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Out of a clear Sky

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Ashton Irwin Calum Hood Luke Hemmings Michael Clifford OC (Own Character)
17.04.2016
23.07.2017
65
160.502
18
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
6 Reviews
 
 
17.04.2016 3.172
 
Hallo! Ich bin gerade ziemlich aufgeregt. Ich schreibe diese Fanfiktion erst seit zwei Monaten, aber dafür ist es ein Wunder, dass ich sie immer noch mag. Das kommt ziemlich selten vor und ich weiß nicht genau, was mich dazu bewegt, sie hochzuladen. Ich stand schon so oft kurz davor, aber irgendwie hab ich es bisher doch noch nie gemacht. Ich wollte eigentlich pro Woche zwei Kapitel hochladen, aber ich bezweifle, dass ich so viel Zeit habe, ständig neue Kapitel zu schreiben, weshalb ich es vorerst bei einem Kapitel pro Woche belassen werde. Ich hoffe nur, dass ich nicht irgendwann an einem Punkt bin, an dem ich keine Kapitel mehr habe, die ich posten kann. Ich rede zu viel. Wahrscheinlich interessiert das eh niemanden. Ich wünsche euch oder dir (wie viele Menschen auch immer das hier lesen werden) viel Spaß und ich würde mich über eine Review freuen!

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Kapitel 1


14. September 2015. Ich hasste den September und ich hasste den Herbst. Für gewöhnlich. Was genau brachten mir Bäume, die aussahen, als würden sie durch schwere Depressionen gehen, was zum Haare raufen für sie war und matschige Wege in Parks, die ich sowieso nicht besuchte? Richtig. Nichts. Und für gewöhnlich hätte ich wahrscheinlich einfach nur in meinem Zimmer gesessen und in einem Sweatshirt Serien geguckt. Für gewöhnlich. Zu meiner Abwechslung und zu meiner vollkommenen Zufriedenheit war heute alles eher außergewöhnlich, weshalb ich auch schon um 9 Uhr morgens aufstand, um mich fertig zu machen, um dann voller Freude zum Flughafen zu fahren. Zufrieden setzte ich mich in den Eingangsbereich und starrte auf den Gang zu den Gates. In guten 10 Minuten würde das Flugzeug landen und ich hätte endlich meinen besten Freund und seine idiotischen Freunde, die mir mittlerweile allerdings auch ans Herz gewachsen waren, wieder. Natürlich würde es noch eine gute Stunde dauern, bis ich sie wirklich wiedersehen würde, da sie sich noch um ihr Gepäck und die Horden an Fans kümmern müssten. Ich entschloss mich also dazu, mir in den Flughafenshops einen viel zu überteuerten Kaffee und eine Zeitschrift zu kaufen oder mich wenigstens nach einer umzusehen. Mit diesem, für Flughafenverhältnisse ziemlich schlechten, Kaffee machte ich mich also auf den Weg zu einem der Zeitungsstände und sah mich dort um. Seit sich mein bester Freund dazu entschlossen hatte, mit seiner Band berühmt zu werden, weil er natürlich unglaubliches Talent haben musste, kam ich gar nicht mehr daran vorbei, Zeitschriften zu sehen, auf denen er und der Rest seiner Band zu sehen waren. Es konnte ja nicht schaden, sich kurz vor ihrem Antreffen über den neusten Klatsch und Tratsch über sie zu informieren, also bezahlte ich die Zeitschrift und setzte mich wieder auf meinen vorhin gefundenen Platz. Als ich endlich leises Gekreische vernahm, war mir klar, dass sie nicht mehr weit sein konnten, was für ein amüsiertes Grinsen auf meinem Gesicht sorgte.

