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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
Alle Kapitel
136 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
27.07.2017 3.403
 
Ja, damit habt ihr jetzt nicht gerechnet, was? Ich bin wieder da!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :D
Ich weiß, ich weiß. Es ist lange her. Ich hatte null Motivation und so, aber das wollt ihr wahrscheinlich gar nicht hören. Wichtig ist nur, dass ich mich extra angestrengt habe und versucht habe ein extra langes Kapitel für meine glorreiche Rückkehr zu schreiben Es sind jetzt ca. 5 1/2 Seiten geworden und da bin echt stolz drauf ^^
Also, ich wünsche euch viel Spaß bei diesem... Sagen wir Kapitel der Größe M. Geht mit Sicherheit noch länger ;D Und ich bemühe mich jetzt auch mal ein bisschen mehr zu schreiben, hab ja jetzt Ferien :D Und bin bald 16, und bald in der Oberstufe, also sollte ich das ja wohl hinbekommen, ne? :)
Also, bis zum nächsten Mal und/oder in den Reviews und vergesst nie, ANGST ist... SCHLECHT!!!!!! ^^
PS: Fast vergessen, wir haben jetzt 50 Kapitel geschafft, jaaaay :D Und 50 ist die Hälfte von 100, das bedeutet, dass wir Fast 100 Kapitel haben :) Bin voll stolz drauf -^^-
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 Als ich meine Augen wieder öffnete, befand ich mich in meinem Zimmer. Ich meine in MEINEM Zimmer. Nicht das auf der Lichtung, sondern bei mir zu Hause, bei meinen Eltern, bei meinem Bruder. Ich konnte es nicht fassen. Alles war nur ein Albtraum gewesen und es war alles in Ordnung.
 So fröhlich wie noch nie zuvor in meinem Leben sprang ich aus meinem Bett, zumindest war das der Plan. Ich verhedderte mich in meiner Bettdecke und viel der Länge nach auf den Boden, doch auch das konnte meine Laune nicht verschlechtern. Wie von der Tarantel gestochen sprintete ich zu meiner Zimmertür, riss sie auf und spurtete die breite Treppe hinunter in die Küche. Es war noch niemand da, aber ich ging einfach mal davon aus, dass sie alle noch schliefen, auch wenn meine Familie sonst eher aus Frühaufstehern bestand.
 Ich sah mich einen Moment um, konnte kaum fassen, dass ich wirklich wieder hier war und begann dann voller Elan den Frühstückstisch zu decken. Vielleicht hatten sie gestern alle einen anstrengenden Tag gehabt, da würden sie sich mit Sicherheit über ein leckeres Frühstück freuen.
 Ein rumpeln von oben ließ mich im Verteilen der Messer innehalten.
 „Mum? Dad? Tony? Alles in Ordnung?“ Ich ging langsam die Treppe wieder nach oben, eines der Messer immer noch in meiner Hand. „Hallo?“
 Oben angekommen sah ich mich aufmerksam um, konnte allerdings nichts Ungewöhnliches entdecken. Ich ging zur ersten Tür und riss sie dann ruckartig auf, doch dahinter war nur eines der beiden Badezimmer. Das Selbe machte ich auch bei den nächsten beiden Türen, doch auch in meinem Zimmer und in dem Arbeitszimmer meines Vaters war nichts. Jetzt blieb nur noch unsere kleine Bibliothek wie wir den mit Büchern vollgestopften Raum nannten, Tonys Zimmer und das Schlafzimmer meiner Eltern. Doch auch in diesen Räumen war nichts.
 Überhaupt nichts. Nicht einmal meine Eltern oder mein Bruder, niemand war da. Jetzt wo ich darüber nachdachte, war auch Jack nicht unten gewesen, welcher normalerweise immer in der Küche in seinem Körbchen lag und wartete bis jemand nach unten kam.
 Plötzlich erschien mir das Haus gruselig und es war gar nicht mehr so schön hier zu sein. Die Stille machte mich beinahe Wahnsinnig und alles schien nun leer, als ob dies ein Geisterhaus und seit Jahren niemand mehr hier gewesen wäre.
