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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
Alle Kapitel
136 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
12.09.2017 3.236
 
Erinnert ihr euch an letzte Woche, wo ich meinte es wird traurig und ihr könnt die Taschentücher rausholen? Packt sie wieder weg. Ist leider nicht so traurig wie ich gehofft hatte. Hab zumindest beim lesen nicht geheult, also wird das nichts. Wenn ihr es trotzdem traurig fandet, lasst es mich wissen ^^
Dafür ist das Kapitel ca. 5 Seiten lang. Stolz bin ich also trotzdem drauf. Ja, ich hoffe euch gefällt das Kapitel und einigen Leuten könnte vielleicht was auffallen. Zumindest denen, die Phase Null gelesen haben und sich wenigstens ansatzweise mit Harry Potter auskennen. Vielleicht erratet ihr ja was ich meine, als kleiner Tipp: Es geht um einen Namen ;D
Also, noch mal, ich hoffe euch gefällt's und vielleicht habt ihr ja Lust euch mal bei mir zu melden, bin für nen bisschen Smaltalk immer zu haben ;)
Eure, Hauptcharaktere(und Nebencharaktere) folternde, Cherry :D
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Als ich mit Nick im Sani-Raum ankam, lag Nico bereits auf einem der Betten und wurde von Jeff und Clint behandelt. Die beiden untersuchten ihn zuerst, genauso wie ich es bei ihm getan hatte. Nick ließ mich langsam runter und trug mich dann vorsichtig zu einem anderen Bett in der Nähe, so als ob ich jeden Moment einfach zerbrechen könnte. Ich wusste nicht weshalb er plötzlich so fürsorglich war. Dann drehte er sich direkt um und ging zu Clint und Jeff.
„Also, was ist mit ihm? Wurde er gestochen?“ Ich runzelte verwirrt die Stirn. Gestochen? Von was sollte Nico denn gestochen worden sein? Ich hatte hier eher wenige Insekten gesehen, vielleicht ein zwei Fliegen oder Bienen die wohl eher aus Versehen hier waren, der Menge nach zu urteilen. Dann fiel mir das Loch in seinem Rücken wieder ein und mir wurde klar, dass es sich bei diesem ‚gestochen worden sein‘, wohl eher nicht um einen Insektenstich handelte.
„Ja, am Rücken. Wir geben ihm das Serum, sobald wir ihn untersucht und die restlichen Verletzungen behandelt haben. Er scheint auf dem Rückweg gestochen worden zu sein, wir haben also genug Zeit dafür.“ Der Ernst in Clints Stimme ließ mich erschaudern. Wie es schien, war dieser Stich etwas sehr Ernstes, aber woher kam der denn? Ich stand von dem Bett auf und ging an den Schrank, aus dem ich einiges an Salbe für die Schnitte holte und ging dann zu Nicos Bett. Ich drückte Jeff eine Dose in die Hand, Clint eine zweite und machte mich mit der dritten in der Hand daran, die Schnitte zu versorgen. Die beiden Jungen sagten nichts, sondern halfen mir einfach. Von was für einem Serum sie gesprochen hatten und von was Nico denn gestochen worden war, konnte ich auch hinterher noch fragen, jetzt war es erst einmal wichtig, dass es Nico besserging.
Nach einigen Minuten hörte Jeff auf und ging zu einem kleinen Schrank mit einer Schublade. Es war die einzige Schublade in diesem Raum, in die ich noch nie hineingesehen hatte, da sie abgeschlossen war. Er holte einen Schlüssel aus seiner Tasche und schloss sie damit auf, dann griff er hinein und nahm er eine Spritze heraus, in der sich eine durchsichtige Flüssigkeit befand.
„Was ist das?“ Ich legte die Dose auf einen Tisch in der Nähe und sah Jeff fragend an, welcher mir jedoch nicht antwortete, sondern Nick einen unsicheren Blick zu warf. „Es ist das Griewerserum.“ Antwortete Clint und sah wütend zu Nick und Jeff, scheinbar hatten die drei schon einmal über dieses Thema gesprochen und waren sich nicht unbedingt einig gewesen.
