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Das Schicksal kann so ein Miststück sein

von irat
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Albus Severus Potter Harry Potter James Sirius Potter Kingsley Shacklebolt Scorpius Malfoy Severus Snape
29.04.2016
15.01.2022
75
348.081
64
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Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
15.01.2022 3.209
 
AN: Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet!

Kapitel 72.1: Falsche Füße und richtige Schritte

Harry schritt aus Kingsleys Bürogebäude. Es regnete in Dublin, ein sanfter, grauer Niesel.

Er hatte die Schultern nach oben gezogen, während er weiterging, entspannte sich dann aber langsam und ließ die Tröpfchen seine Nase hinunterlaufen.

Er war froh über den Zauber auf seiner Brille.

Er war aufgebracht.

Er konnte jedoch nicht zulassen, dass dies, dem was er für richtig hielt im Wege stand.

Er verstand, dass Kingsley einen Job zu erledigen hatte, aber…

Er mochte es nicht, dass sie anderer Meinung waren.

Er schätzte, das war dumm.

Es war vorprogrammiert, dass sie sich in einigen Dingen nicht einig sein würden.

Aber…dies schien so…grundlegend zu sein.

Und er mochte nicht, dass Kingsley ihn möglicherweise für einen Idioten hielt.

Ein sich ständig einmischender Idiot.

War er das?

Er ging weiter und versuchte rational darüber nachzudenken. Er wusste, dass er dazu geneigt war seiner Intuition, seinem Bauchgefühl zu folgen.

Es war nicht immer die richtige Entscheidung.

Er seufzte, und versuchte ruhig zu bleiben. Es war beinahe Teezeit. Er würde nach Hause gehen, ein wenig Alltag haben, und es überdenken.

Er apparierte in den Salon und ging in die Küche. Mitty war am Herd und rührte etwas um. Dinky polierte die kupfernen Türscharniere.

„Hallo zusammen“, grüßte Harry sie. „Das riecht gut“ sagte Harry mit einem Lächeln an Mitty gewandt und ging zu ihr um über Allies Ohren zu streichen, was der kleine Elfling zu lieben schien.

„Mitty machst ein Hühnchencurry“, sagte die Elfe glücklich.

„Großartig.“ Harry stellte den Teekessel auf. „Sind Lily und Albus da?“

„Die Elfe schaute fest in den Topf. „Miss Lily sein Shopping mit ihren Freunden.“

„Nein, das ist sie nicht“, sagte Albus als er in die Küche trat und sich abklopfte. „Ich habe gerade mit Abby und Dave einen Kaffee bei Fortescue’s getrunken. Lily hat sich vor dem Mittagessen von Abby verabschiedet.“

„Sie ist nicht nach Hause gekommen?“, fragte Harry Mitty.

„Miss Lily ist nicht zu Hause“, sagte sie, ihre Ohren wackelten als sie wild umrührte.

Harry hatte sich an die Ausweichtaktiken der Elfen gewöhnt.

„Mitty“, sagte er. „Schau mich an.“

Die Elfe drehte sich um, den Löffel in der Hand und mit einem ängstlichen Gesichtsausdruck.

„Was ist los? Wo ist Lily?“

„Lily sagt Master zu sagen, dass sie noch immer einkaufen ist-“

„Das hat sie, ja?“

Die Elfe nickte eifrig.

„Aber das ist sie nicht, oder?“

Mittys Augen wurden größer und größer. Allie konnte die Anspannung fühlen und begann zu weinen. Dinky ging zu ihnen und nahm das Baby an sich, bevor er mit ihm aus dem Zimmer schlüpfte.

„Ich bin nicht sauer auf dich. Ich bin mir sicher, dass Lily einen Grund hatte, warum sie dir sagte mich anzulügen, aber ich muss wissen, dass sie in Sicherheit ist.“

Mittys Anspannung löste sich. „Miss Lily sein sehr sicher. Sie sein mit Master James und…sie ist sein wirklich sehr sicher“, sagte sie erleichtert.

