zähne zusammen, wahrte ihre Haltung.
"Wie genau kann die Welt mit Polaris erneuert werden? Was sind die Voraussetzungen?" Sie schritt auf ihn zu, ihre beklemmende Angst unterdrückend.
Er musste es wissen; er würde niemals ohne klaren Plan in den Krieg ziehen. Unter keinen Umständen bei diesen Ausmaßen. Ihr Blick bohrte sich in seine Augen. Es tat seinem Lächeln keinen Abbruch, im Gegenteil, kurz schloss er seine Seelen, ehe diese sanft zu ihr hinabsahen.
"Entschlossenheit, Einigkeit, Ermessen. Polaris muss zu deiner Überzeugung bekehrt werden. Gleichgesinnte mit eisernem Willen sind dazu von Nöten. Auch wird der Pfad zu Polaris erst geöffnet, nachdem alle Septentriones besiegt sind."

Shina runzelte die Stirn, versuchte die Information zu verarbeiten. Deswegen hatte er seine Rede letztendlich gehalten, deswegen hatte er seine Ziele klar formuliert; ihm würde niemand nutzen der seine Ideale nicht teilte. Vermutlich hatte er es bis jetzt geheim gehalten, um sie alle im Kampf gegen die Septentriones schicken zu können.

"Habe ich deine Neugier befriedigt?" er fragte ganz ruhig, fast gleichgültig.
Sie nickte vorsichtig, da war etwas... etwas Unheilvolles.
"Gut, dann bin ich nun dran."
„…!“



Er dominierte sie in Sekunden. Seine Lippen dämpften ihre Protestlaute, er entledigte sich seiner weißen Handschuhe; sie stolperte nach hinten, versuchte Abstand zwischen ihnen zu bringen, doch er hatte sie längst fest in seinen Fängen. Dumpf prallte sie gegen das Bett, versank in den Laken. Er türmte über ihr, fing ihre Hände ab; seine Zunge entzog ihr jeglichen, klaren Gedanken. Am Rande nahm sie das Rascheln von Kleidung war; ein kühler Luftzug streifte ihr Haut, ehe sich sein warmer Atem darüberlegte, tiefer gleitend. Ein fieberhaftes Prickeln regte sich in ihr, welches sich in nagende Blitze verwandelte, als er federleichte Küsse um ihren Bauchnabel verteilte. Er ging noch tiefer. Moment, halt! Panisch hob sie ihren Kopf, entdeckte ihn kauernd über ihren nackten Unterleib; wann zum Teufel hatte er?! Sofort versuchte sie ihn wegzudrücken, realisierte aber alsbald, dass er beide Handgelenke bereits in seinem Griff hatte, und mit seinen Ellbogen ihre Schenkel fixierte. Amüsiert sahen seine Seelen zu ihr hinauf, ehe er triezend über ihre Scham hauchte. Dieses Aas! Dieser miese – sein Mund grüßte ihre unteren Lippen, leckte sie feuchter und feuchter, ihr Körper wurde von der aufkommenden Hitze übermannt, bog sich krumm. Shina entglitt ein langgezogener Seufzer.

Er war immer noch ein Mistkerl. Aber verdammt, fühlte sich das gut an…!

Keuchend ließ sie ihn über sich ergehen, biss sich auf die Lippen; seine Zunge trank durstig von ihr. Sie schmeckte Blut, als er in ihr eintauchte. So innig, so verschlingend. Es ließ sie verschwimmen, in die Tiefe gleiten, reißen, zerschellen. Himmel, sie wollte zergehen…! Doch kurz bevor sie zerfloss, entzog er sich ihr. Wie… was? In Trance blickte sie zu ihm. Yamato leckte sich genüsslich noch mal den Mund ab, ehe er seinen Kopf an seiner Handfläche abstützte, sie nicht aus den Augen ließ und seine restlichen Finger ungeniert über ihre Bauchdecke tanzten. Dieser anmaßende Arsch! Zornig bäumte sie sich auf, riss ihn unter sich, ihre Glieder nun nicht mehr in seinen Fängen. Sie presste seine Schultern tief in die Matratze hinein. Während sich ihr unregelmäßiger Atem zu beruhigen begann, realisierte sie, dass sie beide bereits vom Großteil ihrer Kleidung befreit waren. Ihre Bluse war diesmal heil geblieben, hing ihr aber geöffnet und lose über ihre Schultern; der Rest hatte sich in den Weiten des Raumes verloren. Er hatte noch seine schwarze Hose an, deren Stoff unangenehm ihre nackten Schenkel reizten; sie saß zu ihrem Missfallen direkt auf seinen Lenden. Etwas… nicht Kleines… drückte penetrant gegen ihre nun nasse und empfindliche Mitte. OK; sie schluckte, sie würde so schnell wie möglich ihren Rock suchen, die Bluse schließen und erhobenen Hauptes diesen unglückseligen Ort ver – Yamato stieß seine Hüfte zu ihr hinauf, jagte ein brennendes Ziehen durch sie; sie konnte ein hilfloses Aufstöhnen nicht verhindern. Ah… das Pochen ihres Zentrums schmerzte fast, beherrschte ihren Körper, sie war so nah... so verdammt nah gewesen! Er lachte leise, ihr innerer Kampf musste ihr anzusehen sein. Gekränkt sah sie ihn an, nur um Zeuge zu werden wie er die Dreistigkeit besaß seine Arme hinter seinem Kopf zu verschränken; seine Seelen funkelten ihr tückisch entgegen, sein Lächeln präsenter denn je.

Dieser Bastard! Sie schnaubte, sie sollte – erneut presste sich sein Unterleib gegen ihren – sie sollte sich verdammt nochmal nehmen was sie von ihm brauchte und verschwinden!