Nach meinen vorausgesagten 60 Minuten Wartezeit, die ich an diesem Flughafen verbracht hatte, blieb jemand vor mir stehen und als ich mich von dem hochinteressanten Welche Farbe passt zu Ihrem Teint?  Test löste, sah ich in das grinsende Gesicht von Luke.
„Was liest du da?“ fragte er immer noch grinsend.
„Ich wollte gerade herausfinden, ob ich mir dieses T-Shirt wirklich in der richtigen Farbe gekauft habe.“ Erklärte ich ihm.
„Du würdest auch ohne gut aussehen.“ Grinste Michael dreckig, welcher nur unmittelbar hinter Luke stand.
„Diese Kommentare hatte ich schon vermisst.“ Zwinkerte ich. Ich richtete mich auf und Luke ließ seine Taschen auf den Boden sinken.
„Hi.“ Lächelte er.
„Hi.“ Erwiderte ich sein Lächeln und kurz darauf umarmten wir uns. Ich hatte ihn seit Mai nicht gesehen, da ich natürlich nicht in der Stadt war, als sie hier ein Konzert hatten und da wir normalerweise gemeinsam in einer Wohnung wohnten, fühlte sich die ganze Zeit noch länger an.
„Ich hoffe unsere Wohnung steht noch.“ Meinte Luke während der Umarmung, was mich grinsen ließ. Ich löste mich von ihm und musterte ihn.
„Du siehst anders aus. Älter und… anders.“
„Wow danke.“ Lachte er.
„Und wie sehen wir aus?“ machte Calum darauf aufmerksam, dass sie auch noch da waren. Augenverdrehend wandte ich mich zu den Jungs und zog auch jeden von ihnen in eine fröhliche Endlich seid ihr wieder da  Umarmung.

„Erzählt schon, was war das beste an der Tour?“ fragte ich, als wir uns alle in meinem Auto fanden. Ashton, welcher direkt hinter mir saß, zog sich an meinem Sitz nach vorne und plapperte sofort drauf los.
„Das ist eine gute Frage Harley, also eigentlich war jede Stadt unglaublich. Wir haben ja quasi etwas von fast jedem Kontinent gesehen! Ich wäre ehrlich gesagt auch gerne in Asien gewesen…“
„Ich auch!“ unterbrach ihn Michael.
„…aber das können wir ja bei der nächsten Tour machen.“ Fuhr Ashton fort.
„Ihr geht schon wieder auf Tour?“ fragte ich ein wenig enttäuscht und sah kurz zu meinem Beifahrer. Er nickte leicht.
„Im Februar.“ Seufzend konzentrierte ich mich wieder auf das Autofahren und hörte mir nebenbei die Tour Geschichten der Jungs an.

