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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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Dieses Kapitel
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07.11.2017 2.021
 
„Hey Dornröschen, auch endlich wach?“ Ich grinste in Nicos Richtung, welcher sich gerade aufgerichtet hatte. Es war circa halb eins und ich saß hier mit einer Kerze, um für die passende Stimmung zu sorgen, im Sani-Raum, noch immer dabei meine Notizen zu vervollständigen. „Ja, war echt müde. Hätte ich gar nicht gedacht.“ Er gähnte einmal und kratzte sich am Kopf, wonach seine Haare noch mehr von seinem Kopf abstanden als zuvor. Ich schmunzelte als ich das sah, schrieb dann aber weiter in mein Buch. „Hast du immer noch Kopfschmerzen oder ist wieder gut?“ „Weg. Alles wieder super. Kann ich jetzt endlich wieder raus hier?“ Ich seufzte und schlug mit einem leisen Knallen das Notizbuch zu. „Wie oft denn noch? Ich kann das nicht einfach entscheiden. Das müssen Clint und Jeff entscheiden.“ Ich sah wie Nico die Augenverdrehte du stand dann auf um bei unseren anderen drei Patienten die Temperatur sowie den Puls zu fühlen. Bis auf Toby hatten sich die anderen beiden noch nicht wieder erholt und schliefen noch immer tief und fest. „Du kannst das genauso entscheiden wie die beiden. Du bist schließlich auch Sani. Also komm schon. Sag einfach das ich gehen kann und alles ist gut. Dann kannst du dich zum Schlafen auch wieder hinlegen.“
Ich brauchte eine Weile bis ich ihm antworten konnte, da ich gerade dabei war, James‘ Puls zu messen, welcher relativ niedrig war. Ich runzelte besorgt die Stirn und schrieb das Ergebnis in das Notizbuch. Wenn das so weitergeht, ist das Buch voll, ehe ich auch nur alle Namen der Lichter eintragen konnte. „Ich brauche kein Bett zum Schlafen. Das geht auch super im Stehen. Aber darum geht es nicht. Ich möchte das einfach nicht entscheiden. Ich bin noch gar nicht lange hier, deshalb denke ich, sollte ich sowas nicht einfach alleine entscheiden, sondern auch die Meinung von Clint und Jeff einholen und dir sollte klar sein, dass beide wollen, dass du noch hierbleibst.“ Nico hüpfte aus dem Bett und kam zu mir. Während ich in das Buch schrieb sah er mir interessiert zu und sah sich dann das andere Buch an, als ihm langweilig wurde.
„Also ich denke, du bist ein erstklassiger Sani. Haben die beiden jemals sowas gemacht? Ich meine, du hast alle Krankheiten die du kennst mit Heilmethoden und allem aufgeschrieben. Außerdem weißt du mehr darüber als die beiden, zumindest kommt es mir so vor. Warum willst du also unbedingt, dass sie dir erst die Erlaubnis geben?“ Ich schrieb zu Ende und legte das Buch dann wieder zu. „Weil ich niemandem einen Grund geben möchte, mich nicht hier haben zu wollen.“ Sagte ich und drehte mich zu dem Läufer um, welcher mich mit großen Augen ansah. „Du meinst wegen der Abstimmung die wir vor Ewigkeiten hatten? Mach dir doch über sowas keine Sorgen. Niemand will dich loswerden, kapiert? Schlag dir den Klonk aus dem Kopf!“ Ich seufzte und bedeutete ihm leiser zu reden. „Ja, ich weiß. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass einige nicht wollen das ich hier bin. Kannst du mir einmal mit dem Verband helfen?“ Ich deutete auf den Verband, der noch immer über meinem Auge lag.
Es tat schon länger nicht mehr weh und ich hatte keine Lust mehr, auf das begrenzte Sichtfeld. Nico nickte und half mir den Verband abzuwickeln, wobei er mich teilweise in eine Mumie verwandelte. Ich verdrehte nur die Augen und wickelte mich selbst wieder aus dem Verband aus, indem ich mich drehte. Schließlich war der Verband zu Ende und ich konnte langsam mein Auge wieder öffnen, wobei es sich irgendwie taub anfühlte. Es war irgendwie merkwürdig, da ich es seit Tagen nicht mehr geöffnet hatte und jetzt die frische Luft zu spüren und das Licht zu sehen, war einfach komisch. Ich tastete es ein wenig ab, aber die Schwellung schien wieder verschwunden zu sein. „Dein Auge sieht jetzt irgendwie kleiner aus.“ Meinte Nico grinsend und sah mich an wie ein Kritiker, der gerade ein Gemälde bewertete. „Glaub ich dir aufs Wort.“ Sagte ich ebenfalls grinsend und räumte dann den Verband weg.
