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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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21.05.2018 1.409
 
Ich hatte das Gefühl als ob alles plötzlich laut wurde. Wie als ob tausend Menschen gleichzeitig anfingen zu schreien, aber es war ein anderes Geräusch. Eher ein Brüllen, aber eigentlich doch mehr ein Knall. Ich konnte es nicht richtig beschreiben, aber ich wusste, dass die Wand links von mir plötzlich kaputtging. Die Holzbretter flogen in alle Richtungen, dabei schienen sie sich in ihre Einzelteile aufzulösen, bis nur noch Staub von ihnen übrigblieb. Dabei war der Staub wahrscheinlich zusätzlich da und nicht aus den Brettern entstanden aber mein Gehirn war in dem Moment viel zu verwirrt. Schon das Gespräch mit Nico hatte es zu einem matschigen Brei werden lassen, da konnte ich so etwas nicht wirklich erfassen. Doch das was dann durch den Staub zum Vorschein kam, machte meinen Kopf wieder klarer. Nur das es mir nichts brachte. Ein Metallarm schnellte durch den Staub und schlug durch den gesamten Raum, bis er mich irgendwann packte und in die Staubwolke zog. Als ich dann wieder etwas sehen konnte, befand ich mich einige Meter über dem Boden in der Luft und sah unter mir zum ersten Mal das schleimige Ungeheuer das mir Nico beinahe gestohlen hatte. Ich wusste nicht ob es das selbe Ding war, doch ich wusste, dass es ein Griewer sein musste. Die Stacheln, die Greifarme, der spitze Stachel der in der Umgebung herumfuchtelte, um alle Lichter in der Umgebung in Angst und Schrecken zu versetzten. Doch eigentlich war das egal. Es war alles egal. Wieso sollte es auch eine Bedeutung haben?
„Melody!“ Ich sah wie Nico aus dem Loch in der Wand zu mir und dem Griewer sah, der einige Meter vom Gehöft entfernt stand. Er schrie die ganze Zeit zu mir nach oben, aber es war egal… oder? Ich hing einige Meter über dem Boden. In der Luft. Hochgehalten von dem Greifarm eines Griewers, und es interessierte mich nicht? Nein, das war einfach falsch. Ich müsste doch mehr ausrasten als Nico gerade, der nun durch das Loch in der Wand sprang und den Griewer beschimpfte. Ich konnte nicht einfach gleichgültig hier herumhängen, nur weil ich mein Ziel nicht erreicht hatte. Das war ich den Jungen schuldig! Ich begann zu zappeln, was, erstaunlicherweise, überhaupt nichts brachte und versuchte den Greifarm auseinander zu biegen, aber vergeblich. Er rührte sich nicht einmal einen Millimeter.
„Ach komm schon du schleimige Pampe! Lass mich los!“ Schrie ich und schlug auf das kalte Metall, doch natürlich tat sich nichts. Komischerweise bewegte sich das Teil nicht einmal mehr. Es schien einfach still zu stehen, als ob die Batterie alle wäre. Und plötzlich befand ich mich wieder auf dem Boden, mitsamt Greifarm, welcher direkt neben und halb auf mir lag. „Mel! Beweg dich und lieg da nicht so rum!“ Ich sah auf und erkannte Nico, der mit einer Sense für die Felder dastand und offensichtlich einige Sekunden zuvor den Metallarm abgehackt hatte. Ich versuchte aufzustehen, doch der Arm, der noch immer um eine Hüfte griff, wollte einfach nicht aufgehen und ließ mich wieder auf den Boden fallen. Das Teil war echt verdammt schwer.
„Was ist das? Leichenstarre?“ Warum musste sich ausgerechnet jetzt zeigen, dass die Teile nicht nur maschinell waren, wobei mir nicht klar war, wie der Metallarm in eine Leichenstarrte verfallen konnte. Zusätzlich hatte das Teil sich nun auch wieder angefangen zu bewegen und schlug mit seinen anderen 30 Greifarmen um sich. Gut, 30 war vielleicht ein bisschen übertrieben, sagen wir 29. Nico stand noch immer an derselben Stelle und schien am liebsten wegrennen zu wollen, blieb aber tapfer stehen und streckte dem Griewer die Sense entgegen.
„Nico! Verschwinde!“ Nico sah mich an, als ob ich verrückt wäre, dabei war er doch derjenige, der mit einer Sense gegen einen Griewer kämpfen wollte. „Seh ich so dumm aus, dass du denkst, dass ich jetzt einfach wegrenne?“ Er schüttelte den Kopf und hackte dem Griewer mit einer schnellen Bewegung einen weiteren Arm ab, was eigentlich mehr für Dummheit sprach, als wenn er einfach wegrennen würde. Genervt, weil Nico nicht auf mich hörte, versuchte ich den Greifarm auseinander zu drücken, wurde plötzlich aber wieder in die Luft gerissen. Ich war so überrascht, dass ich einmal aufschrie und dann eine Hand an meinem Handgelenk spürte.
