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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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02.09.2018 1.429
 
Immer wieder rief Dr. Brook nach mir. Anscheinend machte es ihm Spaß mir Nadeln in den Arm zu rammen und irgendwelche Flüssigkeiten in mein Blut zu pumpen. Je öfter er es tat desto einfacher wurde es für mich. Ich gewöhnte mich an die Spritzen, an den Druck, an das Pochen danach. Doch dann hörte er plötzlich auf mir Dinge zu spritzen. Er rief mich nicht mehr zu sich, war nicht in seinem Labor anzutreffen, wenn ich ihn suchte, weil eine grüne Flüssigkeit aus der Einstichstelle an meinem Arm lief. Je länger er weg war, desto schlimmer wurde es. Erst waren es immer nur ein paar Tropfen über den Tag verteilt, die ich einfach abwischen konnte, doch irgendwann musste ich einen Verband darum wickeln, damit nicht permanent grüne Flüssigkeit meinen Arm hinunterlief. Er fühlte sich auch irgendwie schwerer an, als ob jemand Gewichte daran befestigt hätte. Ich suchte nach anderen Laboren und fragte die Leute die dort arbeiteten danach, welche mich entweder fortschickten oder keine Ahnung hatten, was Dr. Brook überhaupt vor hatte. Auch konnte mir niemand sagen, was mit ihm geschehen war. An einem Tag besuchte ich wieder den Beobachtungsraum und erkannte, dass einiges passiert war in den wenigen Tagen. Der Himmel war grau und die Lichtung sah ziemlich zerstört aus. Die meisten Lichter befanden sich in den Gebäuden, als hätten sie Angst vor dem, was außerhalb vor sich ging. Ich hatte allerdings nicht lange Zeit mir das Treiben der Jungen anzusehen, da ich einiges vorzubereiten hatte.
Ich hatte begonnen an dem Verriegelungssystem an meiner Tür herumzubasteln. Ich hatte alles abgesucht, allerdings keine Kamera im Raum entdeckt und bezweifelte auch, dass es eine gab, denn ansonsten wären meine zusammengetragenen Gerätschaften mit Sicherheit nicht mehr in meinem Besitz. Einmal bin ich sogar beinahe erwischt worden, als ich nicht auf die Schritte außerhalb meines Raumes geachtet hatte. Ich hatte die Gerätschaften schnell unter mein Bett geworfen, weshalb ich danach erst einmal zwanzig Minuten gebraucht hatte auch die kleinste Schraube aus der hintersten Ecke herauszufischen. In der Cafeteria, die ich nun tatsächlich nutze, belauschte ich regelmäßig Gespräche der Mitarbeiter, die die nicht vorhatten ihre Freunde aus einem Albtraum zu befreien. Meist war es nur irgendein medizinischer Mist, den ich ohnehin nicht verstand, doch heute war es anders. Alle anwesenden schienen besonders aufgeregt zu sein, irgendetwas musste also passiert sein. In meiner Nähe unterhielten sich einige der Wissenschaftler, die ich schon des häufigeren in der Nähe des ‚Kontrollzentrum‘ wie ich es bezeichnete, gesehen hatte.

„Es kann nicht mehr lange dauern. Ich habe mögliche Ergebnisse kalkuliert und es werden wohl genug überleben, um uns großartige Ergebnisse zu liefern.“
„Jetzt wo wir es beschleunigt haben, sollten sie auch bald einen Weg finden. A2 hat bereits deutliche Fortschritte gemacht.“
„Jetzt wo ihm das Serum injiziert wurde sollte er soweit sein. Die Prozedur sollte noch heute vollendet sein. Ich gehe also davon aus, dass sie morgen aufbrechen werden.“
„Spätestens übermorgen sollten wir also Phase zwei beginnen können. Großartig.“
„Ich hatte mir allerdings mehr erhofft, Gruppe B hat das Labyrinth schon vor zwei Tagen verlassen.“