„Griewer? Was meinst du? Wozu ist das Serum?“ Nick warf Clint einen warnenden Blick zu, doch er achtete nicht darauf.
„Im Labyrinth gibt es… Monster. Ich wüsste nicht wie ich sie sonst bezeichnen sollte. Jedenfalls nennen wir sie Griewer. Wenn sie einen erwischen, dann stechen sie einen meistens. Dann braucht derjenige das Griewerserum, damit er nicht stirbt. Es aktiviert allerdings die Verwandlung, welche nicht besonders angenehm ist.“ Ich sah ihn verwirrt an.
„Monster im Labyrinth? Ist das der Grund, weshalb man nicht ins Labyrinth darf, wenn man kein Läufer ist? Und was ist die Verwandlung?“ Obwohl Clints Worte eigentlich eine Antwort sein sollten, hatte ich jetzt nur noch mehr Fragen. „Die Verwandlung ist-“
„Clint, es reicht!“ Ich drehte mich erschrocken zu Nick um, welcher den Sani böse ansah. Clint ballte die Fäuste und nahm Jeff die Spritze ab.
„Wo ist das Problem, Nick?! Weshalb hast du mir noch nie von diesen… Griewern erzählt?! Weshalb verheimlichst du mir sowas wichtiges?! Stell dir vor, ich wäre ins Labyrinth gegangen, weil ich ja nicht wusste, dass da irgendwas Gefährliches drin ist, hättest du dich dann besser gefühlt?!“ Ich sah meinem Anführer wütend in die Augen, welcher mich nicht einmal ansah, sondern einfach in Richtung des Fensters. Verletzt drehte ich mich wieder zu Nico, welcher noch immer nicht aufgewacht war. Clint desinfizierte eine Stelle auf seinem Oberarm und setzte dann die Spritze an.
„Melody, kannst du ihn einmal festhalten?“ Fragte er, ohne Jeff, der neben ihm stand und betreten zu Boden sah, Beachtung zu schenken. Ich nickte schnell und stellte mich neben Clint zu Nicos Oberkörper. Ich griff nach Nicos Unterarmen und drückte sie auf die Matratze, dann kletterte ich ebenfalls auf das Bett und setzte mich auf seine Oberschenkel. Nico hatte angefangen sich leicht zu bewegen, er zuckte hin und wieder mit den Armen und Beinen. Ich konnte die leichten Bewegungen unter mir spüren und sah schnell weg, als Clint mit der Nadel in seine Haut stach und das Serum injizierte. Ich hasste Nadeln und Spritzen und konnte es einfach nicht ab, wenn jemand eine Spritze bekam. Wenn ich früher geimpft worden war oder mir Blut abgenommen worden ist, hatte man mich immer betäuben müssen, damit ich nicht wie wild um mich trat.
Die leichten Bewegungen erstarben augenblicklich und ich richtete meinen Blick wieder nach vorne, besorgt ob vielleicht irgendetwas schiefgegangen war. Plötzlich ging ein Ruck durch Nicos Körper und er begann zu strampeln und zu schreien. Erschrocken ließ ich seinen rechten Arm los. Seine zu einer Faust geballten Hand traf mich am Auge und mein Kopf wurde etwas zurückgeschlagen. Schnell versuchte ich Nicos Arm wieder zufassen zu bekommen, während sich Clint auf seine Beine gestürzt hatte, welche mich ansonsten mit Sicherheit ebenfalls getroffen hätten.
