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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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Dieses Kapitel
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06.07.2018 1.944
 
Pfeifend ging ich durch die Flure. War es mir verboten allein durch die Flure zu gehen? Gut möglich. Mir hatte niemand etwas dazu gesagt, also hatte es mir zwar niemand erlaubt, aber auch niemand verboten, also warum nicht? Bisher war ich ohnehin noch niemandem begegnet und da Thomas nicht mehr besonders viel Zeit hatte die er im Beobachtungsraum verbringen konnte, durfte ich dort auch nicht mehr besonders häufig dorthin, also konnte ich auch durch die Gänge laufen. Ich hatte nicht mehr viel mit Thomas gesprochen nachdem wir uns verbündet hatten, also hatten wir noch immer keinen richtigen Plan. Dabei waren schon gut drei Wochen seitdem vergangen, vielleicht auch mehr oder weniger, ich vergesse immer die Tage zu zählen. In der Zwischenzeit hatte sich jedenfalls eine ganze Menge Schrott in meinem Zimmer angesammelt, den ich vorhatte zu verwenden. Ich fragte mich, ob niemand bemerkte, dass hin und wieder irgendwelche Gerätschaften aus den Räumen verschwanden, selbst wenn es nur ein Kabel, ein leerer USB-Stick oder ein Schraubendreher war. Bei der nächst besten Gelegenheit bog ich in einen Raum links von mir ab, da in der Nähe Schritte ertönten.
Der Raum entpuppte sich als eine Art Umkleide mit mehreren Schließfächern. Nach einigen Versuchen musste ich leider, jedoch nicht besonders überraschend, feststellen, dass jedes einzelne verschlossen war. Manche mit Schlüssel, andere mit Code oder sogar mit beidem. Ich ging kurzerhand davon aus, dass es wohl etwas mit dem Dienstgrad oder so etwas zu tun hatte. Am anderen Ende des Raumes befand sich jedenfalls eine weitere Tür, die mit einem Kartenleser gesichert, doch trotzdem konnte ich durch das Glas etwas erkennen. Ein Gang ging einige Schritte gerade aus und wurde dann durch eine weitere Tür beendet, dahinter schien ein etwas größerer Raum zu liegen. Ich konnte einige Tische sehen auf denen einige Gerätschaften lagen, genauso wie den Rücken einer Person, die sich mit irgendwem unterhalten zu schien. Wohl eher diskutieren, denn wer schaffte es bei einer normalen Unterhaltung so zu gestikulieren, dass die Hände hinter dem Rücken zu sehen waren? Gerne hätte ich mich darin genauer umgesehen, doch zwei Dinge hielten mich davon ab, weshalb ich beschloss es gut sein zu lassen. Nach ein paar Mal an den Schließfachtüren rütteln, ging ich schließlich wieder zur Tür zurück und warf einen kurzen Blick nach draußen, wobei ich niemanden sehen konnte. So setzte ich meinen Weg fort, wo ich hin wollte wusste ich selbst nicht. Vielleicht suchte ich nach einem möglichen Ausweg, weiteren Verbündete, wie die Allianz die der Brief erwähnt hatte, oder auch Thomas, um endlich einen Plan mit ihm zu schmieden.
Als dann an einer Tür vorbeikam und tatsächlich Thomas mit seiner Freundin Teresa sah, schien es für mich wie ein Wink des Schicksals. Jetzt war nur noch die Frage, was wollte das Schicksal von mir? Das ich jetzt abhaute? Mich den beiden in ihrer hitzigen Diskussion anschloss? Vielleicht wollte es auch, dass ich Teresa verprügelte, aber ich denke, da würde es sich klarer ausdrücken. Also tat ich das, was das Schicksal mir wahrscheinlich nicht geraten hatte. Ich öffnete die Tür, wobei ich tatsächlich überrascht war, dass sie nicht verschlossen war, und stellte mich neben die beiden. Zuerst bemerkten sie mich jedoch gar nicht, was mir doch recht merkwürdig vorkam, doch vielleicht war ihr Gespräch auch einfach sehr interessant.
