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Ace of Spades - Der Run an die Spitze

von Pik Ass
KurzgeschichteFantasy, Sci-Fi / P16 / Gen
OC (Own Character)
16.04.2016
24.04.2016
3
4.272
 
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16.04.2016 1.217
 
Ace

Es war eine wunderschöne Nacht. Naja...sofern man irgendwas in diesem Kaff schön nennen kann. Jedenfalls war es dunkel sodass man die Gassen und Winkel der heruntergekommenen Kleinstadt kaum sah. Es sei den man hat seine Augen soweit modifiziert, sodass selbst die Dunkelheit diese dreckige Gegend nicht verbergen konnte. Ich persönlich brauchte keine derartige Modifikation. Jap, ich habe das „Glück“ ein Elf zu sein. Ich bin nicht stolz drauf...man erweckt überall Misstrauen und Argwohn wenn man nicht gerade aufgrund seiner ach so tollen elfischen Schönheit vergöttert wird. Zumindest wenn man Zeit dazu hat. Ich selbst finde da keine Zeit. Wie auch bei dem ganzen Stress und dieser ganzen Gang Streitigkeiten in diesem elenden Drecksloch. Kein Tag vergeht ohne eine Schießerei. Manchmal frage ich mich ob ich nicht auch ein Runner ganz oben in der Liga sein könnte.