Als wir die anderen abgesetzt hatten, fuhren wir endlich in unsere -das klang so surreal, wenn man bedachte, dass ich in den letzten fast vier Monate allein dort gelebt hatte- Wohnung.
„Wow. Sah es die ganze Zeit so ordentlich aus oder hast du einfach aufgeräumt, bevor ich kam?“
„Was denkst du denn?“ fragte ich grinsend. Luke stellte seine Taschen und seinen Koffer in die Küche und sah sich um.
„Hat sich nicht viel verändert hier.“
„Tu nicht so, als wärst du vier Jahre  weg gewesen. Erzähl lieber irgendwas.“ Forderte ich ihn auf und ließ mich auf einen der grauen Küchenstühle fallen. Seufzend nahm er auf dem Stuhl gegenüber Platz.
„Ich hab vier monatelang nur über die Band und das Tour Leben gesprochen, erzähl du mir lieber, was du hier gemacht hast.“
„Also mein Alltag war bei weitem nicht so spannend wie deiner. Ich war schließlich hauptsächlich arbeiten oder in der Uni. Und wenn ich gerade nicht arbeiten oder in der Uni war, war ich zu Hause und habe Serien geguckt oder habe mich von Sooki zwingen lassen, ein soziales Leben zu führen.“
„Oh Gott.“ Lachte er. „Hat sie dich wieder mit irgendwelchen Kerlen bekannt gemacht?“
„Laufend. Ich kenne jetzt James, Derek, Tony, Mitchell, Leo und Jameson. Dass es wirklich Leute mit dem Namen Jameson gibt, hab ich vorher nicht für möglich gehalten und langweilig waren sie alle, das war unglaublich. Glaubst du irgendwer von denen, hat schon mal von guten Bands oder Filmen oder Serien gehört? Kein einziger, aber was soll man erwarten, wenn man Sooki die Auswahl lässt.“ Seufzte ich.
„Gott ich hab das hier vermisst.“ Lächelte er und sah sich erneut in der Wohnung um.
„Noch einmal Luke, du warst hier schon öfter und du warst nur vier Monate weg, okay? Hast du Hunger? Wir können zu Andrew’s gehen und uns Pfannkuchen machen lassen. Es sei denn, du hast im Flugzeug gegessen.“
„Um kein Flugzeugessen der Welt würde ich mir Andrews Pfannkuchen entgehen lassen! Na los!“ meinte er und damit brachen wir auf. Andrew’s war ein kleiner Laden zwei Straßen weiter, den Luke und ich entdeckt hatten, kurz nachdem wir eingezogen waren. Dort gab es das beste Essen in der Nähe und Andrew weigerte sich niemals, uns selbst um 15 Uhr Frühstück zu servieren.
„Luke! Heureka! Ist denn schon Montag? Ich hab mir gleich als Harley es das erste Mal erzählt hat, im Kalender eingetragen, ab wann ich wieder mit euch beiden im Doppelpack rechnen kann! Na endlich! Ich dachte schon, ich muss mir wieder das Gerede von diesem Jameson antun! Harley du solltest Sooki wirklich erklären, dass sie aufhören soll, dir solche Typen anzudrehen, das ist ja nicht auszuhalten. Pfannkuchen?“ beendete er seinen Monolog und erntete dafür ein Nicken meinerseits. Luke und ich ließen uns an unserem üblichen Tisch am Fenster nieder. Es war wirklich schön, dass er wieder da war.

Kurze Zeit später, stellte uns Andrew die Teller hin und lächelte uns an.
„Es ist so schön, dass du wieder da bist Luke.“ Und damit verschwand er wieder hinter dem Tresen.
„Harls?“
„Mhm?“ war das einzige, was ich hervorbringen konnte, da ich mir schon die erste Gabel Pfannkuchen in den Mund gesteckt hatte.
„Versprich mir, Andrew das nächste Mal bessere Gesellschaft zu leisten, ist ja fast angsteinflößend, wie er sich freut, mich zu sehen.“
„Luke sieh’s ein.“ Schluckte ich den Bissen hinunter. „Andrew steht auf dich, das ist nicht zu leugnen.“ Grinste ich und ich hatte damit nicht Unrecht. Andrew war durchaus schwul, was natürlich kein Problem war, allerdings fand Luke seine zweideutigen Anspielungen eher weniger gut.
„Ich weiß.“ Seufzte er.

