Vertretung und ihre Folgen

von LammL
GeschichteRomanze, Angst / P18 Slash
Freddie Faulig OC (Own Character) Sportacus
27.04.2016
14.12.2016
13
19193
7
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So, hier ist das erste Kapitel. Ich bin wirklich gespannt wie es euch gefällt ^^
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Misstrauisch musterte Freddie den fremden Superhelden, der gerade mit den Kindern Basketball spielte. Er war ihm nicht geheuer. Gut, der Typ grinste wie Sportaflop, sprang wie er herum und nervte auch dementsprechend. Jedoch … etwas war anders.
Sein Blick wanderte an dem Anderen entlang und suchte nach dem Detail was ihn störte.
Der Anzug war in Brauntönen gehalten, ebenso die Mütze und die Brille. Er war etwas Älter als Sportaflop und wie es schien auch strenger. Der kleine dicke Junge, wie hieß er noch gleich? Z... Zitty … Ziffy … Ziggy, genau Ziggy, er durfte nicht einmal ein kleines Stückchen einer Süßigkeit bei sich haben während sie spielten. War das zu fassen? Der Kerl hatte dem Kleinen seinen Lolly einfach so abgenommen und in den Mülleimer geworfen.
Verächtlich schnaubte Freddie und verschränkte die Arme vor der Brust. Wie konnten die Kinder das einfach so hinnehmen? Der Typ war seltsam, auch wenn er nicht sagen konnte warum.

Etwas später stand er merklich nervös hinter der Mauer und richtete noch einmal prüfend seine Verkleidung. Freddie hatte sich dieses Mal in einen Bauarbeiter verwandelt. Dunkelblaue Arbeitshose, weißes T-Shirt und natürlich ein Werkzeuggürtel. Selbstverständlich durfte ein falscher Bart nicht fehlen. So naiv waren die Kinder dann nun doch nicht.
Tief durchatmend sortierte er seine Gedanken und suchte nach einem vermeintlichen Fehler. Nein, alles war bestens, es konnte los gehen.

Er nutzte eine kurze Abwesenheit des Superhelden und gesellte sich zu den Kindern.
„Hallo ihr, ich bin Bauarbeiter Frederic Faulston es tut mir wirklich leid euch etwas schreckliches mitteilen zu müssen. Leider befindet sich unter diesem Platz eine kaputte Leitung die ich überprüfen muss. Dazu muss ich alles aufgraben. Das wird wohl so zwei bis drei Wochen dauern.“, berichtete Freddie merklich betroffen. Oh die armen Kinder, er konnte ihr entsetzen geradezu greifen.
„Aber das kann doch nicht sein. Wo sollen wie dann spielen?“, ergriff Pinky das Wort, begleitet von zustimmenden Nicken.
„Das kann ich euch leider nicht sagen, aber den Platz hier müsst ihr räumen. Eventuell … könntet ihr ja in der Zwischenzeit drinnen Fern sehen oder PC-Spiele spielen.“ Hauptsache sie waren leise und tobten nicht herum. Er wollte endlich seine Ruhe.
„Ja aber … wir wollen nicht ...“
„Wir wollen lieber draußen spielen!“ Wurde Pinky von ihrer kleiner Freundin unterbrochen.
„Basketball.“ Der Computerfritze. Ehrlich? Ausgerechnet der wollte draußen Sport treiben?
„Fußball.“ Der Egoist. Klar und dann behielt er denn Ball nur für sich.
„Handball.“ Handball, Dicki wollte Handball spielen? Was war denn bei dem Kaputt?
„Hockey.“ Pinky, war ja klar.
Bei jeder Sportart zuckte Freddie merklich zusammen. Nein, bloß nicht! Sie sollten RUHIG sein! Verdammt, was war nur aus der guten alten Zeit geworden?
„Äh, ich denke dass wird in nächster Zeit nicht gehen.“ Oh, jetzt gucken sie ganz traurig. Das tat ihm aber leid. NICHT!
„Moment, wir können doch etwas außerhalb der Stadt spielen. Ihr wisst schon, dort wo die Plakatwand steht.“ Moment, moment was? Wie kam die kleine Göre denn darauf?
„Das … das könnt ihr nicht … ich meine … die Erwachsenen können euch da nicht sehen und … äh ...“
„Aber wir haben doch Gym, er kann auf uns aufpassen. Sie müssen sich also keine Sorgen machen.“
„Ja und da draußen können wir sogar noch lauter sein, da dort ja keiner ist.“, stimmte Ziffy … Zitty … Ziggy  Pinky auch noch zu. Sie wollten vor SEINEM Haus spielen. Gings noch? Freddie war kurz davor den Kindern gewaltig den Marsch zu blasen als ihm etwas einfiel. Gym?
„Wer ist Gym?“
Die Kinder hielten in ihrer Begeisterung inne und sahen den „Bauarbeiter“ an als habe er den Verstand verloren.
„Na Gymnasticus, Gym, Nummer neun, er ist die Vertretung von Sportacus. Wir haben heute schon den ganzen Tag mit ihm gespielt. Leider musste er kurz weg weil sein Kristall angefangen hat zu leuchten.“ Ok, das war überraschend. Sportacus war also weg und deshalb nun der seltsame Typ da. Gym … Gymnasticus, was das sein Ernst. Das war ja noch bescheuerter als Sportacus.

