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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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25.04.2019 1.372
 
Fünf Tage. So lange saß ich hier nun schon fest, kaum zu glauben. Zumindest ich hätte das nicht geglaubt, wenn mir dass jemand erzählt hätte. ‚Hey Mel. Du wirst übrigens demnächst Ohnmächtig und dann von einer Bande Typen in der Wüste verschleppt, die dich dann nicht mehr gehen lassen werden. Aber wie geht’s dir sonst so?‘ Zuerst war ich ziemlich froh von diesen Fremden aufgelesen worden zu sein, immerhin war ich verletzt gewesen und sie hatten mir geholfen. Allerdings wollte ich danach meines Weges gehen, sie lebten ihr Leben und ich meines, aber sie wollten mich nicht gehen lassen. Sie hatten mich stattdessen in ihrem ‚Hauptquartier‘ eingesperrt und ließen mich nicht einen Fuß aus der Tür setzten. Ich weiß nicht was sie sich von mir erhofften, aber ich konnte mir rein gar nichts positives vorstellen. So saß ich hier herum. In einer Ecke, Däumchen drehend und nichts tuend. Der einzige der sich in irgendeiner Weise mit mir beschäftigte, wenn ich nicht gerade versuchte zu entkommen, war so ein Typ dessen Namen ich nicht einmal kannte. Er war selten draußen, trotzdem deutlich mehr als ich, und schien nie allein hinaus zu gehen. Er selbst hatte mir erzählt, dass er gar nicht hier sein wollte. Also wurde er wahrscheinlich kontrolliert, damit er nicht abhaute oder wegrannte oder sowas. Keine Ahnung weshalb er hier war, wir hatten nie besonders tiefgründige Gespräche. Gerade kam er durch die kleine Eingangstür, der große Garagen-mäßige Eingang war vollkommen versperrt worden und Zugang war nur noch durch den kleinen Hintereingang möglich, und sah in meine Richtung. Er hatte die Kapuze seiner Jacke so weit wie möglich über seinen Kopf bis zu seinen Augen gezogen und meistens ein Tuch vor dem Gesicht, wahrscheinlich wegen dem Staub und der Sonne draußen. Die Brandwüste war immerhin kein ungefährlicher Ort. Er hatte zwei Säcke über den Schultern, ich wusste nicht was darin war, wahrscheinlich wollte ich es auch gar nicht wissen, die er in einer Ecke ablegte und kam dann zu mir hinüber. Er ließ sich an der Wand neben mir zu Boden gleiten und entfernte auch jetzt nicht das Tuch von seinem Gesicht.
„Und, wie war dein Tag?“ Wie gesagt, keine tiefgründigen Gespräche. „Wie soll er schon gewesen sein? So wie die Letzten auch.“ Er schien hinter seinem Tuch zu grinsen, zumindest klang seine Stimme danach. „Du bist doch erst seit fünf Tagen hier, so schlimm kann es doch gar nicht sein.“ „Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr einfach nur herumgesessen und nichts getan. Was glaubst du wie sich das jetzt anfühlt?“ Der Typ schwieg für eine Zeit und starrte nur vor sich hin. „Bevor ich hierher kam war ich auch ziemlich beschäftigt. Ich verstehe also wie sich das anfühlt.“ Nun schwieg ich. Wenn er nicht von sich aus erzählte was das bedeuten sollte, ich würde es ihm nicht aus der Nase ziehen. Doch anstatt weiter zu reden stand er auf, sagte „Schönes Gespräch“ und ging weg. Aber anstatt irgendetwas zu tun zu haben, legte er sich einfach auf seinen Schlafplatz und schien eine Runde zu pennen. Unglaublich dieser Typ, dachte ich zuerst, bis ich den Zettel sah der nun neben mir lag. Ich war mir ziemlich sicher, dass der zuvor noch nicht da gewesen war, also schnappte ich ihn mir und sah ihn mir etwas genauer an. Wie sich herausstellte hatte der Typ eine Nachricht darauf geschrieben. ‚Verschwinde, wenn du die Möglichkeit hast. Du wirst das Zeichen erkennen.‘ Ich sah zu ihm hin, doch er schien tatsächlich zu schlafen. Ich wurde einfach nicht schlau aus ihm. Als ich aufgewacht war hatte ich ihn gar nicht gesehen und danach hatte er immer dieses dämliche Tuch vor seinem Gesicht gehabt. Selbst wenn ich ihm draußen irgendwo begegnen sollte, würde ich ihn nicht erkennen können. Was auch immer er meinte mit Zeichen, ich konnte nur warten bis etwas passierte.

