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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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03.10.2018 2.207
 
Es dauert eine Weile, bis ich mich zurechtgefunden hatte. Ich dachte wohl ein wenig zu abstrakt. Als ich ‚Labyrinth betreten‘ eingab, geschah gar nichts, also musste ich etwas Anderes versuchen. Als nächstes versuchte ich etwas Einfaches. So einfach wie möglich. ‚Gerade aus‘. Einen Moment passierte nichts, dann wackelte das Bild des weißen Raumes und nährte sich der Wand gegenüber. Als die Kamera beinahe gegen die Wand stieß tippte ich ‚stopp‘, weshalb sie wieder zum Stehen kam. Mit einigen Knöpfen konnte ich die Kamera drehen, sodass ich schließlich eine Klappe in der Decke erkannte, die ich mit einem weiteren Knopf öffnen konnte. So schickte ich den Griewer-Roboter auf seine Reise ins ungewisse, durch einen schwarzen Schacht. Während der Bildschirm dunkel blieb, entdeckte ich ein Paar Kopfhörer auf dem Tisch und setzte sie probehalber auf. Erst dachte ich sie würden nicht funktionieren, dann konnte ich aber die leisen metallenen Schritte des Griewers hören, die im Gang nachhallten. Irgendwann kam ich in einen größeren aber ebenso dunklen Raum, wobei ich in einer Richtung ein Licht erkennen konnte. Sofort steuerte ich den Griewer darauf zu, welcher dazu eine Schräge hinaufkletterte und dann anscheinend automatisch in die Luft sprang nur um im Labyrinth anzukommen. Überrascht sah ich die mit Efeu bewachsenen Mauern, genauso wie einige andere Griewer in der Nähe. Langsam bewegte ich das schleimige Ungetüm vorwärts, ließ ihn dann allerdings abrupt stoppen. Vor mir auf dem Bildschirm erschien eine Gruppe von Jungen, es mussten um die vierzig gewesen sein. Ich konnte Schemen erkennen, die aussahen wie Waffen, was nur verständlich war, wenn sie nachts im Labyrinth herumliefen und dann auch noch direkt auf eine Gruppe von Griewern zu. Ich wusste allerdings nicht genau was sie vor hatten. Ich vermutete, dass sie einen möglichen Ausgang gefunden hatten und nun auf dem Weg dorthin waren. Allerdings war vor ihnen eine ganze Armee von Griewern, die nur darauf warteten, sie in Stücke zu reißen.
Da niemand sich bewegte, hatte ich einen Augenblick Zeit, um mir die Gruppe genauer anzusehen, glücklicherweise sah ich einige bekannte Gesichter. Vorne standen Nick, Alby, Thomas, Newt, Chuck und zu meinem Missfallen auch Teresa. Weiter hinten konnte ich die bekannte Statur von Minho erkennen, daneben vermutete ich Logan und Nico die sich leise zu unterhalten schienen. Von Gally, Pfanne und Zart fehlte jedoch jede Spur, genauso wie von Clint und Jeff. Ich hoffte einfach, dass ich sie in der Dunkelheit nicht erkennen konnte. Ich drehte die Kamera um mir die anderen Griewer anzusehen. Ich konnte zwar nicht genau erkennen wie viele es waren, doch mir war klar, dass sie niemals ohne Verluste an ihnen vorbeikommen würden. Zumindest nicht ohne die Hilfe eines ferngesteuerten Griewers.
