Deponia Intermezzo

von -Goaly-
GeschichteHumor, Tragödie / P12
Cletus Goal
01.05.2016
25.09.2018
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8.012
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01.05.2016 2.818
 
Langsam und vorsichtig schob er Goal in Richtung des Aufzugschachts, der sie beide nach Elysium bringen würde. Welche Hoffnung dort auf sie noch warten sollte, konnte er sich nicht mehr vorstellen. Goals Blick war nur nach Deponia gerichtet. So lange es ihr möglich war, sah sie hinunter, als könnte sie den fallenden Rufus mit ihrem Blick auffangen und zurückholen. Er hatte den fürchterlichen Verdacht, dass es Rufus gelungen war, ihr Herz zu erobern. Als der Planet außer Sichtweite war, ließ sie den Kopf hängen. Die Fahrstuhltüren schlossen sich leise und Goal sagte kein Wort.
"Ähh..."durchbrach er wenig geistreich die Stille. Die Unterhaltung am Rotor schien ewig her zu sein.
"Oh," sagte Goal überrascht und sah ihn an, als würde sie ihn zum ersten Mal sehen, "Da hätte ich doch beinahe etwas vergessen". Sie lächelte auf einmal und kramte einen Sack stinkender Lumpen hervor.
"Ähm..." begann er noch einmal, "danke, Goal, du hast mir das Leben gerettet. Ohne dich wäre ich jetzt..." Er kam nicht weiter.
"Gulasch?", fragte sie sanft lächelnd.
"Tja...genau...wenn du es so nennen willst, ja."
"Aber Rufus! Warum hätte ich dich denn nicht retten sollen? Nach allem, was wir zusammen durchgemacht haben..." Ihre Stimme begann zu zittern. Sie fuhr sich durch die Haare, hielt kurz inne, um sich zu beruhigen und fuhr dann fort: "Außerdem war es kein Risiko mehr, ich wusste ja, dass du Rufus bist. Cletus hat es doch gesagt, bevor er losgelassen hat."
"Du bist dir sicher, dass es Cletus war?"
"Na wer denn sonst? Etwa Argus?" Sie lachte künstlich. "Der wollte doch um jeden Preis nach Elysium und hätte Rufus gespielt bis zum bitteren Ende. Cletus war nicht so."
Cletus schluckte.
Dann wandte er sich ab, denn Goal hielt ihm die stinkenden Lumpen unter die Nase. "Jetzt mach schon, bevor wir da sind. Du musst doch beim Ältestenrat vorsprechen!"
"Und was soll ich da mit diesen widerlichen..." ereiferte er sich, bremste sich aber wieder, als er merkte dass es Rufus' Kleidung war. "Ich meine diesen unwiderstehlichen, lässigen, rufusmäßigen Deponianerklamotten! Ach weißt du, die brauche ich doch jetzt nicht mehr. Ich bin jetzt Elysianer."
"Unsinn! Du bist einfach Rufus, egal ob du auf Deponia bist oder auf Elysium. Zeig´dich den Leuten so, wie du bist. Du willst doch nicht die ganze Zeit im Cletuskostüm herumlaufen, oder?" Sie zwinkerte.
"Ach, was! Ich dachte nur, ach egal."
Cletus merkte, dass hier nichts zu machen war, wenn er seine Tarnung nicht auffliegen lassen wollte. Goal bestand darauf, dass er Rufus war und dass er auch so aussehen sollte  wie Rufus. Vor ein paar Minuten hing alles Glück der Welt davon ab, Rufus zu sein. Aber so richtig durchdacht hatte er die Sache anscheinend nicht. Auf Elysium würde sich hoffentlich alles aufklären.
Goal wandte sich ab, damit er sich umziehen konnte. Kein Zurück.
"Bist du bereit?"
"Ich weiß nicht. Denkst du wirklich, dass dieses Ensemble hier angemessen ist?",fragte er in Gedanken an den Ältestenrat.
"Aber Rufus! Jeder weiß, dass du ein Deponianer bist. Schon vergessen? Du musst dich nicht mehr verstellen. Nie wieder. Du kannst einfach du selbst sein. Für alle Zeiten ... Rufus!"
