Goodbye my Lover

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Alison DiLaurentis Aria Montgomery Emily Fields Hanna Marin Spencer Hastings
16.04.2016
16.10.2016
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Guten Tag, meine lieben Leute.

UNBEDINGT LESEN: Alle kursiv geschriebenen Texte über mehr als ein paar Zeilen sind Flashbacks, alles darunter sind Gedankengände der handelnden Person. Dies ist derzeit Emily und ich glaube auch, dass sich das nicht ändern wird, aber ich weiß es noch nicht hundertprozentig. Ich muss vorwarnen, dass es wahrscheinlich eine nicht ganz so Emison-lastige Story werden wird und die meisten Emison Momente in Flashbacks passieren werden, weshalb jeder selbst schauen sollte, ob er diese Geschichte jetzt gut findet oder nicht. Ich versuche immer so viele Momente wie möglich einzubauen, aber zu viele passen auch nicht zur Hauptstory der Fanfiktion.


(1)

Fünf Jahre nachdem -A enttarnt wurde...
     
Fünf Tage bis zur Hochzeit.

Montag


Emilys POV

Es gab zwei Anlässe nach Rosewood zurückzufliegen.

Der erste Anlass war eine Anhörung aufgrund der Entlassung von –A. Es hatte sich all die Jahre niemand anderes als Wren Kingston hinter diesem Buchstaben versteckt und uns durch die Hölle geschickt. Die psychiatrische Klinik hatte uns vorgeladen, unsere Meinung als involvierte Opfer zur Entlassung preiszugeben. Nachdem sich zusätzlich herausgestellt hatte, dass es sich bei Wren um Alisons ältesten Bruder handelte, erzählte Hanna mir, dass Alison uns fragen würde, positiv über die Entlassung zu reden. Alison glaubt wohl, dass es besser ist, wenn er in Freiheit lebt und zwar bei ihr zuhause. Ich glaube eher, dass Alison selbst endlich eine funktionierende Familie haben möchte. Da Jason in der Versenkung verschwunden ist und niemandem erzählt hat, wo er ist, will Alison unbedingt, dass Wren entlassen wird – was mit dem zweiten Anlass zusammen hängt.

Wren soll entlassen werden, damit er auf Alisons Hochzeit anwesend ist.
Es war einer ihrer Wünsche, sich vor ihrem großen Bruder zu vermählen. Sie wollte definitiv, dass er dabei war und sie schien in den letzten fünf Jahren, in denen sie sich immer Zeit für ihn genommen hatte, ihm vergeben zu haben. Hanna erzählte mir, dass sie von uns hören wollte, dass wir keine Angst mehr haben, dass wir uns weiterhin sicher fühlen, wenn er frei ist. Alisons Hochzeit fand nur einige Tage nach der Anhörung statt, weshalb dies die einzige Chance war, ihn dabei zu haben. Es war an sich kindisch und ein Sprung zurück in unsere alten High School Ichs, das zu tun, was Alison wollte. Ich stellte mir seitdem ich mit Hanna darüber gesprochen hatte die Frage, ob ich mich wirklich sicher fühlen würde, wenn Wren wieder frei wäre. Insbesondere würde er auf der gleichen Veranstaltung wie wir sein, also in unmittelbarer Nähe. Ich beruhigte mich selbst mit dem Gedanken, dass es unwahrscheinlich ist, dass er mich bis nach Kalifornien, Aria bis nach Seattle, Spencer bis nach Houston und Hanna bis nach Europa verfolgen würde. Hanna und ich hatten bestimmt stundenlang deswegen telefoniert, entschlossen uns aber mitzuspielen, weil Alison immer noch unsere Freundin war.

Ich arbeitete an meiner ätzenden Hausarbeit, die ich seit circa einer Woche vor mir herschob, während ich im Flieger Richtung Rosewood saß. Der schnarchende Mann neben mir belegte meine Armlehne mit seinem Körpergewicht, weshalb er auch zur Hälfte auf mir lag. Ich bewegte immer mal wieder meine Schulter, damit er vielleicht aufwachte, aber er schien einen wirklich tiefen Schlaf zu haben und machte es mir schwer, mich überhaupt zu konzentrieren. Manchmal wünschte ich, ich hätte Spencers mentale Fähigkeiten. Wahrscheinlich müsste ich mir nie wieder Sorgen um irgendwelche Abgabetermine machen, zumindest solange Koffein im Spiel war. Ich sah aus dem Fenster und verlor mich einen Moment in Gedanken. Ich dachte über die vergangene Zeit nach und darüber, wie sehr ich mich seit meinem letzten Aufenthalt in Rosewood verändert hatte. Es waren bestimmt schon zweieinhalb Jahre, seitdem ich das letzte Mal aus Kalifornien zurückgeflogen bin. Ich will nicht sagen, dass ich die Zeit in Rosewood nicht vermisse und vor allem vermisse ich meine Mum, aber ich hab meiner Mum gesagt, dass es zu schwer für mich ist, an diesen Ort zurückzukehren, weshalb sie nach Kalifornien fliegt, wenn wir uns treffen. Ich bin froh, dass meine Mutter so ein verständlicher Mensch ist, ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass sie immer so viel für mich opfert, wenn sie bis ans andere Ende des Landes fliegt. Während ich in Gedanken aus dem Fenster schaute, ereignete sich auf meinem Bildschirm etwas, das ich gar nicht mitbekam.
Der ehemals schnarchende Mann neben mir tippte mir auf die Schulter, bei der Berührung drehte ich mich erschrocken zu ihm und schaute ihn geschockt an. Er hatte einen genervten Blick aufgesetzt, da mein Laptop ihn offenbar geweckt hatte. Er deutete mit seinem Kopf auf den Bildschirm und seufzte lautstark.
Ich wandte meine Aufmerksamkeit auf den Bildschirm und sah, dass Spencer mich per Videochat anrief. Schnell fuhr ich mit meinem Zeigefinger über das Touchpad und drückte auf Akzeptieren.