„Ah ja, interessant.“, antwortete Freddie zurückhaltend und beobachtete die Nervenzwerge, die ihn schon wieder ignorierten und begeistert über ihre Pläne an SEINER Plakatwand sprachen. Tz, von wegen Volleyball gegen die Wand, oder daran einen Basketballkorb anbringen. Das konnten sie sich knicken, aber gewaltig.
„Kinder … he Kinder … KINDER!!!!!!!!“, brüllte Freddie schließlich, als er bei den ersten Versuchen keine Reaktion bekam. Oh man, was war denn heute los?
„Ja Mr. Faulston.“, antwortete Pinky zuckersüß und strahlte übers ganze Gesicht. Unauffällig verdrehte er die Augen und ballte die Fäuste. Diese Gören waren irgendwann mal sein Ende, sie verkörperten alles was gegen seine Natur war. Unwillkürlich bekam er bei diesem Gedanken ein flaues Gefühl im Magen. Seine Natur … nein, das gehörte hier nicht hin. Nie würde es hier hin gehören.
„Mr. Faulston, geht es ihnen nicht gut? Sie sind so blass.“
„Oh … äh, mir geht es gut. Mir ist nur gerade eingefallen, dass es eventuell keine gute Idee wäre dort draußen herumzutoben und die Wand zu belasten. Ihr TÜV steht nämlich noch an und ohne Prüfung kann ich nicht sagen, ob sie bei Belastung stehen bleiben wird. Ihr könntet euch verletzen oder schlimmeres.“, sagte Freddie ernst.
„WAS!!!!“ Fünf Stimmen in ihrer höchsten Lautstärke schlugen ihm entgegen und brachten seine Ohren zum klingeln. Oh Verdammt. Schmerzerfüllt schüttelte er den Kopf und rieb seine Schläfen. Das war der Grund weshalb sie leise sein sollten. Diese Bälger waren gemeingefährlich.
„Ja doch, es ist nicht sicher dort.“, presste er angespannt heraus und hoffte, dass sich das Thema somit erledigt hatte.
„Aber wenn Sie die Plakatwand überprüft haben können wir dort spielen, oder.“ Jetzt war Freddie aber baff. Für so clever hatte er die Gören gar nicht gehalten. Und das schlimmste war, er konnte nichts dagegen sagen. Oder? Verbissen suchte sein Gehirn nach einer Ausrede.
„Das ist doch super, Mr. Faulston kontrolliert die Wand, dann können wir dort spielen und er kann in Ruhe die Leitung im Park reparieren. Kommen Sie Mr. Bauarbeiter, legen wir los.“ So schnell konnte der Ältere gar nicht reagieren, da hatte ihn Pinky schon am Arm gepackt und quer durch den Park gezerrt. Sein Kopf war immer noch auf Standby. Eine Lösung, er brauchte dringend eine Lösung! Und da war er, der rettende Einfall.

