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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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13.08.2018 1.921
 
Tage vergingen ohne das ich noch einmal den Beobachtungsraum besuchte. Ich versuchte mich engagiert zu zeigen, als hätte das Verschwinden von Thomas meine Liebe zu ANGST erweckt oder etwas in der Art. Es hatte damit begonnen, dass ich Paige aufgesucht und gefragt hatte, wie ich bei der Entwicklung des Heilmittels helfen konnte. Sie war erst einmal ziemlich verwirrt, da ich doch immer so ein Gegner dieser Organisation gewesen bin. Am liebsten hätte ich ihr ins Gesicht geschrien, dass sich das auch niemals ändern würde, hatte allerdings mit größter Mühe eine herzzerreißende Geschichte ausgepackt, in der sich meine Meinung geändert hatte, da Thomas für das Ganze sogar seine Erinnerung hergegeben hatte.
Ich hatte ziemliches Glück, dass Teresa nicht in der Nähe gewesen war, da sie anscheinend ganz in die Vorbereitung für ihren eigenen Eintritt in das Experiment verwickelt war und somit nichts von meinem Wutanfall ihr gegenüber hatte berichten können. Schließlich gab Paige mir eine ganze Liste an Dingen die ich erledigen sollte, viele davon waren mit Tests und Untersuchungen verbunden. Doch das alles hatte etwas mit meinem Plan zu tun. Ich musste erreichen ganz legal in einen bestimmten Raum zu gelangen und zwar mit Zugriff zu allem was es zu verwenden gab, soweit ich das bewerkstelligen konnte, und mit so viel Zeit wie ich brauchte. Ohne Verdacht zu erwecken selbstverständlich. Bei Nacht wäre ebenfalls nicht schlecht. Alles nicht besonders einfach, aber irgendwie würde ich das schon schaffen, ansonsten hatte ich einen Plan B, also würde das schon irgendwie klappen.
„Dr. Brook?“ Ich betrat gerade eines der Labore, die über den gesamten Gebäudekomplex verteilt waren. Auf dem Zettel in meiner Hand stand, dass ich eine Person Namens Dr. Book in diesem Raum treffen sollte, doch für mich schien es als sei sie nicht da, der Raum war nämlich Menschenleer.
Überall standen Geräte herum. Schränke voller Chemikalien und irgendwelchem Gestein, eine Liege mitten im Raum, die mir einen Schauer über den Rücken jagte, weshalb ich einen großen Bogen um sie herum machte, sowie viele medizinische Instrumente. Einige davon konnte man bestimmt bei seinem örtlichen Zahnarzt finden, der hatte immerhin einige Folterinstrumente in seinem Inventar, doch einige sahen selbst für den sadistischsten aller Ärzte zu grausam aus. Meist hatten sie irgendwelche spitzen Ecken und Kanten, der Zweck anderer Werkzeuge blieb mir unbekannt, was sie nur noch furchteinflößender machte. Ich fühlte mich, als wäre ich direkt in das Labor eines verrückten Wissenschaftlers gelaufen und war schon dabei wieder umzukehren, als die Tür aufglitt und ein junger Mann den Raum betrat.
Zuerst schien er mich nicht zu bemerken und ich hatte schon die Hoffnung, ich könnte mich einfach wieder aus dem Staub machen, doch dann sah er von seinen Notizen auf und sah mich direkt an. „Ah, ich habe dich bereits erwartet. Du bevorzugst deinen richtigen Namen, nicht wahr? Gut… Melody, richtig? Ava hat mir bereits mitgeteilt, dass du uns helfen willst, ein Heilmittel zu finden. Ich finde das sehr Lobenswert von dir, vor allem im Anbetracht der Tatsache, dass du gerade einen guten Freund an das Labyrinth verloren hast, wie es aussieht.“ Er lächelte mich strahlend an, als gäbe es irgendetwas zu feiern und deutete dann auf die Liege in der Mitte des Raums. „Setz dich doch.“
Zögerlich bewegte ich mich in die Mitte des Raumes und ließ mich dann langsam auf das Polster sinken, dass bei jeder Berührung ein widerliches Geräusch von sich gab. „Ja, ich weiß. Ekelhaft dieses Zeug, dafür aber einfach steril zu halten.“ Erneut lächelte er mir zu und ging dann zu einem der Schränke. Dr. Brook wirkte nicht älter als 30, sprach teilweise aber als ob er deutlich älter wäre. Seine braunen Haare waren kurz, seine Augen ebenfalls braun und voller Tatendrang und Enthusiasmus. Diese Experimente schienen ihm einiges zu bedeuten, oder das Finden eines Heilmittels. Ich beobachtete ihn, während er einige Flaschen aus dem Schrank holte, auf einem Tisch in der Nähe abstellte und dann auf einem Computer eine Datei öffnete.