"Aber das ist doch...", er würgte, "voll lässig!"

Der Aufzug stoppte und beide stiegen aus. Der Ältestenrat erwartete sie bereits. Goal wusste, was sie nun zu tun hatte. Sie wollte zum allerletzten Mal etwas für Rufus tun. Sie hatte ihn so furchtbar unterschätzt. Natürlich konnte er loslassen! Er hatte sich schon einmal fallen lassen und dabei sein Leben riskiert. Sie fühlte die schreckliche Gewissheit, dass sie Rufus nie wieder sehen würde. Aber jetzt war nicht die Zeit, ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Sie musste standhaft bleiben, wenn sie ihren letzten Trumpf ausspielen wollte. Ihren Plan hätte sie normalerweise sehr lustig gefunden. Sie sah ihr Gegenüber an, der scheinbar die Unschuld in Person war. *Hoffentlich ist es Cletus*, dachte sie. *Mit Argus funktioniert dieser Plan nicht. Mit Argus würde überhaupt nichts mehr funktionieren.*  
Vor dem Ältestenrat verscheuchte sie alle störenden Gedanken aus ihrem Kopf und erkärte feierlich, neben ihr stünde ein deponianisches Genie, das auf alle neu entstandenen Fragen eine Antwort wüsste. Es stand schließlich schlecht um Elysium: Es gab über 11 000 neue Bewohner, die Ressourcen waren ohnehin schon knapp und ohne die Sprengung Deponias konnte das Schiff nicht starten. Es schmerzte sie, dass der echte Rufus wahrscheinlich wirklich eine Antwort parat gehabt hätte. Aber so sollte sich eben der falsche Rufus den Kopf darüber zerbrechen. Sie genoss es eine Weile, wie er schwitzend und stotternd sämtliche spontanen Einfälle aufzählte, die ihn aus dieser Lage befreien sollten. Er gab sich wirklich Mühe. Sie schnappte die verrücktesten Dinge auf...Flugdrachen, mit Monstertruckrädern gefüllte Heliumballons...dann entfernte sie sich langsam aus dem Raum.
Die Grenze des Erträglichen war bald erreicht. Noch musste sie ausharren, bis der Rat sie entließ. Goal ging nach draußen, wo sie eine gute Sicht auf Deponia hatte. Sie spürte, wie der Wind durch ihre Haare fuhr. Frische Luft...wie lange hatte sie die nicht mehr geatmet? Sie hatte so viel Zeit auf Deponia verbracht und wollte immer nur nach Hause. Jetzt wünschte sie sich, sie könnte noch einmal da unten sein - mit Rufus. Sie musste an alle Abenteuer denken, sie sie miteinander erlebt hatten. Was hätten sie noch alles tun können, wenn sie ihn ihm nicht immer nur den rücksichtslosen Egoisten gesehen hätte. Sie fühlte sich schuldig. Rufus hatte alles getan, was er konnte, um Deponia zu retten - und um sie zu erobern. Aber sie fand, dass sie nicht ihr Bestes getan hatte. Zu oft war sie von Zweifeln geplagt, ob sie Rufus vertrauen kann, ob nicht doch Cletus der Bessere war. *Jetzt habe ich ja meinen Beweis, den ich unbedingt wollte*, schimpfte sie sich selbst aus, *jetzt kann ich ihn ja endlich lieben.* Tränen traten ihr in die Augen. Sie hatte ihm ihre Liebe nie gestanden. Selbst als er in Lebensgefahr schwebte, hatte sie nicht daran gedacht, es ihm zu sagen.
