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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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Dieses Kapitel
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31.10.2017 2.087
 
Mein Kopf war vollkommen leer. Den Erste-Hilfe-Koffer, welchen ich aus dem Sani-Raum mitgebracht hatte, hatte ich fallen gelassen als ich mit Jeff beim Notfall angekommen war. Ich konnte nicht einmal besonders viel sehen, aber dass was ich sah, reichte mir vollkommen. Der Geräteschuppen der Hackenhauer war zusammengestürzt. Überall lagen die Holzbretter herum, darunter drei Lichter begraben zusammen mit Gartenwerkzeugen und Körben.
„W-Was ist…“ Meine Stimme schien von weit weg zu kommen und auch nicht wirklich zu mir zugehören. Ich hätte niemals gedacht, dass so etwas passieren könnte.
„Wissen wir auch nicht. Plötzlich ist es einfach eingestürzt. Zart war gerade zusammen mit James und Toby drin.“
„Wir… müssen vorsichtig sein…“ Murmelte ich und machte einen Schritt auf die Bretter zu. Ich schloss einmal die Augen und atmete tief ein und aus. Ich hatte jetzt keine Zeit geschockt zu sein und nur herumzustehen! Die drei brauchten meine Hilfe!
„Wir dürfen die Bretter nicht zu sehr bewegen, hinterher ist irgendwer von einer Gartenschere aufgespießt worden, die wir dann bewegen und dann wird die Wunde nur noch schlimmer.“ Ich schob meine Ärmel hoch und ging dann einige Male um den Haufen aus Brettern und Gartengeräten herum, um die Lage zu sondieren, was mit einem Auge teilweise etwas schwierig war. Schließlich schob ich einige Bretter zur Seite, die einfach nur auf dem Haufen drauf Lagen und mit keinem anderen Brett verhakt zu sein schienen.
„Zart? James? Toby? Könnt ihr mich hören?“ Fragte ich dann und setzte mich in die Nähe des Haufens, doch es kam keine Antwort. Panik machte sich in mir breit, die ich jedoch wieder zurückdrängte. Keine Zeit!
Ich sammelte immer wieder einige Bretter auf und warf sie zur Seite, um einen Blick auf die drei Jungen zu bekommen, während die anderen Jungen nur herumstanden und mir zusahen. Ich weiß nicht, ob sie einfach geschockt waren, oder mich nicht stören wollten, weil sie den Eindruck hatten, dass ich wusste was ich hier tat, aber eine große Hilfe waren sie nicht. Obwohl ich sie wahrscheinlich nur als störend empfunden hätte, wenn sie neben mir herumgelaufen wären. Unter einem der Bretter entdeckte ich eine Hand. Das erste was ich tat, war den Puls fühlen und zu meiner Erleichterung war er im Normalbereich, wie wenn jemand schlief. Ich ging also davon aus, dass diese Person bewusstlos war. Ich begann auch die anderen Bretter in der Nähe wegzuräumen und versuchte die anderen dabei so wenig wie möglich zu bewegen. Ich wünschte, ich hätte als Kind öfter Mikado gespielt, dann würden meine Hände jetzt vielleicht nicht so zittern und meine Aufgabe wäre deutlich einfacher. Bald hatte ich einen der Jungen freigegraben. Es musste Toby sein, da ich ihn nur vom Hören kannte und nicht wusste wie er aussah. Jetzt wusste ich es. Er hatte braune Haare, die ihm in die Augen fielen, welche geschlossen waren. Er war recht dünn, normal groß und schien um die siebzehn zu sein.
Als ich vergeblich versuchte ihn komplett aus dem Haufen herauszuziehen, kam endlich Leben in die Jungen. Einige Hackenhauer kamen zu mir gelaufen und packten Toby an Armen und Beinen, dann trugen sie ihn vorsichtig zu Clint und Jeff, welche bereits den Erste-Hilfe-Koffer geöffnet hatten und alles für die sofortige Behandlung zu beginnen.