Mit Mühe bekam ich seinen Arm zu fassen und drückte ihn wieder nach unten, während mein rechtes Auge pochte und ich spürte wie es langsam anzuschwellen begann und ich nichts mehr sehen konnte. Angestrengt hielt ich mit meinem gesamten Gewicht dagegen, doch immer wieder schaffte er es einen Arm nach oben zu reißen. Ich überlegte Fieberhaft, wie ich ihn fixieren könnte und sah sogar zu Nick, welcher jedoch nur mit einem ausdruckslosen Gesicht zusah, während Jeff Clint mit den Beinen half. Wütend, da Nick nichts unternahm um uns zu helfen, umklammerte ich Nicos Oberkörper mitsamt seiner Arme, als würde ich ihn umarmen. Da ich seine Unterarme dabei nicht festhalten konnte, schlug er mit ihnen noch immer um sich, weshalb er mir einige Male in die Seite schlug, doch ich ließ nicht los. Ich wusste irgendwie, dass er das nicht mit Absicht tat, sondern diese Verwandlung daran schuld sein musste. Clint hatte ja gesagt, dass sie nicht besonders angenehm ist, damit hatte er noch meilenweit untertrieben.
Irgendwann beruhigte Nico sich und lag dann nur noch still da. Ich tat es ihm nach und lag ganz ruhig auf seinem Oberkörper, mit meinen Armen umklammerte ich ihn noch immer. Meine Seite schmerzte, genauso wie mein Auge und ich hoffte, dass die Verletzungen verheilen würden bevor Nico wieder aufwachte, da ich wusste, dass er ein schlechtes Gewissen haben würde. Nach einiger Zeit ließ ich ihn dann doch los und ließ mich vom Bett runter gleiten. Erschöpft ließ ich mich auf den Boden sinken und lehnte mich mit dem Rücken an das Bett. Mit einem Auge sah ich zu Nick hoch, welcher noch immer an der gleichen Stelle stand wie zuvor.
„Ich habe dir nichts gesagt, weil ich dir keine Angst machen wollte.“ Sagte er und sah mir direkt in die Augen, oder eher in das eine Auge.
„Ist ja nett gemeint, aber ist es nicht besser, wenn ich Angst habe, als dass ich mich Hals über Kopf in Gefahren stürze, von denen ich nicht einmal etwas weiß?“ Nick sah mich einen Moment an, dann nickte er.
„Ja, hast Recht. Clint, tut mir leid. Du hattest Recht, wir hätten es ihr direkt sagen sollen, vor allem, weil sie ja Sani ist.“ Clint nickte, nun scheinbar zufrieden und verließ den Raum, scheinbar brauchte er ein bisschen Ruhe und frische Luft.
„Was passiert jetzt mit ihm?“ Fragte ich, während Jeff ebenfalls den Raum verließ, ich ging davon aus, dass er mit Clint reden wollte und ihre Unstimmigkeiten klären wollte.
„Er wird wohl einige Tage weiterschlafen und immer wieder solche Anfälle haben. Aus diesem Grund sollte immer jemand bei ihm bleiben, hinterher verletzt er sich noch selbst. Soll ich dir alles erklären, während wir auf ihn aufpassen?“ Etwas verblüfft sah ich Nick an.
Er sah plötzlich viel älter aus, irgendwie müde und geschafft. Als ob er den ganzen Tag schwer gearbeitet hätte, über Jahre hinweg und nun ein alter Mann war, der aber nicht die Möglichkeit hatte, mit der Arbeit aufzuhören. Es tat mir leid, dass ich ihn so angefahren hatte, immerhin hatte er ja nur das Beste für mich gewollt. In seinen Augen sah ich etwas Trauriges als er Nico ansah. Ich nickte langsam und machte mich auf den Weg zwei Stühle zum Bett zu tragen. Nick stand nun direkt neben Nicos Bett und wuschelte einmal durch seine Haare.
„Ich weiß nicht ob es dir schon mal jemand erzählt hat, aber Nico war der Erste.“ Ich hielt überrascht im Tragen inne, wobei die Stuhllehne in meine Seite stach. Ich zog scharf die Luft ein und schüttelte den Kopf, wobei ich bezweifle, dass Nick es überhaupt gesehen hatte.