Erneut drehte ich die Kamera, als ich plötzlich eine Bewegung wahrnahm. Entsetzt sah ich zu, wie Alby auf einen in der Nähe stehenden Griewer zu rannte. Dieser begann nun sich zu bewegen, genauso wie zwei weitere in seiner Nähe. Ich konnte Alby schreien hören, genauso wie einige andere, besonders aber Newt, der den Namen des Stellvertretenden Anführers rief. Ich sah fassungslos zu, wie die drei Griewer sich auf ihn stürzten und in Stücke rissen. Blut klebte an den Metallarmen der Ungeheuer und eine kleine Pfütze bildete sich unter dem Lichter. Meine Hände begannen zu zittern und ich konnte den Blick nicht abwenden, bis ich von links ein lautes Schreien hörte. Wie als wäre ich aus einer Trance erwacht blinzelte ich einige Male und drückte auf einige Knöpfe um zu sehen, was passierte. Die Lichter hatten sich in Bewegung gesetzt und rannten nun auf die Meute aus wabbeligen Wesen zu, in die nun ebenfalls Leben gekommen war. Ich begann dem Griewer Anweisungen zu geben, sodass er andere Griewer attackierte. Er riss ihnen einzelne Arme aus den schleimigen Körpern und schlug mit seinen eigenen auf sie ein.
Plötzlich wackelte die Kamera und ich merkte, dass jemand den Griewer angriff, den ich gerade steuerte. Schnell drehte ich die Kamera und bewegte mich dann nach hinten, als ich Minho erkannte, der mit einem Baseballschläger um sich schlug. Verwirrt hielt Minho inne und starrte direkt in die Kamera und somit direkt in meine Augen. Ich konnte nicht anders als zurück zu starren, bis ich hinter ihm eine Bewegung erkannte. Schnell ließ ich einen Arm vorschnellen und griff nach dem Griewer der sich von hinten dem Hüter der Läufer näherte. Minho hatte währenddessen schützend die Arme gehoben, vermutlich, weil er dachte, ich hätte es auf ihn abgesehen. Umso verblüffter starrte er den anderen Griewer an, dem nun mehrere Arme fehlten und der deshalb hin und her taumelte. „Wer bist du?!“ Schrie er und ich merkte, dass er erneut in die Kamera starrte. Ich wollte ihm am Liebsten ein Zeichen geben, weshalb ich kurzentschlossen ‚blinken‘ als Kommando eingab. Ich konnte eine Mischung aus verschiedenen Farben auf Minho‘s Gesicht sehen, bevor die Lichter wieder ausgingen. Noch immer starrte Minho in die Kamera, doch ich durfte mich nicht ablenken lassen. Ich wandte mich also von ihm ab und begann andere Griewer auseinanderzurupfen. So ging es eine Weile weiter, die sich wie eine Ewigkeit für mich anfühlte, bis die Kamera noch einmal stark anfing zu wackeln. Ich war gerade dabei den Blickwinkel zu ändern, als ein heftiger Schlag sie traf und das Bild schwarz wurde. Geschockt saß ich vor dem Bildschirm, unfähig irgendetwas zu tun. Ich hörte noch eine Weile lang die Geräusche der Schlacht, bis auch diese in ein permanentes Rauschen übergingen.
Mit dem Blick starr nach vorn gerichtet lehnte ich mich gegen die Stuhllehne. Das war‘s also. Ich hatte alles getan was ich konnte. Natürlich könnte ich zurück in den weißen Raum gehen, die Luke war immerhin noch geöffnet, aber ich würde nicht an die Decke herankommen. Außerdem würden die anderen mich umbringen, wenn ich ihnen einfach so entgegenkam, nur um mein Leben für sie aufs Spiel zu setzen. Ich schluckte einmal schwer, dann setzte ich die Kopfhörer ab und stand auf.
Auf dem Flur hatte das Piepen mittlerweile aufgehört und ich konnte Stimmen sowie Schritte durch die geöffnete Tür hören. Schnell verließ ich den Kontrollraum und versteckte mich erneut in dem Pausenraum gegenüber. Ich beobachtete durch das Fenster wie die Mitarbeiter geschäftig weitergingen und dem Raum nicht die geringste Aufmerksamkeit schenkten. Wahrscheinlich mussten sie erst einmal nach den ihnen zugeteilten Projekten sehen, was mir sehr gelegen kam. Als es immer weniger wurden schlüpfte ich aus dem Raum und ging in die Richtung aus der ich gekommen war. Keiner der mir entgegenkommenden schenkte mir Beachtung, weshalb ich, hin und wieder wichtigtuerisch nickend, an ihnen vorbeiging, ohne angehalten zu werden. Schließlich kam mir eine Gruppe des schwarzgekleideten Wachpersonals entgegen. Ich richtete meinen Blick auf den Boden und drückte mich an ihnen vorbei. Ich spürte schon den Triumph, dass ich ihnen entkommen war, als plötzlich etwas meinen Rucksack packte. Ruckartig wurde ich zurückgerissen und sah einen Mann mir gegenüber. Er war, nicht wie ich erwartet hatte in schwarz, sondern in weiß gekleidet und hatte bereits graues Haar. Er war dünn, was sein Gesicht wirken ließ wie das einer Ratte.
