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Kleiner Meisterdieb

GeschichteHumor, Freundschaft / P12 / Gen
Kaito Kid / Kaito Kuroba Saguru Hakuba Shiho Miyano / Ai Haibara Shinichi Kudo
23.04.2016
15.07.2021
59
98.866
33
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
08.10.2016 2.159
 
Hallo Leute,

das ist erst mal das letzte Kapitel von Meisterdieb, zumindest bis zum ca 17.10.

Weg und Ziel werde ich noch versuchen zumindest ein Kapitel zu schaffen dieses Wochenende. Dann bin ich eine Woche im Prüfungsstress.


Danke für euer Verständnis *verbeug*

LG Eure Mo
*******************************************************



Titel: Begreifen



Shinichi hatte Kaito noch immer vor sich stehen und hielt ihn an den Schultern fest. Während der Grundschüler verwirrt war, musterte der Detektiv seinen Kollegen und den älteren Mann, der den Großvater spielte. Er hatte eine Weile gedacht, dass sein Vater einfach einen bekannten mit reinzog, den Großvater spielen sollte, aber es wurde immer deutlich, dass hier scheinbar alle mehr wussten als er. Die beiden in der Türe schienen den wirklichen Jungen zu kennen.


//Hakuba nannte den Kleinen aber Kaito…  was sollte das?//


„Hallo Hakuba! Hallo Kouno! Schön, dass ihr da seid!“


Yukiko Kudo trat neben ihre Söhne und lächelte die beiden warm an, was Shinichi leise murren ließ. Für einen Moment keimte misstrauen auf. Hatte seine Mutter etwa wieder einen kleinen Streich vorbereitet? Und dieses Mal auch Kaito und die anderen mit reingezogen?


//Das würde ihr zumindest ähnlich sehen…//


„Lasst uns reingehen! Ich mache uns Tee.“


Die Schauspielerin warf ihrem älteren Sohn einen frechen Blick zu und grinste.


„Für die Leute doch ins Wohnzimmer. Ich und Yusaku kommen gleich dazu.“


Ohne eine Antwort ab zuwarten, verschwand sie einfach und ließ einen verwirrten und nachdenklichen Detektiven zurück. Er grübelte noch immer, ob das hier nun nur Theater war, was seinen Eltern sehr ähnlich sehen würde, oder ob sie versuchten etwas zu verbergen. Shinichi schnaubte leise und sah zu Kaito hinab. Er würde die Wahrheit heraus finden!


„Kommt mit rein...“


Shinichi schob Kaito ins Haus und war sich sicher, dass ihre Gäste ihnen folgen würden. Eigentlich hatte er sich heute mit dem blonden Detektiv verabredet, damit sie über Kaitou KID nachforschen konnten. Hakuba hatte ihm gesagt, dass der KID beim Magiertreffen nicht der wirkliche war. Nur jemand, der dem Dieb wohl helfen wollte, aber auf sämtliche Fragen seitens des Japaners, hatte der Oberschüler zu dem Thema, keine zufriedenstellenden Antworten gegeben. Lediglich, dass diese Person nur einen Gefallen zurück gab und sonst nichts mit dem Meisterdieb zu tun hatte. Auch wenn Shinichi neugierig war, akzeptierte er das, hatte er doch als Conan gelernt, dass manche Geheimnisse nicht aufgedeckt werden mussten. Die Person hatte KID geholfen, einen Gefallen zurück gezahlt, also hatte der Dieb dieser Person geholfen, wie es der Langfinger sonst auch immer tat. Diese diebische Elster musste immer den guten spielen…


//Aber vielleicht lügt Hakuba auch…//


Im Moment wusste der Detektiv nicht wirklich wie er mit dem Anderen umgehen und dem Vertrauen sollte. Das würde sich wohl erst zeigen müssen. Mit Kaito an der Hand ging er zum Wohnzimmer und nahm in seinem Sessel platz.


„Legt bitte Untersetzter aus!“, rief Yukiko aus der Küche.


Kaito, der noch neben dem Sessel stand, rief zurück. „Jaaahaaaa!“

„Oni-chan? Wo sind die?“


Große Indigofarbene Augen sahen den Älteren an, welcher leise seufzte und zu einem kleinen Regal zeigte. So legte Kaito kleine Runde Untersetzer überall auf den Tisch, damit seine Mutter später die Teetassen darauf abstellen konnte. Hakuba nahm wie Shinichi im zweiten Sessel ihm gegenüber platz, während es sich der angebliche Großvater auf dem Sofa bequem machte.