Heilung. Das ließ sie diesen Weg überhaupt antreten. Aber konnten sie sicher sein, dass sie geheilt werden würden? Und war die Heilung es überhaupt wert durch die Hölle zu gehen? Der Sichere Hafen… War er wirklich sicher? Würden sie danach nicht mehr leiden müssen? Wer konnte das schon genau sagen. Die Hoffnung auf Rettung und ein ruhiges Leben schien die anderen zu motivieren, doch er konnte nicht wirklich daran glauben. Nichts war bisher nach Plan gelaufen. Rein gar nichts. Er war zwar kein Teil des Anführer-Teams, aber definitiv nicht blöd. Er konnte sich zusammen reimen was sie vorgehabt haben und es hatte wohl nichts funktioniert. Zumindest konnte ihr Plan wohl kaum gewesen sein auf dem ganzen Weg bis zu diesen Irren hier elf Leute zu verlieren. Thomas war gerade dabei mit einem der Typen zu reden, der irgendwie der Anführer der Gruppe zu sein schien. Seine Freundin/Tochter oder wer auch immer sie war, saß in ihrer Nähe und schien aufzupassen das sie auf keine dämlichen Ideen kamen. Dabei bezweifelte er, dass sie alleine gegen 14 Typen ankamen, die ihr an die Kehle gingen. Allerdings hatte niemand die Energie oder Motivation irgendetwas zu tun. Der Sturm, die Hitze und der Tunnel des Grauens waren genug Anstrengung für die Zeit gewesen. Er beobachtete seine Reisebegleiter in dieser Zeit, saß ein wenig abseits. Nicht einmal Logan hatte sich zu ihm gesellt, allerdings hatte er wohl einen recht abweisenden Blick aufgesetzt, welchen der Blonde recht gut zu deuten wusste.
„Nico.“ Er konnte aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahrnehmen, sah aber nicht genauer hin. Bereits an der Stimme konnte er Nick erkennen, der sich nun neben ihm niederließ. „Was willst du?“ „Ich weiß du bist wütend auf alles und jeden. Ich mache mir genauso viele Vorwürfe wie du, dass wir Melody nicht haben retten können.“ Als Nick ihren Namen nannte, schienen alle einen Augenblick den Atem anzuhalten. Niemand hatte ihren Namen erwähnt seit sie verschleppt worden war. Nicht einmal Nico selbst. „Wenn du dir solche Vorwürfe machst, warum sind wir sie dann nicht suchen gegangen? Hätte Melody es nicht verdient gehabt gesucht zu werden? Selbst wenn wir nur ihre Leiche gefunden hätten? Oder irgendwelche blutigen Fetzen? Nichts, rein gar nichts haben wir getan um sie zu retten.“ Die Jungen schwiegen. Die einzelnen leisen Gespräche waren verstummt. Nico hatte den Blick gehoben und sah Nick direkt in die Augen. Seine Augen mussten voller Hass gewesen sein, denn Nick zuckte kurz zusammen, bevor er Nico ebenfalls ansah. Seine Augen waren weder voller Zorn, noch Angst. Das einzige was Nico erkennen konnte war Trauer. Das verwirrte ihn. Diese Trauer hatte er noch nie in Nicks Augen gesehen. Er hatte immer gedacht der Anführer würde sich nicht für sie interessieren. Er war so kalt geblieben als sie verschleppt worden war, hatte keine Sekunde gebraucht um alles zu verarbeiten. Nico hatte Tage damit zugebracht einfach nur herum zu sitzen.
Plötzlich beugte sich Nick vor und schloss ihn in eine kräftige Umarmung. Nico verkrampfte sich zuerst, da er gar nicht mitbekommen hatte wie Nick sich bewegt hatte. „Es tut mir so leid. Ich weiß ich hätte mehr tun müssen. Ich hätte ihr direkt hinterherlaufen müssen, irgendetwas tun müssen. Ich habe nicht daran geglaubt das sie noch am Leben sein könnte, ich habe die Hoffnung einfach aufgegeben. Ich wünschte ich hätte es anders gemacht. Es tut mir wirklich leid. Ich hätte auf dich hören müssen und-“ Auch Nico schloss nun die Arme um Nick, weshalb er aufhörte zu reden. „Schon gut.“ Nico sagte das nur sehr leise, er glaubte zuerst das Nick es gar nicht gehört hatte. Kurz verstärkte sich jedoch Nicks Griff um seine Schultern, dann ließ er ihn los. Nico sah ihn einen Moment an, während Nick aufstand und dann zu Clint ging. Nun fühlte Nico sich schlecht. Er war die ganze Zeit schlecht drauf gewesen und hatte nicht einmal daran gedacht, wie es anderen gehen könnte. Er war einfach davon ausgegangen das es sie nicht interessierte, aber das stimmte nicht. Nun stand Nico auf, sah sich einen Moment um und ging dann zu Logan, der ihn mit dem üblichen Lächeln begrüßte. Nico ließ sich neben ihm nieder und lächelte ebenfalls, das erste Mal seit langer Zeit.
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Ja, sorry. So wie immer. Hat lange gedauert und so. Tut mir leid. Aber hey, da ist was ^^
Hab beschlossen wieder mit den Keksen anzufangen. Hier. *Kekse rüber schieb* lasst sie euch schmecken :)
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