„Ist sie in James Wohnung?“

Mitty schüttelte den Kopf

„Bist du dir sicher?“

„Ja, weil Mitty ging dahin und dann Mitty – Mitty hat sie gesehen.“

Harry seufzte. Er könnte Mitty befehlen es ihm zu sagen, als Master des Hauses, aber der Interessenkonflikt würde sie stundenlang Anfälle von Reue zeigen lassen.

„Du weißt also wo sie ist und das es ihr gut geht, ja?“

Mitty nickte. „Sie sein gut, aber Mitty macht Kompresse für ihre Wange“ sagte die Elfe und zeigte stolz auf einen Tiegel mit unterschiedlichen Kräutern und auf Tücher, die neben dem Herd lagen.

„Was ist mit ihrer Wange?“, fragte Harry, wieder besorgt.

„Sie ist geschwollen“, sagte Mitty und schaute von Harry zu Albus.

„Jemand hat ihr weh getan?“

„Mitty nicht wissen. Miss Lily lächelt.“

„Ich glaube es ist besser, wenn du mir sagst wo sie ist“, sagte Harry.

Mitty schaute ihn besorgt an.

„Wieso gehst du nicht und sagst ihr, dass Dad sich Sorgen macht und wissen muss, wo sie ist?“, schlug Albus vor und schaute von einem zum anderen. „Das würde helfen, oder nicht Dad?“

Harry seufzte und nickte. „Ja. Mach das bitte, Mitty.“

„Mitty gehst sofort!“, sagte die Elfe und eilte aus dem Raum.

„Sie ist nicht appariert?“, fragte Albus.

Sie liefen ihr hinterher und sahen wie Mitty Flohpulver in die Flammen warf. „Villa Olorosa!“

Harrys Gesicht verkrampfte sich.

Albus packte ihn am Arm. „Geh nicht. Sie könnte aus den verschiedensten Gründen dort sein-“

„Zum Beispiel?“

„Sie könnte irgendeinen Mädchenzaubertrank von Severus brauchen oder so - du weißt schon, Frauensachen“, erfand Albus.

„Außer, dass James auch da ist und er auf Arbeit sein sollte.“

„Nun, vielleicht ist er gegangen, um sich zu entschuldigen, Dad. Wäre an der Zeit, mhmm?“

Harry schaute zu seinem Sohn und zwang sich zu lächeln. „Tee? Ich habe den Kessel aufgesetzt.“

„Sicher. Und wir sollten das Curry auch besser umrühren.“

Aber in der Küche hatte Dinky alles unter Kontrolle.

Harry trank schnell den Tee herunter. Er fühlte sich noch – gereizter, obwohl er wusste, dass er noch keinen Grund hatte. Albus könnte absolut Recht haben, obwohl er verärgert wäre, wenn Lily James gezwungen haben sollte zu gehen und sich zu entschuldigen. Aber warum sollte sie dann eine blaue Wange haben? Wie passte das ins Bild?

Einen Moment später war Mitty zurück. „Miss Lily bittest Master zu Master Severus‘ zu kommen.“

„Ist es okay, wenn ich nicht gehe, Dad? Ich muss in einer halben Stunde bei der Arbeit sein und ich muss noch vorher essen.“

„Kein Problem“, Harry tätschelte Albus kurz die Schulter als er an ihm vorbeiging. „Ich wünsche dir einen schönen Abend.“

„Ja, wünsche ich dir auch. Du könntest bei ihnen bleiben, wenn du möchtest. Mittys Curry ist auch morgen noch gut, nicht wahr Mitty?“

„Wir werden sehen“, sagte Harry und schaute zu ihnen beiden. „aber ich gehe davon aus, dass Lily und ich in Kürze zurück sind. Wieso isst du nicht schon, Mitty? Warte nicht auf uns.“ Er apparierte um etwas Energie loszuwerden.

Er landete vor der Tür; innerhalb eines Augenblicks hatte er einen Arm voll von Lily.

„Perfektes Timing, Dad. Wir müssen James nach St. Mungos bringen. Wir haben keinen Familienmedimagier, oder? Wir waren immer gesund – “

„Warte, langsam“, sagte Harry und schob sie ein wenig von sich weg. Er fuhr mit seiner Hand über ihre Wange. Sie schien in Ordnung zu sein.