"Rufus", flüsterte sie leise in die Leere hinein, "ich weiß, es ist albern, zu denken, dass du mich hören kannst, aber... ich muss es einfach sagen, sonst drehe ich durch. Ich liebe dich. Du hättest nicht sterben sollen, bevor du es weißt. Es tut mir leid, ich...es ging alles so schnell...ich wusste nicht, was ich tun soll. Es wäre meine Chance gewesen, dich zu retten, aber...wir waren beide am Ende unserer Kräfte. Unsere Zeit zusammen war etwas besonderes und obwohl sie sehr kurz war- sie war unvergesslich. Was auch immer du getan hast, ich verzeihe dir. Irgendwie hat es auch Spaß gemacht. Ohne dich würde ich jetzt mit diesem schleimigen Schnösel Utopia entgegenschweben, nicht ahnend, dass ich dabei geholfen habe, ein ganzes Volk auszulöschen." Sie schauderte bei dieser Vorstellung. "Danke, Rufus! Du hast mir so viel gegeben. Bitte verzeih mir, dass ich dir nicht genauso viel geben konnte. Alles, was ich jetzt tun kann, ist dafür zu sorgen, dass du endlich deine verdiente Aufmerksamkeit bekommst. Die Elysianer werden alles erfahren und dich für alle Zeiten als Held in Erinnerung behalten. Weil du ein Held bist! Ja, wirklich! Außerdem...sorge ich dafür, dass dieser elende Lügner, der sich für dich ausgegeben hat, jetzt nicht noch seinen Sieg genießen kann. Nein, der wird sich wundern! Du würdest es mögen. Ich habe nämlich auch ein bisschen von dir gelernt, weißt du?"
Goal lachte leise. Sie stellte sich vor, Rufus hätte sie gehört, würde jetzt mit ihr lachen. Endlich konnte sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischen und zum Ältestenrat zurückkehren. Jemand hatte ihr ein Zeichen gegeben, dass das Gespräch mit dem Simulanten beendet war.

"Habe ich euch zu viel versprochen, eure Eminenz?", fragte Goal freudestrahlend.
"Ganz und gar nicht, Goal, " antwortete der Älteste unter den Ältesten begeistert. Dann kratzte er sich verlegen am Kopf. "Aber, ähm, ich glaube ich kann seinen genialen Gedankengängen noch  nicht überall hin folgen. Wir werden doch viele Sitzungen brauchen. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir bald eine geeignete Lösung für Elysium parat haben werden, habe ich Recht, Rufus?"
"Ja, sicher!" antwortete Cletus überschwänglich. "Das heißt, ein bisschen dauern wird es natürlich...aber alles in allem ist es gar kein Problem!"
Goal war überrascht darüber, wie rot dieser Blassling werden konnte.
"Ach, ist das herrlich!", freute sich der Älteste und klatschte in die Hände. "Rufus, Goal, ihr habt Hoffnung für Elysium und Deponia gebracht. Ihr habt es euch verdient, dass euretwegen ein Fest stattfinden wird!" Die anderen Ratsmitglieder nickten zustimmend.
"Das wäre eine große Ehre für uns", versicherte Goal, "aber Rufus und ich sind noch ganz müde von unserer Reise."
"Sind wir? Sind wir, ja!"
"Aber, aber. Es soll ja auch keine spontane, unvorbereitete kleine Feier werden. Nein, es sollte schon das größte Fest sein, dass je auf Elysium stattgefunden hat. Ich hoffe, es stört euch nicht, dass die Vorbereitungen deswegen ein paar Tage dauern werden?"
"Überhaupt nicht, eure Eminenz! Ich...wir...können gar nicht sagen, wie geehrt wir uns fühlen." Goal sah auffordernd zu Cletus.
"Goal hat Recht! Wir können es gar nicht fassen! Lassen sie sich ruhig alle Zeit, die sie brauchen. Es soll doch ein angemessenes Fest werden, für einen großen Helden wie mich, nicht wahr, Goal?" Seine Augen funkelten sie an.
"Uns, Rufus. Für Helden wie uns. Ich war doch immer an deiner Seite, das hast du doch nicht vergessen, oder?" Goal erwiderte seinen Blick. Sie wollte ihm nicht die Zügel in die Hand geben.
"Ihr werdet euch doch jetzt nicht streiten," kam ihnen der Älteste belustigt dazwischen. "Ruht euch aus und genießt euer neues Leben im Paradies von Elysium." Er breitete feierlich die Arme aus.
"Danke, eure Eminenz", sagte Goal und beide verbeugten sich, bevor sie den Raum verließen.

