Hush, little Baby, hush

von kweenron
GedichtSchmerz/Trost / P6
21.04.2016
21.04.2016
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Hush, little Baby, hush.
Eins, du wirst schon wieder und
Zwei, du schaffst das schon.
Drei, weil du so mutig bist und
Vier, weil du so viel vermisst.
Fünf, weil die Kindheit so kurz war,
und sechs, die Realität zu früh kam.
Sieben, damit du es ganz genau weißt und
Acht, weil du es glauben kannst.
Neun, weil ich dich so gern hab und
Zehn – hush, little Baby, hush.
„Ich will Narben sehen.“, sagt ihr immer, „Ich will Narben sehen
Ansonsten kann ich dir nicht glauben.
Ich will Narben, die nicht nach Tagen wieder verschwunden sind.
Ich will Narben, die ewig bleiben.
Ich will etwas mehr als nur ein Wort,
etwas mehr als nur vermeintliche Versehen und gefakte Lachen;
mehr als Fingernägel auf der Haut
und mehr als bunte Kreise auf dem Arm
- ich will mehr als das, bevor ich dir glauben kann,
dass du dich selber hasst.“
Du willst die Narben sehen? Dann sieh her und schau genau.
Schau auf meinen Arm.
Schau her und sag mir was du siehst:
Nichts.
Du kannst nichts sehen;
Kannst nicht sehen wie oft ich mich in den Schlaf geweint habe
Und kannst nicht sehen, wie viel ich gelitten habe;
Du kannst nicht sehen wie oft ich am liebsten gerannt wäre,
weil weg von dieser bösen Welt;
Du kannst nicht sehen, welch ein Sturm in mir tobt
Und auch kein schwarzes Herz.
Du siehst nicht wie sehr ich mich selber hasse
Und auch nicht, wie ich es tu.
„Hey Mum, hey Dad,
habt ihr den gar nichts bemerkt?“
Habt ihr nicht gesehen, gelernt?
Dass euer kleiner Engel die Federn aus den Flügeln reißt,
dass eure Prinzessin auf vergiftete Äpfel beißt?
Konntet ihr nicht sehen, dass wie es mir geht
- wie schlimm und schlecht die Welt doch ist und ich so kaum noch steh?
Nein.
Ihr konntet es nicht sehn.
Weil ihr keine Gedanken lesen und keine Herzen schlagen hören könnt.
Weil ich verstecke und verberge
Und weil ich lüge und beteure
Und weil ich nicht weine, sonder fake.
Weil ich lachen kann auf Knopfdruck und still weinen sowieso.
Weil ich mich in Worte flüchte, die geschrieen werden wollen,
weil ich sie tarne, weil es niemand wissen soll.
Weil keiner sich Sorgen machen darf und weil ich auch so noch leben kann.
Weil ich nicht sterben will.
Hush, little Baby, hush.
Eins, du wirst schon wieder und
Zwei, du schaffst das schon.
Drei, weil du so mutig bist und
Vier, weil du so viel vermisst.
Fünf, weil die Kindheit so kurz war,
und sechs, die Realität zu früh kam.
Sieben, damit du es ganz genau weißt und
Acht, weil du es glauben kannst.
Neun, weil ich dich so gern hab und
Zehn – hush, little Baby, hush.
Du wirst gebraucht und wenn du das nicht siehst,
dann steh einmal selber auf;
dann stell dich hin und schau herum
- hier und jetzt, genau.
Heb deine Stimme und sag, was fehlt,
dass du dich langsam aber sicher selbst vergisst
und dich immer mehr vermisst.
Ich will dass du aufstehst
Und deine Stimme erhebst.
Ich will dass du schreist,
wenn es dir dann besser geht.
Ich will, dass du lauer sprichst,
damit du beachtet wirst.
Du musst nicht alleine leiden,
weil es nicht nur dir so geht.
Du brauchst nicht weinen nur damit du schlafen kannst,
weil es jemanden gibt, der dir helfen kann.
Hush, little Baby, hush.
Eins, du wirst schon wieder und
Zwei, du schaffst das schon.
Drei, weil du so mutig bist und
Vier, weil du so viel vermisst.
Fünf, weil die Kindheit so kurz war,
und sechs, die Realität zu früh kam.
Sieben, damit du es ganz genau weißt und
Acht, weil du es glauben kannst.
Neun, weil ich dich so gern hab und zehn,
weil du es wer bist.
Hush, little Baby, hush.
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