„Ich dachte du hättest dich verletzt. Was ist mit James?“

„Woher weißt du davon? Hat Mr. Snape dich angerufen?“

„Das habe ich nicht“, sagte Snape als er aus dem Haus trat.

„Nein, das hast du nicht, nicht wahr?“, sagte Harry. Er legte einen Arm um Lilys Schulter. „Was ist hier los?“

Snape schaute zu ihm und bemerkte seine Einstellung und seine Haltung.

„Vielleicht wirst du James erlauben es zu erklären“, sagte er mild und trat von der Tür weg.

James stand angriffslustig aussehend in der Küche. „Dad. Es tut mir leid, dass Lily dich geholt hat. Ich bin absolut in der Lage eigenständig zu St. Mungos zu gehen.“

Harry nahm Bestand auf „Natürlich bist du das“, stimmte er zu. „Ich weiß, dass du letztes Jahr, als du deine Schulter bei dem Quidditchspiel verletzt hast alleine gegangen bist. Aber manchmal hilft es Rückendeckung zu haben. Jemand, der deine Zahnbürste und Pyjamas bringt.“

„Die könnte ich einfach verwandeln“, sagte James etwas entspannter.

„Ja, aber sie haben da merkwürdige Zauber. Du könntest in deinem besten gestreiften Schlafanzug durch den Krankenflügel laufen und im nächsten Augenblick fällt das Taschentuch, aus dem du den Pyjama verwandelt hast zu Boden und zeigst dein bestes St- äh, bist nackt. Sorry, Lils“, sagte Harry errötend.

Sie verdrehte die Augen und tätschelte ihm den Arm. „Niemand will James mageren Hintern sehen, das ist sicher.“

Plötzlich war es totenstill.

„Ich habe keinerlei Interesse an ihm“, sagte Snape. „Bevor irgendwelche weitere Kommentare fallen. James, wenn du möchtest, erklär deinem Vater die Situation. Bevor du weißt, wie es geschieht wird die Nachtschicht beginnen und sie werden sich nicht die Mühe machen etwas zu unternehmen bis zum nächsten Morgen.“

„Dann könnte ich heim gehen-“

„Ja, das wäre sehr schlau“, sagte Snape sarkastisch.

„Was ist los?“, fragte Harry.

„Severus sagt, ich hätte eine allergische Reaktion“, sagte James.

„Auf was?“ Harry schaute zu seinem Sohn und suchte ihn nach Rötungen und anderen Anzeichen von Ausschlag ab.

„Nun, den Tee, den ich gegen meinen Heuschnupfen getrunken habe.“

Harry runzelte die Stirn.

„Ich habe ihn gekauft als ich letztes Jahr mit der Firma unterwegs war. Er funktioniert richtig gut.“

„Warum gibt es jetzt also Probleme?“

„Severus glaubt, dass der Tee mit den Zutaten in Bier reagiert, was der Grund ist warum meine Leber am Arsch ist.“

„Was?“

„Es sollte absolut behandelbar-“, begann Snape.

Harry hielt seine Hände abwehrend hoch. „Moment, können wir mal einen Schritt zurückgehen? Wenn etwas mit deiner Leber nicht stimmt, warum bist du hier und nicht in St. Mungos?“

Harry schaute zu wie Lily und James einen Blick austauschten. Und wartete.

„Wir kamen, weil James sich fragte ob er vergiftet wird“, begann sie.

Harry wandte sich an seinen Sohn. „Hast du Schmerzen?“, fragte er. „Moment. Die Erklärung kann warten. Komm, lass dich zu einem Medimagier bringen-“

„Es tut nichts weh“, sagte James. „Die Sache mit der Leber herauszufinden war ein Nebeneffekt.“

„Ein Nebeneffekt von was? Ich verstehe nicht.“

„Es war nur eine Vermutung“, sagte Lily schließlich. „Weißt du, das etwas nicht stimmt.“

Harry stellte sich gerade hin. „Also gut. Ihr wollt es mir nicht sagen. Okay. Aber ich bin enttäuscht von dir, Snape, dass du mich nicht gerufen hast, wissend, dass James krank ist.“