Zurück im Fahrstuhl wurde Cletus' Anblick ungeheuerlich. Nicht nur, weil er nass geschwitzt und blasser war als sonst, sondern auch, weil er zornig, mit starrem Blick und mahlendem Kiefer die Wand betrachtete.
"Was ist, Rufus?", fragte Goal vorsichtig und lehnte sich in seine Richtung. Sie musste ihm jetzt zeigen, dass er aus dem Spiel nicht mehr herauskam.
Er drehte den Kopf langsam in ihre Richtung.
"Stimmt was nicht? Jetzt sag' schon", drängte Goal scheinbar besorgt.
Sie sah im an, dass er angestrengt nachdachte. Dann fuhr er sich mit der Hand über die Stirn und atmete aus.
"Es ist nichts, Goal. Ich bin nur müde."
"Oh, ich auch. Wir haben so viel durchgemacht heute!" Sie streckte sich. "Ich freue mich jetzt nur noch aufs Bett."
"Da fällt mir ein - wo wohne ich jetzt eigentlich?"
"Hmmm...du musst wohl erstmal in Cletus' Wohnung wohnen."
"Oh, nein!"
"Tut mir leid, eine andere ist ja nicht frei geworden. Und dir eine neue zu bestellen, kann die ganze Nacht dauern. Keine Sorge, ich bring dich dorthin, damit du dich nicht verläufst. Und du wirst es überleben."
*Nanu?*, dachte Cletus, *sie lässt ihren Rufus nicht bei sich schlafen? Dann ist aus der großen Liebe wohl doch nichts geworden.*
"Und wo wohnst du?" Als Rufus konnte man solche direkten Fragen stellen.
"Nicht weit weg von dir. Nur ein paar Minuten." Das war die Wahrheit.
Ein Gedanke ließ Cletus fragen: "Wir sehen uns doch morgen wieder, oder?"
Goal lachte hysterisch auf. "Na klar doch! Warum sollte ich dich denn nicht sehen wollen, Dummerchen, du?"
"Ich hatte schon befürchtet, ich müsste mich auf Elysium ganz allein zurecht finden."
"Das würdest du schon schaffen. Aber das kann ich dir doch nicht antun."
"Eben."

Sie durchquerten schweigend die Gänge und Straßen durch die weiße Stadt. Es war bereits Nacht geworden und Goal hätte gern die Sterne beobachtet, wenn sie nicht gerade an ganz andere Dinge denken musste. An Cletus' Habitat angekommen, war sie froh, ihn endlich loszuwerden - zumindest für diese Nacht. Ihn in Rufus' Kleidung zu sehen konnte sie nicht länger ertragen.
"Hier ist es!", erklärte Goal und deutete auf die Tür.
"Tja, danke. Dann werd' ich wohl mal..."
"Schlaf gut," unterbrach ihn Goal. Und mit sanfterer Stimme fügte sie hinzu: "Du hast es dir verdient."
"Du auch, Goal. Du weißt, ohne dich wäre ich jetzt nicht hier."
Goal seufzte, scheinbar erleichtert. "Ja, ich weiß. Vielleicht war es auch ein bisschen egoistisch." Sie kicherte, dann näherte sie sich seinem Gesicht. "Wer außer dir könnte denn sonst Elysium retten?"
"Ach, naja..."
"Erinnerst du dich daran, als ich gesagt habe, wir bräuchten das absolute Rufus-Manöver, den genialsten Plan, den du je hattest?"
"Ja, klar!"
"Ich hatte Unrecht. Jetzt brauchen wir das absolute Rufus-Manöver, und nichts geringeres als das."
Zu ihrer Überraschung konnte Cletus noch weiter erbleichen. Er sah aus, als würde er gleich in Ohnmacht fallen. Goal hielt ihre Arbeit für getan, lehnte sich wieder zurück und trat den Rückweg an. Sie überwand sich dazu, noch einmal fröhlich zum Abschied zu winken.

Stille. Endlich, nach all dem Chaos, dem Lärm, dem Dreck!
