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Das Leben als Experiment

von Cherilyn
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12
OC (Own Character)
02.05.2016
25.04.2019
79
136.589
15
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03.09.2016 1.794
 
Ich wusste nicht was ich tun sollte.
Sollte ich zu dem Punkt gehen an dem ich hier angekommen bin, so viel hatte ich nämlich verstanden, oder sollte ich auf die Nachricht von Luke hören und ihnen nicht vertrauen.
Ich wusste einfach dass sie von Luke war, anders konnte es gar nicht sein. Oder hatte ANGST sie mit Absicht dort deponiert in der Hoffnung dass ich sie finden würde?
Ich ging die ganze Zeit über übrigens auf und ab. Ich hatte es irgendwann geschafft aufzustehen, indem ich einfach die andere Hand zum Abstützen benutzt hatte, ja ich weiß ich war dumm.
Aber wenn sie unbedingt gewollt hätten das ich es finde, dann hätten sie den Zettel ja nicht zusammen geknüllt, oder? Oder sie hätten gedacht, dass es zu auffällig wäre und ich es sofort verstehen würde. Allerdings hatte dieser Zettel am nächsten an mir dran gelegen und das könnte wieder auf ANGST hindeuten.
Aber ich glaubte nicht dass sie mir so einen Zettel hinterlassen würden, das wäre ja irgendwie kontraproduktiv, oder?
Doch ich konnte Luke ja nicht einfach den Leuten von ANGST überlassen, er würde immerhin sterben! Das konnte ich nicht zulassen!
Aber was wollten die von mir? Sie hatten den Brand bei mir festgestellt und mich dann in die Brandwüste gesteckt. Ich war doch vollkommen unbrauchbar. Doch ich hatte mich entschieden.
Luke brauchte meine Hilfe und ich würde ihn retten! Er hatte mir schon so oft das Leben gerettet, ich konnte ihn jetzt nicht einfach im Stich lassen!
Außerdem… Was sollte ich ohne ihn tun? Ich konnte doch nicht ohne ihn einfach weiter machen, ich brauchte ihn doch…
Also fing ich an mich auszurüsten.
Ich nahm mir mein Messer und steckte es an meinen Gürtel, meinen Pullover zog ich mir umständlich über, musste dabei jedoch den einen Ärmel abschneiden um meinen verletzten Arm auch hinein zu bekommen.
Ich besorgte mir einige Glasscherben, die noch immer in einer Ecke lagen und pürierte sie mit dem Messer griff zu Glassplittern die ich in ein Tuch wickelte, auch dieses befestigte ich an meinem Gürtel.
Ich nahm mir einige T-Shirts und band sie zusammen um mir eine Schlinge für meinen Arm zu basteln. Ihn hinein zubekommen, war nur halb so schwer, wie die Knoten zu machen, doch schließlich bekam ich auch das hin.
Meine Kapuze zog ich mir tief ins Gesicht und wollte eigentlich das Haus verlassen als mir die Pistole ins Auge sprang.
Sollte ich sie mitnehmen? Ich biss auf meine Unterlippe und sah zwischen der Waffe und der Tür hin und her. Schließlich entschied ich mich die Pistole mitzunehmen. Sie hatte noch einen Schuss, wie in einem Film.
Tränen traten mir in die Augen als ich mich erinnerte wie ich mit meiner Familie immer einen Filmeabend gemacht hatte. Ob sie mich wohl vermissten?
Ich schüttelte den Kopf, steckte die Pistole in eine meiner Taschen und wischte mir die Tränen weg. Ich hatte keine Zeit um jetzt traurig zu sein. Luke brauchte mich!
Ich stemmte ächzend die Tür auf und hielt mich im Schatten. Mein Haus war in der Nähe der Stelle an der ich aufgewacht war. Es schien schon Jahre her zu sein, doch eigentlich war es vielleicht ein halbes, etwas mehr.
Entschlossen verstaute ich meine freie Hand in der Tasche mit der Pistole, auch wenn es die Linke war und ich nun mal Rechtshänder war. Ich würde sie wahrscheinlich nicht einmal laden können, aber sie schindete wenigstens Eindruck.
Ich schlich mich zur Ecke des Hauses und spähte in den nächsten Gang. Da war die Lagerhalle, die erste in die ich hineingegangen war. Erinnerungen an klappernde Dosen kamen mir in den Sinn, doch ich verwarf sie. Das brauchte ich jetzt nicht.
