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Ace of Spades - Der Run an die Spitze

von Pik Ass
KurzgeschichteFantasy, Sci-Fi / P16 / Gen
OC (Own Character)
16.04.2016
24.04.2016
3
4.272
 
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Dieses Kapitel
1 Review
 
19.04.2016 1.986
 
Ein neues Leben


„Seine Werte normalisieren sich....er wacht auf....Puls unregelmäßig.....“
Ruckartig setzte ich mich auf. Keuchend und japsend schnappte ich nach Luft. Die Bewegung sandte mir Schmerzen durch meinen Körper, die ich bis dahin nicht gekannt hatte. Bilder der Szenerie der Verfolgung und der Ermordung meiner Schwester blitzen immer wieder in meinem Kopf auf, sodass ich aus meiner Umgebung anfangs nichts wahrnehmen oder realisieren konnte. Schnell und flach atmend sah ich mich um, ohne das meine Augen ein festes Bild packen konnten. Ich spürte wie man mich packte, wie gedämpfte Stimmen versuchten mich zu beruhigen. Aber ich konnte nicht. Ich wurde die Bilder nicht los. Erst jetzt begann ich zu realisieren was überhaupt passiert war...
Ich erbrach auf den Boden neben der Liege auf der ich saß. Das Bild meiner toten Schwester wurde mir zu viel und sandte mir Brechreiz und Heulkrämpfe. Während ich weinend und würgend an der Bettkante lag und mich  an die Decke krallte wurde mir bewusst, dass ich den letzten Teil meiner Familie verloren hatte. Sie war mein ein und alles gewesen und doch hatte ich die Gefahr in dem entscheidenden Moment nicht gut genug eingeschätzt. Mein Fehler hatte ihren Tod zur Folge. Wegen mir war sie tot und nie mehr würde ich sie lachen sehen können. Nie wieder würde ich ihre Fürsorge erleben. Keine gemeinsamen Spaziergänge mehr. Keine Zeit mehr zusammen. Nur noch Einsamkeit. Die Schuld in mir verschlang die Wut auf Dan. Sie fraß mich langsam auf und drängte mich ind den Abgrund aus Angst und Verzweiflung. „Sie ist tot....sie ist tot.....ich.....habe sie getötet.....es ist meine Schuld.....nur meine Schuld....ich.....ich....ich war es.....“, flüsterte ich immer wieder. Ich wippte leicht hin und her um mich zu wiegen und mein Blick ging in die leere. Endlich nahmen meine Augen beiläufig die Umgebung wahr. Ich befand mich in einem großen, weißen Raum. Mein Bett stand ziemlich in der Mitte und war umgeben von Tischen auf Rollen. An den Wänden waren zahlreiche Computer und weitere Geräte, die alle etwas anderes auf ihren Monitoren zeigten. Mit mir befanden sich vier weitere Personen im Raum. Eine Frau saß zusammen mit einem Mann an den Computern. Eine weitere Frau streichelte mich beruhigend während der letzte Mann auf einem Tisch Vorkehrungen für etwas traf. Sie trugen alle weiße Kittel weshalb ich annahm, dass sie Kollegen waren. Ich sah, dass einer der Männer ein Ork war. Dieser bemerkte meinen leeren Blick und versuchte freundlich zu lächeln wobei er seine weißen Hauer freilegte. Unbewusst wich ich ängstlich zurück. „Wir tuen dir nichts. Du bist in Sicherheit. Wir haben dich versorgt und lassen niemanden an dich ran. Alles ist gut “, versuchte die Frau an meinem Bett beruhigend auf mich einzureden. „Nichts ist gut! Meine Schwester ist tot! Ich bin Schuld!“, schrie ich .
Ein weiterer Mann kam durch eine große Tür die sich lautlos für ihn, in die Wände hinein, aufschob. „Na na...beruhigen Sie sich. Wir wollen doch nicht das vergangene Ereignisse zukünftige Beziehungen stören oder?“ Der Neuankömmling Schritt mit einem breiten Grinsen an den Tischen vorbei zu mir ans Bett. „Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name lautet Carson. Dr. Keith Carson. Und Sie sind...?“ Er reichte mir die Hand. Verdutzt sah ich ihn an: „Vergangenheit? Vergangene Ereignisse?!“, fragte ich lauter werdend und seine Hand ignorierend, „Meine Schwester ist gerade erst gestorben und Sie sagen mir ich soll mich nicht aufregen? Gestorben....sie wurde getötet....ICH habe sie getötet!“ Erneut überfiel mich ein Weinanfall und schüttelte mich durch. Mein Schluchzen Klang bitter und verzweifelt und spiegelte mein aufgewühltes Inneres. Dr. Carson erwiderte im Plauderton: „Was Sie unter gerade verstehen ist in Wirklichkeit schon einen...nein anderthalb Tage her. Außerdem sagt der Bericht der mir vorgelegt wurde, dass nicht Sie Ihre Schwester töteten sondern ein gewisser....Dan.....ihre Schwester hatte will die Hälfte ihre Kopfes dabei verloren steht hier. Also....an ihrem tot besteht kein Zweifel aber wer letzten Endes für all das verantwortlich war kann ich leider nicht meinen Papieren entnehmen....tut mir leid.“
