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Ein Spiel auf Leben und Tod

von Dontan
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
28.04.2016
28.09.2016
3
9.353
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
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28.04.2016 831
 
Um alles verstehen zu können, sollte man über  Basiswissen bezüglich Billy the Kid verfügen oder vorher zumindest mal den Wikipedia-Eintrag über ihn lesen (ich selbst werde mich, so gut es geht, nicht auf Wikipedia stützen, sondern andere Quellen suchen, die ich bei jedem Kapitel am Ende angeben werde, sofern das nötig ist).

Billy beutzte ein einfaches English, mied Alkohol größtenteils und er war ein großer Fan von Schimpfwörtern.

Ich werde in dieser Story sowohl fiktive Menschen einfügen, die aber eher kleine Nebenrollen spielen werden, als auch Leute, die tatsächlich existierten. Auch Ereignisse, die hier erzählt werden, basieren entweder auf Fakten, bzw. Mythen, aber einige Geschehnisse sind selbst ausgedacht.



Leise war sein Schnarchen zu vernehmen. Die ganze Nacht lang saß er schon an den Stuhl gefesselt, weil er von Pat Garret, dem Sheriff von Lincoln County, im Haus seines Freundes Pete Maxwell in Fort Sumner überwältigt worden war. Stundenlang hatte sich dieser mit Pete in dessen Schlafgemach unterhalten und es war weit nach Mitternacht gewesen, als er selbst, Billy, nichts ahnend den Raum betreten hatte und zwei Schüsse abgeben wurden, die seine Beine getroffen hatten, weswegen er nun nicht mehr laufen konnte. Anschließend kamen Garrets zwei Begleiter angestürmt, die durch die Geräusche der Schüsse geweckt worden waren, und hielten vor der Tür Wache, während sich Petes Schwester, Paulita, um den verwundeten Banditen kümmerte. Ihr Bruder war solange rausgegangen und kam erst wieder, als Billy in ein anderes Zimmer getragen worden war, wo er an den Stuhl gebunden wurde; seine Waffe hatte Pat ihm weggenommen,  nachdem er die Schussverletzungen erhalten hatte. Jetzt befand er sich in einem kleinen, fensterlosen Raum, zu dem Pete dem Sheriff in der Nacht den Schlüssel gab, sodass man sich absolut sicher sein konnte, dass der Gesetzlose keine Gelegenheit erhalten würde, irgendwie die Flucht zu ergreifen, während sich Garret mit seinen Gefährten schlafen legte.

Der junge Mann wachte allmählich auf, seine Sinne meldeten sich und auch wenn er nichts von der Außenwelt sehen konnte, so wusste er dennoch, dass es etwa Mittag war.
"Guten Tag, Schnarchnase.", erklang die Stimme des dunkelhaarigen Sheriffs, der bereits seit einer Stunde im Raum saß und Billy beim Schlafen zugesehen hatte. Die Glühbirne war ein paar Jahre zuvor erfunden worden und Pete hatte nicht gezögert, Leitungen verlegen zu lassen, um jederzeit in allen möglichen Räumen Licht zu haben, wenn er welches benötigte und das Zimmer, in dem sich die beiden Rivalen befanden, war eines davon, weswegen es so hell war, als ob man sich im Freien befände.
Der Revolverheld schaute mit seinen blauen Augen auf. Vor ihm befand sich ein Tisch auf dem ein Schachbrett mit bereits aufgestelllten Figuren lag und ihm gegenüber, auf der anderen Seite des Vierbeins, saß der Kerl, der mit ihm ein scheinbar ewiges Katz-und-Maus-Spiel trieb, doch nun steckte er in der Falle und er wusste, dass er nicht so einfach wieder frei kommen würde, wie die letzten Male. "Ebenfalls guten Morgen, Pat, du alter Hurensohn.", entgegnete er mit einem schäbigen Grinsen. Jener deutete kurz mit der Hand auf den Tisch.
"Du siehst das Schachspiel hier?", fragte er ruhig.
Billy sah auf das Brett.
"Nein. Weißt du, seit du mir in die Beine geschossen hast, kann ich nicht mehr sehen.", entgegnete er spöttisch.
Ein flüchtiges Lächeln erschien auf dem Gesicht seines Gegners, das ebenso schnell verschwand, wie es kam.
"Die letzten deiner Gefangennahmen waren auf eine unfaire Weise von mir durchgeführt worden und obwohl ich Gnade walten ließ und dir sagte, dass du das Land für immer verlassen und nach Mexiko gehen sollst, bist du hier geblieben." Er machte eine Pause, in der er den dunkelblonden Räuber genau ansah und überlegte, was dieser wohl gerade dachte, mit der Erwartung, einen frechen Kommentar zu hören zu bekommen, aber es herrschte Stille, bis er sie selbst wieder unterbrach. "Nun kannst du dir deine Freiheit auf ehrliche Weise verdienen. Wenn du gewinnst, werde ich dich fortan nicht mehr wie ein Tier jagen." Erneut pausierte der Sheriff, dieses Mal, um eine deutliche Reaktion seitens Kid zu provozieren. Jener schaute mit undefinierbarer Miene erst auf das Schachbrett, dann zu Garett; so ging es ein paar Mal hin und her, bis seine Augen schließlich bei seinem Erzfeind verharrten.
"Und wenn ich verliere, tötest du mich wahrscheinlich.", antwortete er dann in einem gelassenen Ton auf das soeben erhaltene Angebot. Der Sheriff entgegnete diese Vermutung mit einem Nicken, worauf der Rinderdieb mit einem Grinsen reagierte. "Ich würde ja nur zu gerne einwilligen, an deinem Spielchen teilzunehmen, Patty, aber leider sind mir dazu wort-wörtlich die Hände gebunden. Wie soll ich denn die Figürchen bewegen?", fragte Billy, als ob er mit einem Kleinkind sprechen würde.
"Diese Arbeit werde ich dir mit Vergnügen abnehmen", erwiderte sein Gegenüber schlicht. Noch einmal verging einiges an Zeit, in der der Junge stark nachzudenken schien, ehe er das Wort ergriff.
"Nun gut.", meinte er. "Ich spiele mit."
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