„Dein Sohn ist erwachsen“, sagte Snape kühl. „Es ist nicht an mir dich zu informieren.“

Harry biss sich auf die Zunge um gegen den aufkeimenden Schmerz und die Frustration anzukämpfen. Snape hatte Recht, aber dennoch…

„Nun, dann lass uns dich mal zu St. Mungos bringen“, sagte Harry. „Wenn es mir erlaubt ist dich zu begleiten?“

„Ich brauche tatsächlich deine Hilfe“, sagte James genauso steif. „Wenn du bereit bist, sie mir zu geben.“

Harry fiel in sich zusammen. „Ich weiß nicht was ich heute getan habe um alle anzupissen, aber du weißt, dass ich alles für euch tun würde. Was kann ich tun?“

„Severus sagt es wäre am besten, wenn ich meine Magie nicht benutze bis ich untersucht wurde. Das gilt auch für das Floh.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich wusste nicht, dass es die eigene Magie nutzt, aber Snape sagt, dass es so ist.“

„Ich könnte dich also einfach hinapparieren?“

„Das wäre kein Problem?“, fragte Snape.

„Wieso sollte es?“, fragte Harry mit gerunzelter Stirn.

„Es ist eine ziemliche Distanz. Die meisten Zauberer könnten alleine nicht annähernd so weit apparieren.“

Harry richtete sich zu seiner vollen Größe auf. „Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Leute erkennen, dass ich nicht irgendein dummer idiotischer Schwächling bin, der nicht mal seine eigenen Kräfte kennt“, schnappte er. „Komm her“, sagte er an James gewandt. „Zu wem soll ich ihn bringen?“ Er schaute zu Snape.

Snape übergab James sorgsam ein Blatt Pergament. „Ich weiß es nicht. Aber hier sind die Ergebnisse meiner Tests, die Analyse der Teeblätter und meine Empfehlung für ein Zaubertrankregiment, in der Annahme, dass es keine weiteren Komplikationen gibt, von denen ich nichts weiß. Die Zaubertrankmeister in St. Mungos sollten keine Schwierigkeiten damit haben sie zu brauen, aber ihr könnt natürlich Rat von anderen Quellen suchen. Nun, ich habe sieben Stunden Brauzeit nachzuholen“, damit drehte er sich um verließ die Küche.

„Ihr seid richtige Bastarde“, sagte Lily. „Nach seiner ganzen Hilfe – du hast ihm nicht einmal gedankt, James!“

„Hör endlich auf zu nörgeln, Lils,” sagte James. „Du bist nicht meine Mutter.“

„Nein, Mum würde sich für dich schämen. Ich bin nur angewidert.“ Damit folgte sie Snape.

„Bereit?“, fragte Harry und apparierte sie beide.

***


Lily klopfte an die Zimmertür.

Sie wartete, und klopfte dann erneut.

Sie hörte ein Seufzen und dann: „Komm rein.“

„Es tut mir wirklich leid“, sagte sie an den strengaussehenden Mann gerichtet, der nun eine große, weiße Schürze um seine Hüften gebunden hatte.

„Es gibt nicht das geringste, was du dir vorwerfen könntest und du kannst nicht die Schuld von anderen auf dich nehmen“, sagte Snape während er mehrere Einmachgläser vom Regal nahm.

„Sie sind meine Familie: ich fühle mich für sie verantwortlich. Ich habe nicht ganz verstanden um was es gerade ging. Ich dachte du und Dad wärt Freunde?“

„Ja. Ich gehe davon aus, dass er um James besorgt war.“

„Ich habe ihn noch nie so unhöflich gesehen“, sagte Lily und schob sich vorsichtig in den Raum.

„Schließ die Tür hinter dir, wenn du hereinkommst“, sagte Snape resigniert. „Ich habe eine Absauganlage für die Dämpfe, die nicht richtig funktioniert, wenn die Tür offen ist.“

„Oh! Entschuldige“, sie schloss schnell die Tür und sah es als Ermunterung an den Raum zu durchqueren und sich auf den einzigen Hocker zu setzen, der gegenüber der Werkbank stand.

