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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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15.06.2018 1.610
 
Da denkt man sich, man kann einen Tag ruhig und eingesperrt in seinem Zimmer verbringen und an seinem Fluchtplan feilen, da kommen einem ein paar Männer in weiß in die Quere. „3602.“ Ich reagierte nicht, sondern starrte weiterhin gegen die Decke, an der ich versuchte irgendetwas zu erkennen, wie in Wolken. Doch das klappte erstaunlich schlecht, dabei war sie doch auch weiß. Ein seufzen wahrscheinlich mit einem Augenverdrehen gepaart. „Melody?“ Ich drehte den Kopf zur Seite und sah den Mann an. Es war der Linke, von dem Tag, an dem ich im Speisesaal hatte essen sollen, der mich ohnehin schon nicht leiden konnte. Genauso klang er auch, total genervt. „Was kann ich denn heute für Sie tun? Wollen Sie meine Gesellschaft beim Essen?“ Ich grinste breit, als ich seinen finsteren Blick sah und starrte wieder zur Decke hinauf. „Thomas verlangt nach dir.“ Diesmal war es der Rechte aus dem Speisesaal und sofort hellte sich meine Stimmung auf, da ich den Kerl schon seit Tagen nicht mehr gesehen hatte und er doch einer der netteren zu sein schien. „Oh, hallo! Ich hab gar nicht bemerkt das Sie da sind! Wie geht es ihrer Frau?“ Der Mann hatte wohl gerade antworten wollen, als er den Blick des linken sah und schnell den Mund hielt. Armer Kerl, wurde immer nur runtergemacht. „Was will Thomas denn von mir? Ich habe ja schon eine Ewigkeit nichts mehr von ihm gehört. Um genau zu sein, seit sechs Tagen schon nicht mehr.“ Seit sechs Tagen saß ich jetzt schon in diesem Drecksloch fest und hatte noch nichts erreicht, außer ein bisschen Plastik sowie ein Gerät klauen, mit dem ich nicht umgehen konnte, weil ich ein verdammtes Passwort brauchte um es zu verwenden! Ganz ruhig Mel, du schaffst das schon. Eigentlich war jetzt sogar die perfekte Gelegenheit. „Naja, egal was es ist, ich will unseren Goldjungen ja nicht warten lassen.“
Ich sprang auf und ging auf die Männer zu, wobei mir erst jetzt auffiel, dass noch ein dritter dabei war. Er schien deutlich jünger als die anderen beiden und ein wenig nervös, wahrscheinlich das erste Mal das wir uns begegneten. Als ich hinter den beiden mir bekannten aus dem Raum trat, folgte der dritte und schloss die Tür und schien aufzupassen, dass ich nach Hinten nicht abhaute. „Ich denke wir hatten das Vergnügen noch nicht. Melody der Name und Sie?“ Der Jüngere wirkte wohl doch älter als er aussah. „Ich bin eigentlich noch nicht in einem Alter, in dem ich gesiezt werden möchte…“ Murmelte er leise, so dass die anderen beiden ihn nicht hören konnten. „Oh, wie alt bist du denn? Ich wusste gar nicht, dass es ein Alter gibt ab dem man gesiezt wird. Ich würde dir ja sagen, ob ich in dem Alter bin, aber ich habe seit mindestens drei Jahren meinen Geburtstag nicht mehr gefeiert, vielleicht waren es auch mehr. Also keine Ahnung wie alt ich bin. Vielleicht bin ich auch schon sechsundzwanzig. Dann hätte ich mich allerdings ziemlich gut gehalten…“
Ich hatte angefangen mich mit den Wachen zu unterhalten. Zuerst hatte ich es einfach nur getan um sie zu nerven, eine meiner Spezialitäten, aber mit der Zeit hatte sich herausgestellt, dass es mir tatsächlich etwas brachte. Hin und wieder gab es nämlich Leute, die nicht besonders gut darin waren Geheimnisse zu bewahren und ich hatte das Gefühl, dass ich genau so einen vor oder eher hinter mir hatte. „Oh… Das tut mir leid. Das steht mit Sicherheit in deiner Akte.