Ich starrte ihn verheult und hasserfüllt an. „Ich weiß wie sie gestorben ist und wie es aussah! Ich weiß auch das dieser verfickte Dan sie getötet hat das brauchen sie mir nicht zu erklären verdammt!“ Der Doc begegnete meinen Worten mit einem Lächeln. „Ja dann ist doch alles geklärt. Dan hat sie getötet, Dan ist schuld. Ist doch gar nicht so schwer oder? Sie werden jetzt ganz böse und wollen Rache und wir wollen Sie wieder gesund machen damit Sie Ihre Rache topfit kriegen. Ist das nicht klasse? Wir machen unseren Job, damit Sie Ihren machen können. Nebenbei wird Ihre Rache sicher blutig und beeindruckend. Nicht das wir das gerne sehen wollen, ich versuche Sie lediglich psychologisch zu beruhigen indem ich Ihr Gehirn mit den Gedanken füttere die es haben will. “
Ich sah ihn fassungslos an und konnte nicht glauben was er da gerade sagte. Während er meine Wut Dan gegenüber schürte, die die Trauer kurzzeitig verdrängte, überlud er meine Gedanken mit seinem merkwürdigen Psycho- Gefasel wodurch ich mit den Gedanken ein wenig von der Bahn kam. „Sie verfehlen Ihr Ziel doch wenn Sie mich darauf hinweisen, dass sie mich versuchen zu beeinflussen. “
Zufrieden wandte sich Carson zu mir und grinste: „Anscheinend nicht. “ Verwirrt grübelte ich darauf herum. „Also“ , versuchte er einen weiteren Anlauf um zu mir durchzukommen, „Sie sind?“ Ich sah ihm in die Augen und straffte die Schultern, was Schmerzen in meinem Rücken auslöste, woraufhin ich leicht gepresst hervorstieß : „Kazuya....mein Name ist Kazuya. “ Dr. Carson sah sich eine Akte durch und lächelt. Er notierte was. „Kazuya, Metatyp Elf, Geschlecht männlich, keine Cyberware, magische Begabung durchaus wahrscheinlich. “ Ich sah den Arzt verdutzt an. „Ich bin magisch nicht begabt. “ Der Doc kichert leicht und sah zu den anderen. „Was habe ich gesagt Leute? “ Der Ork sah verwirrt auf : „Das eine magische Begabung wahrscheinlich wäre...“ Der Doc triumphierend: „Aha! Das bedeutet nicht das es sein MUSS! Es kann sein, es ist wahrscheinlich, WAHRSCHEINLICH. “ Ich fühlte mich wie ein dummes Kleinkind. „Hab's ja verstanden... “ Carson notierte mehr und schüttelte dabei grinsend den Kopf. „ Wirklich? “ „Ja verdammt! “ Langsam versuchte ich aufzustehen. Das Weinen und die Übelkeit  zogen ein leichtes Schwindelgefühl und Kopfschmerzen mit sich. Ich schob die Beine langsam über die Bettkante und bemerkte das ich eine neue Jeans an hatte. „Wieso trage ich keinen Kittel oder was sonst so für Untersuchungen üblich ist? “ , erkundigte ich mich bei dem Doc. Statt ihm antwortete die Dame, die vorher bei mir gesessen hatte : „War Anordnung. Wir sollten dich bequem anziehen und da du vorher eine Jeans an hattest, dachten wir, wir ziehen dir eben eine neue an. Wir kennen dich ja nicht. “ Meine Blicke wanderten an mir hoch. Ich merkte, dass ich Bandagen um Bauch und Rücken trug. Sie begannen knapp unter dem Hosenbund und waren bis knapp unter meine Brust hoch gewickelt. Dr. Carson kam zu mir: „Sie sind soweit genesen. Wir haben die Kugel aus ihrem Rücken entfernt und sie einer magischen Behandlung unterzogen. Sie sollten eventuell einen Psychologen aufsuchen. Der Leiter dieser ganzen Sache hat gesagt wir sollen Ihnen eine Unterkunft in dem Hauptgebäude seines Sitzes besorgen. Möchten Sie vorher noch was erledigen? Wenn nicht heißt es für Sie Reisetasche packen und los. “ Und wieder musste ich ihn verdutzt ansehen: „ Was? Wieso? Wer ist der Leiter? “
„Also ich werde es nicht nochmal wiederholen. Wieso? Weil er es gesagt hat und wer finden Sie eben dann heraus. “ Ich wusste nicht was ich davon halten sollte. Unfähig klar zu denken weil mich die vergangenen Ereignisse eingeholt hatten und festhielten, konnte ich keine Entscheidung treffen. „Ich möchte raus, ein wenig nachdenken.“
Der Doc brachte mir ein neues Shirt und auch eine neue Jacke. Als ich beides anzog staunte ich nicht schlecht: „Wow. Das ist echt bequem und fühlt sich anders an als meine Sachen. “ „Haha jaaaa das ist wohl wahr. Ist auch Leder“ , antwortete Keith Carson. Meine Augen weiteten sich. „Echtes? “ Der Arzt nickte.