SCHÖN. Ihr Mund schenkte seiner Brust eine wütende Begrüßung, nagte mit ihren Zähnen an sein Fleisch, während ihre Hände kurzen Prozess mit seiner Hose machten, sie förmlich von ihm wegzerrten, samt Boxershorts. Shina blickte dem Quell all ihrer Pein und Erfüllung düster entgegen. Und sie würde ihn gleich bis nach Walhalla reiten. Yamato war still geworden, ließ sie gewähren, sein Blick unentwegt auf sie fokussiert. Ihre zarten Fingerglieder schlossen sich um seine Erregung, strichen kurz über den Schaft, ehe sie ihn langsam in sich aufnahm. Shina zischte. Es tat weh; es tat so gut. Ihre Hände stützten sich auf seinem Oberkörper ab, als er sie ausfüllte, so eng, ihre Nägel stachen durch seine Haut. Sie holte tief Luft, dann begann sie sich zu bewegen. Auf und nieder, vor und zurück. Jede Bewegung schenkte ihr glühende Wonnen. Sie schwang sich zu höheren Winden hinauf, leckte das geronnene Blut von seiner Brust - ein tiefes Raunen. Oh, welch Genugtuung ihn nun zu taktieren! Sein flach werdender Atem verriet ihn, spornte sie an, verlieh ihr wilden Esprit. Sie feixte, als seine Hände sich um ihre Hüfte legten, sie zu einem noch zügigeren, kraftvolleren Tempo animierten. Pha! Nur um ihn zu provozieren hielt sie augenblicklich still. Was ihr allerdings seitens ihres eigenen Körpers ein lechzendes Sehnen nach mehr einbrachte. Auch ihre Provokation verlief nicht ins Leere; seine Seelen sprachen Bände. Um ihn unter sich zu halten, küsste sie ihn beschwichtigend auf seinen Mund. Er nahm es an, allerdings forderte er einige Tropfen ihres eigenen Blutes als Tribut. Immer noch leicht blutend, richtete sie sich auf, ergab sich nun vollends ihrem sengenden Verlangen. Schneller, rasanter jagte sie ihrer Erfüllung entgegen, griff danach. Alles in ihr zog sich zusammen; sehnte, fieberte, verlangte nach dem Zenit. Sie schloss die Augen, stieg und fiel empor, er gehörte ihr! Ein erstickter Schrei gab ihren Aufstieg kund. Wild nach Luft ringend, die Hitze und Nässe ihres Leibs spürend, suchte sie nach Erholung, Ruhe, Besinnung. Ihr Atem stockte, als sie mit Schrecken etwas Unheilvolles realisierte, oder besser gesagt fühlte. Oh Kami…. Er war immer noch hart. Sie starrte ihn an; Yamato richtete sich rasselnd auf.

„Oh Shina…“, er strich ihr eine Haarsträhne hinters Ohr, seine Tonlage ließ sie innerlich zittern.
„Das war leider nicht genug für mich.“
Ugh, als hättest du dich nicht mit Absicht zurückgehalten! Als hättest du nicht die Zähne zusammengebissen, als wäre das – er küsste sie glühend, fegte ihren Kopf leer.
„Mein Zug.“

Wappne dich, ich kenne kein Erbarmen.

Er streifte ihre Bluse sachte von den Schultern, der letzte Rest ihrer Bekleidung segelte zu Boden. Unter sich stieß er sie, entzog sich ihr. Andächtig wanderte sein Blick ihren entblößten Körper entlang. Es ließ sie frieren, doch sie widerstand dem Drang sich zu bedecken. Sie sah ein letztes Mal sein prägnantes Lächeln, seine lodernden, drängenden Augen, ehe sie ohne Umschweife umgedreht wurde, sich zu beugen hatte. Ihre Nerven spannten sich an; sie holte Luft. Und als er sie von hinten in Besitz nahm, war Shinas einziger Trost, dass sie nicht den Halt verlor, sie konnte ihren Protestlaut zu ihrem Verdruss nicht dämpfen. Es war zu viel, zu viel von ihm.

So tief, es zerriss und hielt sie zusammen. Eine Hand dirigierte ihre Hüfte, während sein Zwilling über ihre Taille fuhr, sich ihrer Brust annahm. Jeder Stoß erschütterte ihren Leib, sie stemmte sich seiner rabiaten Bewegungen entgegen, sich an ihrer schwindenden Willenskraft klammernd. Sie wollte nicht fallen, nicht kriechen vor ihm.

Heißblütig. Unerbittlich. Kaltblütig. Yamato hauchte über ihren erhitzten Rücken, brannte kalte Schauer in ihre Haut. Grausam, so grausam. Konnte er denn nicht…?
Nein.
Unablässig wütete er in ihr; es schnürte ihr den Atem, rang sie nieder. Schließlich gaben ihre Glieder nach, verdammte sie in die Kissen.
„Yamato…“ sie wusste nicht mehr ob sie nun flehte oder fluchte. Oh; lass es enden, lass es nicht enden…
Es war als existierte sie nur noch allein um die flammenden Wellen seiner Stöße zu ertragen, zu empfangen. Sie krallte sich in die Laken.
Sie spürte wie er ihr Haar zur Seite strich, ihr in den Nacken biss. Sie seufzte schwach, war verloren, zog sich enger um ihn. Er legte einen Zahn zu, seinen Triumpf anstrebend. Unmittelbar dar, riss er sie mit sich, peitschte, zwang sie in die Ekstase.
Kraftlos wand sie sich in seinen Fängen, bäumte sich auf, stöhnte, nahm alles von ihm auf. Selbst als sie im taumelnden Nebel gefangen war, konnte sie den sanften Kuss an ihren zuvor malträtierten Hals fühlen.