“ Und da hatten wir es, wenn er jetzt auch noch so nett war für mich nachzusehen oder sie mir gleich vorbeizubringen… Außerdem fiel mir auf, dass er eine recht leise Stimme hatte, also vielleicht konnten die beiden anderen uns nicht hören, wenn er anfing Geheimnisse auszuplaudern. „Es wäre echt schön zu wissen, wie viele Geburtstage ich mit meiner Familie und meinen Freunden verpasst habe. Da gäbe es einiges nachzuholen. Weihnachten, Silvester, Geburtstage natürlich und selbstverständlich Ostern. Ich hatte immer unglaublich viel Spaß. Ich und mein Bruder haben immer die Eier gegenseitig versteckt. Tony war immer viel besser als ich, hat aber mit Absicht langsamer gesucht. Ein toller Bruder. Hast du Geschwister?“ Ich drehte mich um und ging eine Weile Rückwärts, um den anderen anzusehen. „Äh… Nein. Aber ich kann mir vorstellen wie das ist. Ich hatte eine wirklich gute Freundin zuhause. Wir haben viel zusammen gemacht und kannten uns schon seit wir klein waren.“
Er schien einen Moment zu überlegen, dann holte er ein ähnliches Gerät heraus, wie das was Thomas gehabt hatte und schien nach irgendetwas zu suchen. Irgendwann stieß er einen leisen Triumphlaut aus und tippte mir dann auf die Schulter, da ich mich schon wieder umgedreht hatte. „Hier, du bist sechzehn. Seit genau dreiundzwanzig Tagen.“ Ich sah verblüfft auf das kleine Display, nur halb so groß wie eine Postkarte und starrte auf mein Geburtsdatum. „Wow, das ist unglaublich. Sechzehn. Hätte ich niemals gedacht. Meinen letzten Geburtstag habe ich mit zwölf gefeiert.“ Ich lachte, doch der Jungs sah traurig aus. „Wenn sich nächstes Jahr noch nichts ergeben hat, bringe ich dir eine Torte.“ Ich lächelte, woraufhin er das erwiderte. „Was meinst du eigentlich mit ergeben? Soll irgendetwas passieren?“ Ich stand nur eine Minute davor zu erfahren, was ANGST als nächstes vorhatte, denn der Jungs hatte bereits den Mund geöffnet um mir zu antworten, als ich in den Linken hineinlief.
„Wir sind da“, sagte er und starrte grimmig auf mich hinunter. Damit wurde ich in einen Raum hineingeschoben und hatte so meine Chance vertan. So ein neppiger Mist! Aber egal, denn wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. In meinem Fall wurde ich zwar durch die neue Tür hindurchgeschubst, aber hey, Tür ist Tür.

Zuerst dachte ich, ich wäre allein in dem Raum. Anscheinend hatte Thomas aber nur etwas fallen gelassen und sich entschieden es selbst aufzuheben und die Aufgabe nicht einem seiner persönlichen Butler zu überlassen. Ich meinte, leisten könnte ANGST es sich mit Sicherheit. „Hey Genie. Wie geht’s?“ Ich ging auf ihn zu durch einen länglichen Raum an Tischen vorbei, bis zu einigen Bildschirmen, vor denen ein paar Stühle standen. Auf einem dieser Stühle saß Thomas und drehte sich nun zu mir um. „Oh, hey. Ich hatte gar nicht so schnell mit dir gerechnet.“ Ich zog eine Augenbraue hoch und stützte mich mit den Unterarmen auf die Lehne eines der Stühle. Ich hatte immerhin schon den ganzen Tag nur herumgelegen, da schadete mir ein wenig stehen nicht. „Oh, ich dachte sie würden länger brauchen, um dich zu überreden mir überhaupt einen Besuch abzustatten.“ Thomas grinste etwas verlegen, etwas was ich nie von ihm erwartet hatte. Klar, vielleicht war er nicht so schlimm wie diese Teresa, aber er war immer noch ein Mitglied von ANGST. Aber die konnten grinsen? Das war mir neu. Wobei, der Rechte konnte das ja auch…
„Aber ich dachte wir hätten sowas wie eine Allianz gegründet. Du passt auf die Leute auf der Lichtung auf und ich… äh… versuche niemanden umzubringen und nicht abzuhauen.“ Thomas schien nicht besonders überzeugt zu sein, lächelte aber und drehte sich dann zurück zu den Monitoren. „Siehst du das? Das ist die Lichtung. Ich sitze hier beinahe jeden Tag und achte darauf, dass nichts passiert.“ Ich setze mich nun doch verkehrtherum auf den Stuhl und starrte auf die Monitore.