Meine Jeans saß nicht mehr so schlabberig und die schwarze Jacke saß wie angegossen. Ich hatte mir eine Kapuze übergezogen und schlenderte die Straße entlang die ich am Tag vorher noch hinauf geflüchtet war. Meine blicke wanderten über den See. Die Bilder der Augen, die ich im Wasser gesehen hatte, blitzten in meinen Gedanken auf. Was hatte ich da genau gesehen? Mit wem hatte ich gesprochen? Langsam schlenderte ich weiter und meine Schuhe schlurften über den Asphalt. Die frühe Nachmittags Sonne verbarg sich hinter einer grauen Wolkendecke.
Je näher ich meinem zuhause kam, desto langsamer, nervöser und deprimierter wurde ich. Meine Hand strich an der kaputten Hauswand entlang.  An der Ecke blieb ich stehen. Die Tür schlug wegen des Windes auf und zu, da das Schloss nicht richtig packen konnte. Langsam trat ich ein. Durch das kaputte Dach und die halb niedergerissenen Wände drang Licht in das Zimmer. Blut war das einzige was ich von meiner Schwester fand. Sie war nicht mehr da. Ich sank auf die Knie und versuchte die Tränen zu unterdrücken. Ich hatte mir geschworen keine Schwäche zu zeigen. Bei meinem Erwachen hatte ich es nicht geschafft aber jedes weitere mal war eine immer wieder aufs neue eine Niederlage für mich, die mich immer weiter in den Abgrund der Verzweiflung und Hilflosigkeit stieß.
Meine Augen reibend zwang ich mich wieder auf die Beine. Ich wollte gucken ob meine Freunde und die Freunde meiner Schwester Vorkehrungen für eine Bestattung getroffen hatten.

Auf dem Weg zum Friedhof hatte ich Blumen gesammelt um mich selbst zu ordnen und alles erneut zu durchdenken und zu verarbeiten. Bereits bevor ich durch das Tor kam, konnte ich zwischen den metallenen Stangen des Zaunes die kleine Gruppe meines Freundeskreises erkennen. Zögernd zwang ich meine Beine weiter. Sie wollten das Tor nicht passieren und fühlten sich mit jedem Schritt schwerer an.
Als mich zwei der Freundinnen meiner verstorbenen Schwester sahen wandten sie sich direkt ab und verließen den Friedhof sofort mit eiligen Schritten. Eine Freundin blieb. Auch drei meiner Freunde waren da, die mich stumm und bedrohlich musterten. „Du verdammtes Arschloch! “ , schrie Ryu und ging auf mich los. Er war ein großer starker junger Mann, etwa zwei Jahre jünger als ich. Er drosch auf mich ein als wir zu Boden gingen und ich wehrte mich. Körperlich war ich ihm überlegen aber ich wollte ihn nicht verletzen. Ich wusste das er in meine Schwester verliebt war und konnte seine Wut nachvollziehen. Mein älterer Kumpel , Dingo, zog Ryo von mir runter und schubste ihn leicht in den Dreck. Er reichte mir die Hand, die ich dankend nahm. Er zog mich hoch doch statt einfach auf den Füßen zu landen bekam ich sein Knie in die Magengegend gerammt und sackte gleich wieder in die Knie. Dann ging Dingo mit den Worten: „Ich will bei meinem Tod keinen emotionslosen Spacken zusehen haben. Eine Schwester wie sie hattest du nicht verdient. “
Ryu scheuerte mir noch eine woraufhin ich in den Dreck kippte. Mein letzter Kumpel sah mich unentschlossen an. Dann ging er. Zwar tat er mir nichts aber er half mir auch nicht. So lag ich im Dreck neben dem selbstgefertigten, provisorischen Grabstein meiner Schwester. Auf meiner Zunge schmeckte ich Blut von der Rangelei mit Ryu. Eine Träne rann mir aus dem Augenwinkel runter. „K- keine....Schwäche....“ Ich konnte nicht mehr. Das Beben meiner Unterlippe war nicht zu stoppen und die Tränen unaufhaltsam.

Am Abend hatte ich mein ganzes Zeug gesammelt und ging auf dem Dach des Gebäudes, offensichtlich eine Art Krankenhaus eines noch frischen Unternehmens, in dem ich selber versorgt worden war, zu dem Heli der mich zu diesem „Leiter“ sollte. Meine Haare waren zerzaust und dreckig. Mein Gesicht starrte ebenso vor Dreck und meine neuen Klamotten waren genauso verunreinigt. Ich zog mich zum Heli hoch und sah nochmal in Richtung Friedhof. „Ich kann nichts wiedergutmachen....aber ich kann dich rächen....ich werde dich rächen.....verzeih mir.....“ und mit diesen Worten stieg ich ein um meinem neuen Leben ein Schritt näher zu kommen.
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