„Tom, wir können nicht einfach aufhören! Die Leute dort draußen zählen auf uns! Sie sind darauf angewiesen, dass wir eine Heilung finden und sie aus diesem Albtraum befreien! Du kannst sie nicht ernsthaft im Stich lassen wollen!“ ‚Tom‘ sah sie an, als ob er nicht wüsste ob er sich schuldig fühlen, oder genervt sein sollte. „Ich weiß, Teresa. Ich habe darüber mehr als einmal nachgedacht. Aber es muss doch eine andere Lösung geben, als die anderen in ein Labyrinth einzusperren, oder? Warum sollen sie darunter leiden, dass andere Krank sind und sie nicht? Es wäre wie, als jemanden zu bestrafen, weil derjenige gute Leistungen vollbracht hat.“ Vielleicht sahen sich mich, weil zwischen uns ein Schreibtisch stand an den ich mich gelehnt hatte und beide mir halb den Rücken zu drehten. Wäre zumindest meine einzige Erklärung, oder sie ignorierten mich, das wäre allerdings ziemlich leichtsinnig. „Was hat dir dieses Mädchen jetzt schon wieder in den Kopf gesetzt? Seitdem du dich mit ihr unterhalten hast, bist du wie ausgewechselt! Du verlierst unser Ziel aus den Augen Thomas!“
Meinte sie mich? Ich wüsste jetzt niemand anderen mit dem Thomas sich unterhalten hatte, aber könnte gut möglich sein. Wer weiß wie viele es von meiner Sorte gab? Vielleicht gab es noch mehr, die in der Brandwüste waren oder erst dorthin geschickt werden würden. „Du sagst das, als wäre sie für den Brand verantwortlich. Warum kannst du sie nicht leiden? Warum kann sie dich nicht leiden? Ich verstehe euer komisches Verhältnis einfach nicht! Außerdem finde ich, sollte man sich beide Seiten anhören. Die Seite von ANGST habe ich mir jetzt schon lange genug angehört, also habe ich auch mal mit der anderen Seite gesprochen und habe gemerkt, dass das was wir tun einfach falsch ist! Wir müssen etwas ändern Teresa, und wenn du mir nicht hilfst, dann mache ich es eben alleine!“ Die beiden schienen in einer ernsten Krise zu sein, wenn ich das so beurteilen müsste. „Wenn du versuchst uns zu sabotieren, dann muss ich es den anderen sagen. Bitte, lass es. Ich will dich nicht verraten müssen, aber so lässt du mir keine Wahl. Vielleicht sollte ich auch erst einmal etwas gegen dieses Mädchen unternehmen. Sie verhält sich, als ob sie hier zuhause wäre und als ob du ihr bester Freund wärst. Diese Melody ist kein guter Umgang für dich!“
„Hey, mach mal halblang! Du musst mich hier nicht auch noch mit reinziehen!“ Eigentlich hatte ich den beiden noch ein wenig zuhören wollen, aber sowas ließ ich mir dann doch nicht gefallen. Wenn jemand ein Problem mit mir hatte, sollte derjenige sich gefälligst bei mir und nicht bei meinen Freunden über mich auslassen! Jedenfalls hatten die beiden mich offensichtlich nicht bemerkt, denn sie fuhren erschrocken herum und starrten mich dann an. „Wie lange stehst du da schon?!“ Teresa schien nicht besonders erfreut über meine Anwesenheit, aber ich konnte sie verstehen. Immerhin war das schon ein recht privates Gespräch gewesen. „Nicht lange, bin grade erst gekommen. Hab nur gehört, wie du über mich herziehen wolltest und dachte, ich gebe auch mal einen Kommentar dazu ab.“ Teresa sah zu Thomas, schien ihm irgendetwas in Gedanken mitzuteilen und verließ dann den Raum durch eine andere Tür. Thomas atmete einmal tief durch und kam dann zu mir.
„Was machst du hier? Wie bist du überhaupt hier hingekommen, ohne das dich irgendwer erwischt hat?“ Ich zuckte mit den Schultern und spielte mit einer Schraube herum, die auf dem Schreibtisch herumlag. „Irgendwie kam niemand, und wenn man was hört, geht man halt sicherheitsweise in irgendeinen Raum rein und hofft, dass er leer ist. Wie ich sehe, stimmt sie mit unseren Ansichten nicht ganz überein?“ Thomas schüttelte den Kopf. „Na ja. Sie will nur nicht, dass uns irgendetwas passiert. Sie sagt zwar, dass es für die Menschen dort draußen ist, was sie auch so meint, aber sie findet das alles genauso schrecklich. Ich brauche nur noch ein bisschen Zeit, dann kann ich sie rumkriegen und dann machen wir gemeinsam einen Fluchtplan und holen dann die anderen da raus.“ Ich sah Thomas einige Sekunden lang an.
„Ok, was ist wirklich los?“ Thomas runzelte die Stirn, doch er konnte mich nicht täuschen. „Du wirkst, als könnte dich jeden Moment ein Griewer verschleppen. Irgendwas stimmt nicht, also raus mit der Sprache.“ Thomas schien nun wirklich nervös, weil ich ihn anscheinend enttarnt hatte. Seufzend lehnte Thomas sich nun auch auf den Tisch und ich hörte sogar respektvoll auf mit der Schraube zu spielen. „Ich komme ins Labyrinth. In einer Woche.“ Ich sah Thomas sprachlos an. Ich hatte ja mit vielem gerechnet, damit aber nicht. „Teresa weiß auch davon, und wir versuchen die anderen zu überzeugen, uns mit Erinnerungen dort hinein zu schicken. Wir wollen sie sicher da rausholen und dann weitersehen. Aber wir müssen aufpassen wem wir davon erzählen. Wenn irgendwer davon wind bekommt, sind wir geliefert.“ Ich brauchte eine weitere Sekunde um alles zu verarbeiten, bevor ich selbst meinen Senf dazu gab.