Er löste sich von ihr, befreite sie von seinem Gewicht. Mit gehetztem Atem legte er sich zu ihr. Shina starrte mit verschleierten Augen zur Decke. Kamen die nach Luft ringenden Geräusche von ihr oder ihm? Sie konnte es nicht sagen. Sie hatte jegliches Gefühl dafür verloren. Dumpf erinnerte sie sich daran, dass ihr Rock und ihre Bluse am Boden lagen. Sie musste von ihm weg. Nur einen Moment. Nur einen kurzen Moment bis sie wieder ihren eigenen Körper spüren konnte. Dann, so dachte sie sich, würde sie gehen. Eine Hand fuhr über ihr Kinn, drehte es; dann spürte sie auch schon wie seine Lippen ihre versiegelten.

Shina ächzte, wühlte sich aus dem Bett. Sie hatte keine Ahnung wie spät es war; Früh, Vormittag, Mittag? Kein Zeitgefühl. Fluchend glitt sie zu Boden. Fuck! Sie fühlte jede Faser ihres Körpers brennen, jeder Schritt war eine Qual. Wenn sie gedacht hatte ihr erstes Mal wäre schmerzhaft gewesen, wurde sie nun eines Besseren belehrt. Sie war wund, verdammt noch mal wund dort unten! Sie biss die Zähne zusammen, schnappte sich Bluse und BH, hievte sich zu ihrem Rock, zog sich an. Ihre Augen suchten nach ihrem Slip, konnten ihn aber nicht finden. Was soll’s, sollte er ihn ruhig als Trophäe behalten, Shina wollte einfach nur noch weg. Weg von seinem Zimmer, weg von seinem Bett, weg von ihm.

Einen Gang nach Canossa später fand sie sich in der Umarmung einer heißen Dusche wieder. Ein Bad wäre ihr lieber gewesen, aber solch Luxus gab es in der Krise nicht, auch nicht bei JP’s. Sie ordnete ihre Gedanken. Sie musste trotz ihres lädierten Zustandes so bald wie möglich ihren Bruder aufsuchen und ihn über die neugewonnenen Informationen über Polaris unterrichten. Er würde seinen eigenen Plan entwickeln, vielleicht sogar zusammen mit Ronaldo. Neu gekleidet und gegen den beißenden Schmerz zwischen ihren Beinen ankämpfend, verließ sie das Hauptquartier und machte sich auf den Weg zum Park, wo sie sich verabredet hatten. Sie schickte Stoßgebete in den Himmel, dass sie nicht zuvor von Yamato abgefangen wurde. Er war zu ihrem Glück nicht da gewesen, als sie erwachte und sich ihrem sündhaften Debakel bewusst wurde. Nun... sie hatte eigentlich mit ihrer Liquidierung gerechnet, ein trotziger Teil von ihr, hätte dies ihrer erneuten Eskapade vorgezogen. Sie beschleunigte ihre Schritte; es sollte zumindest nicht umsonst gewesen sein.

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Schnaufend entdeckte sie ihren Bruder und Daichi unter einer Birke.

„Oh Shina! Wir warten schon- hey, alles okay mit dir? Du siehst … ähm… mitgenommen aus.“ Er meinte wohl ihre lädierten Lippen, aber dafür hatte sie nun wirklich keine Zeit.Ohne Umschweife teilte sie ihnen die neuen Informationen über Polaris mit. Daichi schien ganz aus dem Häuschen, froh darüber, dass sie nicht zwangsläufig Hotsuins Weg folgen mussten.

„Wir brauchen also nur eine Gruppe von Leuten mit gleichem Ziel? Alles klar, ich sag’s den anderen!“ Kaito schien noch etwas dazu sagen zu wollen, aber der Brünette war schon über alle Berge, bevor er überhaupt Warnungen aussprechen konnte. Der Schwarzhaarige hielt sich nachdenklich das Kinn. Es herrschte für einige Minuten Stille. Dann huschte sein Blick zu seiner Schwester, betrachtete sie besorgt.

„Was ist passiert? Wir konnten dich nicht erreichen? Bist du in einen Kampf geraten?“ Seine Augen fokussierten sich auf ihren Hals.

Kampf? PHA! Hinterhalt traf es besser. Shina lächelte grimmig.

„Lass es mich so ausdrücken, wenn du das nächste Mal jemanden brauchst der - “ ihr Bruder warf sie zu Boden, dem grellen Blitz ausweichend, der auf sie geschleudert wurde. Verwirrt sah sie sich um; wilde Dämonen tauchten ringsum sie auf. Die Biester wurden langsam zur Plage, was wohl mit der sich dezimierenden Anzahl an Menschen zu tun hatte, beziehungsweise es verschlimmerte. Allein wenn ein Benutzer beim ersten Gebrauch der Summoning App seinen Dämon nicht zähmen konnte, waren das eine Leiche und ein freier Dämon mehr.

Sie verschaffte sich schnell einen kurzen Überblick über die Gegner, übliches Fußvolk, doch sie entdeckte zu ihrem Schrecken drei Pisacas. Es waren humanoid gebaute Dämonen, deren Augen an langen Fühlern lagen und wo sich ein klaffender und nach Menschenfleisch gierender Kiefer vertikal über den gesamten Rumpf erstreckte, bis knapp unter ihren winzigen Nasen. Hungrig regten sich die Fühler in ihre Richtung, nahmen ihre Beute in Augenschein. Kaito hatte sich bereits in seine Kampfposition begeben, rief seine Streiter: Die Götter Chernobog und Inti. Der schwarze Gott war ihr bekannt, aber letzterer, die Inkarnation der Sonne musste sich ihr Bruder neu fusioniert haben. Sie stand auf, sie würde Kaito mit Scathach und den Affenkrieger Hanuman Rückendeckung geben. Sie sah bereits einen der Pisacas näherkommen, den würde sie - …! Mit blankem Entsetzten merkte die Schwarzhaarige, als sie ihr Handy hervorholen wollte, dass es nicht da war. Ihr Handy; es war weg! „Kaito…!“ Sie konnte kaum die Panik in ihrer Stimme unterdrücken. Ohne ihre Dämonen war sie schutzlos, und was noch viel schlimmer war: Für ihn, in dieser Situation, reinster Ballast.