„Nico war der erste, der in der Box nach oben gekommen war. Er war eine Art Außenseiter, weil noch niemand wusste was hier vor sich ging. Einige haben sogar vermutet, dass er ein Spion oder so etwas ist. Er hatte es wirklich nicht einfach. Er tat mir leid und ich wollte nicht, dass die anderen ihn so behandeln, aber ich habe nichts getan. Gar nichts!“ Nick ballte seine Hände zu Fäusten, während ich sah, wie ihm Tränen in die Augen stiegen. Ich wusste nicht was ich tun sollte, weshalb ich einfach still blieb und die beiden Stühle hinstellte. Nick schien nicht einmal bemerkt zu haben, dass sie dort standen, denn er stand einfach weiterhin. Auch ich setzte mich nicht hin, warum wusste ich nicht genau.
„Irgendwann hat Logan etwas gesagt. Er hat sich beim Abendessen vor uns alle gestellt und uns zur Rede gestellt. Niemand hätte das von ihm erwartet, da er ja eigentlich ziemlich ruhig ist und sich nicht besonders häufig in irgendetwas einmischt, aber da hat er was gesagt. Er hat uns angeschrien, warum wir solche Hohlköpfe wären und wir uns in Nico hineinversetzen sollten, darüber nachdenken sollten wie es ihm gerade ging, wenn alle ihn ansehen, als wäre er Dreck oder ein Verräter. Mich hat das ziemlich getroffen. Doch das schlimmste war, dass Nico dann aufgestanden, zu Logan gegangen ist und ihn einfach nur umarmt hat. Er hatte auch angefangen zu weinen, als er gehört hat was Logan gesagt hat. Die beiden sind seitdem unzertrennlich. Ich hab mir geschworen, dass ich es nie wieder soweit kommen lasse. Niemand würde mehr weinen müssen, weil er nicht akzeptiert wurde.“ Tränen liefen über Nicks Wangen und auch mir stiegen Tränen in die Augen als ich meinen Anführer so sah.
„Ich hab versucht alles was ich getan habe wieder gut zu machen. Häufig mit ihm gesprochen und er ist mir ziemlich ans Herz gewachsen. Ich hatte das Gefühl, dass irgendetwas gefehlt hatte. Nein, irgendjemand. Und ich glaube, in Nico hatte ich diese Person gefunden, einen kleinen Bruder der mir ziemlich viel bedeutet.“ Ich musste unwillkürlich an Luke denken, welcher Nick so unglaublich ähnlichgesehen hatte. Vielleicht hatte Nick ja Recht mit dem Bruder der ihm gefehlt hatte… Jetzt liefen auch mir Tränen über die Wangen, auch wenn es meinem rechten Auge nicht wirklich guttat.
„Als Minho vorgeschlagen hatte, dass Nico Läufer werden sollte, war ich überhaupt nicht begeistert. Ich wusste welche Gefahren es im Labyrinth gibt und ich wollte nicht, dass ihm etwas passiert. Als er dann doch zum Läufer geworden ist, hab ich mich von ihm distanziert. Ich wollte nicht noch jemanden verlieren. Nicht noch einmal…“ Kraftlos ließ Nick sich auf einen der Stühle sinken, ohne wirklich zu bemerken, dass er überhaupt da war. Ohne genau zu wissen warum ging ich weiter auf Nick zu, bis ich direkt vor ihm stand. Er hatte das Gesicht in den Händen vergraben und sein Körper bebte unter lautlosen Schluchzern. Ich nahm Nicks Gesicht in beide Hände und hob seinen Kopf, sodass er mir direkt in die Augen sah.