Der Griewer hatte den Greifarm gepackt, der noch immer an mir hing, weshalb ich jetzt tiefer über dem Boden hing und Nico meine Hand packen konnte. Allerdings setzte das schleimige Ungeheuer sich nun in Bewegung und machte sich auf den Weg zum Westtor, mich und somit auch Nico, der einen wirklich festen Griff hatte, im Schlepptau. „Nico! Lass los!“ Schrie ich den schwarzhaarigen an, doch der schüttelte mit zusammengebissenen Zähnen den Kopf, während er sich mit seinem ganzen Gewicht dagegenstemmte. Ich versuchte Nico abzuschütteln, da er mittlerweile mehr gezogen wurde, als dass er irgendeinen Einfluss auf den Griewer hatte.
Scheinbar hatte nun auch der Griewer den Blindenpassagier bemerkt, da er uns mit einer kurzen Bewegung einmal komplett im Kreis drehte und Nico mit einem dumpfen Aufschlag auf dem Boden landete. „Nico!“ Er bewegte sich zuerst nicht, doch glücklicherweise rappelte er sich kurz danach etwas benommen vom Boden auf und taumelte mit hinterher. „Melody!“ Er fing an zu rennen, wobei er dabei andauernd stolperte und schließlich von einigen Lichtern festgehalten wurde, die alles aus sicherer Entfernung beobachtet hatten. Ich nährte mich währenddessen immer weiter dem Labyrinth, was bedeutete, dass ich noch einen Plan hatte. Ob er funktionierte? Wahrscheinlich eher nicht, aber ich konnte Nico doch nicht einfach alleine lassen, nachdem er versucht hatte mich zu retten! Ich packte eine der Krallen des Greifarms und versuchte sie ein wenig hoch zu heben und richtete sie dann mit der spitzen Seite in die die Richtung, in die der Griewer lief. Gerade wollte er durch das Tor rennen, zu meinem Glück ziemlich weit auf der rechten Seite, als sich die Kralle im Stein verkantete und der Griewer eine unsanfte Landung machte, wenn er das denn überhaupt spüren konnte. Aber glaubt ihr, dass sein schmerzhafter Sturz ihn davon abhält, mich durch die Luft zu schleudern? Wohl kaum! Der schien noch richtig Spaß daran zu haben mir ein Schleudertrauma zu verpassen, der sollte sich nur nicht beschweren, wenn ich ihn hinterher vollkotzte.
„Lasst mich gefälligst los! Wenn ihr nicht helfen wollt von mir aus, aber lasst wenigstens mich ihr helfen!“ Ich sah zu Nico, der sich mit aller Gewalt gegen die anderen Jungen wehrte, die ihn mittlerweile auf den Boden drücken mussten, damit er nicht zu mir lief. Ich sah wieder auf den Griewer, der Schwierigkeiten zu haben schien, sich wieder aufzurappeln. Das war meine Chance, vor allem, weil er aufgehört hatte mich zu schütteln. Ich hangelte mich also an seinem Arm entlang, hielt mich an der Mauer fest und versuchte mich aus dem Griff herauszuziehen. Mit Butter hätte es mit Sicherheit besser funktioniert, aber tatsächlich konnte ich mich Zentimeter um Zentimeter aus dem kalten Metall herausziehen. Als ich schon halb draußen war, hatte sich die Schleimpampe allerdings wiederaufgerichtet und schlug mich einmal auf den Boden. Mein Kopf knallte auf den Boden. Brandwüsten Flashback. Gegen eine Wand geworfen von einer unnatürlichen Mischung aus Pferd, Hase, Bär und Wolf. Ein weggeworfenes Experiment, genauso wie wir. Wobei, vielleicht nicht ganz so weggeworfen wie das Ungetüm, dass ich liebevoll Pfhabäwo getauft hatte. Mein Kopf dröhnte, alles drehte sich und das einzige was ich mitbekam, war das sich die Wände um mich herumschlossen. Das grüne Licht der Lichtung wurde kleiner bis es schließlich komplett hinter einer grauen Wand verschwand und ich in die Tiefen des Labyrinthes gezogen wurde.
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Ich hatte nie damit gerechnet noch ein Mal Pfhabäwo zu schreiben und doch seht ihr es einige Zeilen über dieser. Tja, sowas passiert. Nun, ihr werdet vielleicht mitbekommen haben, dass es das erst Mal war mit unserer geliebten Lichtung. Mal sehen, was als nächstes passiert ;)
Tut mir übrigens leid, dass ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet habe. Ich hatte das Kapitel tatsächlich schon eine Zeit lang fertig, aber irgendwie habe ich es einfach nicht hochgeladen, fragt mich nicht warum. Ich weiß es selbst nicht. Nun... Immerhin habe ich das nächste Kapitel dafür schon fertig. Dienstags kommen jetzt übrigens keine Kapitel mehr. Ich habe da einfach keine Zeit mehr... Mit Schule, Hausaufgaben, Flötenunterricht und Fahrschule habe ich leider keine Zeit mehr noch ein Kapitel zuschreiben und hochzuladen ^^' Mal gucken wann ich es dann schaffe, auch wenn ich nicht verspreche, dass ab jetzt wieder wöchentlich etwas kommt.
Wir werden sehen, wie sich das alles entwickelt :) Bis zum Nächsten Mal *wink und Kekse hinstell*
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