„Hast du dir schon mal deine Akte angesehen? Sehr faszinierend kann ich sagen. Unglaubliche Ergebnisse bei sämtlichen Tests, vor allem die Brandwüste war besonders aufschlussreich.“ Er drehte sich zu mir um und bemerkte meinen verständnislosen Blick. Wovon sprach er bitte? Mir war klar gewesen, dass mein Test irgendwie ausgewertet werden würde, wichtig war wahrscheinlich irgendetwas, dass in meinem Gehirn passierte, oder auch nicht passierte, aber was genau wusste ich nicht. Außerdem konnte ich mir nicht vorstellen, dass es besonders spannend war, sich irgendwelche Gehirnaufzeichnungen anzusehen. „Hat dir noch niemand erzählt, was an dir so besonders ist? Wir hätten dich auch einfach mit Gruppe B in eines der Labyrinthe schicken können, aber du warst ein Sonderfall, das konnten wir also nicht einfach machen. Wir brauchten etwas… besonderes für dich.“ Mein Blick schien sich nicht wirklich zu ändern, vor allem nicht die angebrachte Menge an Interesse und Faszination auszustrahlen, denn der Doktor schien nun etwas enttäuscht, weil ich seine Begeisterung nicht zu teilen schien. „Ist ja auch nicht so wichtig. Was jetzt viel wichtiger ist, ist wie du auf dieses Zeug hier reagierst.“ Er deutete auf die Flaschen, die noch immer aufgereiht auf dem Tisch standen.
Langsam bereute ich meinen Plan, vor allem als Dr. Book sich den Flaschen widmete und diese nun scheinbar wahllos zusammenmischte. Als er schließlich zu mir herüberkam, hatte er eine bläuliche Flüssigkeit in eine Spritze gefüllt. „So und jetzt entspann dich einfach. Wird gar nicht wehtun. Denke ich.“ Die Spritze war größer als jede die ich bisher gesehen hatte, als bräuchte er so eine große Nadel um die Ader auch mit Sicherheit zu treffen. Ich hatte das Bedürfnis davon zu laufen, soweit ich nur konnte, oder wollte schreien oder um mich treten, doch ich riss mich zusammen und blieb auf der Liege sitzen, merkte allerdings wie mein Herz anfing gegen meine Brust zu hämmern, schnell wandte ich den Blick ab. Im nächsten Moment spürte ich etwas kühles, wahrscheinlich Desinfektionsmittel auf meinem linken Oberarm, dann wurde es wieder abgewischt. Als nächstes hatte ich das Gefühl, als würde jemand ein Messer in meinen Arm stecken, wie in einen Messerblock, dann einen Druck, als würden mehrere Liter Blut in meinen Arm gepumpt werden, bis er platzte. Dann wurde das Messer wieder herausgezogen und ein Pflaster darüber geklebt. Als ich dann wieder hinsah, konnte ich gerade die nun rote Spitze der Nadel sehen, bevor Dr. Brook sie in ein Becken mit Wasser fallen ließ.
„Schon geschafft. Siehst du? Gar nicht so schlimm.“ Er schien sehr zufrieden mit seiner Arbeit, ich war nur froh, dass die Spritze nun ganz weit weg von mir war. Allerdings fühlte ich nun ein heftiger werdendes Pochen in meinem Arm und sah wie sich das Pflaster langsam grün verfärbte. „Oh, das ist ungewöhnlich,“ war das einzige was ich von dem Doktor zuhören bekam, während er einen Verband und eine Kompresse holte und mir dann einen Verband anlegte, nachdem er einen kurzen prüfenden Blick auf die Einstichstelle geworfen hatte. „Komm einfach morgen wieder und dann sehe ich mir das noch einmal an, ja? Ich hoffe es passiert nichts Besonderes in der Zeit und wenn doch, komm einfach hierher.“ Er lächelte mich noch einmal an und schob mich dann in Richtung Tür. Als ich heraus auf den Flur stolperte und dann noch einmal zurücksah, schlossen sich die Türen zu seinem Labor bereits und ließen nur eine milchige Wand zurück, durch die man nicht hindurchsehen konnte. Ich spürte noch immer das Pochen, welches immer stärker zu werden schien und schleppte mich zu meinem Zimmer zurück. Ich war plötzlich müde und setzte mich auf das Bett, wobei ich bemerkte, dass ich am besten hätte stehen bleiben sollen. Im nächsten Moment fielen mir die Augen zu und ich schlief ein.

