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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
Alle Kapitel
136 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.09.2017 2.292
 
Hey *glücklich grins*
Ich bin endlich zu Hause, kann das Kapitel hochladen und es ist der dritte Dienstag in Folge!!!!
Jo, überraschende Wendungen erwarten euch. Und ihr dürft für nächstes Mal schon mal die Taschentücher auspacken ;D Ne, weiß noch nicht ob es traurig wird, muss erst noch mal am Stück lesen. Vielleicht ist das Thema auch nur ein bisschen traurig aber ich kanns  nicht so gut rüberbringen. Bin gespannt was ihr davon haltet, bin auf jeden Fall stolz drauf :)
Aber das gibt's erst nächste Woche, jetzt dürft ihr euch mit diesem "Cliff Hanger" (eigentlich nicht wirklich) begnügen ^^
Also, ich erwarte nächste Woche gaaaanz viele Review :D
Danke auf jeden Fall wieder an Maria (ich geh jetzt einfach mal davon aus das du geschrieben hast ;D)
Bis nächste Woche :D
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Den Rest des Tages bekam ich frei. Clint und Jeff meinten, dass ich mich ausruhen sollte, nachdem ich mir scheinbar den Knöchel verstaucht hatte und weiterhin mit dem Stock rumhüpfen musste, aber ich wusste genau, dass sie mich einfach für unbrauchbar hielten, weil ich die ganze Zeit fast eingeschlafen war. Doch jetzt, wo ich die Möglichkeit hatte zu schlafen, da konnte ich nicht. Ich hatte eine ganze Stunde auf der Lichtung herumgelegen, in der Erwartung nach nur zwei Sekunden einzuschlafen, doch ich lag dort und bekam kein Auge zu. Ich starrte die gesamte Zeit in den Himmel, unfähig die Augen zu schließen. Ich hatte Angst. Ich hatte Angst einzuschlafen und wieder zu träumen. So dumm es auch klang, ich wollte nicht wieder in diesen Gang, egal wie schön es auch am Anfang gewesen war, all die Erinnerungen zu sehen.
Mir war vor nur wenigen Minuten klargeworden, was dieser Traum zu bedeuten hatte. Mir erging es ähnlich wie den Lichtern. Bei mir war es zwar nicht so extrem, immerhin konnte ich mich an die Dinge erinnern, die ich in meinem Leben getan hatte und auch wie die Personen hießen und dass sie mir wichtig waren, doch ich wusste nicht wie sie aussahen. Wie ihre Stimme klang genauso wenig und auch nicht wie groß sie waren, oder welche Figur sie hatten. Ich hatte also keine Möglichkeit meinen Bruder zu erkennen, selbst wenn er hier auf der Lichtung war. Vielleicht verbrachte ich sogar beinahe jeden Tag mit ihm, oder es war sogar Clint oder Jeff, aber ich konnte es nicht wissen, genauso wenig wie mein Bruder selbst.
Während ich dort so herum lag und versuchte ein Bild meines Bruders in meinem Kopf zu formen, färbte sich der Himmel langsam orange. Da ich jedoch sowieso nichts zusammenbekam, setzte ich mich schließlich hin und begann die Läufer zu zählen, welche nun nach und nach eintrudelten. Insgesamt waren es neun, wenn ich Logan und David abzog, welche heute frei hatten, blieben noch sieben. Ich hatte einmal gehört, dass Minho erzählt hatte, dass sie vor gut vier Monaten mal zu zwölft gewesen waren und fragte mich unwillkürlich, was mit den anderen drei geschehen war.
Zuerst kamen Newt und George aus Richtung des Ost-Tors gelaufen, scheinbar hatte einer der beiden auf den anderen gewartet, und liefen auf den Kartenraum zu. Auch Charlie, welcher heute alleine im Norden gewesen war, und Dylan, welcher sich mit Nico und normalerweise auch David zusammen um das West-Tor kümmerte, kamen bald durch ihre Tore gelaufen und folgten den anderen beiden. Bald kam Leo durch das Süd-Tor gelaufen, einige Minuten später auch Minho, welcher eigentlich immer zuletzt kam. Ich zählte noch einmal nach, eigentlich davon ausgehend, dass wenn Minho da war, bereits alle da waren, doch ich kam nur auf sechs. Ich zählte noch einmal, doch ich hatte mich nicht verzählt. Irgendjemand fehlte. Ich ging die Namen noch einmal durch. Schnell merkte ich, dass es Nico war, der noch nicht zurückgekehrt war und stand vorsichtig auf.