Cletus stand an die Tür gelehnt, seine Gedanken rasten. Seine Wohnung strahlte eine unheimliche, unwirkliche Atmosphäre aus. Alles war unverändert, als könnte er einfach weitermachen, als wäre nichts passiert. Dabei würde es nie wieder so sein wie vorher! Er schloss die Augen und atmete tief durch, bis ihm wieder einfiel, dass von seinen Kleidern ein ekelerregender Gestank ausging. Angewidert stürzte er in Richtung Badezimmer. Das Zeug musste in die Reinigung, ob es Goal nun passte oder nicht!
Als er die deponianischen Pestflöhe der Reinigungsanlage übergeben und sich selbst mit heißem Wasser durchgekocht hatte, konnte er sich endlich wieder in seine elysianische Kluft werfen. Goal konnte ihm ja wohl kaum vorschreiben, was er zu Hause trug. Es war trotz allem ein Segen, dass er wieder hier sein konnte, wo er allein war und wo er jetzt alle Informationen zusammentragen konnte, die er brauchte. Hektisch kramte er alle Unterlagen über Elysium zusammen, die er finden konnte und türmte sie auf seinem Schreibtisch auf. Eigentlich war der Aufwand völlig umsonst. Cletus fuhr mit zitternden Händen durch die Papiere und raufte sich die Haare. Die Ältesten hatte er überzeugen können, aber seinem eigenen Urteil hielten seine absurden Pläne nicht stand.
Elysium hatte keinen eigenen Antrieb, um zu starten. Es machte auch keinen Sinn, am Schiff Turbinen oder Düsen anzubauen. Diese müssten denselben Antrieb erzeugen, wie eine Planetensprengung! Es gab nicht genug Energie und schon gar nicht genug Treibstoff für so ein Unternehmen. Außerdem müssten die riesig sein, was sie wieder viel zu schwer machen würde, um sie überhaupt mitsamt dem Schiff fortzubewegen. Was er mit den Heliumballons vorhatte, hatte er schon wieder verdrängt. Besser so.
Flugdrachen? Die Idee gefiel den Ältesten besonders. Sie war aber nicht zu retten. Es fiel ihm ein, dass es ein Forschungslabor für Urzeittiere auf Elysium gab, das alle genetischen Codes solcher Urviecher gespeichert hatte. Aber der Gedanke, dass Drachen auf dem Schiff Amok laufen könnten, reizte ihn überhaupt nicht. Brände waren auf dem Schiff ohnehin zu vermeiden. Den Drachen müsste man außerdem Raumanzüge anziehen, damit sie im Weltall überleben konnten... Bei dem Gedanken brachte er sich selbst zum Lachen, aber es entwickelte sich eher zum hysterischen Kichern.
Was er auch anfing, es war hoffnungslos. Irgendwann nickte er zwischen Formularen, Aufzeichnungen und Skizzen ein.

Der Rückweg schien eine Ewigkeit zu dauern. Sie konnte einfach nicht schneller gehen, obwohl sie nur noch nach Hause und ins Bett wollte. Die Zeit schien nur in Zeitlupe zu vergehen und dabei musste sie gegen quälende Gedanken ankämpfen, die wieder in ihr hochkamen. Als sie endlich zu hause war, wurde sie geblendet von all dem Glanz, dem Gold und dem bunten Nippes, der überall in ihrer Wohnung verteilt war. Auf Elysium gab es keine staubigen Räume und sie hätte nie gedacht, dass sie sich einmal darüber wundern würde. Immernoch langsam durchquerte sie die Wohnung. Sie machte vor einem großen Schrank halt und holte sich eine schwere Flasche alkoholhaltigen Getränks und ein hohes Glas heraus. Sie fand, dass es einen besonderen Anlass dafür gab. Sie nahm auf dem weichen Sofa platz und schenkte sich ein.
"Auf Deponia," verkündete sie und leerte das Glas. Dann schenkte sie sich erneut ein.
"Auf Rufus!" Auch das zweite Glas war bald leer. Dann lachte sie leise. Nur so ein Gedanke. Sie hob das Glas zum dritten Mal und rief:
"Auf den Untergang Elysiums!"
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