Ihr Bruder zog sie schützend hinter sich, entfesselte seine Dämonen auf die Monsterhorde. Rastlos kalkulierte Shina ihre Überlebenschancen. Ihre Angriffe waren machtvoll und ein Großteil der Feinde hatte bereits das Zeitliche gesegnet, aber der Energieverbrauch; Kaito würde bei diesem immensen Energieverbrauch bald erschöpft sein. Die Kosten der Magie für Heilung und Angriff waren horrend.

„Du musst durchbrechen, so lang du noch Reserven hast. Lass mich zurück, sie werden sich auf mich konzentrieren, du kannst noch fliehen.“ Sie würde ihren Bruder nicht in den Tod mitreißen, besonders nicht aufgrund ihrer eigenen Unzulänglichkeit!Bestürzt über die drakonische Sachlichkeit ihrer Worte, packte sie ihr Bruder am Arm.
„Red keinen Unsinn, niemand wird hier sterben. Rühr dich nicht von meiner Seite!“

Leichter gesagt als getan; Shina hatte ganz eigene Vorstellungen, was zu tun war, was getan werden musste. Und als Chernobog einen kritischen Schlag einstecken musste, sich auflöste, war sie nicht mehr zu halten. Sie riss sich frei, preschte an den Feinden knapp vorbei, reizte sie, lockte sie von Kaito weg. Adrenalin pumpte sich durch ihre Venen, ließ sie jeglichen Schmerz vergessen. Sie kickte einen umliegenden Mülleimer frontal gegen ihren nächsten Angreifer. Sie spürte den ruhelosen Blick ihres Bruders auf sich.

„Lauf schon weg! Oder ich sterbe umsonst!“ Sie rollte sich zu Boden, wich den Klauen eines Piscas aus, er war so nah, sie konnte den modernden Odem fast an ihrer Haut spüren. Der Gestank wurde vermutlich durch die in den Zähnen faulenden Leichenfetzen verstärkt, sein Speichel tropfte ätzend auf den toten Rasen. Sie würde von den grässlichen Kiefern zermalmt werden. Wenn sie Glück hatte würden die Stoßzähne ihr Genick durchtrennen, dann würde sie wenigstens nicht bei lebendigem Leib verschlungen werden. Eine gierige Klaue bekam sie am Fußgelenk zu fassen, zerrte sie zu dem hungrigen Schlund. Soll sich das Monster doch an ihr den Magen verderben! Einen Moment konnte sie fast den Biss an ihrem Schenkel fühlen, doch dann spürte sie nur sengende Hitze. Der Dämon schrie erbost auf, verlor sich in den Flammenzungen. Dann dröhnte ein mächtiges Gebrüll durch die Ebene. Sie sah große weiße Tatzen wuchtig an sie vorbeischreiten, ihre Augen sahen auf; ein monströser, silberweißer Löwe mit reptilienhaften Schwanz, der seinem Rückgrat entsprang, trat an sie vorbei. Sie kannte dieses Biest, das auf den Namen Cerberus hörte, sie wusste wer sein Gebieter war. Zögernd, sie war sich nicht sicher wie sie es aufnehmen sollte, warf sie einen Blick über die Schulter. Weiße Haare, schwarzer Mantel. Yamato schritt erhaben auf sie zu. Seine Seelen ruhten kurz auf ihr, doch sein Augenmerk lag auf die nun eingeschüchterten Dämonen; manche flohen, andere versuchten ihr Glück mit der feuerspeienden Bestie. Eine letale Entscheidung, die Raubkatze machte kurzen Prozess mit ihnen.

Ihr Bruder eilte zu ihnen; er hatte hier und da einen Kratzer, war aber ansonsten unversehrt geblieben.

„Yamato! Vielen Dank für deine Hilfe. Das hätte böse ausgehen können.“ Der Silberhaarige verschränkte die Arme, schloss kurz seine Augen, er wirkte nachdenklich. Dann wandte sich seine Aufmerksamkeit Shina zu, sie hatte sich vom Boden erhoben und klopfte den Schmutz von ihrer Kleidung.

„Du hast etwas bei mir vergessen.“ Sie sah ihn an. Er würde ihr doch nicht vor den Augen ihres Bruders ihren Slip zurückgeben! Er griff in seine Manteltasche, drückte ihr etwas in die Hand. Doch statt des befürchteten zarten Stöffchens, fühlte sie Metall. Sie öffnete ihre Hand. Helles Cyanblaues Metall, ihr Handy! Sie schluckte, versuchte ihre Stimme ruhig zu halten:
„D-danke! Und auch dafür, dass… dass du mich gerettet hast.“
Es fühlte sich so seltsam an sich bei ihm zu bedanken, doch sie schuldete ihm ihr Leben. Einen Augenblick zögernd, verbeugte sie sich schließlich leicht. Sie konnte nicht in Worte fassen, was es für sie bedeutete ihr Handy wiederzuhaben. Es war das einzige Utensil, was zwischen ihr und dem Tod stand. Etwas womit sie zur Lösung dieser Krise beitragen konnte; etwas, dass sie nützlich machte. Yamatos Miene war ausdruckslos; kein spöttisches Funkeln in den Augen? Kein arrogantes Lächeln aufgrund ihrer Hilflosigkeit? Was war mit ihm? Schließlich gab er ein anerkennendes Nicken in ihre Richtung ab.