Bereitwillig lief er jetzt hinter den Kindern her und tüftelte noch etwas an seinem Plan. Es musste perfekt werden, jetzt wo Sportaflop mal nicht da war. Endlich, seine Chance war da.
Unbeabsichtigt beschleunigte er jetzt sogar seine Schritte. Richtig Pinky, legen wir los.

An der Plakatwand angekommen, seinem Zuhause, war Freddies Freude fast schon greifbar.
„So, dann wollen wir mal.“ Schauspielerisch überzeugend kniete er sich vor die Bodenverankerung und überprüfte dort die Schrauben. Dabei schüttelte er leicht den Kopf. Dann das Gestell, die selbe Reaktion. Im Hintergrund konnte er das angespannte Flüstern der Kinder hören und setzte sein Schauspiel fort. Nun die Verbindung mit der Wand. Hier ließ er sich etwas mehr Zeit, so als wäre es besonders kritisch.
Als er sich nach einer gefühlten Ewigkeit schließlich den Kindern zuwandte, wusste er, dass er überzeugend genug war. Stocksteif standen sie da und starrten ihn mit großen Augen stumm an.
Oh er war so gut, gedanklich klopfte er sich selbst auf die Schulter.
„Nun, es sieht wohl nicht so gut aus.“ Kurz legte er eine Pause ein und wartete auf eine Reaktion seitens der Gören.
„Was? Aber von hier aus sieht sie doch gut aus.“
„Sind sie sicher dass Sie keinen Fehler gemacht haben?“
„Ja, sie ist doch in Ordnung. Nirgendwo ist Rost oder sonst irgendein Schaden.“
„He Leute, ich könnte sie scannen und auf Schäden überprüfen.“ Moment, was hatte der kleine Computerfritze da gerade gesagt? Nein, nein, nein, das würde seinen ganzen Plan zerstören.
„Ihr stellt meine Einschätzung in frage? Kinder, ich nehme mir extra die Zeit euch zu helfen und weil ihr mit meinem Ergebnis nicht einverstanden seid beschwert ihr euch. Wirklich, das ist nicht sehr nett.“ Beleidigt, drehte er sich weg und machte Anstalten zu gehen.
„Warten Sie, was sieht denn nicht so gut aus?“, rief Pinky ihm hinterher. Schwungvoll wirbelte er herum und hob belehrend den rechten Zeigefinger.
„Die Bodenverankerung ist porös, die Gestellschrauben müssten komplett gewechselt werden und die Wand … nun eigentlich nicht mehr zu retten. Eine Menge Arbeit. Leider habe ich momentan keine Zeit dafür. Ich muss erst die Leitung im Park reparieren, danach erst könnte ich mich um die Plakatwand kümmern.“
„Aber dann ist es doch eh egal.“, motzte Pinkys kleine Freundin und sah ihn beleidigt an. Oh, buhu, jetzt taten sie ihm aber leid.
Er wollte gerade ansetzten sie von hier zu verscheuchen, als er einen Windhauch im Nacken spürte. Da war doch jemand hinter ihm. Und nach den Blicken der Kinder nach zu urteilen, konnte er sich auch denken wer.

„Na was haben wir denn da, ein Betrüger.“, erklang eine tiefe Stimme. Zögernd drehte Freddie sich um und stolperte erst mal einen Schritt zurück. Stechende dunkelbraune Augen sahen von oben auf ihn herab.
„Betrüger? Was meinst du Gym?“ Verdammt Pinky kannst du nicht mal die Klappe halten, dachte der Schwarzhaarige angespannt und zuckte im nächsten Moment zusammen als sein Fake-Bart mit einem Ruck entfernt wurde. Zischend fasste er sich an die schmerzende Stelle. Dieser verdammte Sportelf.
„Freddie Faulig!!!“, erschallte es aus dem Hintergrund im Chor.
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