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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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Dieses Kapitel
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23.10.2018 1.407
 
Kyle fuhr noch immer weiter, während Susan sich noch weiter zu mir umdrehte. Das Plastikmesser lag nun auf dem Boden des Wagens, während ich versuchte mich so weit wie möglich an den Sitz zu quetschen und am liebsten einfach durch ihn hindurchgeglitten wäre. In den Kofferraum und dann auf in die Wildnis oder zumindest ganz weit weg von diesen beiden.
Eigentlich hätte Susan mir nur sagen müssen, dass sie es von Kyle erfahren hat und ob ich es denn nicht gehört hätte. Ich hatte bei ihrem Gespräch ohnehin die Hälfte nicht verstanden und deshalb irgendwann nicht mehr zugehört, also hätte ich ihr das einfach so geglaubt, aber nein. Sie musste ja plötzlich einen auf Psycho machen.
„Nun, du schienst ohnehin zu misstrauisch zu sein, als dass wir dich einfach so hätten ausliefern können.“ Ich tastete links nach meinem Rucksack, bis ich einen der Träger umklammerte, wusste aber eigentlich auch nicht genau was ich nun damit vorhatte. Susan griff in das Handschuhfach und zog ein Messer heraus, welches sie dann nach hinten auf mich richtete.
„Kyle, ruf mal im Hauptquartier an. Sie sollen Verstärkung bereitstellen, wenn wir ankommen.“ Susan lächelte mich an, während Kyle aus dem noch geöffneten Handschuhfach ein altes Telefon herausholte und ein wenig darauf herumtippte, bis er es wieder zurückwarf. „Ach keine Sorge. Wir wollen dich nicht umbringen oder so. Wir wollen dich mehr eintauschen, oder ausnutzen. Je nachdem.“ Ich steckte meine Hand durch eine kleine Ritze im Reißverschluss meines Rucksacks und versuchte darin irgendetwas nützliches zu finden.
„Äh… Zu wem gehört ihr? Hat Robert euch geschickt? Er hatte gesagt ich soll ihn suchen, wenn ich da raus bin. Ihr müsst nicht geheimnisvoll tun, ich weiß Bescheid.“ Ich erinnerte mich an meinen angeblichen Verbündeten, der mir geraten hatte ihn zu suchen, wenn ich dem Labyrinth entkommen war. Ich hoffte inständig, dass die beiden plötzlich anfangen würden zu lachen und sich herausstellte, dass sie tatsächlich von Robert geschickt worden waren. Doch Susan zog nur eine Augenbraue hoch und sah dann zu Kyle, der sich, recht nervös, versuchte auf das Fahren zu konzentrieren.
„Kennst du diesen Robert von dem sie spricht?“ Kyle schien kurz zu überlegen und zuckte dann mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Da war einer, aber der hat sich umgebracht. Ich war dabei, als seine Leiche entsorgt wurde. War er nicht dafür verantwortlich, dass du im Labyrinth warst?“ Kyle sah mich durch den Rückspiegel kurz an, weshalb ich nickte. Also war Robert tatsächlich tot. Dann brachte es wahrscheinlich nicht mehr besonders viel nach ihm zu suchen.
„Siehst du? Das hat sich ja schon einmal erledigt. Nein, wir sind Teil einer anderen Organisation. Uns geht es um Geld. Macht. Denn Geld bedeutet Macht und wie kommt man besser an Geld heran, als es von der größten Organisation der Welt zu verlangen?“ Ich ertastete etwas Weiches in meinem Rucksack und erkannte dann, dass es die Rose war. Ich hatte vollkommen vergessen, dass ich sie mitgenommen hatte, aber dadurch kam mir plötzlich ein Gedanke.
„K und S. Das seid ihr!“ Ich fühlte mich ziemlich dumm, weil ich erstens: nicht darauf gekommen war, dass es sich bei K und S um Kyle und Susan handelte und zweitens: weil ich es laut und nicht in meinem Kopf gesagt hatte.
„Was? Wo von sprichst du?“ Susan sah misstrauisch aus, und hielt das Messer etwas weiter in meine Richtung. Ich wusste nicht was ich sagen sollte und tastete deshalb hektisch weiter in meinem Rucksack, bis ich schließlich etwas Metallisches berührte und kurz darauf erkannte, dass es mein Elektroschocker war.
„Ich äh… ich hatte ein Gespräch mit jemandem von ANGST. Sie wissen über euch Bescheid. Das Ganze hier ist nur ein Spiel für sie. Sie werden jeden Moment kommen und mich zurückholen.“ Ich wusste ja schon immer, dass ich eine schlechte Lügnerin bin, aber Susan schien nicht eine Sekunde darüber nachzudenken, dass ich die Wahrheit sagen könnte.
„Natürlich. Noch irgendetwas das ich nicht weiß? Hast du eine Bombe in deinem Rucksack versteckt?“ Susan lachte einmal kurz, bis ihr anscheinend auffiel, dass ich meinen Rucksack vielleicht nicht bei mir haben sollte. Sie streckte ihre Hand danach aus, während ich meine Hand aus dem Schlitz herauszog und den Elektroschocker in ihren Hals rammte. Susan zuckte einige Male, ließ ihr Messer fallen und sackte dann zusammen. Kyle drehte sich ruckartig um und sah zwischen mir, Susan und dem Elektroschocker hin und her.