„Also gut, wir machen jetzt ein paar Übungen, um deine Kondition zu testen. Ich lasse dich noch nicht wieder ins Labyrinth, wenn du gut abschneidest, dass kannst du dir abschminken, aber vielleicht darfst du ja wieder in deinem Zimmer schlafen.“ Nico lächelte glücklich als ich das sagte und tat alles was ich von ihm verlangte. Er sollte auf jeweils einem Bein stehen, sich einige Male im Kreis drehen, ein wenig auf und ab hüpfen und sowas. Ich hatte keine Ahnung ob mir das irgendwas über seine Kondition sagte, aber ich denke, wenn er auf einem Bein halbwegs gerade durch den Raum hüpfen konnte, nachdem er sich für gut zwei Minuten im Kreis gedreht hatte, war er bereit in seinem eigenen Zimmer zu schlafen.
„Gut, ich frage Clint und Jeff noch mal, wenn sie wiederkommen und teile ihnen meine Ergebnisse mit, und vielleicht musst du dann nicht mehr hier schlafen. Gut so?“ „Ja, super. Willst du sie nicht suchen gehen und fragen?“ Ich verdrehte zum wiederholten Male die Augen und schüttelte den lächelnd den Kopf. „Nein, ich muss auf die drei hier aufpassen. Und auf dich auch. So wie du drauf bist, hüpfst du hier gleich vor Freude rum und schlägst dir irgendwo den Kopf an.“ Nico schmollte, setzte sich allerdings auf das Bett in dem er bisher geschlafen hatte.
„Du Mel, weißt du eigentlich, was bei der Verwandlung passiert?“ Ich legte den Kopf schief und überlegte, bis mir wieder einfiel was Nick gesagt hatte. „Du meinst dieses Erinnerungszeug?“ Nico nickte langsam und schien in Gedanken zu sein. „Kannst du dich an irgendwas erinnern?“ Fragte ich und beobachtete ihn, während er nach einer passenden Antwort zu suchen schien. „Ja… ich denke schon. Dabei fühlt es sich viel mehr nach einem Traum ein. Als ob ich sowas irgendwann mal geträumt hatte, und das nicht wirklich die Wirklichkeit ist. Ich meine… Die Welt kann unmöglich so zerstört sein, oder?“ Ich lächelte traurig, wobei Nico sich scheinbar daran erinnerte, dass ich mich erinnern konnte. „Also ist es tatsächlich so? Das was du über den Brand erzählt hast und dass die Erde komplett am Arsch ist?“ Ich wiegte meinen Kopf hin und her. „Die Welt ist nicht komplett am Arsch. Nur zum größten Teil. Der Brand hat einen Großteil der Menschheit befallen, aber es gibt trotzdem immer noch Orte an denen die Leute gesund sind und die als Brandfreie Zonen gelte. Große Städte mit strengen Richtlinien und allem Drum und Dran. Ich hab gehört, dass es fast unmöglich ist da rein zukommen, wenn man nicht immun ist. Aber ich war noch nie dort. Ich habe mit meiner Familie in einem kleinen Städtchen gewohnt, da konnte jeder kommen und gehen wie er wollte. Das bedeutete aber auch, dass die Leute dort schneller krank geworden sind und es ist immer leerer geworden.“
Ich nahm mir das eine Notizbuch mit den Krankheiten und suchte nach der passenden Seite, die ich Nico dann zeigte. „Hier, siehst du? Das ist alles was ich über den Brand weiß. Ich habs hier reingeschrieben, falls er uns erreichen sollte. Ich glaube das zwar eher nicht, aber nur zur Sicherheit.“ Nico las meinen Eintrag über den Brand und sah noch besorgter aus als zuvor, nachdem er fertig war. „Du hast geschrieben, dass es keine Heilung gibt. Wie soll uns der Eintrag dann helfen, wenn er uns erreicht.“ Ich zuckte mit den Schultern und schwieg. Ich hatte doch selbst keine Ahnung. Wenn der Brand uns erreichte, hatten wir große Probleme. Wir konnten ihn nicht heilen, er würde sich ausbreiten wie Licht und wir würden nichts tun können, um ihn zu stoppen. Denn, wenn ANGST eine Heilung gefunden hätte, dann wären wir wohl mittlerweile nicht mehr hier.