 Ich fasste das Messer fester und ging langsam die Treppe wieder hinunter. Irgendetwas musste hier sein. Ich hatte mir das Rumpeln mit Sicherheit nicht nur eingebildet. Doch auch in den Räumen unten war niemand. Ich war allein in diesem riesigen Haus, dass mal ein Zuhause für mich gewesen war.
 Vielleicht war alles doch kein Traum gewesen? Möglicherweise hatte ich alles erlebt was ich erlebt hatte. Jack war noch immer in der Brandwüste, genau wie Lukes toter Körper. Tony war irgendwo von ANGST gefangen genommen worden, wo meine Eltern waren wusste ich nicht. Ob sie wohl doch den Brand bekommen hatten und nun irgendwo in der Brandwüste umherirrten, vielleicht mit der Hoffnung mich dort wohlbehalten wiederzufinden.
 Ein weiteres Rumpeln ließ mich zusammenzucken. Ich legte das Buttermesser zur Seite und griff mir das Filetiermesser, das schärfste Messer, dass wir im Haus hatten. Ich umklammerte den Griff mit beiden Händen und ging wieder nach oben.
 Einen Raum hatte ich immerhin noch nicht durchsucht, und zwar den Dachboden. Den Raum hatte ich selbst mit zwölf noch gruselig gefunden. Die schmale Treppe die in die Dunkelheit führte, da man erst, wenn man oben war, dass Licht anmachen konnte.
 Ich öffnete die kleine Tür, die nur dazu diente die schäbige Treppe zu verstecken und musste mich sogar bücken, um der Treppe näher zu kommen. Ich atmete tief durch und setzte langsam einen Fuß nach dem Anderen auf die Treppenstufen und kam so langsam weiter nach oben.
 Bevor ich meinen Kopf über die Kannte streckte musste ich erneut durchatmen. Ich hörte ganz deutlich ein Knarzen von dort oben, so als ob jemand versuchte langsam und leise dort herum zu laufen, doch die alten Holzbretter die als Boden dienten, machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Mein Herz pochte dreimal so schnell wie normal und ich musste mich zwingen an der Stelle stehen zu bleiben, an der ich gerade war und nicht wieder umzukehren. Meine Hände, die noch immer um das Messer geschlungen waren, zitterten so stark, dass ich Angst hatte, mich damit selbst zu verletzen. Als ein weiteres Rumpeln ertönte, nahm ich endlich all meinen Mut zusammen und stürmte die Treppe weiter nach oben, dann zum Lichtschalter. Kaum hatte ich das Licht angeschaltet drehte ich mich um und richtete das Messer wie ein Schwert auf den Eindringling.
 „Bleib genau da wo du bist, ich bin bewaffnet!“ Schrie ich, es war das Erste was mir eingefallen war. Kurz darauf fiel mir auf, dass dieser Satz aus jedem zweitklassigen Actionfilm hätte stammen können. Immerhin half es, denn mein Gegenüber rührte sich nicht. Von der Statur her würde ich behaupten, dass es ein Mann war, zumindest war er ziemlich groß, hatte breite Schultern und hatte keine Taille, wie es bei Frauen normalerweise üblich war. Auch Muskeln waren vorhanden und irgendwie erinnerte er mich an jemanden, ich wusste aber nicht an wen.
 „Nimm die Hände nach oben, und dann drehst du dich langsam um.“ Sagte ich bestimmt, das Messer immer noch auf ihn gerichtet. Der Fremde tat wie ich es ihm befohlen hatte und langsam erkannte ich ihn. Es war Luke. Ich ließ das Messer ein wenig sinken, so verblüfft war ich, ihn hier zu sehen. Sobald er mich sah, breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus und er kam einen Schritt auf mich zu, doch ich riss das Messer wieder nach oben und hielt es ihm entgegen.
 „Stopp!“ Das konnte nicht sein. Luke war tot und selbst wenn das alles nur ein Traum gewesen war, dann dürfte er mich nicht kennen und sich somit auch nicht freuen mich zu sehen.