Plötzlich kam mir jedoch noch etwas anderes in den Sinn.

„Guten Morgen Testobjekt 3602. Wir hoffen sie haben gut geschlafen.“
Ich öffnete meine Augen und wurde von hellem Licht geblendet.
„Wer sind sie?“ Fragte ich, als meine Sicht sich geklärt hatte und ich eine ältere grauhaarige Frau erkannte.
Sie hatte viele Falten im Gesicht, ihre Hände zitterten leicht, in diesen hielt sie ein Klemmbrett und machte sich einige Notizen. Ihr weißer Arztkittel reflektierte das Licht und blendete mich ebenfalls. Ihre Augen waren dunkel und schienen emotionslos, auch wenn ihre Stimme vorhin nett geklungen hatte.
Ich lag auf einer liege mitten in einem Raum und hatte ebenfalls helle Kleidung an.
„Das ist nicht wichtig. Was jedoch wichtig ist, Testobjekt 3602, ist ob sie sich an irgendetwas erinnern.“ Ich dachte angestrengt nach, doch mir fiel nichts ein.
Woran sollte ich mich nicht erinnern? Ich wusste alles, mein Bruder war entführt worden, ich hatte den Brand. Meine Eltern waren zuhause und machten sich wahrscheinlich große Sorgen.
„Ja, ich weiß alles was ich vorher auch wusste.“ Die Frau sah mich prüfend an bevor sie sich wieder Notizen machte.
Ich setzte mich endlich auf und sah mich genauer um. Doch es gab nichts was ich mir hätte ansehen können. Es gab nichts weiter in dem Raum als eine graue Tür und die Liege auf der ich lag.
„Sie müssen wissen, Sie sind gerade aus einer Aufwendigen Gehirnoperation aufgewacht. Da ist das eine Standartfrage.
Die nächste Frage die sie mir wahrscheinlich stellen werden, was für eine Operation das gewesen ist. Das will ich ihnen nun erklären.
Wir haben ihnen einen Mikrochip in den Frontallappen implantiert. Dieser bewirkt, dass wir, wenn wir sie an ein bestimmtes Gerät anschließen, ihr Gedächtnis, also ihre Erinnerungen, kontrollieren können und auch sie selbst.
Die Technik ist leider noch nicht ganz ausgereift, aber wenn sie von ihrem ersten Test zurück sind, wird sie bereit sein. Dann werden wir sie erneut operieren und dann können wir dies auch aus der Entfernung tun.“
Ich hatte sie die gesamte Zeit nur perplex angestarrt.
Was erzählte die da?
Gehirnoperation?
Mikrochip?
Langsam sickerten die Informationen zu mir durch und ich begriff was sie mir da gerade erzählt hatte.
Sie hatten an meinem Gehirn herumgepfuscht! Ich wollte den Mund öffnen um etwas zu sagen, doch sie unterbrach mich.
„Wir haben einen engen Zeitplan. Also, haben sie irgendwelche Fragen?“ Sie sah mich über das Klemmbrett hinweg an, hörte jedoch nicht auf zu schreiben.
Erst wollte ich sie anschreien, dachte dann jedoch dass das wohl auch keinen Sinn machen würde.
„Wann breche ich denn zu meinem ersten Test auf?“ Es kostete mich einiges dies ganz neutral zu sagen und sie dabei nicht anzuschreien.
„In ungefähr zwei Jahren. In der Zwischenzeit werden sie von uns ausgebildet damit sie nicht sofort getötet werden. Dies ist eine sehr wichtige Mission.“
Zwei Jahre? Was für eine Mission könnte das sein, dass ich zwei Jahre darauf vorbereitet werden musste?
„Und was ist das genau für eine Mission?“ Fragte ich stirnrunzelnd noch immer darüber nachdenkend was ich wohl würde tun müssen.
„Das werden sie noch erfahren. Was aber wichtiger ist, dass sie jetzt in ihr Zimmer gehen. Ich bringe sie hin.“ Die Frau bedeutete mir aufzustehen und ihr zu folgen.
Während ich mich langsam erhob ging sie bereits zur Tür hinaus und notierte sich wieder irgendetwas. Ich beeilte mich ihr hinterher zu kommen.
Ich trat in einen hellen Gang, wie in dem Raum zuvor waren die Wände weiß und der Boden grau. Also ziemlich trostlos.