Ich wurde durch ein Geräusch aus meinen Gedanken gerissen und sah, dass Zart aufgewacht war. Ich ging zu ihm hin und wiederholte die gleiche Prozedur wie bei Toby, welcher im Moment ruhig in seinem Bett lag und schlief. Ich fragte ihn einige Dinge, gab ihm Medizin und sagte ihm dann, dass er weitschlafen sollte. Ich hatte das Gefühl, dass alles wieder gut werden würde. Und dann fiel mein Blick auf James. Ich machte mir wirklich große Sorgen um ihn. Er hatte sich noch nicht einmal wirklich bewegt, seit er hier war. Zart hatte hin und wieder gezuckt oder irgendwelche Geräusche von sich von gegeben, doch James… Gar nichts. Er lag still da. Kein Lebenszeichen bis auf seine sich leicht hebende und senkende Brust und seinen schwachen Puls. Ich wusste wirklich nicht was ich machen sollte. Die Wunde an seinem Kopf machte mir Sorgen. Wahrscheinlich hatte er irgendetwas schweres auf den Kopf bekommen und das konnte vieles bedeuten. Eine Beule, eine Gehirnerschütterung und auch deutlich schlimmeres. Darüber wollte ich eigentlich gar nicht nachdenken, aber im schlimmsten Fall würden wir dem Frischling wohl nicht helfen können und er würde uns wegsterben. Ich weiß, pessimistisch. Aber was sollte ich denn sonst denken? Das alles wieder gut werden würde, wenn er sich kein Stück bewegt und sein Puls so schwach ist, dass ich Angst haben musste, dass sein Herz jeden Moment aufhört zu schlagen?
Ich musste irgendwann eingeschlafen sein, während ich bei James‘ Bett saß, denn ich wurde von Clint geweckt, welcher an meiner Schulter rüttelte. Ich schreckte nach oben und befürchtete schon das schlimmste, doch mein Hüter beruhigte mich schnell wieder. „Wie geht es ihnen?“ Er deutete auf die drei neuen Patienten und ich erklärte ihm schnell, dass es Zart und Toby gut ging, während James sich noch immer nicht geregt hatte. „Ach ja, und ich würde sagen, Nico kann wieder in seinem Zimmer schlafen, solange er nicht auf der Lichtung arbeitet und mindestens einmal pro Tag zur Kontrolle kommt.“ Clint runzelte die Stirn und schien zu überlegen, während er Nico betrachtete, welcher weitere Einträge in meinem Medizin-Notizbuch las. „Gut, ich denke du hast recht. Ihm scheint es schon wieder gut genug zu gehen. Aber du solltest auch langsam ins Bett gehen. Ich übernehme das schon.“
Ich nickte langsam, stand auf und tippte Nico an, der ziemlich in meine Notizen vertieft war. „Hey, du kannst wieder in deinem Zimmer schlafen.“ Teilte ich ihm die Entscheidung meines Hüters mit, doch er schien nicht mehr so aufgeregt wie zuvor und sah mich nicht einmal an, während er weiterlas. „Oh, super.“ Ich schnappte ihm das Buch aus der Hand und zog ihn dann hinter mir her. „Komm schon, ich will auch schlafen gehen.“ Nico folgte mir schließlich nach oben und verabschiedete sich von mir, als wir beide unsere Zimmer betraten.
Ich setzte mich auf mein Bett und sah zum Fenster. Dann sah ich mich in dem Raum um. Er wirkte irgendwie anders als zuvor. Ich hatte das Gefühl seit Jahren nicht mehr hier gewesen zu sein. Irgendwie wirkte der Raum kalt und unfreundlich. Ich rieb mir fröstelnd die Arme und stand wieder auf. Ich wollte nicht in diesem Raum schlafen. Ich ging wieder auf den Flur hinaus und schlich dann einige Zimmer weiter.
Ich klopfte leise an die Tür und huschte durch die Türöffnung in einen identischen Raum wie meinen. Nur wirkte er vollkommen anders. Viel freundlicher und wärmer. Nico hatte sich in seinem Bett aufgerichtet, scheinbar hatte er sich gerade hingelegt und sah mich fragend an. „Ich… will nicht alleine in meinem Zimmer schlafen…“ Murmelte ich und legte mich neben ihn in sein Bett. Zuerst schien er etwas verwirrt, dann rückte er ein Stück zur Seite und legte die Decke über mich.
„Mir ist kalt.“ Sagte er nach einer Zeit, da wir beide nur halb unter der Decke lagen. Ich nickte zustimmend und rückte dann näher zu ihm. Ich nahm mir seinen Arm und umarmte ihn wie ein Stofftier und grinste ihn an, als mich verwirrt ansah. Schließlich lächelte er und legte sich halbwegs bequem hin, sodass wir nun beide unter die Decke passten.
„Schlaf schön, Nico.“ Sagte ich und schloss die Augen. Während ich schon fast weggedöst war, hörte ich noch Nico antworten. „Träum süß, Frosch.“
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Tada!!!!!! Süß, oder? ;)
Wegen der Abstimmung guckt im letzten Kapitel nochmal. Wäre nett wenn ich auch mal ne Antwort bekommen würde, wenn ich was frage...
Ich hoffe euch hats gefallen und bis zum nächsten Mal :)
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