Auf meinen Stock gestützt humpelte ich zum West-Tor, damit rechnend, dass mir Nico jeden Moment grinsend entgegenkommen würde und mich damit aufziehen würde, dass ich von einem Baum gefallen war. Doch auch als ich vor dem Tor stand, war er noch nicht gekommen und auch in dem langen Gang konnte ich ihn nicht sehen. Erneut fragte ich mich, was an dem Labyrinth so schrecklich war, doch ich machte mir trotzdem Sorgen im Nico. Was wenn irgendetwas passiert war? Wenn er umgeknickt war und nicht mehr richtig laufen konnte? Er sich verlaufen hatte?
Ich sah kurz in den Himmel und schätzte, dass er noch gut zwanzig Minuten hatte, bevor sich die Tore schließen würden. Ich sah mich auf der Lichtung um, doch niemand schien mich oder Nicos Fehlen zu bemerken, dabei waren die Jungen sonst immer ziemlich empfindlich was das Labyrinth anging. Vorsichtig belastete ich meinen linken Fuß, welcher in eine dicke Schicht aus Bandagen gewickelt war und merkte, dass sie so gut stützte, dass ich den Stock gar nicht mehr brauchte. Außerdem hatte der Schmerz bereits nachgelassen, wahrscheinlich durch die Paste die ich im Sani-Raum zusammengemischt hatte kombiniert mit dem Schmerzmittel, welches mir Jeff in die Hand gedrückt hatte. Ich warf den Stock auf den Boden und ging dann vorsichtig näher zum Labyrinth.
Ich wusste, dass es mir eigentlich nicht erlaubt war hinein zu gehen, doch ich machte mir wirklich Sorgen. Ich wusste nicht einmal genau warum, ich hatte nur so ein komisches Gefühl, dass wenn ich nichts tat, Nico vielleicht nicht mehr zurückkommen würde. Außerdem, wenn ich nur bis zum Ende des Ganges ging und in die Gänge hineinsah, die sich von ihm abzweigten, würde ich mit Sicherheit wieder Wohlbehalten vor dem Schließen der Tore zurück sein. Ich sah mich noch einmal um, doch noch immer schien mich keiner zu beachten. Normalerweise wäre ich jetzt ein bisschen beleidigt, oder würde mich zumindest wundern warum sie alle so auf ihre Arbeit fokussiert waren, doch gerade kam mir das mehr als nur Recht. Schnell huschte ich in den Gang hinein, achtete trotzdem auf meinen Fuß, damit ich ihn nicht zu sehr belastete.
Sobald ich das Labyrinth betrat, hatte ich das Gefühl, dass es kälter geworden war. Ich rieb mir über die Arme, meine Jacke hatte ich natürlich auf der Lichtung liegenlassen. Langsam ging ich durch den Gang und hatte das Gefühl, als wäre ich geschrumpft. Alles schien irgendwie riesig zu sein und die mit Efeu bewachsenen Mauern schienen kein Ende zu nehmen. Langsam ging ich weiter bis ich zur ersten Kreuzung kam. Ich sah nach rechts und links in die Gänge hinein, doch ich konnte nichts sehen. Immer weiter ging ich den Gang entlang, bis ich ganz am Ende stand. Doch ich hatte Nico noch immer nicht gefunden.