Ich sah zu den beiden hin, doch Clint bedeutete mir, weiter nach den anderen beiden zu suchen. Ich nickte entschlossen. Ich hatte die letzten Tage keine große Hilfe sein können, aber jetzt würde ich mein Bestes geben um auch die anderen beiden aus dem Haufen zu ziehen!
Ich spielte also weiter Mikado, mit dem Leben zweier Lichter als Spieleinsatz. Immer mehr Bretter sammelten sich in einem Kreis um die Unfallstelle wie eine Absperrung, die die Polizei bei einer Ermittlung um den Tatort spannen würde. Bald hatte ich auch die anderen beiden gefunden, doch hier hatte ich größere Probleme. Die Bretter waren in einander verkantet und einige scharfe Gartengeräte steckten im Haufen. Ich konnte nicht sehen, ob sie auch in einem der Lichter steckten, aber darüber wollte ich gar nicht so genau nachdenken. Ich begann langsam die Scheren, Schaufeln und Haken aus dem Gewirr zu ziehen, genau darauf achtend, die beiden Jungen nicht zu berühren. Dadurch wurden auch einige weitere Bretter los, die ich dann ebenfalls wieder zur Seite werfen konnte. Ich hatte gar nicht gewusst, dass der Schuppen so groß gewesen war. Von außen hatte es wie eine kleine Hütte gewirkt, aber scheinbar war dort drinnen einiges an Platz gewesen.
Als ich das nächste Brett zur Seite war, offenbarte sich das erste Problem. Eine Schere hatte sich in Zarts Arm gebohrt. Ich musste also noch aufpassen, dass ich nicht an die Schere stieß oder sie herauszog, damit die Wunde nicht anfing zu bluten. Auch bei James gab es Probleme. Er hatte eine Wunde an seinem Kopf, die relativ stark blutete und die ich erst versorgen musste, bevor ich ihn irgendwie bewegen konnte. Ich rannte also zu meinen Sani-Kollegen und schnappte mir einen Verband, welchen ich erst einmal provisorisch um James Kopf wickeln konnte. Nachdem das getan war rief ich einige Jungen heran, die mir halfen James aus dem restlichen Bretter Haufen zu ziehen, wobei ich eigentlich gar nicht zog, sondern darauf achtete, dass keines der Bretter verrutschte und Zart verletzte. Schließlich konnte ich auch den Hüter der Hackenhauer ausgraben, sodass alle drei nun bei Clint und Jeff lagen, wobei Jeff sich ausschließlich um Toby kümmerte und den Blick auf Zart und James mied, da beide blutende Wunden hatten. Auch ich kam jetzt zu ihnen und half Clint mit James und Zarts Behandlung, sodass sie bald transportfähig waren und wir sie in den Sani-Raum bringen konnten. Dort waren noch immer Nico und Newt, welche schnell Platz machten, als die Verletzten hereingebracht wurden.
„Was ist passiert?“ Fragte Nico sofort und sah besorgt von einem der Lichter zum anderen. „Der Geräteschuppen bei den Gärten ist zusammengebrochen als die drei drin waren.“ Erklärte Clint kurz und dirigierte die tragenden Lichter zu den Betten, wo sie die drei verletzten abluden. Jetzt waren alle Betten besetzt, also kein Platz mehr zum Schlafen, wenn man den ganzen Tag auf die Patienten aufgepasst hatte. Naja, es gab ja auch noch den Fußboden. Ich half Clint und Jeff weiterhin indem ich ihnen immer wieder Verbände, Kräuter und sonstiges Zeug reichte und bei sonstigen Dingen assistierte. Nach einiger Zeit, für mich hatte sie sich angefühlt wie Stunden, gingen die beiden hinaus um Nick einen Bericht zu erstatten, weshalb ich dann mit Nico und den drei verletzten alleine im Sani-Raum saß, da Newt den anderen beim Aufräumen helfen wollte, da er sich irgendwie nützlich machen wollte. Nico hatte angeboten ebenfalls mitzugehen, doch Clint hatte ihm nur einen wütenden Blick zugeworfen bevor er gegangen war, weshalb der schwarzhaarige sich hingelegt hatte und sogar eingeschlafen war.
