Die Welt in der ich leben will

von kweenron
GeschichteAllgemein / P12
05.05.2016
05.05.2016
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Ich will in einer Welt leben, in der psychische Krankheiten kein Tabuthema mehr sind.
Selbsthass, Panikattacken, Depressionen, Essstörungen.
Ich muss nur vier Begriffe nennen und schon werden sich die meisten von euch unwohl fühlen. Psychische Störungen – darf man darüber reden?
Ja, sagen alle, natürlich darf man das.
Tut man?
In Schulen werden diese Themen kaum behandelt. Gerade in Gemeinschaftskunde oder Ethik sollten diese Überschriften doch gut platziert sein – aber nein, auch hier wird geschwiegen. Doch vor allem mit Jugendlichen sollte man darüber reden. Sich selbst zu entdecken, neu erfinden und mich sich ins reine zu kommen ist schon schwer genug, da braucht man niemanden, der einem die Probleme leicht redet.

Selbsthass? Du weißt doch selbst, dass du gut aussiehst.
Panikattacken? Überwinde doch einfach deine Angst.
Depressionen? Hör einfach auf so traurig zu denken.
Essstörungen? Ist doch nur Essen, mach einfach.
Für Menschen, die von diesen Krankheiten betroffen ist klingt das wie:
Du hast ein Messer in dir stecken? Hör doch einfach auf zu bluten.
Wir müssen endlich beginnen aufzuklären. Selbsthass ist kein „Bad Hair Day“ und Panikattacken nicht einfach nur Angst, Depressionen sind nicht nur traurige Gedanken und Essstörungen sind keine „Ich habe keinen Hunger.“. Es ist komplexer als das und die meisten verstehen es nicht.

Selbstverletzende Verhalten, Suizidgedanken, Selbstmord.
Folgen davon. Doch nur weil sich jemand selbst weh tut, heißt es nicht, dass diese Person sterben will.
Ich will von mir nicht behaupten, dass ich mich super auskenne, doch ich kann aus Erfahrung sprechen. Ich selbst leide an Selbsthass und ich leide wirklich. Es ist nicht einfach nur das „Ich sehe heute nicht gut aus.“ Es ist Hass. Purer Hass und er richtet sich gegen mich und mein Leben.
Natürlich bin ich nicht dauerhaft heruntergezogen, ich kann auch sagen, dass ich mich toll finde – es geht nur nicht immer. Manchmal hasse ich mich so sehr, dass ich mir selbst weh tue weil es anders nicht zu verschwinden scheint. Ich sitze dann mit Tränen in den Augen da und nicht selten weine ich.

Es ist nicht nur die kleine Minderheit an traurigen Kindern aus schweren Verhältnissen, die sich so fühlen wie ich. Ich komme aus sehr guten Verhältnissen und gerade deshalb ist es einfach zu verstecken was mich manchmal überkommt, weil es „Versehen“ oder „plötzliche auftauchende“ Wunden sind – nein, kein Ritzen, so viel will ich sagen.
Wir sind viel mehr Menschen als man denkt und meist überkommt es uns in der Pubertät, weil wir dort an uns selbst zweifeln.
Viele überstehen es gut und es sind nicht nur unbedeutende Persönlichkeiten.
Glaubst du mir nicht?
Ashton Irwin, Demi Lovato, Jonny Depp, Angelina Jolie.



Ashton Irwin
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