„Ist James in letzter Zeit wirklich so schlimm gewesen? Während ich weg war?“

„Ich habe kaum die langanhaltede Historie mit ihm um sein Verhalten damit zu vergleichen“, sagte Snape.

„Nein, das stimmt.“ Sie stellte ihre Ellbogen auf der Bank auf und stützte sich mit ihrem Gesicht auf, wobei sie ein wenig zusammenzuckte. „Er war schon immer ein wenig reizbar, aber ich habe ihn noch nie zuvor gewalttätig erlebt."

„Ich bin überrascht, dass er zugestimmt hat hierher zu kommen“, sagte Snape. „Er hat tiefverwurzelte Ansichten was Homosexualität angeht.“

„Nun, ich habe ihn dazu gezwungen, nachdem er mich geschlagen hat. Er war am Boden zerstört. Es tut mir leid, ich hatte nicht wirklich verstanden…ich habe dich in eine schwierige Situation gebracht.“

„Ich war schon in schlimmeren“, sagte Snape, während er einen Kessel von einem Dutzend, die an Haken an der Decke hingen, auswählte.

„Auch mit Dad. Ich hätte eine Nachricht hinterlassen sollen wo wir sind.“

„Albus und dein Vater führen bereits Buch darüber wo sie sind, so dass nachgeschaut werden kann sollte es einen Notfall geben. Es wäre sinnvoll, wenn du dasselbe machen würdest.“

„Ja, da hätte ich daran denken sollen. Ich habe mich der Situation ein wenig entzogen, in dem ich weg war.“

„Wie gefällt dir die Schule in Frankreich?“ wechselte Snape das Thema.

„Ja, gut. Ich bin froh, dass Hugo da ist – ich meine, ohne ihn hätte ich mich einsam gefühlt, auch wenn es gut war um den Skandal und den Tratsch zu entfliehen. Ich schätze, das war feige von mir?“

„Nein, das denke ich nicht. Wenn du bleiben hättest müssen, hättest du es durchgestanden, nicht wahr?“

„Ja, das hätte ich müssen.“

„Ja. Aber die Umstände waren anders. Es bringt nichts zurückzuschauen; mach einfach das Beste daraus.“

„Ja.“ Sie war einen Moment lang still. „Gab es Dinge aus England, die du vermisst hast? Du weißt schon, am Anfang als du hierhergezogen bist?“

Snape schaute zu ihr hoch, überrascht über die weitsichtige Frage. „Nicht viel. Und ich hatte etwas sehr Gutes in meinem Leben um das Leben hier anziehend zu machen“, sagte er mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

„Kingsley. Er ist heiß, nicht wahr?“

Snape lachte. „So ist es. Und glücklicherweise für mih nicht an jungen Mädchen interessiert. Oder an Mädchen überhaupt.“

Sie grinste. „Also. Du und Kingsley und Dad.“

„An der Reaktion deines Vaters gerade eben gemessen, würde ich mir keine Sorgen machen, dass es zu lange fortdauern wird.“

„Nun, darauf gibt es eine Reihe von Antworten“, sagte sie, sich aufsetzend. „Zuerst einmal mache ich mir keine Sorgen darüber, dass ihr alle drei zusammen seid. Das habe ich Dad schon gestern Abend gesagt. Zweitens, willst du ihn so schnell aufgeben?“

„Ich glaub eher, dass er derjenige sein könnte, der – “

„Sei nicht albern“ unterbrach sie ihn, was eine seiner Augenbrauen in die Höhe schnellen ließ während er verschiedene Zutaten in ordentlichen Reihen vor sich zusammentrug.

„Entschuldige. Ich wollte nicht unhöflich sein. Du musst denken, dass wir alle superschlechte Manieren haben. Es tut mir wirklich leid.“

„Es sei dir vergeben. Fahr fort.“

Sie lächelte ungezwungen.

Snape fand ihren gemeinsamen Rapport unerwartet und charmant.