Spencers Gesicht erschien abrupt auf meinem Laptopbildschirm und auf ihren Lippen lag ein strahlendes Lächeln.

„Hey Em!“, begrüßte sie mich und neben mir ertönte erneut das Seufzen von meinem Sitznachbarn. Ich verzog das Gesicht und Spencer runzelte die Stirn.

„Hey Spence.“, antwortete ich letztendlich.

„Wann landest du?“, fragte Spencer.

„So in zwanzig Minuten, glaube ich.“, erwiderte ich. Spencer grinste, aber es war nicht irgendein Grinsen. Es sah auf eine gewisse Weise teuflisch aus, als hätte sie etwas ausgefressen. Ich zog auf meinen Gedankengang eine Augenbraue hoch.

„Sollte ich nachfragen, wieso du so teuflisch grinst?“, fragte ich vorsichtig.

„Am Flughafen erwartet dich nur eine kleine Überraschung.“, antwortete Spencer mysteriös.

„Wirklich? Bitte sag, dass einer von euch mich vom Flughafen abholt?“, lächelte ich und klatschte mir aufgeregt in die Hände.

„Nicht ganz, aber wir freuen uns darauf, dich zu sehen.“, sagte Spencer und zuckte mit den Schultern.

Spencers Augen weiteten sich, als sie hörte wie stampfende Schritte sich näherten. Im Hintergrund hörte man wie sich die Tür zu dem Raum öffnete, in dem Spencer sich derzeit aufhielt. Man hörte ein schluchzendes Geschöpf reinkommen und Spencers Namen rufen. Es handelte sich dabei ganz klar, um niemand anderes als Hanna Marin.

„Spencer…“, schluchzte Hanna. Spencer drehte ihre Kamera so, dass ich die Szenerie mitbetrachten konnte. Hannas Make-Up lief ihr die Wangen runter und sie schaute hinunter zu ihren Schuhen. Hanna sah so mitgenommen aus, am liebsten hätte ich sie in meine Arme geschlossen, nie wieder losgelassen und ihr ins Ohr geflüstert, dass alles gut werden würde. Nach dem wenigen Kontakt, den wir über die Jahre hatten, fühlte ich immer noch den alten Bund zwischen mir und Hanna. Ich vermisse ihre – manchmal dämlichen – Kommentare so sehr. Ich wette, es gibt nichts Lustigeres als mit Hanna Marin in einer langweiligen Vorlesung mit einem seltsamen Dozenten zu sitzen und sich permanent ihre Kommentare anzuhören.

„Was ist denn, Hanna Banana?“, fragte Spencer, ihre Stimme voller Sorge. Auch Spencer brach es offensichtlich das Herz, Hanna weinen zu sehen.

„Mir gefällt einfach nichts! Ich will wirklich, dass mir eines der Kleider gefällt, aber alle sind furchtbar.“, sprach Hanna schnell und gestikulierte wild dabei. Natürlich würde es um ein Mode Problem gehen, es war nach allem immer noch Hanna, die weinend dastand. Spencer streckte die Arme weit aus und Hanna kollabierte förmlich in sie hinein.

„Ach Hanna, wir finden schon das richtige Kleid für dich.“, sagte Spencer und streichelte ihren Hinterkopf. Ich konnte nicht anders als froh zu seufzen, woraufhin Hanna auf Spencers Handy aufmerksam wurde. Hannas Gesichtsausdruck änderte sich in Millisekunden von niedergeschlagen zu überglücklich. Anscheinend bei meinem Anblick.

„Emily!“, schrie sie und schnappte sich Spencers Handy. Sie ging mit ihrem Gesicht etwas zu nah an die Kamera, weshalb ich, dank der hohen Auflösung der modernen Technologie, ein paar zu viele Gesichtdetails von ihr sehen konnte. „Spence, wieso sagst du nicht, dass du mit Emily gesprochen hast?“

„Tut mir leid, Hanna. Sie gehört ganz dir, währenddessen rede ich mal mit Alison über dein Brautjungfernkleid.“, entschuldigte sich Spencer und verließ den Raum. Da wurde völlig beiläufig der Name eingeworfen, dem ich seit circa zwei Jahren aus dem Weg gehe: Alison. Es musste ja schließlich irgendwann zu dieser Konfrontation kommen.

