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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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Dieses Kapitel
1 Review
 
08.06.2018 1.040
 
Als ich das nächste Mal richtig mitbekam was geschah, saß ich in einem großen Raum voller in weiß und grau gekleideter Menschen. Ich fühlte mich, als wäre ich ein Farbeimer, der auf ein schwarz-weiß Foto gekippt war und das komplette Bild ruinierte. Ich sah mich verwirrt um, und erkannte, dass die meisten Menschen hier um die vierzig sein mussten, die jüngsten vielleicht Mitte dreißig. Dann sah ich in einer Ecke einige jüngere sitzen, die sich leise aber hitzig unterhielten. Sie schienen über irgendetwas zu diskutieren, wobei der Blick einer Person immer wieder zu mir huschte. Die vier, die insgesamt miteinander redeten schienen um die zwanzig zu sein und ich konnte ihnen nicht verübeln, dass sie zu mir herübersahen. Immerhin war ich so unauffällig wie ein Rotfuchs im Schnee. Vor mir stand jedenfalls ein Tisch, mit einem Tablett und darauf ein Teller, sowie Besteck. Der Teller war mit Essen bedeckt, doch ich hatte keinen Hunger. Außerdem traute ich ANGST sowieso nicht über den Weg. Ich würde hier nichts in die Nähe meines Mundes kommen lassen, ohne es vorher genau inspiziert zu haben! Zumindest, wenn ich die Wahl hatte.
Erst jetzt bemerkte ich, dass rechts und links von mir zwei Männer saßen, die immer wieder einen Blick zu mir riskierten, bevor sie wieder geradeaus starrten. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, dass sie zu schüchtern waren, um mit mir zu sprechen, aber wie gesagt, ich wusste es besser. Es schienen meine persönlichen Leibwächter zu sein, oder besser bewachten sie die Leiber aller anderen ANGST-Mitglieder in meiner Nähe, bevor ich sie mit dem… Plastikmesser vor mir aufschlitzen würde… Ein Plastikmesser, ernsthaft? Das ist also das Vertrauen, dass eine Organisation für die man sein Leben mehr als einmal gelassen hatte, einem entgegenbrachte. Gut, ich würde mir auch kein richtiges Messer in die Hand geben, wenn ich mich in ihrer Situation befinden würde, aber trotzdem! Ganz davon abgesehen, dass von MIR Niemand gezwungen werden würde, sein Leben für mich zu riskieren, und nein, das ist kein Odysseus Witz.
Ich drehte mich zu dem Wächter links von mir um, bis er das nächste Mal zu mir sah und scheinbar ziemlich verwirrt war, weil ich ihn direkt ansah. Ohne etwas zu sagen, wandte er sich dann allerdings wieder nach vorne, doch das würde ich nicht einfach auf mir sitzen lassen. „Nun, Mr. Wachmann. Was können sie mir heute empfehlen?“ Der Mann drehte seinen Kopf verwirrt in meine Richtung, bis er mein Grinsen bemerkte und verstand, dass ich ihn nur verwirren wollte, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Natürlich funktionierte es selbst, nachdem er es verstanden hatte.
„Das was auf deinem Teller ist“, antwortete er knapp, ohne mich anzusehen. „Und was, wenn ich… verkochtes Gemüse und drei Wochen altes Fleisch nicht mag? Nebenbei, ich mich Vegetarierin.“ Ich sah, wie der Mann die Augenverdrehte, mir allerdings nicht antwortete. „Vielleicht bin ich aber auch allergisch auf Gemüse. Jeglicher Art. Würde ich dann etwas Anderes zu essen bekommen, oder müsste ich verhungern?“ Endlich sah der Mann mich an, während ich ihn unschuldig anlächelte. „Da du recht wichtig bist, würde ich sagen, würdest du etwas Anderes bekommen.“ Sagte er dann brummig und sah auf meinen gefüllten Teller hinab. „Wenn das so ist, dann bin gegen alles allergisch, was aus diesem Haus kommt. Oder Labor, oder was auch immer das hier ist.“
Ich hörte rechts von mir ein leises hüsteln und sah zu dem anderen Mann, der ein Grinsen unterdrückte. „Gibt es etwas zu lachen?“ Fragte der Mann links von mir seinen Kollegen, der nur schnell den Kopf schüttelte und versuchte sein Grinsen zu verbergen, nebenbei es klappte nicht wirklich. Der Linke schüttelte ebenfalls kurz den Kopf und richtete dann seine Aufmerksamkeit wieder auf mich. „Wenn du das nicht isst, dann bekommst du heute nichts mehr. Du kannst immerhin auch einen Tag ohne Essen auskommen.“ Ich sah mir erneut das Essen vor mir an. „Mal ganz ehrlich. Sie würden das doch auch nicht essen, oder?“ Ich sah diesmal den Mann rechts von mir an, der kurz schmunzelte, dann allerdings den Blick seines Kollegen sah, der nicht besonders freundlich zu sein schien.
„Vielleicht sollten wir ihr etwas Anderes besorgen. Es bringt doch keinem etwas, wenn sie verhungert.“ Sagte der Rechte nun und sah seinen Kollegen an, der allerdings nicht so aussah, als ob er ihm zustimmte. Die beiden begannen nun zu diskutieren, über meinen Kopf hinweg natürlich, bemerkten allerdings nicht, wie ich nach dem Besteck neben meinem Teller griff. Während das Messer im Ärmel meiner Jacke verschwand, zerbrach ich die Gabel in keine Teile und verstreute sie dann über dem Teller. „Tja, jetzt kann ich es nicht mehr essen. Plastik ist nicht gut für die Verdauung.“ Die beiden hielten augenblicklich inne und sahen zwischen mir und dem Teller hin und her. Während der rechte wieder ein breites Grinsen im Gesicht hatte, sah der linke nicht besonders erfreut aus.
Der Rechte versuchte noch seinen Kollegen zu beruhigen, doch der hatte anscheinend die Nase voll von mir. Konnte ich irgendwie nachvollziehen. Wütend stand er also auf, packte mich am Arm und zog mich hinter sich her. Aus dem Raum hinaus und vermutlich, in Richtung meines Zimmers. Sein Kollege folgte schnell, während die Blicke der anderen Anwesenden im Speiseraum uns folgten. Während wir den Gang entlanggingen, sagten die beiden kein Wort, wobei mir der rechte doch deutlich entspannter vorkam. Entweder der linke war neu, oder es war genau anders rum und der rechte nahm das alles einfach nicht so besonders ernst. Aber die grobe Behandlung des linken machte mir nichts aus, irgendwie war ich ja auch selbst schuld daran, denn langsam formte sich ein Plan in meinem Kopf. Ich würde mich jedenfalls nicht ewig von ANGST gefangen halten lassen. Irgendwie würde ich es schaffen diesen irren hier zu entkommen und dann würde ich die Jungs retten und nach meiner Familie suchen. ANGST konnte sich warm anziehen!
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Tut mir leid, dass das Kapitel so kurz ist, aber ich wollte nicht noch was dran hängen, weil es dann zuuuuu lang geworden wäre ^^ Also... Ja. Hoffentlich wird das Kapitel für nächste Woche langer :) Ich habs sogar trotz Klausuren geschafft, für die ich selbstverständlich unglaublich viel gelernt habe *hust*
Joa, also, dann bis nächste Woche. Wahrscheinlich auch wieder so gegen Freitag... Hoffe ich ^^'
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