Ich hatte angefangen etwas in ein Notizbuch zu schreiben, eines von zweien, welche vor einigen Tagen mit der Box hochgekommen waren. Ich hatte beschlossen, eine Art Logbuch über alle Medizinischen Ereignisse zu führen. Ich hatte ich angefangen alle Kräuter und Medizinen aufzuschreiben, die uns auf der Lichtung zur Verfügung standen, wogegen sie helfen konnten, in welchen Kombinationen man sie eher nicht verwenden sollte und auch welche Nebenwirkungen sie haben können. Hier habe ich hin und wieder Jeff und Clint um Hilfe gebeten, wobei ich zu meiner Überraschung die meisten der Kräuter kannte, genauso wie ihre Wirkung. Ob das wohl mit meinem Training bei ANGST zusammenhing? Ich hatte keine Ahnung. Eine weitere Kategorie waren Verletzungen oder Krankheiten. Eine davon der Brand. Ja, ich hatte alles was ich über den Brand wusste in dieses Buch geschrieben. Ursprung, Symptome, Folgen, Überlebenschance. Heilung hatte ich getrost weglassen können, das war immerhin der Grund weshalb ich überhaupt hier war, oder? Wer konnte ANGST schon glauben schenken.
Das zweite Notizbuch war persönlicher. Ich hatte alle Namen der Lichter aufgeschrieben die ich wusste und auch was ihre Tätigkeit war, wobei mir noch einige fehlten. Bisher hatte ich nur Clint und Jeff gefragt, sie waren auch die einzigen die wenigstens halbwegs in meinen Plan eingeweiht waren, aber auch die beiden kannten nicht alle. Ich würde von Lichter zu Lichter gehen müssen, jeden persönlich fragen müssen. Denn die folgenden Seiten waren persönliche Angaben der Lichter. Größe, Gewicht, Aussehen, Vorerkrankungen, Verletzungen. Ich habe keine Ahnung wie ich das alles auf die Beine stellen wollte. Immerhin wussten die Jungen selbst nicht von irgendwelchen Vorerkrankungen, aber das hinderte mich nicht daran, für jeden eine Art Krankenakte anzulegen. Ich wollte das es allen gut ging, zumindest Medizinisch gesehen. Das war immerhin mein Job als Sani, richtig? Ich wollte mich nützlich machen, selbst wenn das bedeutete, dass ich ein dreihundertseitiges Buch schreiben musste. Gerade trug ich die heutigen Ereignisse auf die Seiten von Zart, James und Toby ein, wobei ich bei letzterem auch Größe, Gewicht und Aussehen eintrug, die ersten beiden nur geschätzt.
Da riss mich ein Stöhnen von eben diesem Lichter von meiner Arbeit los. Er hatte sich halbwegs aufgerichtet und lehnte auf seinem rechten Unterarm, während er sich den Kopf hielt. Er schien verwirrt zu sein und sah sich langsam um, wobei er die Augen zusammengekniffen hatte, als ob ihn etwas blenden würde. Ich legte das Notizbuch zur Seite und stand auf. Er schien die Bewegung aus dem Augenwinkel gesehen zu haben, da er ruckartig den Kopf in meine Richtung drehte, wobei er ziemliche Schmerzen zu haben schien.