„Egal was damals passiert ist, es war nicht deine Schuld. Du bist ein großartiger Anführer und ich bin mir sicher, dass Nico es verstehen würde, wenn du es ihm sagst.“ Ich drückte Nick fest an mich, sodass sein Kopf nun gegen meine Schulter gedrückt war. Nicks Tränen durchnässten mein Shirt, doch das war nicht wichtig. Er schlang die Arme um mich und drückte mich ebenfalls an sich, während wir beide uns einfach nur festhielten. Auch ich weinte. Es gab viele Gründe aus denen ich weinte, aber vor allem, weil Nick es tat. Ich konnte es nicht ertragen ihn so zu sehen, nicht den mutigen und starken Anführer, wie ich und sonst auch jeder auf der Lichtung, ihn kannte. Es zerbrach mir das Herz ihn leiden zu sehen, genauso wie es mir das Herz zerbrach, wenn ich zu Nicos leblos wirkenden Körper sah, mich an Lukes Tod erinnerte oder an meine Familie dachte.
Einige Minuten vergingen. Langsam beruhigte sich Nick und auch ich hörte auf zu weinen. Niemand hatte uns gestört. Wahrscheinlich wollten Clint und Jeff uns ein wenig Zeit geben. Bald löste sich Nick wieder von mir, doch ich ließ ihn nicht los. Ich wollte ihn nicht loslassen.
„Mel. Alles in Ordnung?“ Fragte Nick, seine Stimme klang nicht mehr so traurig wie zuvor, ein Zeichen das es ihm wieder besserging. Ich nickte leicht, obwohl mir wieder Tränen in die Augen traten. Vorsichtig nahm Nick meine Hände in seine und löste sie von sich, sodass er mir in die Augen sehen konnte.
„Wir sollten das behandeln, bevor es schlimmer wird.“ Sagte er und lächelte leicht, während er auf mein Auge zeigte und dann aufstand um einige Sachen zu holen. Ich wunderte mich gar nicht, woher er überhaupt wusste, wie man so etwas machte, doch er verarztete mein Auge und wickelte dann auch noch einen Verband um meinen Kopf, sodass nichts drankommen konnte.
„Hat er dich sonst noch irgendwo erwischt?“ Fragte Nick, während er die restlichen Sachen wegräumte.
„Nein, alles in Ordnung.“ Nick sah mich an und schüttelte den Kopf. „Du musst nicht so tun als ob alles in Ordnung ist.“ Ich seufzte und zog mein Shirt hoch. Sichtbar wurden großflächige blaue Flecken an den Stellen, wo Nico mich geschlagen hatte.
„Ich habe keine Ahnung was man gegen sowas macht.“ Ich schüttelte lächelnd den Kopf. „Ich auch nicht. Ich denke ich muss einfach nur aufpassen das nichts dran kommt.“ Nick kam wieder zu mir und setzte sich auf seinen Stuhl.
„Dass was ich vorhin gesagt habe… Erzähl das bitte niemandem, ja? Ich will nicht, dass die anderen wissen, dass ich so… verweichlicht bin. Sie sollen mich nur als starken Anführer kennen, damit sie nicht den Mut verlieren.“ Ich nickte, obwohl ich es besser fände, wenn er nicht vor jedem den unnahbaren Anführer spielen würde.
„Ich… habe übrigens von einem alten Freund gesprochen… Er hieß Freddy. Ich meine Fred. Er war der erste, der von einem Griewer gestochen wurde, er hat den Namen laut herumgeschrien, deshalb nennen wir sie so. Er ist auf mich losgegangen und hätte mir fast die Augen ausgekratzt, hätte Alby ihn nicht… getötet. Er war vollkommen verrückt. Ich wollte nicht noch einmal so… traurig sein, deshalb bin ich relativ distanziert. Zuerst nur den Läufern gegenüber, aber dann wurde auch einer der anderen Lichter gestochen, deshalb hab ich beschlossen generell etwas Distanz zu waren.“ Nick starrte vor sich hin, ohne mich anzusehen. Ich sah ihm die ganze Zeit in die Augen.