 „Was ist denn los, Mel? Erkennst du mich etwa nicht?“ Seine Stimme klang enttäuscht und verletzt und fast hätte ich die Hände sinken lassen, doch ich konnte ihm nicht trauen.
 „Ich bin‘s, Nick.“ Als er das sagte runzelte ich die Stirn und sah ihn noch einmal an. Sein Aussehen hatte sich verändert, plötzlich war er noch größer geworden und Nick stand vor mir. Langsam machte ich einen Schritt in Richtung Treppe zurück.
 „N-Nick?“ Fragte ich stotternd. Nick grinste und nickte.
 „Klar, wer sollte ich sonst sein? Teresa?“ Er lachte, doch da war wieder etwas falsch. Nick konnte Teresa gar nicht kennen, da ich das erste Mädchen war, dass er seit seinem Gedächtnisverlust gesehen hatte. Ich wusste einfach nicht mehr was ich tun sollte, alles war so merkwürdig…
 „Wir haben dich gesucht. Du warst plötzlich von der Lichtung verschwunden und hast nur einen Zettel zurückgelassen. Du wolltest nach Hause zurück, also sind wir dir gefolgt und ich hab dich endlich gefunden. Die anderen dürften auch hier in der Nähe sein.“ Ich schüttelte leicht den Kopf und ging noch einen Schritt nach hinten.
 „Hör auf. Das kann nicht sein…“ Murmelte ich, das Messer hatte ich ein wenig sinken lassen ohne es zu merken.
 „Sie warten bestimmt schon auf uns. Ich kann sie grade anrufen und dann können wir wieder zurückgehen.“ Die Jungs hatten keine Möglichkeit sich anzurufen.
 „Wir gehen dann zurück auf die Lichtung und suchen nach einem Ausgang und-“
 „Stopp! Hör auf zu reden!“ Schrie ich ihm entgegen und er hielt überrascht inne. Er war nähergekommen während er geredet hatte, doch hatte nun innegehalten. Ich richtete das Messer wieder auf ihn.
 „Du sagst Dinge die nicht sein können! Ihr könnt nicht hier sein, wenn ihr keinen Ausgang gefunden habt und ihr könntet euch nicht anrufen, weil ihr keine Handys oder sonstiges habt, ihr könntet auch gar nicht wissen wo ich wohne, weil ich euch nie meine Adresse gegeben habe, geschweige denn erzählt habe, in welchem Land ich wohne!“ Tränen stiegen mir in die Augen, warum wusste ich nicht genau, aber während ich all das herausschrie, bildete sich ein Lächeln auf Nicks Lippen.
 „Hör auf so dämlich zu grinsen und sag mir gefälligst, was hier los ist!“ Schrie ich ihn an, doch er sagte nichts. Ich verlor die Geduld. Ich konnte einfach nicht mehr. All diese merkwürdigen Dinge die hier geschehen waren, die Gefühlsausbrüche und Stimmungsschwankungen, ich war fertig. Fertig mit meinen Nerven, mit diesem Haus, mit der ganzen Welt, sogar mit dem ganzen Universum.
 „Rede jetzt!“ Er blieb still. Ohne zu zögern rannte ich auf ihn zu und schlug mit dem Messer nach ihm, doch da war nichts mehr was ich hätte treffen können. Er war einfach verschwunden.
 Ich schrie einfach nur. Ich wollte endlich aus dieser schrecklichen Welt entkommen. Nichts war so wie es sein sollte. Ich wollte einfach nur weg. Endlich Ruhe haben von allem. Mein Blick wanderte zu dem Messer welches ich fallen gelassen hatte und nun nur wenige Zentimeter von mir entfernt auf dem Boden lag.
 Sollte ich es beenden?
 Ein für alle Mal alles hinter mir lassen und die Ruhe finden, die ich mir so sehr wünschte?
 Aber was würde aus allen werden, wenn ich jetzt einfach ging? Jack, Tony, Nick, Minho, Newt, Pfanne, Nico, Gally, Clint, Jeff, Adam und all die anderen? Ich konnte sie nicht einfach im Stich lassen. Aber vielleicht sollte ich auch einfach einmal an mich selbst denken… Ich musste all diese Qualen durchleben und das nur, weil ich ihnen helfen möchte. Hatte ich nicht auch einmal eine Pause verdient?