„Ins Hauptquartier bevor noch weitere Plagen auftauchen.“ Der JP’s Leiter machte auf dem Absatz kehrt; die Geschwister sahen sich kurz an, bevor sie ihm folgte. Sie wurden von Cerberus flankiert, der wachsam und Zähne bleckend die Umgebung nach Störenfrieden absuchte. Aus den Augenwinkeln beobachte Shina ihren Bruder, er schien in Gedanken versunken. Erst als sie wieder im unterirdischen Gebäude waren, erhob er seine Stimme; verabschiedete sich von Yamato, griff nach der Hand seiner Schwester und eilte mit ihr die Flure zu seinem Quartier entlang. Der Weißhaarige starrte dem Duo für einige Sekunden nach, ehe er Cerberus zurückrief und sich auf den Weg zu seinem Büro machte.

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Kaito schloss die Tür hinter sich, als Shina sich auf sein Bett setzte. Er haderte einen Moment, ehe er auf das Thema zu sprechen kam, dass ihn auf dem Weg zurück beschäftigt hatte.

„Yamato hat vorhin erwähnt, dass du dein Handy bei ihm verloren hast. Auch sein Verhalten…Was bedeutet das? Ist da etwas?“
Er war darauf gespannt die Antworten auf diese Fragen zu erhalten.

Die Schwarzhaarige blickte ihr Gegenüber müde an. Das Geständnis wollte sie eigentlich nicht aussprechen; aber… sie seufzte, wappnete sich, wie würde er reagieren?

„Wir hatten Sex.“ Seine Augen weiteten sich für einen Moment fast zu Tellerrändern. Die Verwirrung, das Entsetzten, der Skandal.

„Wie-Was?! Erzähl mir alles!“ Sie sah ihn an, „Erzähl mir nichts!“ Er hielt sich seinen Schädel; versuchte die Information zu verarbeiten und die untunlichen Szenen, die krankhafterweise seinen Kopf füllten, zu verdrängen. Dann fielen ihm die lädierten Lippen seiner Schwester und der Bluterguss an ihrem Hals ein.
„Es... war es mit Einverständnis?“ Kaitos Magen zog sich unangenehm zusammen, bei der Vorstellung das seine Schwester vielleicht… Nein, so ruchlos und absolutistisch Yamato auch war, Kaito wollte nicht glauben, dass er zu diesem Mittel greifen würde. Er wartete ihre Antwort unbehaglich ab. „Ja, war es.“ So sehr sie auch gern Gegenteiliges behaupten wollen würde und ihr Sexualpartner manipulativ wie dominant war, so hatte sie seinen Avancen letztendlich immer willentlich nachgegeben.

Erleichterung flutete wie ein warmer Schauer durch ihn. Er hatte Recht mit seiner Einschätzung gehabt. Jetzt drängte sich jedoch eine neue Frage in den Vordergrund.
„Und in was für eine Art von Beziehung seid ihr? Was ist das zwischen auch?“

Gute Frage. Um es kurz zu machen, sie hatte keine Ahnung. Das Thema hatten sie nie angesprochen. Shina war zu sehr damit beschäftigt gewesen nach dem Akt verschwinden, als lange Gespräche über ihren Beziehungsstatus zu führen.
Sie zuckte stumm mir ihren Schultern. Ihr Bruder seufzte, das würde er wohl selbst in Erfahrung bringen müssen. Aber zuvor musste er noch eine Sache klären.

Er trat nah an seine Schwester heran.
„Ach ja, wegen der Sache im Park…“

Shina schaute auf, dann flog ihr Kopf schon nach rechts, ihre linke Wange brannte. Er hatte sie geohrfeigt und das nicht zu sanft….

Er knurrte, legte seine Stirn auf ihre, sah entschlossen mit seinen cyanblauen Seelen in ihre.
„Mach das nie wieder. Wie konntest du auch nur denken ich würde dich zurücklassen? Niemals würde ich dich sterben lassen!“ Sie war das einzige was ihm von seiner Familie geblieben war, wie konnte sie nur so leichtfertig ihr Leben wegwerfen? Verstand sie es denn nicht?

Shina schluckte, und brachte ein nervöses Lächeln zu Stande. Wie ähnlich sie sich doch waren.„Es.. es tut mir Leid Kaito…“ Sie wollte ihrem Bruder nicht weh tun, aber in der Hitze des Gefechts schien es ihr als die einzige Lösung.
Er schnaubte kurz, ehe er sich von ihr löste und ihr Haar neckisch verwuschelte, sie mit einem warmen Blick bedachte. Shina zog eine Schnute, ob großer Bruder oder nicht, sie war kein Kleinkind! … Naja, sie schmunzelte, ihm würde sie es durchgehen lassen.

„Du solltest dich ausruhen, und… die Bluse wechseln…ich hab noch was zu erledigen.“
Shina starrte nach unten… ugh! Zwei Knöpfe waren abgerissen… Sie musste Io schon wieder um Hilfe bitte, vielleicht sollte sie das Flicken gleich bei ihr erlernen.


Seufzend trat sie in ihr Zimmer. Ihre braunhaarige Freundin hatte ihr einmal mehr geholfen, naja nun wusste sie wenigstens wie man es anstellte. Sie hatte ihr vage von dem Kampf erzählt, nur Details abgeändert, sodass sie ihr Handy im Zimmer vergessen hatte.
„Yamato hat euch geholfen? Das freut mich, vielleicht ist er doch nicht so schlecht, auch wenn seine Meritokratie Vorstellungen extrem sind.“ Shina dachte über diese Worte nach.Sie war über diesen Akt noch immer überrascht, sie schüttelte den Kopf, vermutlich wollte er einfach nicht seine besten Kämpfer in einem sinnlosen Kampf verlieren.