Nach unserem ausgiebigen Frühstück und einem weiteren Ich bin überglücklich, dass du wieder da bist und ich hoffe, du freust dich auch, mich zu sehen  Grinsen von Andrew, verschwanden wir wieder in der Wohnung, wo Luke sich erstmals daran machte, seine Sachen auszupacken und ich mich damit beschäftigte, auf Sooki zu warten, welche vorbei kommen wollte. Ein Klingeln und ein „Ich bin’s!“ hallten durch die Wohnung und ich öffnete augenverdrehend die Tür.
„Ob du es glaubst oder nicht, ich wurde gerade auf der Straße angesprochen, weil ich einmal mit dir und unseren Sommerfanatikern gesehen wurde. Apropos wo ist denn unser Leadsänger?“
„In seinem Zimmer.“
„Luke beweg deinen süßen Arsch hier her, du kannst dich nicht davor drücken!“ rief sie durch die Wohnung, woraufhin Luke dieser Tätigkeit nachging.
„Halleluja der Kerl hat sich gegen das Rasieren entschieden.“ Grinste sie und umarmte ihn.
„Freut mich, dich wiederzusehen.“ Lächelte er höflich und verschwand dann wieder in seinem Zimmer.
„Und du bist sicher, dass du dich nicht doch mal an ihn ranschmeißen willst?“ grinste sie vielsagend und folgte mir in mein Zimmer.
„Du bist unglaublich.“ Seufzte ich und ließ mich auf mein Bett fallen.
„Wenn du jetzt einschläfst, bring ich dich um meine Liebe.“
„Ich bin um 9 aufgestanden, wieso kommst du auch auf die Idee, halb 1 hier anzutanzen?“
„Damit du und unser Frontman keine unanständigen Dinge anstellt und jetzt mach Platz da, wir haben Harry Potter Filme vor uns.“ Sooki war die Art beste Freundin, die gerne mal mitten am Tag vorbei kam und irgendeinen Film mitbrachte, bei dem sie sich weigerte, ihn allein zu gucken, wenn sie doch eine beste Freundin hatte. Luke hatte sich offensichtlich nach dem Auspacken dazu entschlossen, zu schlafen, was meine Wenigkeit für den Rest des Tages erstmal knicken konnte, aber ich konnte Sooki einfach nichts übel nehmen. Nach 2 ½ Harry Potter Filmen, Luke hatte sich beim 3. Film zu uns gesellt, beschlossen wir Pizza zu bestellen und wo Pizza war, war auch Michael Clifford. Es war, als hätte er einen sechsten Sinn, was Pizza bei seinen Freunden anging, denn irgendwie tauchte er immer kurz davor plötzlich auf, weshalb wir so oder so immer eine Pizza mehr bestellten, damit auch ja niemand leer ausging. Allerdings hatte Michael den Rest der Band im Schlepptau, weshalb Sooki gleich nochmal beim Pizzadienst anrufen konnte und so saßen wir zu sechst mit Pizza auf meinem Bett und sahen Harry Potter. Ich hatte diese vier Idioten so unfassbar vermisst, es war fast lächerlich.

Gegen drei Uhr morgens entschlossen sich dann aber alle nicht hier Wohnenden, die Wohnung zu verlassen und ließen Luke und mich mit sechs leeren Pizzakartons allein.
„Ich hab diese Filmeabende vermisst.“ Seufzte ich und machte mich daran, die Kartons wegzuräumen.
„Du glaubst nicht, wie sehr ich das vermisst habe. Sei mal 4 Monate mit Calum, Michael und Ashton auf engstem Raum.“ Lachte er und half mir beim Aufräumen.
„Die Wohnung war ziemlich einsam ohne dich. Sooki hat fast jede Nacht hier übernachtet, also wunder dich nicht, wenn sie jetzt noch öfter vorbei kommt als sonst schon. Sie fühlt sich jetzt wahrscheinlich hier zu Hause.“ Grinste ich.
„Kein Problem.“ Lachte er.
„Hey Harls kann ich bei dir schlafen? Ich habe 4 Monate in einem kleinen Bett im Tour Bus und ab und zu in Hotelbetten geschlafen, wenn ich jetzt wieder allein in meinem riesigen Bett schlafe, krieg ich wahrscheinlich Platzangst.“
„Dir ist klar, dass man Platzangst eigentlich nur kriegt, wenn man zu wenig Platz hat?“
„Ich nehme das als ja?“
„Von mir aus.“ Luke und ich kannten uns seit unserer Kindheit und haben seitdem so oft gemeinsam in einem Bett geschlafen, dass es theoretisch gesehen unnormal wäre, wenn wir dies nicht ständig täten.

