long lost words

OneshotAllgemein / P12
Max Hardy Mike Weston
17.04.2016
17.04.2016
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Als Max nach Hause kam, war sie erstaunt, Mike dort schon vorzufinden. Eigentlich war es nur sein Auto, das sie gesehen hatte und nun ging sie neugierig - noch mit Schuhen und Mantel - durch die Wohnung, um ihn zu finden. Als er jedoch weder in der Küche, noch im Wohnzimmer oder dem Essbereich war, begann sie, sich ein wenig Sorgen zu machen. Aber wahrscheinlich reagierte sie einfach nur über.
Als sie nun einen Blick in das Schlafzimmer riskierte, fand sie ihn endlich. Er saß im Halbdunkeln auf der Bettkante und hatte sie anscheinend noch nicht bemerkt.
"Mike?", fragte Max leise.
Er sah auf und als Max seine Augen sah, musste sie schwer schlucken. Sie hatte das Gefühl, dass eine schwere Last auf ihm lag.
Vorsichtig setzte sie ich zu ihm, legte ihm einen Arm um die Schulter und zog ihn an sich. Als sie einen Blick auf den Zettel erhaschte, der in seinem Schoß lag, verstand sie, was es mit seinem Auftreten auf sich hatte.
"Oh...", flüsterte sie betroffen.
In seinen Händen, leicht zerknüllt, war ein Brief von seinem Vater, der von einer Psychopathin als Racheakt getötet wurde.
"Hey, ich bin bei dir. Egal was ist... Hast du es schon gelesen?"
Mike schüttelte den Kopf. "Nein."
"Willst du es lesen?"
"Ich weiß nicht..." Die Kraftlosigkeit in seiner Stimme verriet Max, dass er es wohl wollte, aber Angst vor dem hatte, was passieren konnte. "Doch. Ja."
Er faltete den Zettel auseinander und strich ihn glatt. Max konnte nicht anders. Sie musste mitlesen, was in dem Brief stand. Er war wohl jetzt erst aufgetaucht und dem Inhalt nach zu urteilen gar nicht wirklich für Mike bestimmt gewesen, denn sein Vater hatte aufgeschrieben, was er zu diesem Zeitpunkt gedacht hatte. Dass er nicht verstand, wie Mike sich so hatte verändern können. Wie er in normalen Situationen reagierte und dass es die gesamte Familie belastete.
Max fühlte sich von den Worten tief betroffen und sah Mike beinahe ängstlich an. Sie sah, wie angespannt er war und wie er die Hände zu Fäusten ballte. Aber er sagte nichts. Sah sie nicht einmal an.
"Mike...", flüsterte sie. Doch bevor sie weiterreden konnte, sprang er auf.
"Nein! Lass mich in Ruhe!" Er lief davon und Max beeilte sich, hinterher zu kommen, aber Mike blieb nicht stehen und Max entschied, ihm nicht hinterher zu laufen. Vielleicht brauchte er einfach ein wenig Zeit für sich. Vor der Tür blieb sie stehen und sah ihm hinterher, dann sah sie den Brief auf dem Boden liegen, hob ihn auf und seufzte leise.
Max lehnte sich in den Türrahmen und las noch einmal die Zeilen, die auf dem Blatt geschrieben standen.
Mike. Du wirst immer mein Sohn sein und du sollst wissen, dass ich dich nie als etwas anderes betrachten werde.
Aber am Wochenende haben deine Mutter und ich realisiert, dass sich vieles verändert hat. Du kannst jeder Zeit mit uns reden, aber im Moment haben wir das Gefühl, dass du das gar nicht willst. Und so kann es nicht weiter gehen. Mike, wenn wir nicht mit dir reden können, dann muss ich mich auf diesem Wege bei dir melden.
Wir machen uns Sorgen um dich. Wir können nicht verstehen, wie es dir geht oder was du durchgemacht hast. Und wir wollen dich bitten, vorerst nicht mehr zu uns zu kommen. Deine Mutter ist völlig geschockt und es belastet die Familie sehr.
Es ging noch weiter, aber Max legte den Zettel beiseite. Sie konnte verstehen, dass Mike das erst einmal verdauen musste. Er redete nicht sehr viel über seine Familie. Eigentlich redete er überhaupt sehr wenig über sich selbst. Aber er hatte erzählt, dass er und sein Vater sich vor dessen Tod verworfen hatten, weil Mike einige Probleme gehabt hatte. Und er hatte gesagt, dass er es bereute. Dass er sich gern bei seinem Vater entschuldigt hätte und dass er nun nie wieder die Chance dazu haben würde.
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