 Meine Hand wanderte zu dem Messer und umschloss schließlich den Griff. Ich sah mein Gesicht, welches sich in der Klinge spiegelte. Unter meinen grünen Augen hatten sich Augenringe gebildet, als hätte ich seit Jahren nicht mehr geschlafen. Meine Haare waren schiefgeschnitten und nicht mehr so lang wie auf der Lichtung, zudem strähnig. Mein Gesicht war verdreckt und bleich.
Warum sollte ich hierbleiben? Die anderen würden auch ohne mich klarkommen, richtig? Außerdem wollten mich die Jungen ja sowieso nicht bei sich haben, oder?
 Ich betrachtete das Messer und ließ es dann auf den Boden fallen. Ich raufte mir die Haare.
 Ich sollte nicht an so einen Quatsch denken. Ich musste mir ein Ziel setzen. Ich brauchte etwas, auf das ich hinarbeiten konnte, irgendwas, dass mich ablenkte, wofür es sich zu Leben lohnte.
 Wie wäre es, meine Familie zu finden, oder wenigstens herauszufinden was mit ihnen passiert war? Dann hätte ich ein Ziel für die Lichtung, ich musste nämlich erst einmal da rauskommen, bevor ich nach meiner Familie suchen konnte. Vielleicht war Tony aber auch unter den Lichtern, wer wusste das schon genau. Vielleicht sollte ich mal nach einem Tony fragen, aber würde das helfen? Selbst wenn ich ihn finden würde, er könnte sich ohnehin nicht an mich erinnern.
 Ich hievte mich vom Boden hoch, wobei ich mich auf die Klinge des Messers stützte und mir die Hand aufschnitt. Doch es tat nicht weh. Ich kniff mir in den Oberarm, doch auch das tat nicht weh.
 Ich träumte also. Ich atmete erleichtert auf. Man konnte im Traum keinen Schmerz spüren, also musste es stimmen. Nur ein Traum konnte so merkwürdig sein, die Realität ist noch halbwegs normal. Nur Halbwegs, aber immerhin.
 Jetzt wo ich wusste, dass ich alles nur träumte, verblasste der Traum allmählich und alles um mich herum wurde schwarz, bis ich schließlich leise Stimmen hörte. Ich konnte die Stimmen nicht erkennen, aber nun spürte ich eine Weiche Mattratze unter mir und eine Decke die über mich gelegt worden war. Auch die Halsschmerzen kehrten zurück, genauso wie das Gefühl, dass alles um mich herum glühte und es gleichzeitig eiskalt war. Ich blinzelte leicht, alles um mich herum war hell und mein Kopf fing an zu pochen, sobald ich mich langsam aufrichtete.
 „Melody! Geht es dir besser?“ Noch immer war mir die Stimme unbekannt und ich konnte nichts erkennen, alles schien so hell zu leuchten wie die Sonne.
 „Melody? Alles ok?“ Wer auch immer es war, schien sich sorgen zu machen, aber wer war es? Mum? Dad? Tony? Jack? Nein, Hunde konnten nicht sprechen. Ich hatte das Gefühl zu schweben, nicht wirklich wach zu sein. Träumte ich immer noch?
 „Clint, komm mal her. Irgendwas stimmt nicht.“ Clint? Der Name kam mir bekannt vor, aber wer könnte es sein? Ein Nachbar? Nein, wir hatten keinen Nachbarn der Clint hieß…
 „Vielleicht ist sie einfach noch nicht ganz wach. Lass ihr Zeit. Ich kann dich auch holen, wenn sie wieder ganz da ist.“ Das Geräusch eines Stuhles der zurückgeschoben wurde ertönte und Schritte entfernten sich.
 „Luke…?“ Murmelte ich leise, warum wusste ich nicht genau. Dann fiel es mir wieder ein. Der Junge der mich getragen hatte, es war Luke gewesen, oder?