Er hatte sich schon ewig nicht mehr mit Nick unterhalten. Der Anführer hatte in letzter Zeit unheimlich viel zu tun, zumindest behauptete er das die ganze Zeit. Häufig sah er ihn über die Lichtung laufen, hin und wieder sah er sich die Arbeit des Frischlings an, der seinen Tag heute bei den Hackenhauern verbrachte. Aus Richtung des Gehöfts drang ein lauter, kehliger Schrei, ein Grund warum er seinen Tag nicht im Gehöft verbrachte, dabei hatte er heute gar nichts zu tun. Natürlich hätte er nach dem kranken Baumeister sehen, den Sanis ein wenig unter die Arme greifen können, während Ben die Verwandlung durchlebte, brauchte gerade allerdings etwas Zeit für sich. Später am Tag war immer noch genug Zeit um zu helfen.
Überall um ihn herum arbeiteten die anderen Lichter und versuchten sich durch die immer wiederkehrenden Schreie nicht ablenken zu lassen, dabei konnte man genau sehen, wie vor allem den neueren, immer wieder ein Schauer über den Rücken jagte. Immerhin würden sie sich dann vom Labyrinth fernhalten, hoffte er zumindest. Sie hatte das ganze allerdings nicht abgehalten. Aber sie hatte auch nichts von den Griewern gewusst, auch wenn ihr klar gewesen sein musste, dass irgendetwas schreckliches darin lauerte. Sie war jedenfalls nie hineingegangen, bis auf das eine Mal, als Nico gestochen worden war. Ohne sie wäre der Läufer nun Griewerfutter, auch wenn es ihn wunderte, dass der Griewer ihn einfach hatte liegenlassen, anstatt ihn direkt zu verschlingen. Aßen die Griewer ihre Opfer überhaupt? Die meisten verschwanden vollkommen, nur wenige hatten das Glück den schleimigen Monstern entkommen zu können. Doch noch niemand hatte gesehen, wie ein Lichter von den Monstern im Labyrinth gefressen worden war. Nico, nun ehemaliger Läufer, wurde nicht mehr ins Labyrinth gelassen, meist mit der Begründung, dass Chuck ohne ihn wahrscheinlich nicht klarkommen würde, doch der schwarzhaarige war kein dummer Strunk und konnte sich denken, dass sie ihn wegen ihr nicht mehr hineinlassen wollten.
Gerade hatte er aufstehen wollen, um Clint und Jeff ein wenig unter die Arme zu greifen, da ertönte ein allzu bekanntes Geräusch in der Nähe und das konnte nichts Gutes Bedeuten. Ruckartig drehte er sich zu den Metalltüren im Boden um und rannte im nächsten Moment schon darauf zu, während die meisten anderen noch versuchten das Geräusch zuzuordnen. „Nick! Alby! Es ist die Box!“ Rief er die beiden Anführer, auch wenn er nicht einmal wusste ob sie in der Nähe waren, während er vor dem Ursprung der Sirene zum Stehen kam. Mehrere Lichter versammelten sich nun um die Box, während Alby und Nick schnell anfingen die schweren Türen der Box mit den Haken auseinanderzuzerren, spähte er bereits herein und stieß dann einen überraschten Laut aus.
„Was ist los Newt? Was siehst du?“ Er konnte seinen Augen kaum trauen als er den Körper auf dem Gitter unter sich liegen sah. „Ich…“ Fing er an, bekam allerdings kein wirkliches Wort heraus. Es konnte nicht wahr sein, oder doch? Würden sie so etwas tun? Nachdem sie bereits verschleppt worden waren schickten sie ihnen nun dies? Was das ein Zeichen? Sollte ihnen das ihr Schicksal offenbaren? „Na los, sag schon du Strunk.“ Drängte ihn Alby, der noch immer mit Nick die Luke auseinanderzog. „Mädchen.“ Sagte er dann, da er kein anderes Wort herausbekam. „Was soll der Klonk? Sag endlich was du siehst!“ Er sah Alby, der ihm einen genervten Blick zuwarf, an, der Blick eine Mischung aus Verwirrung und leichter Panik. „Es ist ein Mädchen, ein anderes. Es sieht aus als wäre sie- tot.“
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Jay, es geht langsam vor ran :)
Ich freu mich schon auf die Zeit nach dem Labyrinth hehe.
Ich muss mir mal langsam überlegen, wie ich das ganze hier zu Ende bringen möchte... Auch wenn das wohl nicht in nächster Zeit passieren wird, möchte ich trotzdem ein schönes Ende machen, aber ich bin mir noch nicht ganz sicher wie... Aber darüber müsst ihr euch ja keine Sorgen machen ^^
Also, bis zum nächsten mal :D
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