„Weißt du… Ich hab immer noch keine Ahnung was ein Griewer ist, was du mit gestochen meinst und was jetzt genau mit dieser Verwandlung ist.“ Nick lächelte traurig, dann wandte er sich wieder mir zu.
„Griewer sind, wie Clint bereits erklärt hatte, Monster die im Labyrinth hausen. Sie kommen immer nachts raus, tagsüber aber auch manchmal. Deshalb ist es für die Läufer auch so gefährlich nach dort draußen zu gehen. Griewer sind… große, schleimige Dinger mit Metall Armen. An einigen Armen sind Messer oder auch Kreissägen, aber auch Nadeln. Sie stechen damit jeden der ihnen über den Weg läuft, weshalb sie krank werden. Wenn sie nicht rechtzeitig das Griewerserum bekommen, dann werden sie sterben. Das Serum löst allerdings die Verwandlung aus. Sie verursacht unglaubliche Schmerzen, zumindest erzählen das diejenigen. Außerdem können sie sich dann erinnern. Nicht an alles. Familie und sowas nicht, aber dafür an die Welt wie sie ist. Vielleicht sogar weshalb wir hier sind, aber niemand will darüber sprechen. Sie sind danach irgendwie anders. Keiner weiß genau was sie durchlebt haben, aber danach sind sie nicht mehr dieselben.“ Traurig sah ich zu Nico, welcher noch immer ruhig auf dem Bett lag. In diesem Moment öffnete sich die Tür und Logan kam hereingestürmt.
„Geht’s ihm gut?! Was ist passiert?!“ Er schien völlig außer sich und fertig mit den Nerven. „Minho hat mich nicht gehen lassen, weil er nicht wollte, dass ich gehe, bevor alle ihre Karten fertiggemacht haben! Wie kann er in dem Moment denn bitte an diese beklonkten Karten denken?!“ Er schien wirklich völlig fertig und ich stand schnell auf, damit er sich setzten und erst einmal herunterkommen konnte.
„Beruhig dich Logan. Es geht ihm… den Umständen entsprechend gut.“ Das hörte sich wahrscheinlich so an, als ob ich mich mit der Verwandlung gut auskennen würde, was in diesem Fall wahrscheinlich gar nicht so schlecht war, da Logan sich tatsächlich zu beruhigen schien.
„Und wie geht’s dir? Du siehst nicht gut aus.“ Besorgt musterte er den Verband um meinen Kopf, doch ich schüttelte nur schnell den Kopf. „Mir geht’s gut. Keine Sorge. Nico war nur etwas… Schlagfertig.“ Ich zwinkerte, was wahrscheinlich so aussah, als ob ich einfach die Augen schließen würde, doch Logan schien es zu erkennen. Ich musste kurz grinsen. „Weißt du, du machst genauso dumme Witze wie Nico.“ Ich musste grinsen als er das sagte und sah dann zu eben genanntem.
„Ich hoffe, dass sein nächster Ausraster noch etwas auf sich warten lässt. Damit ich mich wenigstens wieder bewegen kann.“ Wie aufs Stichwort ging ein Ruck durch Nicos Körper und ein Schrei kam aus seinem nun weit geöffneten Mund. Erschrocken sprangen Nick und Logan von ihren Stühlen auf. Ich war einen Schritt zurückgewichen, hastete jetzt aber auf Nico zu, um ihn festzuhalten.
„Mel! Geh da weg!“ Logan hatte mich am Arm gepackt und wollte mich noch nach hinten ziehen, doch Nicos Bein traf mich direkt im Gesicht. Ich stolperte nach hinten und fiel auf den Boden, wobei ich mir den Kopf an einer Tischkante stieß. Sofort wurde meine ohnehin schon beschränkte Sicht komplett schwarz und ich kippte einfach zur Seite. Ich merkte nicht einmal mehr wie ich auf dem Boden aufkam, da war ich bereits weggetreten.
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