„Und wann wolltest du mir das erzählen? Ich habe bereit angefangen meinen eigenen Plan zu schmieden, um hier mit dir rauszukommen! Sogar um die Jungs zu unterstützen und jetzt kommst du damit?“ Thomas hob beschwichtigend die Hände. „Ganz ruhig. Du gehst trotzdem hier raus. Du verschwindest so schnell du kannst und wenn wir draußen sind, versuchen wir dich irgendwie zu kontaktieren. Das wird schon. Und wir sagen den anderen da drin, dass es dir gut geht und-“ Ich schüttelte schnell den Kopf. „Nein. Erzähl ihnen nichts. In der Theorie klingt das alles immer so einfach, aber wir wissen beide, dass uns alles irgendetwas zustoßen könnte. Wir könnten sterben, oder gefangengenommen werden, was auch immer. Irgendetwas kann immer passieren und ich will auf keinen Fall, dass die Jungs enttäuscht werden, klar?“ Thomas hielt einen Moment inne, dann nickte er. Kurz sahen wir uns stumm an. Ich wusste nicht genau wie ich jetzt weitermachen sollte. Ich hatte damit gerechnet, mit Thomas zusammen hier raus zu spazieren und nun musste ich es irgendwie allein schaffen…
„Also, der Code ist 1257855. Wenn du das Gerät mit dem Türschloss von innen verbindest kannst du das Passwort eingeben. Das müssen wir nur noch herausfinden und dann kannst du das Selbe überall machen. Am besten besorgst du dir noch irgendwie die Schlüsselkarte eines Wächters, dann kommst du eigentlich überall hin.“ Ich nickte. „Ich glaube das mit der Karte bekomme ich hin. Das mit dem Code hab ich schon raus. Ich muss nur ein bisschen probieren, dann bekomm ich das hin.“ Thomas schien erst überrascht, beschloss dann anscheinend aber sich damit abzufinden. „Gut, wenn alles gut läuft, sehen wir uns in einigen Wochen wieder. Wenn nicht… Es war schön mit dir zu arbeiten, Melody.“ Thomas hielt mir eine Hand hin, doch ich sah ihn ungläubig an. „Wir schmieden grade einen Ausbruchsplan und du hältst mir eine Hand hin?“ Thomas grinste und wir umarmten uns zum Abschied. „Wenn irgendetwas schiefläuft, machen wir trotzdem weiter, klar? Egal was passiert. Wenn ich es nicht schaffe die Jungs rauszuholen, gehst du trotzdem und suchst dir irgendwie Hilfe, keine Alleingänge.“ Ich nickte schnell und sah ihn prüfend an, bis auch er nickte. „Ich werde dich nicht retten, versprochen.“
Thomas grinste und verschwand dann ebenfalls durch die Tür, durch die Teresa zuvor schon gegangen war. Und so schmiedet man einen Plan in fünf Minuten. Ich hatte mir eigentlich nächtliche Treffen mit Taschenlampen und einer Skizze des Gebäudes vorgestellt, aber man konnte ja nicht alles haben. Also schlich ich zurück zum Badezimmer und feuchtete meine Haare an. Dann ging ich zurück zu meinem Zimmer, vor dem eine Wache stand, die mich rein ließ und suchte dann alles für meinen Ausbruch zusammen. Man konnte immerhin nie früh genug vorbereitet sein.
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Ich glaube nicht, dass das Kapitel so toll war, aber immerhin geht's jetzt langsam endlich los :) Ich hab jetzt auch nur grob drübergelesen, hoffe also das nicht allzu viele Fehler drin sind ^^ Nächste Woche muss ich gucken, ob ich das schaffe mit dem Kapitel, weil mein ganzer Jahrgang dann von Dienstag bis Donnerstag weg ist, aber freitags dürfte das eigentlich gehen, vor allem weil dann Ferien sind :D
Häufig sage ich mir, dass in den Ferien definitive Kapitel kommen, aber häufig bin ich dann einfach zu Faul um mein Laptop an zu machen. Es tut mir also jetzt schon mal leid, wenn ich den Ferien nichts kommen sollt ^^'
Ich hoffe ihr habt eine schöne Woche, und hoffentlich bis nächsten Freitag :)
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