„Melody. Ganz ruhig, ok? Susan kann vielleicht etwas verrückt rüberkommen, aber wir tun dir nichts. Versprochen.“ Ich zögerte einen Moment. Kyle klang so… vernünftig. Seine Augen sahen so vertrauenserweckend aus und irgendwie wollte ich ihm nicht wehtun. Er hatte mir immerhin geholfen zu entkommen. Egal ob er seine eigenen Gründe hatte, trotzdem wäre ich ohne ihn nicht so weit gekommen.
Ich ließ meine Hand etwas sinken. Kyle lächelte mich an und erinnerte mich dadurch an einen Traum, den ich auf der Lichtung hatte. Ich war so verwirrt gewesen. Nick, Luke und mein altes Zuhause. Ich war krank gewesen und die Jungs hatten sich tatsächlich Sorgen gemacht, dabei war ich davon ausgegangen, dass sie mich loswerden wollten. Ich erinnerte mich daran wie Traum-Nick mich angegrinst hatte, dann war er verschwunden gewesen, als ich ihn angegriffen hatte. Ich war vollkommen fertig gewesen.
Aber da war der unterschied. Ich war jetzt nicht vollkommen fertig mit allem und das hier war auch kein Traum. Ich biss mir auf die Unterlippe und hielt dann den Elektroschocker dann auch an Kyles Hals. Er zuckte genauso wie Susan zuvor, bis er sich nicht mehr bewegte. Einen Moment war ich erleichtert. Ich hatte das Gefühl endlich frei zu sein. Von ANGST und von diesen beiden Spinnern, doch dann erkannte ich meinen Fehler.
Kyle war gefahren. Sein Fuß war noch immer auf dem Gaspedal, doch er lenkte nicht mehr. Das bedeutete niemand lenkte das Auto. Ich wurde von einer Seite zur anderen geworfen, während wir durch Schlaglöcher fuhren und schließlich über eine Kante und dann einen Berg hinunter. Der Abhang war ziemlich steil, weshalb das Auto noch mehr beschleunigte. Der Motor heulte, während die Räder sich immer schneller drehten. Ich hatte wohl Glück, dass auf der Strecke keine Bäume wer waren, ansonsten würde ich jetzt wahrscheinlich an einem Baumstamm kleben.
Ich versuchte irgendwie an Kyle ranzukommen um seinen Fuß vom Gas zu nehmen, allerdings war Susan so ungünstig bewusstlos geworden, dass ich nicht einmal das Lenkrad erreichen konnte. Der Wagen gewann immer mehr an Geschwindigkeit, während wir einen Hügel nach dem anderen hinunter sausten und ich mich nur noch an die Sitze klammerte. Ich wusste einfach nicht was ich tun sollte. Ich konnte nicht lenken, nicht bremsen und aussteigen war wohl auch eher eine tödliche Option. Ich fing bereits an zu halluzinieren, bildete mir ein, die Landschaft wäre nun gelb. Doch meine Aufmerksam lag ohnehin auf dem großen Stein, der sich in unseren Weg gelegt hatte. Wir steuerten direkt darauf zu.
Ich umklammerte meinen Rucksack und schloss meine Augen. Ich stellte mir vor, wie ich mit meiner Familie im Wohnzimmer saß und wir eine endlose Partie Monopoly spielten. Ich war mal wieder am Verlieren, während Dad das gesamte Geld bei sich gehortet hatte. Die Bank war beinahe leer und die Häuser waren alle gebaut worden. Mein einziger Triumph waren die Parkstraße und die Schlossallee, doch niemand kam in meine Straße, weshalb meine Taschen leer waren.
Plötzlich spürte ich einen starken Ruck und wurde nach vorne geschleudert. Instinktiv versuchte ich meinen Kopf mit meinen Armen zu schützen, hörte gleichzeitig das springen von Glas und spürte dann scharfe Kanten an meinen Armen bevor ich hart auf dem Boden aufschlug. Dann sprang ich wieder in die Luft und berührte dann erneut den Boden. Ich öffnete ruckartig meine Augen und sah den Wagen in meine Richtung rutschen, während ich selbst wieder durch die Luft flog und dann zum dritten Mal auf dem Boden aufkam. Ein letztes Mal erhob ich mich in die Luft und schlug dann mit meinem Kopf voran auf den Boden auf, dann war plötzlich alles still und dunkel.
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Hier habt ihr ein neues Kapitel. Ihr habt euch wahrscheinlich schon gefragt, warum das schon wieder so lange dauert. Nun ja, ich hatte das Kapitel schon etwas länger fertig aber, hochladen? Wer braucht schon sowas? Pf... Ja, ich habs vergessen hochzuladen.
Und ja, meine Überschriften werden wieder sehr kreativ, ich weiß. Aber besser, als wenn ich jetzt eine halbe Stunde lang über einer Überschrfit brüten würde, oder?
Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen, und wir sehen oder eher schreiben uns beim nächsten Mal ^^
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