„Toby, richtig?“ Fragte ich ihn und stellte mich neben das Bett. Bevor er antworten konnte, drückte ich ihn wieder nach unten, so dass er wieder lag. Dann nahm ich ein Fieberthermometer und steckte es ihm in den Mund, als er gerade antworten wollte. „Unter die Zunge.“ Kommentierte ich noch und beobachtete das Thermometer, welches aber keine Temperatur außerhalb des Normalbereichs anzeigte. „Gut, jetzt kannst du mir antworten.“ Ich zwinkerte ihm einmal zu, dann holte ich wieder mein Notizbuch und trug die Daten ein. „Äh… Ja. Toby.“ Ich drehte mich wieder zu ihm um, Buch und Stift in der Hand. „Weißt du was passiert ist, wo du bist?“ Er nickte langsam bevor er antwortete. „Ja, der Geräteschuppen bei den Gärten ist zusammengebrochen. Wir wollten gerade Schaufeln holen. Äh… Der Sani-Raum, richtig?“ Ich nickte auf seine Frage hin und trug in mein Buch ein, dass er keine Gedächtnisschwierigkeiten zu haben schien.
„Hast du Schmerzen? Kopfschmerzen oder so?“ Toby nickte langsam und sah mich an, als ob er von mir überrascht wäre. Ich beschloss das erst Mal zu ignorieren und machte mich meiner Befragung weiter. „Welche Schmerzen genau? Ich tippe auf Kopfschmerzen. Noch irgendwo? Ist vielleicht ein Brett auf deinen Arm gefallen oder so?“ Toby brauchte einen Moment in dem er mich einfach nur anstarrte, dann antwortete er wieder. „Äh… Ja, Kopfschmerzen. Und ich glaube es war kein Brett aber… eine Schaufel vielleicht?“ Er zeigte auf seinen linken Arm, welchen ich mir sofort einmal ansah. Ich tastete ihn vorsichtig ab und drückte hin und wieder an einigen Stellen, bis ich Toby scharf die Lufteinziehen hörte. „Mh… Könnte eine Prellung oder ein Bruch sein… Ich kümmere mich auf jeden Fall drum. Warte kurz.“ Ich trug schnell die Kopfschmerzen und den möglichen Armbruch in das Buch ein, dann sammelte ich die nötige Medizin zusammen.
Einige Minuten später drehte ich mich wieder zu Toby um, welcher mich scheinbar die ganze Zeit beobachtet hatte. „Ist irgendwas?“ Fragte ich verwirrt. Hatte ich irgendwas im Gesicht? „Äh… Nein. Alles gut. Ich hab dich bisher nur noch nie… aus der Nähe gesehen…“ Ich seufzte und schüttelte dann lächelnd den Kopf. „Ich bin nichts Besonderes, als starr mich bitte nicht an wie ein Zebra im Zoo, ja?“ Toby nickte schnell, wodurch seine Kopfschmerzen scheinbar stärker zu werden schienen. „Hier.“ Ich reichte ihm einige Sachen die er einnehmen sollte, währen dich mich um seinen Arm kümmerte. „Gut, das wars schon. Versuch noch ein wenig zu schlafen, vielleicht geht’s dir danach schon wieder besser und du kannst wieder in deinem Zimmer schlafen.“ Ich lächelte ihn an und widmete mich dann wieder meinen Notizen. Ich war so sehr in meine Arbeit vertieft, dass ich gar nicht merkte, dass zwei Jungen in diesem Raum sich gerade ein Starrduell lieferten.
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Tatada! :)
Da habt ihrs. Das PROBLEM!!!!!!!! ;)
Ich soll, auf Wunsch von Maria (dir und Anonymus danke für die Reviews ^^) eine Abstimmung wegen Shipnames für Newt und Melody machen. Hier sind sie, wuhu xD

-Mewt
-Nelody
-Newdy
-Nel

Newdy hat schon zwei Stimmen, aber das soll euch selbstverständlich überhaupt nicht beeinflussen xD Ja, wenn ihr Lust habt könnt ihr abstimmen und eure Meinung zu den Shipnames abgeben xD
Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen und bis zum nächsten Mal ^^
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