Als sie näher in den Raum schritt, fiel ihr ein Gegenstand auf ihrem Bett auf… das… das war ihr Slip!!! Mit leicht geröteten Wangen las sie das Kleidungsstück vom Bett auf und schmiss es hochkant in den Wäschekorb. Er war schon wieder in ihrem Zimmer gewesen! Dass… oder er hatte jemanden hingeschickt; sie glaubte selbst kaum dran, aber ließ es doch bitte ersteres sein! Dann bemerkte sie die große, schwarze Bentobox, die auf ihrem Nachtisch lag. Er hatte ihr Frühstück bzw. Mittagessen gebracht? War er deswegen bei ihrem Erwachen nicht da gewesen? Mit einem fahlen Gefühl im Magen öffnete sie das Bento. Reis, Gemüse, gebratenes Fleisch… sogar ein paar Stücke Obst waren dabei und ein Tako-yakibällchen?! Ihr Magen knurrte, sich plötzlich ihres Hungers bewusst, der mentale Stress hatte alles ausgeblendet. Sie nahm die beigelegten Essstäbchen in die Hand und nahm einen Bissen. … Oh Kami, schmeckte das gut! Stumm verschlang sie ihre Mahlzeit.


Kaito klopfte zögernd an die Tür. Einen Moment später wurde er hineingerufen. Der JP’s Leiter sah überrascht auf.
„Kaito? Was führt dich zu mir?“

Der Angesprochene schritt auf den Schreibtisch zu, kam davor zu stehen. „Ich muss mit dir reden; hast du Zeit?“ Eigentlich spielte es keine Rolle ob er Zeit hatte oder nicht, er würde es trotzdem in Erfahrung bringen.

Der Silberhaarige lächelte wie gewohnt.
„Warum so förmlich? Sprich dich aus.“
Kaito verkniff es sich tief Luft zu holen, er peitschte seine Frage frei heraus: „Was läuft zwischen dir und meiner Schwester?“
Doch statt darauf zu antworten, stellte er eine Gegenfrage.
„Was hat sie gesagt?“
Kaito seufzte.
„Sie konnte mir darauf keine Antwort geben, deswegen frage ich dich? Was ist sie für dich? Ein One-Night-Stand?“ Sein Gegenüber runzelte die Stirn. Ah ja, das war eher ein Zivilistenterm… Normalerweise bereitete es ihm eine schelmische Freude einem versierten Autokraten wie Yamato in Sachen Jugendjargon zu belehren; in diesem Fall hätte er liebend gern darauf verzichten können, aber da musste er jetzt durch.
„Ein Zeitvertreib. Belanglos. Nichtig“, präzisierte er schließlich. Für einen kurzen Moment blitzten Yamatos Augen zornig auf.
„Zeitvertreib? Sie ist nichts von dem. Meine Zeit ist kostbar.“
Okay… für ihn war es also nichts Kurzweiliges. Der Schwarzhaarige wusste nicht genau wie er darauf reagieren sollte, was stellte sich der JP’s Leiter vor?
„Dann ist es etwas Ernstes? Du betrachtest sie als deine “Feste Freundin?“, so nennen wir das unter Zivilisten.“
„ “Feste Freundin?“ “Yamato bellte spöttisch auf. „Was für eine armselige und triviale Bezeichnung, deine Schwester ist meine künftige Partnerin, und du brauchst keine Bedenken zu haben; ich befriedige all ihre Bedürfnisse zu ihrer vollsten … Zufriedenheit.“
Ein Schatten fiel über Kaitos Miene; too much information Yamato.

„Bei allem Respekt Yamato,“, er stützte sich auf den Schreibtisch ab, „Man redet nicht mit dem Bruder über die sexuellen Ausflüge dessen Schwester; ganz besonders nicht, wenn man der Verursacher ist.“
Die Augen des Silberhaarigen huschten kurz zu der Hand, die sich an seinem Tisch abstützten. Hm? Was hatte er denn? Kaito war kurz verwundert, dann jedoch blickte der JP’s Leiter zu ihm hinauf.

„Verstehe…“, ein seltsames Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit.

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„Er denkt bitte was?!“ Shina war empört und schockiert. Hatte sie richtig gehört? Womöglich hatte ihr Bruder ihn vielleicht auch missverstanden. Sie hatte selbst nicht geglaubt, dass sie sich mal in dieser Situation wiederfinden würde.

Kaito seufzte.
„So wie ich das sehe, hat er ernste Absichten mit dir, er… mag dich?“
Ungläubig zogen sich ihre Augenbrauen nach oben.
„Bist du dir sicher, dass er überhaupt in der Lage ist Zuneigung zu empfinden?“
Kaito zog entrüstet eine Schnute.
„Natürlich ist er dazu in der Lage! Er mag ja auch mich, bei dir ist es halt nur nicht … platonisch. Nun, eigentlich hatte sich das ganze vorab angekündigt.“
Shina blickte verwirrt auf. Was meinte Ihr Bruder damit?
„Das mir dir und ihm; die Anzeichen waren da, zumindest von seiner Seite…“

Ihren Blick spürend führte er seine Erklärung fort, er konnte sich noch gut dran erinnern…