 „Was hast du gesagt?“ Die Schritte kamen wieder zurück und die Stimme hörte sich tatsächlich ein wenig nach Luke an. Nur etwas tiefer… Meine Augen gewöhnten sich langsam an das helle Licht und ich erkannte einen Raum mit Holzwänden, auch die Silhouette eines Jungen, die Haare ähnlich wie die von Luke, die größte könnte auch passen… Aber warum sollte er hier sein und noch wichtiger, was war hier? Wo war ich genau? Ich konnte mich nicht mehr erinnern.
 Ich schwang meine Beine über die Kante des Bettes um einen besseren Überblick zu haben. Ein weiterer Umriss stand nicht weit von mir entfernt und sah mich an, er hatte den Kopf leicht zur Seite geneigt und irgendeine Dose in der Hand. Er hatte etwas längere Locken, was ihn wirken ließ wie einen kleinen Jungen, wenn er denn kleiner gewesen wäre.
 An den Wänden standen einige Regale und Schränke.
 Der Raum kam mir vertraut vor, als ob ich schon sehr oft hier gewesen wäre. Das Bild einer großen Wiese umringt von Mauern tauchte auf. Ein Haus am einen Rand, ein Wald am Anderen. Die Lichtung. Ich war im Sani-Raum. Jetzt wusste ich auch wieder, weshalb es mir hier so bekannt vorkam.
Ein plötzlicher Schmerz durchzuckte meinen Kopf und ich sackte gegen die Wand hinter mir zurück, dabei hielt ich mir meinen schmerzenden Kopf. „Aua…“ Ich kniff meine Augen wieder zu, doch der Schmerz wurde nicht besser.
 „Hier.“ Als ich nach vorn sah, hielt Clint mir ein Glas mit irgendeiner grüngelben Flüssigkeit entgegen.
 „Danke…“ Ich trank das Zeug in einem Zug weg. Es schmeckte widerlich und bitter, aber es half ziemlich schnell. Nach nur fünf Minuten waren die Kopfschmerzen größtenteils wieder abgeklungen und ich konnte mich mit dem anderen Jungen unterhalten. Es war Nick gewesen. Die gesamte Zeit. Gestern Abend genauso wie kurz zuvor an meinem Bett.
 „Geht es dir wieder besser?“ Fragte er mich auch direkt als ich mich normal hingesetzt und die Augen wieder aufgemacht hatte.
 „Ja, besser als gestern, denke ich.“ Nick nickte nur einmal, dann drehte er sich um und verließ den Raum. War er sauer auf mich, weil ich gestern gelogen und gesagt hatte, dass ich arbeiten konnte? Verwirrt sah ich meinem Anführer hinterher, bis Clint mich aus meinen Gedanken riss.
 „Alles gut? Du siehst verwirrt aus. Gedächtnislücke oder sowas?“ Ich schüttelte abwesend den Kopf. Ich erinnerte mich plötzlich ungewollt an meinen Traum. Es war so merkwürdig gewesen aber, wenn ich genauer darüber nachdachte, sahen sich Nick und Luke wirklich sehr ähnlich. Nick war ein Stück größer als Luke, hatte aber ähnlich blaue Augen und auch im Gesicht hatten die beiden Ähnlichkeiten.
 „Frosch? Alles gut?“ Die neue Stimme ließ mich hochschrecken. In der Tür stand Nico, welcher nun auf mich zu gelaufen kam. Ich wollte gerade antworten als er vor mir zum Stehen kam und mich in den Arm nahm. Verblüfft schloss ich meinen Mund wieder.
 „Ich hab mir Sorgen gemacht, mach das nie wieder, klar?“ Ich nickte perplex und legte Nico die Arme auf den Rücken, um ihn ebenfalls in eine Umarmung zu schließen. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und schloss die Augen, ich war einfach nur müde und verwirrt. Ich hörte ein leises kichern von Clint, aber das störte mich grade nicht.