„Was tust du hier?“ Der Rattenmann hatte sich zu mir heruntergebeugt und sah mir starr in die Augen, während ich versuchte mir eine Ausrede einfallen zu lassen. „Ich bin auf der Suche nach Dr. Brook. Er hat mir so komisches Zeug gegeben aber es ist irgendwie merkwürdig. Aber ich hab ihn schon seit Tagen nicht mehr gesehen, also habe ich nach ihm gesucht.“ Der Mann wirkte nicht gerade überzeugt von meiner Geschichte, außerdem schien er zu wissen, dass ich in diesem Bereich überhaupt nichts verloren hatte. „In einem weißen Kittel und mit Rucksack? Wohl kaum.“ Mit einem schnellen Handgriff packte er mich an den Handgelenken, drehte sie mir auf den Rücken und schob mich dann vor sich her in die Richtung in die ich ohnehin unterwegs war. Dabei begann mein linker Arm zu schmerzen und ich hatte das Gefühl, das noch mehr von der grünen Flüssigkeit herauslief. Unfähig zu entkommen musste ich in die Richtung gehen in die der Mann mich schob, bis wir einer weiteren Gruppe an Wachpersonal über den Weg liefen. Rattenmann blieb stehen und musterte die zwei Männer. Einer der beiden kam mir bekannt vor, es war der Junge, der mir mein Alter und beinahe auch noch mehr verraten hatte. Er trug einen Helm und trotzdem erkannte ich seine Augen wieder, sie waren braun und hatten etwas Freundliches an sich, was hier vollkommen fehl am Platz wirkte. Er sah mich mit großen Augen an, während sein Partner, ein großer muskulöser Mann der gut als Türsteher hätte durchgehen können, auf mich zu kam.
„Janson. Was haben sie vor?“ Die tiefe Stimme des Mannes schien die Luft vibrieren zu lassen, doch sie klang nicht unbedingt unfreundlich, mehr interessiert. „Ich habe sie in Sektor fünf gefunden. Es ist ihr verboten in dieser Sektion herumzulaufen, ganz abgesehen das sie um diese Uhrzeit ihr Zimmer nicht mehr verlassen darf. Ich gehe davon aus, dass sie einen Ausbruch plant.“ Janson lockerte seinen Blick, nun da er sich nicht mehr alleine mit mir herumschlagen musste und begann mit dem großen Mann zu reden. Währenddessen stellte ich Blickkontakt mit dem anderen Jungen her, der ebenfalls zu mir sah. Sein Blick sagte mir, dass er mir irgendwie helfen wollte, aber eigentlich auch nicht gegen die Regeln verstoßen wollte. Kurz darauf blickte er zwischen mir und seiner Waffe hin und her, bis sein Blick entschlossener wurde und er damit auf seinen Kollegen zielte. Einen Moment zögerte er noch, dann drückte er den Abzug und traf den Wachmann direkt in den Rücken. Dieses begann nun unkontrolliert zu zittern und ging dann zu Boden. Janson, der überrascht meine Arme losgelassen hatte, folgte ihm kurz darauf, als ich meinen Elektroschocker zückte und ihn in seinen Magen rammte.