Mein Weg führte mich aus einer Gasse heraus in eine Allee wo ich gemütlich an den kaputten Bäumen entlang schlenderte. Wegen der flackernden Laternen und der summenden Neonreklamen erkannte man vereinzelt kaputte Autowracks auf der Straße. Nebenbei auch noch umgekippte Mülltonnen in denen Ratten wühlten und gar nicht mal so selten auch Alkoholjunkies die ihrem Saufgelage zum Opfer gefallen sind. Ich versuchte es zu vermeiden über sie hinweg oder auch nur zu nah an ihnen vorbei zu gehen. Ich selbst gab vermutlich auch keinen besseren Anblick nach außen. Meine Haare waren schwarz und hingen mir zerzaust ins Gesicht. Meine strahlenden, kupferfarbenen Augen stachen aus meinem bleichen Gesicht heraus. Meine schwarze abgetragene und zerschlissene Lederjacke machte mich breiter als ich war. Die schwarze gerissene Jeans an meinen Beinen wirkte ein wenig zu schlabberig. Stolz war ich aber auf meine schicken schwarzen Schuhe. Die hatte ich an dem Morgen gerade frisch geklaut.
Ich steuerte auf ein kaputtes Haus. Innen brannte eine Kerze und davor saß meine Schwester. Sie war etwa fünfzehn Jahre alt und damit knapp sieben Jahre jünger als ich. Stumm warf ich ihr die Tüte zu, die ich die ganze Zeit mit mir rumgeschleppt hatte. Sie sah auf und schaute sich  den Inhalt der Tüte an. „ Wow...Ein Apfel....ein Stück Brot und eine Wurst.....danke...“
Ich grummelte zurück: „ Mhm...gerne.“ Sie sah mich traurig an. „Alles gut?“ Ich sah zu ihr. „Weißt du...all die Jahre habe ich gespart und immer nur das nötigste ausgegeben...heute habe ich mir endlich den letzten Teil meiner Ausrüstung verdienen können aber ich bezweifle das ich den shit such nur einmal benutzen werde...ich muss dich ja versorgen...“ Sie sah traurig zu Boden. „ Sie haben gesagt sie wollen mich heute holen und dich Umbringen Kazuya....“ Ich stockte....meine Hände ballten sich zu Fäusten und ich spürte wie kochend heiße Wut in mir aufbrodelte. Seit Wochen wurden meine Schwester und ich von Bikern bedroht...sie nahmen uns immer das Geld weg, welches ich nicht verstecken konnte....oder nahmen mir meine Schwester für Stunden oder sogar Tage weg, sodass ich nicht wusste was mit ihr passierte. „Sollen diese Drekheads ruhig kommen. Diesmal bin ich vorbereitet...“ Meine Schwester sprang entsetzt auf und schluchzte : „ Kazuya bitte lass das!!! Du darfst dich nicht wehren! Vielleicht lassen sie dich dann am Leben!!“ Ich begann mich auszurüsten und knurrte zurück: „Diesmal nicht Asuka...Diesmal werden sie sich ordentlich wundern und dann verpasse ich diesen Ärschen ein paar ordentliche Schüsse in ihre verfickten Hohlbirnen...“ Asuka begann bitter zu weinen und draußen hörte man bereits die Motoren der Bikes. Keinen Augenblick später kamen auch schon die Ganger rein. Alle in Bikerjacken. Mindestens die Hälfte der Männer hatte Tattoos oder Kunstnarben. Ihr Boss, Dan, grinste breit: „ Sieh an sieh an. Der Junge hat ja mal was ordentliches an...oh und eine Waffe trägt das Bürschchen auch. Was wird denn das wenns fertig ist ?“ Ich starrte ihn hasserfüllt an und meine hand legte sich um meine neue Waffe. Eine Savalette Guardian. Sie gehörte zu den schweren Pistolen. Als ich sie fest im Griff hatte, aktivierte sich das Smartgunsystem und projizierte mir das Ziel der Waffe auf meine Netzhaut....Wie ein Fadenkreuz ohne den blick durch ein Zielfernrohr zu sehen. Dan grinst. Er war wesentlich länger im Geschäft als ich und sah meine Bewegungen alle...jede Kleinigkeit. „Na na Freundchen“, sagte er grinsend und zielte auf meine Schwester. „ Hand weg oder ich schieße“, spuckte er mir entgegen und zeigte dabei seine gelben dreckigen Beißer. Ich zögerte. Wie schnell konnte ich schießen? Ein Schuss fiel und ich zuckte heftig zusammen. Meine Schwester kippte zur Seite nachdem ihr halber Kopf aufgrund des Schusses im Raum verteilt war. Dan grinste mich an: „Weißt du, ich bin nicht der Typ der erst bis drei zählt und das ganze unnötig in die Länge zieht. Das mit deiner „Wohnung“ tut mir aber sehr leid. Ich wollte keine Sauerei veranstalten.“ Er und seine Gang lachten los. Meine Paralyse schlug erstaunlich schnell in einen von Wut getriebenen Anfall um. Meine Waffe den ersten Ganger und wie aus einem Instinkt heraus betätigte mein Finger den Abzug der Pistole. In einer flüssigen Armbewegung zog meine Waffe einen Bogen und mein Finger sandte Kugeln los. Während der erste Schuss noch zielgenau traf und direkt tötete, merkte man bei den folgenden Schüssen meine Unkenntnis und meine Gegner wurden bestenfalls schwer verletzt. Mit dieser Aktion konnte ich aber sehr gut für eine Flucht sorgen da ich meine Gegner offensichtlich schwer überrascht hatte. Ich rannte aus dem Gebäude und versuchte verzweifelt nachzuladen. Leider hatte ich mich vorher nicht genug mit der Waffe auseinandersetzen können sodass mir das Nachladen äußerst schwer fiel. Meine Beine trugen mich immer weiter von meinem zuhause weg zu einem See hin. Orientierungslos hoffte ich meinen Verfolgern zu entkommen. Aber schon bald sah ich wie die Scheinwerfer der Motorräder hinter mir leuchteten und die jaulenden Motoren von wütendem Gebrüll begleitet wurden. Schüsse schlugen um mich herum in den Boden und das Wasser. Ein Schuss streifte meine Schulter und der Schmerz zuckte durch meinen ganzen Körper. Er wollte meine Beine zum Nachgeben zwingen, aber mein Wille war stärker. Plötzlich landete eine Granate gerade noch in meinem Blickfeld ehe ich halb dran vorbei war. Mit einem großen Sprung nach links zum Wasser hin wollte ich mich retten. Die Schüsse folgten meinem neuen Kurs den ich nicht mehr ändern konnte. Die Explosion der Granate hob mich noch ein ganzes Stückchen höher und weiter zur Seemitte. Meine klamotten fingen in der Luft noch Feuer und Ich spürte wie Kugeln durch das Leder meiner Jacke in meinen Rücken drangen. Der Schmerz raubte mir den Atem. Dieser fehlte mir dann auch noch als ich im Wasser landete. Der Schmerz war überwältigend und benebelnd. Mein Blick verschwamm langsam. Eine Frage jagte durch meinen Kopf. „Wer bist du?“
„Ich...bin Kazuya.“
„Wirklich? Willst du als Kazuya sterben?“
„Nein...ich will nicht sterben...ich will leben...mein Tod sollte der eines Runners sein und nicht der eines armen Gauners...Ich wollte als Ace mein Leben leben...“
„Als Ace....dein Traum - Ich....Dein Bild eines Runners?“
„Ja...“
Mir wurde in meinen letzten Augenblicken klar das ich gar nicht mit mir selbst redete. Die Stimme in meinem Kopf...die Laute die nur ich hörte...hörten sich nicht an wie meine Stimme. Bevor mein Blick schwand sah ich in riesige, leuchtende, geschlitzte Augen und wieder erklang die Stimme: „Für Kazuya ist es vorbei mein Junge...aber Ace wurde in dieser Nacht gerade erst geboren“
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