Schnell beeilte ich mich die Cafeteria zu verlassen und kehrte in mein Zimmer zurück. Dort zog ich eine Tasche unter meinem Bett hervor, die ich aus einem der Räume mit den Schließfächern hatte mitgehen lassen, und warf alle möglichen Dinge die ich angesammelt hatte hinein. Thomas Gerät hielt ich dabei in der Hand, genauso wie ein kleines Feuerzeugartiges Ding, dass eigentlich ein Elektroschocker war. Schließlich kramte ich noch Kabel aus allen möglichen Ecken hervor und verstaute dann alles feinsäuberlich unter meinem Bett. Die Rose hatte zwar gesagt, ich sollte am frühen Morgen verschwinden, wenn ich die Lichter jedoch bei ihrer Reise durch das Labyrinth unterstützen wollte, musste ich schon ein wenig eher beginnen.
Also begann ich um kurz vor acht, der Zeitpunkt an dem die Wachen dreißig Minuten brauchten um erneut an meiner Tür vorbeizukommen, mit meinem Plan. Ich verkabelte Thomas‘ Gerät mit dem Türschloss und gab den Code ein, den er mir gegeben hatte. 1257855. Ein leises Piepen entsperrte das Gerät, dann erschien ein Schloss auf dem Bildschirm, während die Tastatur aufleuchtete. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das Gerät die ganze Arbeit allein erledigen würde, aber es kam mir doch gelegen. Ich drückte verschiedene Ziffern und hörte mir die Töne an, die dabei erklangen. Einige tiefer, andere höher. Irgendwann gelang es mir die Melodie in den Kopf zu bekommen, die ich mir ausgedacht hatte, um mir den Code für die Tür merken zu können. Nach einigem probieren gab ich schließlich vier Ziffern ein. 3602. Als ich auf bestätigen drückte, hörte ich erneut ein leises Piepen und sah wie sich die Tür einen Spalt öffnete. Etwas genervt erkannte ich, dass der Code dieselbe Nummer war, mit der mich die Wächter immer angesprochen hatten und hatte plötzlich das Bedürfnis irgendetwas kaputtzuschlagen. Doch stattdessen stopfte ich die Kabel in meinen Rucksack und holte eine Schlüsselkarte aus einer Seitentasche. Die hatte ich erst einen Tag zuvor einem Wachmann geklaut, der anscheinend dachte, er hätte sie einfach verloren und sich eine neue besorgt. Ich hoffte nur, dass ich diese noch immer verwenden konnte, sonst müsste ich mir eine neue besorgen, was alles nur komplizierter machen würde.
Kurz streckte ich meinen Kopf durch den Spalt und spähte in beide Richtungen, dann trat ich hinaus auf den Flur. Zu beiden Seiten konnte ich weder etwas sehen noch hören, also machte ich mich auf dem Weg zum Kontrollzentrum. Ich konnte nur hoffen, dass nicht zu viele dort waren, die ich irgendwie loswerden musste. Die erste Tür die ich überwinden musste, führte zu einem der Schließfach-Räume. Ich zögerte ein wenig bevor ich die Karte durch den Kartenleser zog. Kurz passierte nichts, ich rechnete schon damit, dass jeden Moment der Alarm losgehen würde, doch dann öffnete sich die Tür mit einem kurzen Klicken. Erleichtert verschwand ich im Raum und schloss an eines der Schließfächer das Gerät von Thomas an. Ich tippte ein wenig darauf herum, bis ich das Programm zum Knacken von elektronischen Schlössern fand, wozu auch immer Thomas das gebraucht hatte. Kurz darauf ließ sich die Tür öffnen und drinnen fand ich einen weißen Kittel, den ich schnell überwarf. Zusätzlich fand ich eine Garnitur weißer Kleidung, die ich ebenfalls mitgehen ließ und in meine Tasche stopfte.
So setzte ich meinen Weg fort. Im ersten Moment musste ich wie einer der Ärzte ausgesehen haben, doch jeder hätte erkannt das ich keiner war, hätten sie mir nur drei Sekunden ihrer kostbaren Zeit geschenkt. Doch für das vorbeigehen an Glastüren reichte es. Noch immer war ich nicht entdeckt worden, was beinahe an ein Wunder grenzte. Als ich nun jedoch vor dem Raum stehen blieb, in den ich hineinmusste, verließ mich mein Glück. Ganze vier Leute hatten sich darin versammelt und saßen vor Bildschirmen. Wenn es eine Person gewesen wäre, hätte es ja vielleicht noch funktioniert, bei zweien möglicherweise auch, aber mit vieren? Ich ließ den Elektroschocker in meiner Hosentasche verschwinden und überlegte fieberhaft. Schließlich versuchte ich mein Glück, indem ich mir einen der Zettel aus dem Erste-Hilfe-Kasten nahm und den Elektroschocker an eine Ecke hielt, bis dieser langsam anfing zu brennen. Nun hielt ich das brennende Papier unter einen der Rauchmelder, bis dieser laut anfing zu piepen. Schnell versuchte ich das Feuer auf dem Papier zu löschen und versteckte mich dann in einem Raum in der Nähe, der anscheinend als Pausenraum diente, aber leer war. Durch ein kleines Fenster in der Tür konnte ich beobachten wie aus allen Richtungen Menschen strömten und in Richtung Ausgang verschwanden. Niemals hätte ich gedacht, dass so etwas Primitives tatsächlich funktionieren würde. Bald ging auch die Tür gegenüber auf und vier Gestalten huschten auf den Flur hinaus, verschwanden dann mit dem Strom nach links.
Einige Momente später war der Flur Menschenleer, weshalb ich aus dem Raum auf den Flur schlüpfte und dann mit Hilfe der Schlüsselkarte den Raum betrat. Ich sah von den vielen Bildschirmen, zu den unendlichen Knöpfen. Ich wusste gar nicht wo ich anfangen sollte, bis mir eine Datei auffiel, die ‚Griewer Ver. 739.23‘ hieß. Kurzentschlossen öffnete ich diese und bekam dann den Raum zu Gesicht, in dem ich aufgewacht war, nach dem ich aus dem Labyrinth verschleppt worden war. Einen Moment war ich verwirrt, bis ich erkannte was das bedeutete. In einem weiteren Fenster gab es ein Feld, in das sich Befehle eingeben ließen. Ein Grinsen erschien auf meinem Gesicht, als ich mir einen Stuhl heranzog und mich vor den Bildschirm setzte. Dann begann ich zu tippen.
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Jay, ein neues Kapitel ^^ Ich hoffe es hat euch gefallen, und wir werden beim nächsten Mal sehen, ob Melodys Ausbruch auch funktioniert ;)
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