Er war an der undankbaren Aufgabe hängen geblieben ein weibliches Individuum für Kamas Beschwörung zu gewinnen. Und wie beschwor man einen wollüstigen Gott? Richtig, mit Sexappeal. Seine erste Wahl war Fumi gewesen. Sie würde das ganze rational sehen und die Notwendigkeit des Aktes verstehen. Ihre körperliche Attraktivität stand außer Frage, dieser überdimensionale Vorbau brannte sich förmlich ins Gedächtnis. Er klopfte entschlossenen an die Labortür. Keine Antwort. Kaito öffnete unbeirrt die Tür, sicherlich war die Schwarzhaarige wieder einmal in eines ihrer Experimente vertieft.
„Fumi?“
Ein Summen war zur hören, er entdeckte sie an ihrem Schreibtisch, ihr Gesicht fast von ihrem Laptopbildschirm eingesogen.
Sie blickte schließlich auf, als er unmittelbar hinter ihr stand.
„Oh Kaito, was gibt es? Ich werte gerade die Gehirnscans von Jungo aus. Nun; zumindest das was von der letzten Aufnahme übriggeblieben ist.“ Er erinnerte sich lebhaft daran wie die Maschine explodiert war. Die betroffene Testperson Jungo, war - von leichten Verbrennungen ausgenommen - unbeschadet davongekommen. Die Wissenschaftlerin hatte dies wenig interessiert, sie war viel zu sehr damit beschäftigt die aufgenommenen Datenmengen zu retten.
„Ich brauche deine Hilfe. Fumi, du musst einen auf sexy für mich machen.“
„Einen auf sexy machen? Ich nehme an, du beziehst deine Anfrage auf physischem Gebiet. Hmm… sollen Pheromone dabei freigesetzt werden? Hormone angeregt werden? Die chemischen Prozesse, welche reziprok durch einen Initiator katalysiert werden, sind weitläufige Kettenreaktionen. In Wechselwirkung… “, Fumi erläuterte diesen Prozess noch gut ganze fünf Minuten lang, überhörte Kaitos Versuche das Gespräch auf seinen ursprünglichen Punkt zu bringen. Es half nichts; in diesen Modus blendete die Hackerin alles andere aus.

Er zog den Rücktritt an und ließ sie mit ihren Erläuterungen allein. Das war… nicht gut gelaufen. Vielleicht hatte er bei seiner nächsten potentiellen Kandidatin mehr Glück. Er fragte als nächstes Otome. Die blonde Ärztin schien ihn als reif und erfahren genug für diese Aufgabe. Attraktiv war sie in jedem Falle. Leider verstand sie seine Aufforderung komplett falsch. Sie glaubte seine Hormone spielten verrückt, mit Ratschlägen und einigen kleinen Medikamenten hatte sie ihn fortgeschickt. Wieso hörten die Leute nicht bis zu Ende zu?

Als er den Gang entlang schlenderte und überlegte, welche Dame er nun als nächstes fragen könnte, kam ihm Makoto entgegen. Perfekt! Sie kannte die Umstände welche die Beschwörung Kamas mit sich brachte, sie konnte seine Aufforderung gar nicht anders verstehen! Er erzählte ihr wahrheitsgemäß, dass er bis jetzt kein Glück bei der Rekrutierung einer Freiwilligen hatte, und fragte stattdessen sie.

„Ich?!“, die Blauhaarige war geschockt.
„Ich … ich weiß gar nicht wie so etwas geht…. Einen auf Sexy machen? Würde es helfen, wenn ich einen Badeanzug trüge?“, sie schien tief in Gedanken versunken, schüttelte sich, „… nein, ich kann sowas nicht, tut mir leid, ich habe kein Wissen darüber wie...“
Oh, um Himmels willen! Du bist eine 26-jährige, erwachsene Frau! Du wirst doch wohl wissen wie man einen Kerl anmacht! So frigide konnte sie doch nicht sein! Nun… er wurde eines Besseren belehrt, als sie fluchtartig den Gang verließ. Seine Liste wurde immer kürzer.
Als er frustriert um die Ecke bog, rannte er in Io hinein. Er dachte nicht nach, es kam auf einmal über ihn. Er überging ihre freundliche Begrüßung, ergriff ihre Hände, starrte sie an; ein fast groteskes Glimmen lag in seinen Seelen, ein düsterer Schatten legte sich auf sein Gesicht.

Io…“, seine Stimme war auf einmal eine Oktave tiefer, „ich brauche deinen Sexappeal…“

Die Braunhaarige sah ihn kreidebleich an, dann glühte ihr Gesicht flammenrot. Sie öffnete ihren Mund, doch nur ein ängstliches Wimmern war zu hören. Hektisch entzog sie sich seinem Griff, floh aus seinen Fängen, verschwand in den Fluren.
Kaito starrte ihr nach. Er raufte sich die Haare. Was zum Geier war über ihn gekommen? Wie konnte er Io nur so viel Angst einjagen? Das musste er unbedingt so schnell es ging wieder ausbügeln. Aber was machte er nun? Seine Liste an potentiellen Beschwörerinnen war nun fast an ihr Ende angekommen. Hinako wäre für diese Aufgabe mehr als geeignet gewesen, doch sie übernahm bereits Shivas Beschwörung, in denen exzellente Tanzkünste gefragt waren. Somit… blieben ihm nur noch Airi und seine Schwester.

Er murrte. Er wusste was zu tun war. Er klopfte entschlossen an ihre Tür. Es dauerte nicht lang, da öffnete sie ihm auch schon die Tür.

„Yo Kaito, was gibt‘s?“
„Airi… wie sexy kannst du für mich sein?“
Die Rothaarige blinzelte. Starrte ihn an.
„Äh Kaito… ich denke es gibt im Moment wichtigeres über was wir uns Gedanken machen sollten. Jetzt ist nicht die Zeit für-“, Kaito schaltete in Sekundenschnelle um: „Oh verstehe, dann hatte Hinako wohl recht, ich dachte nur du würdest es packen.“
Ihr Gemüt war augenblicklich entflammt.
„Oh was hat die dumme Pute behauptet? Dass sie mehr Sexappeal hat als ich? Nur weil sie halbnackt rumläuft? Dass kann sie vergessen! Ich hab tonnenweise Sexappeal! Und das werd ich ihr und dir auch beweisen, nichts leichter als das!“
„Großartig. Ich wusste das Kamas Beschwörung bei dir in guten Händen liegt. Wir sehen uns bei der Einsatzbesprechung.“ Er klopfte ihr anerkennend auf die Schulter, ehe er sie mit heillos verwirrten Gesichtsausdruck stehen ließ.

