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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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18.02.2018 1.086
 
Ich riss erschrocken die Augen auf und starrte auf die Person vor mir. Keine Bewegung, nicht mal ein Atemzug oder ein Herzschlag. Die Haut blass, die Glieder steif, der Körper kalt wie Eis. Langsam begannen die Tränen in meine Augen zu steigen, als ich erkannte, was das bedeutete.
„Hey James. Brauchst du eine Decke?“ Ich sprach langsam, wie in Trance und meine Stimme klang höher als sonst.
„Mel? Was ist los?“ Ich drehte mich nicht um, erkannte aber die Stimme von Nico, dass er wohl gerade wieder aufgewacht war, nachdem er einfach umgekippt war, wurde mir erst später klar.
„Ich glaube James‘ ist kalt. Wir… müssen ihn aufwärmen.“ Ich begann seinen Arm zu reiben, um ihn zu wärmen, bis ich eine Hand auf meiner Schulter spürte.
„Mel. Lass es. Es ist zu spät…“ Meine Hände machten weiter, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte und wollte, meine Stimme klang nun gehetzt und ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie mein Blick ausgesehen haben muss.
„Was meinst du damit?! Nichts ist zu spät!“ Nico sagte eine Weile nichts und ließ mich weitermachen, dann packte er plötzlich auch meine andere Schulter, drehte mich zu sich um und begann mich anzuschreien.
„Es reicht jetzt! Nur weil du Sani bist, bist du nicht gleich allmächtig und kannst alle Krankheiten heilen! James ist Tod! Sieh ihn dir doch an!“ Ich sagte nichts, sondern starrte einfach nur ins Leere. Ich hatte ihn nicht retten können. Dabei war ich doch für ihn verantwortlich gewesen, immerhin hatte ich ihn aus der Box geholt und über die Lichtung geführt. Ich ballte meine Hände zu Fäusten.
„Du kannst nichts dafür… Es ist nicht deine Schuld…“ Doch anstatt mich zu beruhigen, machten Nicos Worte mich nur noch wütender und als er mich in den Arm nahm, konnte ich nicht anders als meine Wut an ihm auszulassen. Ich nahm all meine Kraft zusammen und schlug in seine Seite, doch bis auf ein leichtes Zucken ließ er sich nichts anmerken. Irgendwann hatte ich genug und hörte auf ihn zu schlafen, sondern klammerte mich an ihn, als ob ich ein Blatt wäre, dass ich an einen Ast klammerte um nicht davon zu fliegen.
„Wie könnte es nicht meine Schuld sein! Ich hätte auf ihn aufpassen müssen und ihn wieder zusammenflicken müssen! Es ist meine Schuld, dass er jetzt da liegt! Hätten wir ihn einfach in der Box sitzen lassen und ihm hin und wieder Essen runter geworfen, dann wäre er jetzt nicht Tod!“ Ich schrie und heulte gleichzeitig, weshalb man meine Worte wahrscheinlich gar nicht richtig verstehen konnte, doch Nico verstand alles was ich sagte, als ob er Übung darin hätte. „Du bist nicht schuld! Hör auf dir das einzureden! Du wärst nur dann schuld, wenn du ihn direkt getötet oder an der Holzhütte rum gepfuscht hättest! Du hast beides nicht getan, also hör endlich auf!“ Ich schluchzte laut und konnte einfach nicht mehr aufhören. „Aber ich hätte ihn vielleicht retten können!“ Schrie ich und riss mich von Nico los. Ich wandte mich zu James um und fing an ihn zu schütteln. „Wach wieder auf! Was hätte ich denn tun sollen damit du nicht stirbst?! Wenn es nichts gab dann wach gefälligst wieder auf!“
„Melody! Es reicht!“ Ich hörte nicht auf die Stimme, die ich ohnehin nur im Hintergrund hörte. Das einzige was ich hörte waren meine eigenen Schreie, wobei ich nicht genau verstand was ich sagte, sowie mein Herz das immer schneller schlug und so laut, dass es beinahe meine Stimme übertönte.
Irgendwann spürte ich etwas in meinem Gesicht. Meine Wange brannte ohne das ich wusste wieso. Ich stoppte in meiner Bewegung, ließ James schließlich los und berührte meine Wange, die nun heiß war, als hätte ich mich in der Brandwüste zum Sonnen nach draußen gelegt. Ich blinzelte einige Male und drehte mich dann zur Seite, wo ich Nico sah, der gleichzeitig erschrocken aber auch entschlossen aussah. Seine Hand war noch oben, als ob er darauf wartete ob ein weiterer Schlag nötig sein würde. Wir beide standen da und sagte nichts, bis ich bemerkte, dass jemand in der Tür stand. Ich fokussierte meinen Blick auf den Hintergrund und erkannte Clint, Nick, Minho und Newt die dort standen und allesamt geschockt zu uns sahen. Doch irgendwie störte mich das gar nicht.
Ich wusste nicht wie lange sie dort schon standen, aber es war mir egal. Wenn ich nach ihren Blicken ging, würde ich sagen, dass sie gesehen hatten, wie fertig ich war und auch das Nico mich geschlagen hatte, aber wen interessierte das? James war tot. Er war gestorben während ich auf ihn aufgepasst hatte. Es war einfach alles egal.
„Mel…?“ Ich wandte meinen Blick zu Nico, der die anderen noch nicht bemerkt hatte, da er mit dem Rücken zu ihnen stand. „Bist du wieder da…?“ Ich nickte leicht, doch eigentlich fühlte es sich anders an. Es fühlte sich an, als ob ein anderes Ich hier war. Jemand dem alles egal war. Die Jungs, die Lichtung, die Familie, sogar die Person selbst. Es gab nichts Wichtiges. Alles war unwichtig.
„Du lügst.“ Ich sah ihn wieder an, mein Blick war wohl etwas unscharf geworden, während ich so über mein neues Selbst nachdachte. Erneut brannte mein Gesicht. Diesmal war es die andere Seite. „Komm wieder zurück, klar?! Wenn du jetzt gehst kannst du nie wieder zurück!“ Ich ließ die Worte auf mich wirken. Was wollte er damit sagen? Ich hatte nicht einmal die Anstalten gemacht oder darüber nachgedacht zu gehen. Wie kam er also auf die Idee… Plötzlich wurde meine Wangen kalt, wobei sie noch immer pochten. Irgendwann registrierte ich, dass es Nicos Hände waren, die mein Gesicht zwischen die Hände genommen hatten. Nicos Augen starrten direkt in meine, ohne zu blinzeln.
„Mel, wo auch immer du bist. Ich finde dich.“ Ich wusste noch immer nicht was er meinte. Dann wurde plötzlich alles laut. Und schließlich explodierte die Wand.
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Keine Ahnung was ich beim letzten Kapitel drunter geschrieben hatte. Hatte ich versprochen, dass es jetzt regelmäßiger wird? Ich hoffe nicht. Jedenfalls, es ist nicht so, dass ich nicht weiterschreibe. Ich schriebe manchmal in der Schule und beim Praktikum habe ich auch geschrieben. Aber es ist halt irgendwie nicht wirklich fertig geworden und keine Ahnung. Ich weiß nicht wann ich es wieder schaffe regelmäßig zu schreiben. Dabei liegt es nicht mal daran, dass ich zu wenig Zeit habe >.<
Joa, ich hoffe ihr seit gespannt auf das nächste Kapitel, was ich jetzt sogar sofort weiterschreiben werde, weil ich mich auf das freue, was bald kommen wird :)
Dann, bis zum nächsten mal :D
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