Luke kam mit einem T-Shirt und einer seiner Boxershorts in mein Zimmer getrottet und legte diese auf mein Bett. Ihm war klar, dass ich ihn so oder so danach gefragt hätte. Seine Sachen waren auf magische Weise einfach bequemer als meine, selbst wenn es sich dabei nur um ein simples T-Shirt und eine Boxershorts handelte, weshalb es für mich schon fast qualvoll war, vier Monate lang in meinen eigenen Sachen zu schlafen. Als ich mich umgezogen hatte, legte ich mich auch endlich ins Bett und sofort kroch Luke näher, schlang seine Arme um mich und vergrub sein Gesicht in meinem Nacken. Wir waren so lange befreundet, dass dieser Akt vollkommen normal für uns war.
„Du riechst nach Harley.“ Flüsterte er und darauf folgte ein Gähnen.
„Woran liegt das nur?“ grinste ich. Ich spürte ein Schulterzucken seinerseits und seinen warmen Atem in meinem Nacken.
„Ich hab dich vermisst.“ Flüsterte er.
„Ich dich auch. Und jetzt lass uns endlich schlafen, Sooki hat uns lange genug wach gehalten und ich musste heute um neun aufstehen.“
„Ich bin froh, dass ich nicht die einzige unnormale Person in dieser Wohnung bin, die um neun als zu früh ansieht.“ Lachte er leicht.
„Gute Nacht Luke.“
„Gute Nacht.“
Und damit schliefen wir auch irgendwann ein.


Wenn ich dachte, dass Andrew Luke gestern schon für seine Verhältnisse stärker angemacht hatte als sonst, wusste ich nicht, wie ich es heute nennen sollte.
„Luke!“ rief er freudig und führte uns sofort zu unserem Tisch, wofür ich ihm selbstverständlich unglaublich dankbar war, da es in diesem kleinen Laden natürlich unglaublich schwer war, seinen Stammtisch auf eigenständige Weise zu finden.
„Wow Luke so richtig ausgeschlafen siehst du ja noch besser aus, mit deiner neuen Frisur und dem Bart… Was wollt ihr essen?“ fragte er übertrieben lächelnd und hielt seinen kleinen Notizblock bereit. Andrew brauchte diesen Block nicht und noch weniger brauchte er uns zu fragen, was wir essen wollten, denn wenn wir zum Frühstück bei Andrew waren, endete es doch immer gleich.
„Pfannkuchen.“ Antworteten wir beide synchron und Andrew nickte freudig.
„Kommt sofort.“ Flötete er und verschwand in der Küche.
„Also stehen in nächster Zeit wieder irgendwelche Bandaktivitäten an?“ fragte ich interessiert.
„Morgen ist ein Interview für einen Radiosender, aber heute hab ich nichts vor.“
„Das ist gut. Wir müssen nämlich einkaufen gehen und da ich das gute vier Monate alleine oder mit Sooki machen musste, kommst du mit.“ Einverstanden nickte er. Ich hatte den Herbst vor einigen Tagen noch als furchtbar bezeichnet, aber im Moment konnte mir nicht mal der Herbst irgendwas versauen. Ich hatte meinen besten Freund wieder und das ließ Probleme des nervigen, regnerischen, obwohl sich das im Moment etwas in Grenzen hielt, kalten Herbstes für eine Zeit in den Hintergrund rücken. Als Luke und ich das erste Mal bei Andrew’s essen waren, war es auch Herbst. Es war kurz nach unserem Einzug und wir hatten uns an den damals einzigen freien Tisch gesetzt, welcher sich später als unser Stammtisch herausstellte. Es hatte in der Nacht davor geregnet und dementsprechend sah es draußen auch aus. Vor Andrews Laden standen ein zwei Bäume, die auch ihre Frühwinter Depression durchliefen und ihre Blätter fallen ließen. Auf dem Bürgersteig vor Andrew’s war ein kleines Loch, nicht tiefer als 20cm und nicht größer als 60cm, in dem sich sehr gerne eine Pfütze bildete, wenn es geregnet hatte. An diesem Tag entdeckten wir unsere Sympathie für diesen Fensterplatz, da man diese Pfütze von dort aus perfekt beobachten konnte und es passierte nicht selten, dass eine der geschäftstätigen, viel zu gestressten Mütter mit ihren 3-8 jährigen Kindern an Andrews Laden vorbei gingen und wenn sie so an ihren Telefonen hingen und mit einem interessierten Kunden sprachen, passierte es gern mal, dass das Kind Gefallen an der Pfütze fand und mit Freude und unglaublichem Spaß in diese hinein sprang, welche es aber nie für so tief gehalten hätte und damit die Stiefel und das Ende des Mantels dieser Mütter mit Wasser nässte. Die empörten Blicke der Mütter waren unbezahlbar. Das und die Pfannkuchen waren der Grund, warum Luke und ich am nächsten Tag wieder zu Andrew kamen und uns an denselben Tisch setzten. Damit begann nicht nur unsere Sympathie diesem Laden und des Fensterplatzes gegenüber sondern auch die von Andrew Luke gegenüber. Etwas Gutes hatte der Herbst also auch ab und zu. Und belustigend war er auf jeden Fall.