„Guten Tag, die Herren...“ - Yusaku Kudo begrüßte seine Gäste und setzte sich zu dem älteren Herrn auf Sofa - „Meine Frau fabriziert gerade in der Küche irgendetwas, dass man vermutlich nicht trinken sollte...“

„Sie hat also noch immer nicht gelernt mit einer Küche umzugehen?“, erkundigte sich Jii amüsiert und lächelte freundlich.

„Nein. Und das wird sie wohl auch nie mehr. Zum Glück verdienen wir genug, so können wir uns das Essen gehen leisten...“


Shinichi lauschte den beiden nur halbwegs. Noch immer kreisten seine Gedanken und er war mehr als verwirrt. Die ganze Lage wurde immer seltsamer und er überlegte für einen Augenblick, ob er nicht noch Ai dazu ziehen sollte. Die Wissenschaftlerin war zwar meist kühl und distanziert, aber sie hatte ein gutes Gespür für solche Situationen.

Leicht hob der Detektiv den Blick und folgte damit Kaito, der mit dem Tischdecken soweit fertig war und eine Weile den beiden Männern am Sofa zu sah und lauschte. Das Kind schüttelte scheinbar gelangweilt den Kopf, blickte kurz zu Shinichi und schenkte ihm ein Lächeln, was der Größere sofort erwiderte.

Er hatte sich schon immer ein kleines Geschwisterchen gewünscht, aber diese Hoffnung irgendwann aufgegeben. Yusaku und Yukiko waren nicht gerade das, was man Vorzeigeeltern nannte. Obwohl er sie liebte, umgekehrt war das natürlich genauso der Fall, waren sie doch nicht wirklich dazu geeignet wie er fand, ein Kind zu erziehen. Alleine dieses schon beinahe tollwütige Knuddeln ließ ihm sämtliche Haare zu Berge stehen. Dass andere das vielleicht mögen würden, auf diese Idee kam er gar nicht erst.

Neugierig beobachtete Shinichi seinen kleinen Bruder, der den Kopf von ihm weg drehte und zu Hakuba sah.


//Ob er den auch so anlächelt?//


Etwas angefressen war der Dunkelhaarige nun doch. Alleine wie Kaito vorhin >>Haku<< gesagt hatte. Wie ein vertrauter Spitzname unter Freunden. Shinichi mochte seinen Kleinen, auch wenn er ihn eigentlich noch gar nicht lange bei sich hatte. Der Grundschüler hatte sich innerhalb von wenigen Stunden in sein Herz geschlichen und sein Leben gründlich durch einander gebracht.


//Es war eigentlich schon seit Conan Edogawa nur noch Chaos. Ich weiß doch gar nicht, was ich nun tun soll. Welchen Beruf ich ergreifen soll, wie mein Leben weiter gehen soll… Ich bin einfach unentschlossen…//


Und doch wusste Shinichi eines mit Sicherheit. Er wollte diesen freundlichen Jungen beschützen, der zu seinem Bruder geworden war und vermutlich in einer Gefahr schwebte, die der Junge nicht mehr kannte durch seinen Gedächtnisverlust.


Mehr nebenbei, da er im Gedanken war, bemerkte der Detektiv, wie sich Kaito zu dem Blonden bewegte und dann einfach auf den Sessel kletterte und auf dessen Schoss platz nahm. Der Halbjapaner war deutlich überrascht und blinzelte mehrmals.


//Vielleicht kennen sie sich ja doch nicht… und das ist wirklich nur ein Trick meiner Mutter…//


„Ich darf doch hier sitzen oder Haku?“

„Natürlich Kaito...“


Zum ersten Mal huschte ein Lächeln über die Züge des Blonden, kein arrogantes und kühles wie sonst, nein. Es war sanft, beinahe freundschaftlich und so beobachtete der junge Kudo, wie der Andere seine Arme um Kaito legte und diesen leicht an sich zog.