„Schau, er denkt, dass du falsch gehandelt hast. Das hast du nicht. Er wird das erkennen und sich entschuldigen wollen. Aber selbst wenn du dich falsch verhandeln hättest…“

„Mhmm?“

„Er hat Mums Scheiß jahrelang ausgehalten. Glaubst du wirklich, dass er so einfach das Handtuch werfen würde?“

„Du bist eine interessante junge Dame. Erzähl mir welche Unterrichtsfächer du hast.“

„Was? Oh, nun. Verteidigung, Zaubertränke-“

„Perfekt. Genau die Antwort, die ich erhofft hatte. Bist du brauchbar?“

„Äh, nun, ich glaube schon-“

„Deine Großmutter war es. Zieh dir eine Schürze über und schneide diese Schrumpelfeigen klein, wenn du so nett wärst.“

„Wirklich? Ich kann helfen?“ Sie war aufgestanden und langte nach einer Schürze.

„Wenn du fein und präzise schneiden kannst, ja. Ansonsten kannst du meinen ruinierten Kessel schrubben.“

Sie lachte und lugte hinein. „Ist es wirklich verdorben? Es sieht ok für mich aus. Was ist es?“

„Ein experimenteller Zaubertrank. Er ist nicht geronnen?“

„Nein, er sieht klar und – dickflüssig aus“, sagte sie und wählte ihre Worte mit Bedacht. „Du kanntest meine Großmutter?“

„Bevor wir überhaupt zusammen Hogwarts besuchten. Sie hat als Kind ein paar Straßen von mir entfernt gewohnt“, sagte er als er zu ihr trat um in den Kessel zu schauen. „Nun, das ist interessant.“

„Könntest du noch immer etwas damit anfangen?“, fragte sie und sah zu wie Snape eine kleine Menge mit einem Schöpflöffel herausholte und es in eine durchsichtige Phiole füllte.

„Sehr gut möglich“, sagte er abgelenkt.

„Vielleicht war heute dann gar nicht so desaströs für dich“, sagte sie. „Du weißt schon, obwohl du dich mit undankbaren Knalltüten herumschlagen musstest. Nun, wie groß hättest du diese Schrumpelfeigen gerne? Standard 1/7 Schnitt?“

„Exakt.“

„Okay.“ Sie begann. „Also, seid ihr im ersten Jahr zusammen im Zug nach Hogwarts gefahren? Ich kann mir nicht vorstellen wie nervenaufreibend das erste Mal sein muss. Ich war daran gewöhnt James und Albus zuzusehen wie sie wegfuhren und ich wollte es auch so sehr, aber ich war das erste Mal immer noch ängstlich. Ich weiß nicht einmal aus welcher Stadt Oma stammt! Das ist unglaublich! Woher war sie also?“

Lily und Severus verbrachten zwei gesellige Stunden bis knurrende Mägen und ein günstiger Moment im Brauplan sie zurück in die Küche lockte.

Ende 72.1




AN: 72.2. folgt am 30.01.2022 Wie immer vielen Dank an alle Leser und natürlich Reviewer! Was Nanette angeht, müsst ihr euch leider noch einmal gedulden!:

Miatsune: Leider musst du noch ein wenig warten, aber es lohnt sich :-D

mimaja

NinaS : Tee : nun ich denke, das Problem einer Vergiftung könnte auch bei anderen auftreten. Aber denke, die Gefahr ist eher unwahrscheinlich? Es war ja eher eine ungünstige Kombi von Medizin aus Peru mit Trinken von Bier. Also praktisch Medizin zu sich zu nehmen, ohne einen Arzt gefragt zu haben davor, was potentielle Wechselwirkungen sein könnten (also den Beipackzettel nicht gelesen Aber klar, wenn James angefangen hätte, den Tee an seine Kumpels zu verteilen… :-D

Freya54: nur ne Allergie bei James

Robino: ah wie cool! Willkommen zurück! Schön, dass du 1. Im Theater warst und 2. Dass es dich inspiriert hast weiterzulesen
Die Komplexität der Geschichte hat mich auch immer fasziniert, schön dass es anderen auch so geht!
Hab Vertrauen in Snape, Kingsley und Harry, das wird schon

Loony Moon : James: jaja, das passiert, wenn man Medizin zu sich nimmt ohne das zuvor mit seinem Mediamagier seines Vertrauens abspricht :-D
Tante Sabine ist da echt …erzkonservativ….muss man schon sagen..
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