Tatsächlich. Die komplette Lichtung war darauf zu sehen. Die Wälder, die Gebäude und gruseliger Weise schienen sich die Bilder zu bewegen, als ob die Kameras hin und her laufen würden. „Wie zur Hölle…? Bewegen sich die Kameras etwa?“ Ich sah Thomas nicht an, konnte aber spüren, dass er lachen, na gut hören konnte ich es auch. „Ja, tun sie. Sie sind auf Käfern festgemacht, die durch das Labyrinth laufen aber auch auf der gesamten Lichtung verteilt sind.“ Beeindruckt sah ich mir das ganze etwas genauer an. Dann erinnerte ich mich an diese merkwürdigen Käfer. „Die Käfer! Diese Teile, die irgendwie geleuchtet haben und überall auf der Lichtung waren. Ich habe mich allerdings nicht weiter darum gekümmert, nachdem mir jemand erzählt hatte, das sind radioaktive Käfer die nun mal leuchten. Im Nachhinein eine ziemlich unglaubwürdige Geschichte…“ Thomas grinste schon wieder und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich der Grund war, dass er das so häufig tat. Vielleicht grinste er aber auch häufiger und er grinste wegen mir weniger… „Richtig, die Käfer. Aber wie du siehst habe ich mein Versprechen gehalten.“ Thomas sah mich stolz an, als ob ich irgendjemand wäre, den er beeindrucken müsste. Nun gut, dann mal zum anderen Teil meines Plans. „Meinst du, ich kann dir ein wenig Gesellschaft leisten und ein bisschen auf die Monitore starren?“ Thomas nickte verständnisvoll und richtete seinen Blick ebenfalls auf die leuchtenden Bildschirme.
Einige Minuten saßen wir nur stumm nebeneinander, dann drehte ich mich wieder zu ihm um. „Nun Thomas, erzähl mir doch mal ein bisschen etwas von dir. Immerhin wirst du mich nun wohl ein wenig häufig an der Backe kleben haben, da würde ich dich gerne etwas besser kennenlernen.“ Der braunhaarige sah zuerst ein wenig verblüfft aus, lächelte dann allerdings und nickte. Da haben wir Plan B. Wenn ich ein persönliches Passwort von Thomas wäre, wie würde ich wohl lauten?
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Wuhu, ich habs noch vor dem Wochenende geschafft :)
Ich wollte eigentlich gestern noch anfangen das Kapitel zu schreiben, aber Deadpool kam dazwischen und heute kam ich erst mal eine Stunde später nach Hause, weil irgendwo ein Unfall mit Vollsperrung war und deshalb nichts mehr ging... Also hatte ich nachdem ich bestimmt eine Stunde an der Bushaltestelle gestanden habe, keine Lust direkt zu schreiben. Aber hey, hier habt ihrs :) Und jetzt hab ich keine Klausuren mehr, also möglicherweise klappt es jetzt sogar mal am... Donnerstag oder so ;)
Also, bis nächste Woche :D
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