„Gut so?“

„Japp!“


Unwillkürlich spürte Shinichi einen Stich in seiner Brust bei diesem Bild. Sie wirkten vertraut mit einander, alleine der Blick den sie gerade wechselten, mit diesem frechen Grinsen. Leicht verzog er das Gesicht und runzelte die Stirn.

Es war nicht so, dass er Kaito keine Freunde gönnte. Im Gegenteil. Er hatte schon überlegt, die Detektiv Boys irgendwie dazu zu zu ziehen,dass Kaito mehr Freunde hatte und doch gefiel es ihm gerade überhaupt nicht. Es war keine Eifersucht oder Besitzanspruch. Shinichi hatte den Grundschüler aufgenommen, sich um ihn gekümmert als dieser geweint hatte, als dieser Alpträume hatte und war sogar mit ihm auf diesem Magiertreffen. Er war für den Anderen da gewesen und hatte ihn beschützt. Es war seine Aufgabe!

Leichte Wut kam in Shinichi hoch. Kaito war sein Bruder, sein Schutzbefohlener. Natürlich wusste er, dass Hakuba ein verlässlicher Partner wäre um ein Kind, dass in Gefahr war zu beschützen. Vielleicht verletzte es ihn auch gerade nur, dass die Anderen scheinbar mehr wusste und sich kannten. Hakuba kannte Kaito, kannte einen anderen Jungen, den er wohl nie zu sehen bekommen würde.

Und mit einem Mal begriff der Detektiv, dass alles hier nur eine dumme Illusion war. Er steigerte sich in diese „Familie“ hinein. Der kleine Junge würde sich eines Tages erinnern, vielleicht sogar sein und Ai´s Feind sein. Dann müsste er diesen Kleinen bekämpfen, den er ins Herz geschlossen hatte.

Etwas unruhig rutschte Shinichi im Sessel hin und her. Die Situation gefiel ihm gerade immer weniger. Musternd sah er Hakuba und Kaito an, die sich unterhielten.



//Wenn sie sich wirklich kennen ist der Kleine wohl kaum ein Feind…//


Dann erinnerte sich Shinichi aber an die Verkleidete Vermouth. Sie hatte lange Zeit als Doktor Araide gelebt und so jeden herein gelegt. Und auch Jodie hatte eine Rolle gespielt als Englischlehrerin, auch wenn sie im Gegensatz zu Vermouth keine Feindin war. Wirklich vertrauen sollte er dem Ganzen also besser doch nicht. Für einen Moment fühlte er sich wie Ai, die allem sehr misstrauisch gegenüber stand. Was wenn dieser Kaito als Erwachsener den Anderen nur etwas vorgespielt hatte und er wirklich zur Organisation gehört hatte und einer der letzten freien Leute war?


//Werde ich wie sie? Das ist ja furchtbar…//


„Was für ein süßes Bild!“, rief Yukiko aus, die mit einem Tablett in der Hand das Wohnzimmer betrat. Ihre Augen ruhten auf Hakuba und Kaito.

„Setz dich Schatz… und hör auf andere Leute in Verlegenheit zu bringen...“, bat Yusaku und klopfte neben sich auf das Sofa.

Seine Frau folgte lächelnd seiner Bitte und stellte das Tablett mit Tassen und der Teekanne auf dem Tisch ab, bevor sie sich neben ihren Mann setzte und sich an ihn lehnte.


„Gut. Und nun?“, erkundigte sich Kaito und eine seltsames Stille breitete sich aus, wobei der Grundschüler nicht ahnte, dass er der Grund für dieses Chaos war.

Kounosuke Jii schwieg, weil er nicht wusste, was er sagen sollte. Er hatte Hakuba vor Shinichi eindeutig erkannt, was diesem bestimmt merkwürdig vorkam. Er konnte ja nicht ahnen, dass dieser ganz andere Gedanken hatte.

Yukiko und Yusaku Kudo blieben still, da sie nicht wussten, wie sie Lage nun vorsichtig entschärfen konnten. Im Schlafzimmer, dass über der Haustüre war, hatten sie die Lage vorhin mitbekommen und Yukiko hatte schnell eingegriffen um sie erst mal zu überspielen. Irgendwie zumindest.