Ich sah zurück zur Lichtung, mein Verschwinden schien noch immer nicht aufgefallen zu sein, obwohl einige Jungen immer wieder zu mir hinübergesehen hatten, als ich noch im Gras gelegen hatte. Ich sah in den Himmel, konnte die Sonne allerdings nicht sehen, da sie von den hohen Mauern abgeschirmt wurde. Ich sah ein paar Mal zwischen dem Gang, welcher nach links weiterführte und der Lichtung hin und her, dann beeilte ich mich und lief den Gang nach links weiter. Ich musste Nico einfach finden! Der Gang war in Etwa genauso lang wie der andere, hatte allerdings doppelt so viele Gänge die abzweigten. Wie konnten die Läufer sich nur hier drin zu Recht finden? Ich lief weiter und kontrollierte die Gänge auf der rechten Seite, als ich am Ende ankam drehte ich wieder um und sah diesmal in die auf der linken.
Als ich beim dritten Gang ankam blieb ich stehen. Mitten im Gang lag eine Gestalt. Der Brustkorb hob und senkte sich unregelmäßig und nur leicht. Am Ende des Ganges sah ich einen Schatten verschwinden. Etwas Großes und Unförmiges mit spitzen Stacheln war um die Ecke gerollt, als ich gerade in den Gang gesehen hatte. Doch ich konnte nicht weiter darüber nachdenken, sondern fixierte mich auf die am Boden liegende Person, die ich nun als den schwarzhaarigen Lichter erkannte.
„Nico!“ Rief ich entsetzt und lief auf ihn zu, das Ziehen in meinem Fuß ignorierend. Ich kam direkt vor ihm zum Stehen und kniete mich neben ihn. Er lag auf dem Bauch, weshalb ich ihn erst einmal auf den Rücken drehen musste. Sein Atem ging flach und unregelmäßig, auf seiner Stirn stand schweiß und Blut sickerte langsam aus einer Platzwunde. Er hatte die Augen zusammengekniffen, das Gesicht vor Schmerzen verzehrt. Ich sah mich panisch um, doch es würde niemand zu Hilfe kommen.
Kurz entschlossen hievte ich Nico gekonnt auf meinen Rücken, seine Arme legte ich um meinen Hals und hielt sie mit der rechten Hand fest, während ich ihn mit der Linken festhielt, damit er nicht herunterrutschte. So schnell ich konnte lief ich durch die Gänge zurück zum Tor. Ich erinnerte mich daran wie ich dasselbe mit Luke erlebt hatte, doch diesmal würde niemand sterben, das würde ich nicht zulassen! Ich ging mit großen Schritten durch die Gänge, denn die Tore konnten sich jeden Moment schließen. Dann wären wir hier drin über die Nacht eingesperrt und ich wusste nicht was Nico fehlte und hatte auch nichts hier draußen womit ich ihn hätte behandeln können.
Nach dem ersten Gang war ich bereits vollkommen am Ende. Nico wurde Schritt für Schritt schwerer und mein Fuß schmerzte immer mehr, aber ich gab nicht auf. Ich konnte nicht aufgeben! Nico brauchte mich, ich konnte ihn nicht einfach im Stich lassen! Als ich um die Ecke bog konnte ich das große Tor sehen, sowie einige Jungen die auf der Mitte der Lichtung standen und sich um etwas versammelt hatten. Bei genauerem Hinsehen konnte ich meine Jacke erkennen und fluchte innerlich. Wenn ich sie nicht dort liegen gelassen hätte, hätten die Jungen wahrscheinlich gar nichts gemerkt.
Keuchend schleppte ich mich und Nico weiter durch den Gang, immer näher zum rettenden Ausgang. Den Blick hatte ich starr nach vorn gerichtet um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die Jungen hatten mich noch immer nicht bemerkt und schienen nicht zu vermuten, dass ich ins Labyrinth gegangen war. Doch in diesem Moment kam Minho aus dem Bunker und rannte auf Nick und die anderen zu, schien ihnen panisch etwas zu erzählen und deutete dann auf das Ost-Tor ohne wirklich hinzusehen.