Wir bogen ungefähr drei Mal ab, einmal links, zweimal recht bevor die Frau vor einer grauen Tür hielt, sie sah aus wie die durch die wir aus dem OP-Saal gekommen waren, oder was auch immer das gewesen war.
„Das ist ihr Zimmer. Zu bestimmten Aktivitäten werden sie abgeholt, sonst bleiben sie hier. Angenehmer Aufenthalt.“ Sie sagte das als wäre das ein Luxushotelzimmer und ich einer der Gäste, doch das Zimmer sah überhaupt nicht aus wie das eines Luxushotels.
Es war karg eingerichtet, wie überall auch hier weiße Wände mit grauem Boden, ein Bett aus Metall, ein weißer Schreibtisch mit Stift und Papier darauf, ein Schrank mit derselben Kleidung drin wie ich an hatte. Das wusste ich, weil die Schranktür aufstand.
Da ich keine Anstalten machte hinein zugehen, schob die Frau mich bestimmt hinein und knallte dann die Tür hinter mir zu. Ich stand einfach nur da während sie die Tür abschloss.
Ich hatte einen kurzen Blick auf ihr Klemmbrett erhaschen können.
Darauf hatte in Großbuchstaben etwas gestanden.
ANGST

Ich stützte mich an der Hauswand ab und versuchte meine Atmung wieder ruhig zu bekommen.
Ich war bei ANGST gewesen. Die ganze Zeit und jetzt wollten sie mich zurück haben. Hieß das, dass Tony gar nicht bei ANGST gewesen war, oder waren wir in unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht worden?
Am liebsten hätte ich mich jetzt hingesetzt und darüber nachgedacht was ich gesehen hatte, doch ich konnte nicht. Ich musste zu Luke, das hatte oberste Priorität.
Also Atmete ich ein paarmal tief durch und Spähte dann erneut in den Gang.
Ich konnte niemanden sehen, doch ich erkannte die Sackgassen in der ich aufgewacht war. Also, ich konnte sehen wo sie hineinging, was darin war wusste ich nicht. So eine Position war typisch für ANGST, immer den Taktischen Vorteil im Sinn.
Da auch niemand aus der Gasse herauskam, schlich ich näher heran und presste mich direkt neben dem Gasseneingang an die Wand.
„…wird nicht kommen.“ Hörte ich Lukes Stimme.
Er klang schwach als ob er schwer verletzt wäre, doch er klang auch als ob er sich seiner Sache sicher wäre.
„Ich hab ihr eine Nachricht hinterlassen. Sie wird niemals kommen!“ Ich hörte wie er hustete und auf den Boden spuckte.
Wenn es, wie in meiner Vorstellung, tatsächlich Blut war, dann konnte es ihm nicht gut gehen.
„Ich sehe das anders. Ich denke unsere Nachricht war ziemlich deutlich.“ Erklang eine Stimme die mir irgendwie bekannt vorkam, doch ich wusste nicht woher.
„Was hast du geschrieben!“ Schrie Luke und schien sich gegen irgendetwas zu wehren, wahrscheinlich gegen irgendwelche Fesseln die ihn festhielten.
„Ich habe ihr nur gesagt was passieren wird wenn sie nicht kommt. Dann kannst du deinem Leben nämlich Lebewohl sagen.“ Wessen Stimme war das? Ich kannte sie doch! Sie klang ein wenig nach-
Entsetzt riss ich die Augen auf und konnte mich nicht mehr beherrschen. Ich rannte in die Mitte des Weges, also am Anfang der Gasse, und sah ein entsetzliches Bild.
Am Ende saß Luke, dass Gesicht kreideweiß, mit Kabelbindern an ein altes Abwasserrohr oder so etwas Ähnliches gefesselt, vor ihm eine kleine rote Pfütze. Aus seinem Mundwinkel rann Blut, in seinem Arm steckte ein Messer.
Neben ihm stand eine Frau. Sie hatte schwarze Haare mit grauen Strähnen, war um die dreißig und relativ groß.
Ich kannte die Frau.
„Laura?!“
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Ich glaube langsam wird es echt spannend ^^ Irgendwie bin ich mit dem Kapi auch voll zufrieden.
Es kommt übrigens heute schon eins, weil ja jetzt solange Pause war, vielleicht kommt morgen dann auch noch eins, zumindest wenn ich das heute noch fertig bekomme ^^
Hoffentlich hat es euch gefallen, hier bekommt ihr Kekse *Kekse hinstell*
Tschüssi :D
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