Saguru Hakuba verharrte ebenso lautlos. Er wollte seinen Klassenkameraden nicht auffliegen lassen, der hier scheinbar vollkommen unerkannt geblieben war. Auf der anderen Seite konnte er aber all das noch immer nicht glauben. Shinichi Kudo, der Conan Edogawa war und nun sollte Kaito Kuroba, Kaito Kudo sein?

Shinichi Kudo hielt, dadurch, dass er nicht wusste, welche Frage er zu erst stellen sollte, ebenfalls den Mund. Die Erwachsenen im Raum warfen sich kurze Blicke zu, unruhig wie es nun weiter gehen sollte.


„Wie wäre es denn wenn wir erst mal Tee trinken?“, erkundigte sich Kaito ganz erwachsen und ließ den Blick schweifen. Das Kind schien zu spüren, dass gerade etwas nicht stimmte. Leicht blinzelte er, verharrte aber auf Hakuba´s Schoss, der ihn noch immer sanft festhielt.


„Tut mir leid. Mir ist gerade eingefallen, dass ich noch etwas zu tun habe...“ - Shinichi erhob sich ruckartig und verließ das Wohnzimmer - „Es kann eine Weile dauern und ich möchte nicht gestört werden...“

Der Dunkelhaarige ging ohne einen Blick auf seine Familie und Gäste zu werfen nach oben. Er wollte jetzt keine endlosen Reden hören. Er wollte nicht hören, dass es ein Trick war und er wollte auch nicht die Wahrheit hören. Shinichi war nun einmal Detektiv und er wollte die Wahrheit selbst heraus finden! Man sollte ihm nicht alles präsentieren und erzählen! Shinichi war niemand, der fertige Fälle wollte. Im Gegenteil! Nachforschen und Spuren suchen war sein Job! Sein Leben! Stur schloss er die Türe hinter sich und ließ sich aufs Bett sinken.

Nachdenklich starrte er die Wand an.

„Wenn Hakuba und dieser angebliche Großvater sich kennen… und wenn sie Kaito kennen… dann komme ich so auf eine Spur oder? Ich werde selbst heraus finden wer du bist mein Kleiner. Niemand sagt mir etwas! Das brauche ich wirklich nicht! Ausserdem forscht Ai ja auch nach. Ich werde mir hier keine Lügengeschichten oder Halbwahrheiten erzählen lassen. Ich werde die Wahrheit selbst herausfinden und ans Licht zerren! So wahr ich Shinichi Kudo bin!“



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Unten im Wohnzimmer, legte Kaito leicht den Kopf schief und sah seinem großen Verwirrt nach.


„Was hat Shinichi denn eigentlich? Er war so komisch….“

„Geh doch und lauf ihm nach, mein Kleiner.“, schlug Yusaku vor und nickte zur Türe. „Gegen seinen Bruder hat er sicher nichts ein zu wenden… also los. Dann können wir Erwachsenen auch in ruhe reden ohne, dass du dich langweilst...“

„Ok!“

Mit einem Sprung glitt Kaito von Hakuba und dreht sich zu diesem noch mal um. Die Indigofarbenen Augen trafen auf Caramelfarbene.

„Haku...“

„Ja?“

„Du kommst mich doch nun öfter besuchen oder?“

„Klar.“

„JAAAAAAAAAAHAAAAAAA!“

Freude strahlend hüpfte das Kind aus dem Raum und machte sich auf seinen Weg zu Shinichi´s Zimmer. Die Treppe eilig hinauf rennend, verharrte er vor dessen Türe und beruhigte seinen Atme, bevor er anklopfte und eintrat.

„Oni-chan?“


Der Blick des Kindes glitt zu Shinichi, der gerade sein Handy am Ohr hatte und ihm mit einem kurzen Fingerzeichen bedeutete sich neben ihn aufs Bett zu setzen. Dem kam das Kind nach und wartete brav, bis Shinichi sein Gespräch beendet hatte.




-.-.-.-.-.-.-.-
Derweil sah Yusaku zu Hakuba, der seinem kleinen Freund nachsah, bevor er, als er angesprochen wurde zum Buchautor sah.

„Wie wäre es, wen wir nun offen reden?“

„Wenn Sie anfangen, Herr Kudo Und Herr Jii...“

Die beiden Männer warfen sich einen Blick zu, bevor Kounosuke Jii nickte.

„Man kann ihm vertrauen….“
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