Gleichzeitig drehten sich alle versammelten Jungen um und sahen in den langen Gang hinein, in welchem ich mich noch immer mit Nico auf meinem Rücken abmühte. Zuerst weiteten sich ihre Augen ungläubig, dann kamen sie zum Eingang des Labyrinths gelaufen, machten aber keine Anstalten über die Grenze zwischen Wiese und Stein zu treten und mir zu helfen. Mit einem lauten krachen kündigte das Tor an, dass es sich schließen würde und tatsächlich begann die rechte Seite sich langsam auf die linke zuzubewegen. Ich legte an Tempo zu, obwohl ich mich am Liebsten auf den Boden gelegt hätte, um mich erst einmal auszuruhen. Ich schleppte mich zwischen den immer näherkommenden Wänden hindurch und kaum war ich nah genug an den Jungen dran, packten mich einige Hände und zogen mich auf die Lichtung.
Erschöpft ließ ich mich auf den Boden sinken und legte Nico vorsichtig neben mir ab. Schwer atmend begann ich ihn zu untersuchen, ohne darauf zu achten, was die anderen Jungen zu mir sagten.
„Bist du eigentlich vollkommen verrückt geworden?!“ Rief Nick, während ich Nicos Kopf untersuchte. Er hatte wie ich bereits wusste eine Platzwunde an der Stirn, wahrscheinlich von einem Sturz.
„Du weißt genau, dass es verboten ist ins Labyrinth zu gehen!“ Diesmal war es Minho gewesen, der auch ziemlich außer sich schien. Ich besah mir Nicos Arme und fand dort einige Kratzer, die nicht besonders gut aussahen. Einige waren nur oberflächlich, andere bluteten, genauso wie seine Stirn. Sein Shirt war zerrissen, weshalb ich es einfach auseinanderriss, ohne auf irgendwelche Verluste zu achten. Vorsichtig richtete ich ihn auf, sodass er saß, um mir das gesamte Ausmaß ansehen zu können. Auf seinem gesamten Oberkörper waren Kratzer und Schnitte, welche so gerade waren, als ob sie von einem Chirurgen gemacht worden wären. Zwischen seinen Schulterblättern fand ich außerdem ein beunruhigendes, wenn auch nur kleines Loch, welches ziemlich tief zu sein schien, ihn jedoch nicht komplett durchbohrt hatte. Nach meiner Inspektion, hatte ich festgestellt, dass er überall Kratzer und Schnitte hatte, sowie das Loch zwischen seinen Schulterblättern. Jetzt, wo ich fertig war, fing ich wieder an, die Stimmen der Jungen zu hören, welche mich scheinbar die gesamte Zeit angeschrien hatten.
„Jetzt seid endlich mal still und helft mir ihn in den Sani-Raum zu bringen!“ Ich sah die Jungen wütend an, welche endlich die Klappe hielten. „Weshalb macht ihr bitte so einen Aufstand, dass ich in diesem dämlichen Labyrinth war, wenn euer Freund hier gerade auf dem Boden liegt und ganz offensichtlich Hilfe braucht?! Außerdem hat er ein Loch im Rücken, wenn euch das überhaupt interessieren sollte!“ Ich warf ihnen noch einen bösen Blick zu, dann lud ich mir den schwarzhaarigen Läufer wieder auf den Rücken und begann ihn zum Gehöft zu schleppen. Als ich schon einige Meter hinter mir hatte, knickte mein Fuß plötzlich weg, weshalb ich wieder auf dem Boden landete, Nico jedoch vor dem harten Aufkommen bewahren konnte. Ich versuchte das Pochen in meinem Fuß zu ignorieren und richtete mich langsam wieder auf, um meinen Weg fortzusetzen.
Kurzdarauf hörte ich Schritte hinter mir, dann wurde das Gewicht von meinen Schultern genommen und ich erkannte Minho, welcher mir Nico abgenommen hatte. Erschöpft blieb ich kurz stehen und bemerkte wie meine Beine zitterten. Ich starrte sie wütend an, als ob sie dadurch aufhören würden sich zu bewegen, doch natürlich brachte das nichts. Kurz darauf packten mich ein Paar Hände und hoben mich einfach hoch, weshalb ich mich kurz darauf auf Nicks Rücken wiederfand. Ich war so überrascht, dass ich nichts sagte und ließ mich von Nick zum Gehöft tragen. Nur nach einigen Sekunden ließ meine Überraschung nach und ich dachte wieder an Nico. Hoffentlich war mit ihm alles in Ordnung.
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