Andrew stellte uns die Teller auf den Tisch und zwinkerte Luke bei seinem „Guten Appetit“ zu. Ich würde nie verstehen, was Andrews Geheimnis bei seinen Pfannkuchen war und jedes Mal wenn ich ihn fragte, lächelte er nur geheimnisvoll und erklärte mir, dass dies ein Geschäftsgeheimnis war. Einmal hatte ich Luke dazu angestiftet, nach dem Rezept zu fragen, aber selbst der bekam nichts aus Andrew heraus. Da stand der Ladenbesitzer schon mal auf den eigenen besten Freund und es nützte einem rein gar nichts. Abgesehen von kostenlosem Ketchup für die Pommes, die Luke und ich uns manchmal abends holten, wenn niemand Lust hatte, irgendwas zu bestellen oder selbst zu kochen. „So gern ich würde Lukey, ich muss mich auch um meine Existenz kümmern.“ Erklärte Andrew jedes Mal, wenn ich versuchte, ob wir nicht dank Luke einen Preisnachlass bekommen könnten.

Nach dem Essen machten wir uns, Luke eher gezwungen, auf den Weg in den Supermarkt und besorgten dort alles, was zu Hause fehlte und landeten dann wieder in unserer Wohnung.
„Oh übrigens.“ Merkte ich an, als ich den Kühlschrank mit neuem Essen füllte, während Luke das Obst in den Obstkorb verfrachtete. „Der Herbstmarkt ist wieder in der Stadt.“ Lukes Augen leuchteten auf. An unserem ersten Abend in dieser Wohnung hatten wir tagsüber noch keine besondere Lust gehabt, irgendwelche technischen Geräte anzuschließen, da wir viel zu sehr mit dem Aufbauen der Möbel beschäftigt waren, weshalb uns unbeschreiblich langweilig war, was uns auf die Idee brachte, spazieren zu gehen. Nach ein paar Minuten an der frischen Luft konnten wir aus der Ferne Musik hören, was uns zum Herbstmarkt führte. Ein Platz voll mit Kürbissen, der Herbstmarkt ging bis Ende Oktober, Heuhaufen und Ständen mit Kürbisgerichten aller Art, Kuchenwettessen und Basteln von kleinen Strohpuppen. Dafür, dass ich den Herbst eigentlich hasste, hatte es diese Stadt geschafft ihn mir mit 20cm tiefen Pfützen und Herbstmärkten schmackhaft zu machen.
„Also wann gehen wir dahin? Heute Abend?“ fragte Luke enthusiastisch. Nickend stellte ich die letzte Packung Milch in den Kühlschrank und schloss diesen.
„Und du fandst den Herbst immer blöd.“ Spottete Luke grinsend.
„Wenn es kalt ist und es regnet und dir permanent Blätter in den Haaren hängen bleiben, wenn du nur die Straße langgehst, dann ist der Herbst auch blöd.“ Erklärte ich meinen Standpunkt zum bestimmt hundertsten Mal. Grinsend verdrehte Luke die Augen.
„Versteh schon und jetzt lass uns How I Met Your Mother gucken, das ist Regenwetter Tradition.“
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