 „Du brauchst sie nicht gleich zu zerquetschen, Nico. Sonst liegt sie da gleich wieder rum.“ Den britischen Akzent würde ich überall erkennen, vor allem, weil Newt so ziemlich der einzige mit einem war, also auf der Lichtung. Ich öffnete die Augen und sah in seine Richtung, damit rechnend einen abschätzigen Blick abzubekommen, aber er schien eher erleichtert. Ich war ein wenig verwirrt von seiner Reaktion, immerhin war ich ziemlich davon überzeugt, dass er mich nicht mochte, aber vielleicht war das auch nur eine Tarnung. Er tat mit Sicherheit nur so nett, bis die anderen nicht mehr da waren.
 „Jaja, mach dich nur über mich lustig. Ich hab mir halt Sorgen gemacht, ok? Immerhin zeige ich, dass ich mich um andere Sorge, anstatt mich über andere lustig zu machen, obwohl ich mir genauso viele Sorgen mache!“ Er warf Newt einen beleidigten Blick zu, woraufhin dieser leicht rot wurde.
Warte, was? Er hatte sich wirklich Sorgen um mich gemacht? Das konnte ich mir gar nicht vorstellen. Newt wollte gerade etwas sagen, als er von hinten leicht geschubst wurde und Minho, Jake und Pfanne hereinkamen.
 „Ich hab dir doch gesagt, dass du nicht arbeiten sollst!“ Meinte Pfanne auch sofort in einem belehrenden Tonfall, doch in seinem Gesicht konnte ich nur Erleichterung erkennen. Ich war vollkommen perplex von all den erleichterten Gesichtern, dass ich gar nicht wusste was ich sagen sollte. Ich war davon ausgegangen, dass die meisten Jungen hier mich nicht mochten und eigentlich loswerden wollten, aber scheinbar war das gar nicht so. Die Jungen die jetzt hier vor mir standen hatten sich scheinbar wirklich große Sorgen gemacht, was mich irgendwie glücklich machte.
 „Willst du einfach nur schweigen oder auch mal was sagen?“ Nick war wieder in der Tür erschienen, zusammen mit Alby und Gally, letzterer kam näher und wuschelte einmal durch meine Haare während er mich angrinste. Alby nickte mir einmal zu und selbst er sah nicht so grimmig drein wie sonst.
 „Ich… Es tut mir leid. Ich hätte einfach auf euch hören sollen, aber ich hatte Angst, dass…“ Ich konnte mich grade noch stoppen. Sollte ich ihnen erzählen, dass ich bei der Versammlung gelauscht hatte? Die Wahrheit war immer am besten. „Ich hatte Angst, dass ihr mich für Nutzlos halten und im Labyrinth aussetzen würdet.“ Ich sah die Jungen an, die sich erst einen verwirrten Blick zu warfen, dann ging ihnen ein Licht auf.
 „Du hast gehört, was wir bei der Versammlung gesagt haben, richtig? Vor allem was Adam gesagt hat.“ Nick schloss die Augen.
 „Das waren nur einige der Lichter, nicht alle. Und du musst sie verstehen, sie haben Angst. Du bist hier und kannst dich erinnern, sie denken, dass sich jetzt alles ändern wird und haben Angst davor. Viele sind auch neidisch, weil sie sich auch so gerne erinnern wollen, es aber nicht können. Aber wir werden dafür sorgen, dass dir nichts passiert, keine Sorge.“ Er sah mir fest in die Augen und ich konnte sofort erkennen, dass er es ernst meinte. Er und auch die anderen würden tun was sie konnten um mich zu beschützen. Außerdem konnte ich auch gut auf meine eigenen Fähigkeiten vertrauen! Immerhin hatte ich die Brandwüste überlebt!
 „Dann kann mir ja gar nichts passieren.“ Sagte ich und lächelte einmal in die Runde, die Jungen grinsten zurück. Ich hatte wirklich Glück. Zuerst hatte ich gedacht, dass ich das größte Pech der Welt hatte, aber ich hatte, egal in was für einer misslichen Lage ich mich auch befand, immer gute Freunde an meiner Seite. Ich war nie allein und selbst Luke war noch bei mir. Das hatte er selbst gesagt und ich würde es niemals vergessen.
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