Schwer atmend stand ich da und sah auf die beiden am Boden liegenden hinunter und dann zu dem anderen Jungen. Auch er starrte auf den Boden, als könnte er nicht fassen was er gerade getan hatte. „Jetzt wo du auf meiner Seite bist… wie heißt du eigentlich?“ Ich versuchte meinen Atem unter Kontrolle zu bringen, weshalb ich versuchte ein normales Gespräch zu beginnen, was anscheinend auch meinem Verbündeten half. „Kyle.“ Antwortete er kurz und warf mir dann ein Lächeln zu. „Jetzt kann ich wohl gleich mit dir abhauen, was?“ Es schien zuerst als Scherz gemeint gewesen zu sein, doch dann realisierte er anscheinend, dass er Recht hatte. „Wenn du mich begleiten möchtest, nur zu.“ Ich durchsuchte den nun bewusstlosen Janson und nahm mir sowohl ein Gerät, welches wie das von Thomas aussah und seine Schlüsselkarte. Einen Moment sah ich mir das Gerät an und entdeckte dann, dass es mit Fingerabdruck aktiviert werden konnte. Schnell hielt ich seinen Finger vor den Sensor und richtete ein Passwort ein. „Es war mir ein Vergnügen, Mr. Janson.“ Ich ließ den weißen Kittel über den bewusstlosen fallen und lief dann weiter den Flur entlang. Kyle folgte mir und hielt seine Waffe einsatzbereit. Erst jetzt erkannte ich, dass es sich um einen Granatwerfer handelte, genauso wie die Männer sie in der Brandwüste verwendet hatten.
„Ich weiß wo eine Lagerhalle ist in der ein paar Jeeps stehen. Wir können uns einen ausborgen. Dann sind wir schneller.“ Ich nickte kurz und überließ ihm die Führung durch den Gebäudekomplex bis hin zu einer Garage so groß wie ein Fußballfeld. Ich konnte ein Berk entdecken, wobei ich mir sicher war, dass sie noch mehr davon hatten, genauso wie die versprochenen Jeeps. Wir liefen zu dem, der uns am nächsten war und rissen die Türen auf. Es waren nur wenige Menschen in der Halle, diese standen mehrere Meter von uns entfernt bei dem Berk herum. Als sie die Geräusche der Autotüren hörten, drehten sie sich um und kamen dann auf uns zu gerannt. Kyle warf den Helm auf den Rücksitzt und startete das Auto mit dem Schlüssel, der bereits im Schloss steckte. Einen Moment schien es mir, als würde er nicht losfahren wollen, dann gab er allerdings Gas und fuhr auf eines der Garagentore zu. Ich hatte auf dem Beifahrersitz meinen Rucksack umklammert und sah mit größer werdender Panik, dass das Tor geschlossen war. „Äh… Kyle?“ Dieser reagierte nicht und gab nur noch mehr Gas, schaltete sogar noch zwei Gänge höher, und hielt weiterhin auf das Tor zu. Als wir nur noch wenige Meter davon entfernt waren, erklang ein Piepen und das Tor begann langsam sich zu öffnen. Ich sah einmal nach hinten, wo wild gestikulierende Wissenschaftler hinter uns herrannten, dann wieder nach vorne zu dem Tor. Der Jeep passte gerade so durch die Öffnung des Tores, dann befanden wir uns auf dem Außengelände. Die Straße auf der wir uns befanden hielt direkt auf ein anderes Tor zu, dieses war geöffnet und ließ uns einfach passieren. Kurz darauf befanden wir uns auf offenem Gelände, nur eine Straße schlängelte sich durch die trockene Landschaft immer weiter.
Erneut sah ich zurück. Ich konnte es nicht fassen. Ich hatte es geschafft. Ich war ANGST nach all der Zeit entkommen. Ich konnte ein Grinsen nicht zurückhalten. Jetzt musste ich nur noch meine Freunde und meine Familie finden. Perfekter konnte es nicht sein.
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Nun... *räusper* Ihr könnt euch für das neue Kapitel bei Letya bedanken. Ich wollte das eigentlich schon länger hochladen, hatte es aber vergessen also... ja. Tut mir leid ^^'
Ich hoffe es gefällt euch trotz der langen Wartezeit :)
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