Er gab zu, dass es nicht sehr ehrenhaft war Airi in diese Position hinein zu manipulieren. Doch der Zweck heiligte die Mittel, außerdem war seine Geduld langsam am Ende gewesen. Zufrieden mit sich selbst, trat er in Yamatos Büro rein.

„Oh, Hallo. Konntest du die nötigen Beschwörer für unsere Operation rekrutieren?“
Der Angesprochene nickte.
„Hinako Kujou hat sich bereit erklärt Shiva zu beschwören. Für Kamas Beschwörung hat sich Airi Ban als Freiwillige gemeldet.“
Der JP’s Leiter wirkte überrascht.
„Ban? Eine ungewöhnliche Wahl.“
Kaito verkniff es sich eine Grimasse zu ziehen.
„Es war äußerst mühsam eine bereitwillige Kandidatin zu finden, welche sich der Aufgabe gewachsen fühlte… “
„Wieso hast du nicht deine Schwester gefragt? Sie wäre dafür mehr als nur qualifiziert.“ Auf Yamatos Zügen erschien ein seltsames Lächeln.

Kaito war zugegebenermaßen bei dieser Aussage etwas stutzig (und ein wenig schlecht) geworden, hatte dies aber als bloße Präferenz des JP’s Leiters abgetan. Wohlmöglich standen für ihn Können und Attraktivität in Kongruenz. Auf seine Frage hatte er zum Teil ehrlich geantwortet. Seine Schwester hätte sich der Aufgabe angenommen; allerdings nur, wenn sie wirklich die letzte Option dafür war. Was er ihm verschwieg war die Tatsache, dass die Darstellung von den Verführungskünsten seiner Schwester so ziemlich das letzte war, was Kaito live miterleben wollte.

Nun, er starrte seiner Schwester im hier und jetzt entgegen. Sie hatte die Miene verzogen, als er ihr von Yamatos Kommentar berichtet hatte. Kaito kam nicht ohne hin sich zu fragen, welche Details sie vor ihm verbarg. Hatte sie schon zu diesem Zeitpunkt etwas mit Yamato gehabt?

Shina kauerte auf ihrer Unterlippe.
Ihr Bruder seufzte.

„Er… er hat nicht zufällig gesagt ob er das Ganze für sich behält“? Nach ihrer zweiten Liaison war die Devise so zu tun, als ob nichts gewesen wäre, für ihn wohl hinfällig, aber ein Teil von ihr hoffte noch auf Diskretion.
Kaitos Augenbrauen zogen sich nach oben.
„Nein, kein Kommentar dazu. Aber vielleicht teilt er euren Beziehungsstatus bei der nächsten Versammlung mit“. Er gluckste anlässlich des verdrießlichen Gesichtsausdrucks seiner Schwester.
„Und auf was soll diese Partnerschaft bitte fußen? Wir haben grundsätzlich verschiedene Ansichten; muss ich dich an seine Meritokratie Rede erinnern?“ Von seiner Persönlichkeit ganz zu schweigen…

Ihr Gegenüber schüttelte den Kopf.
„Natürlich sind seine Ansichten radikal Schwesterherz, auch wenn sie bis zu einem bestimmten Grad nachvollziehbar sind. Ich halte es aber für denkbar ihn eines Besseren zu belehren.“

Shina sah ihren Bruder skeptisch an. Unwahrscheinlich, aussichtslos, ein Kampf gegen Windmühlen, sie konnte sich nicht vorstellen wie man Yamato von seinem Pfad abbringen konnte.
Kaito erahnte ihre Gedanken: „Du musst mehr vertrauen haben, lernen ihn zu verstehen und … Einfluss nehmen.“

Stille. Sie starrte ihn an. Hatte er gerade das impliziert, was sie dachte?„Nein“, antwortete sie mit trockener Stimme.

Ihr Bruder bedachte sie mit einem berechnenden Blick.
„Wieso nicht? Du musst ihn ja nicht gleich heiraten;“, er verdrehte die Augen, „wie gesagt, er mag dich. Alleine…. könnte ich es vielleicht nicht schaffen ihn zu bekehren.“
„Ich habe keinen Einfluss auf ihn, Bruder.“ Dieses Thema wollte sie schnellstmöglich beenden.
Shina;“ Da war sie, seine dunkle Tonlage. Er meint es sehr ernst.

Kaito sah sie eindringlich an, das Funkeln in seinen Seelen spiegelte seinen stählernen Willen wieder.
„Wenn jemand etwas von dir will, dann hat man auch Einfluss auf ihn.“

Sprachlos sah sie ihn an. Sie rang nach Worten. Grundsätzlich hatte er mit dieser Aussage recht; aber Yamato war nicht jemand der Kompromisse einging oder gar nachgab. Sie konnte es sich einfach nicht vorstellen…

„Denk drüber nach Schwesterherz.“

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So, das war der erste Part von Kapitel 3, dass bis jetzt am längsten geraten ist. Die anderen Parts sind etwas kürzer als dieser Teil. Ich hoffe die Länge stört den Lesefluss nicht zu stark, aber es gab thematisch nur ein paar Ausstiegpunkte, die einen Cut ermöglichen ohne, dass der Part an inhaltlicher Relevanz verliert.

Ansonsten hoffe ich, dass ihr Spaß beim Lesen hattet.
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