„Hey Em, wann bist du endlich hier? Ali fragt schon die ganze Zeit, wann du kommst.“, berichtete Hanna aufgeregt.
Alison fragte die ganze Zeit, wann ich komme? Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Ich hatte eine langweilige Woche voller Alkohol und einem billigem Hotelzimmer erwartet. Nicht zu vergessen die Albträume, die mich verfolgen werden, weil ich in dieses Höllenkaff Rosewood zurückkehre. Ich hatte mir schon vorgenommen, mehr als drei Mal die Mini-Bar zusammen mit Hanna zu plündern, immerhin zahlte Alisons Verlobter für alles. Der Kerl musste einen Haufen Kohle haben, um die gesamte Hochzeit zu zahlen. Schließlich ist es Alison, von der wir hier sprechen. Ich hatte erst abgesagt, da ich insgeheim gar nicht auf Alisons Hochzeit wollte, da ich mir eigentlich vorgenommen hatte, sie nie wiederzusehen – in mir steckte nun mal immer noch der Teenager, der ich in der High School war – und ich die unausweichliche Peinlichkeit vermeiden wollte, ein Ex-Irgendwas auf der Hochzeit zu sein. Meine Ausrede war, dass ich mir den Flug und das Hotelzimmer nicht leisten könne und ich deshalb in Kalifornien blieben müsse. Wovon ich natürlich keine Ahnung hatte war, dass Alisons Zukünftiger anscheinend Microsoft entwickelt hat. Nein, Alison heiratet nicht Bill Gates, aber er hatte irgendeinen Anteil an einer riesigen Elektronik-Firma, kein Plan welche. Ich kenne nicht mal den Vornamen des Mannes, ich weiß nur, dass er Rollins mit Nachnamen heißt und er mir alles bezahlt: Meinen Flug, meinen Wagen, der mich nach Rosewood bringt, mein Hotelzimmer, den Zimmerservice. Hanna hat sogar darauf bestanden, dass ich mir ein neues Kleid kaufe, wofür er auch gezahlt hat!

„Ähm… ich würde behaupten, dass ich in 30 bis 40 Minuten da bin, abhängig vom Verkehr.“, antwortete ich. Hanna schob ihre Unterlippe nach vorne und schmollte. Mit mehr als einer halben Stunde hatte sie wohl nicht gerechnet. Im Hintergrund öffnete sich erneut die Tür, durch die Hanna vorhin hereingekommen war. Ich hörte wie sich jemand Hanna näherte und offenbar wollte Hanna die Person ansprechen, allerdings hielt sie irgendwas davon ab. Hanna sah in die Kamera, seufzte und rollte mit den Augen. Endlich weihte sie mich ein und ich sah eine in ihr Telefonat vertiefte Spencer, die ihren Finger hochhielt. Spencer schien es anscheinend sehr wichtig, die Person auf der anderen Seite genau zu verstehen.

„Miss Business Spencer…“, flüsterte Hanna, sodass ich sie gerade noch verstehen konnte. Spencer warf ihr einen genervten Blick zu. Anschließend wandte sich ihre Konzentration wieder zu dem Anruf.

„Vielen Dank. Das sind wundervolle Nachrichten, ja… oh, ich werde es ihr ausrichten und ich bin mir sicher, dass sie sich freuen wird… Wirklich? Das wäre fast noch besser! Dankeschön… Wir schauen morgen vorbei, wie viel Uhr in etwa? ... Neun Uhr? Natürlich ist das in Ordnung. Ein erneutes Dankeschön von mir und bis morgen, auf Wiederhören.“, unterhielt sich Spencer am Telefon.

„Hanna, morgen um neun Uhr darfst du deinen eigenen Entwurf bei einem Schneider abgeben und die schneidern dein Kleid bis zur Hochzeit. Rollins hat mir gesagt, dass Geld keine Rolle spielt, immer die gleiche Antwort von ihm. Ich hab alles mit Alison abgeklärt, sie ist absolut zufrieden, solange du es bist – obwohl ich mir sicher bin, dass sie innerlich gerade zusammenbricht.“, erzählte Spencer. Eine kreischende Hanna Marin weckte erneut den schnarchenden Mann neben mir im Flugzeug und ich bin mir sicher, dass ein paar Nervenzellen von Spencer Hastings dabei draufgegangen sind. Hannas Freudentanz war eine Art Kombination aus Jennifer Lawrence beim Hinfallen und Kim Kardashian beim Laufen - ich weiß auch nicht, es sah einfach nur seltsam aus.

„Em, hast du das gehört? Ich werde mein eigenes Design tragen! Das wird der beste Tag meines Lebens!“, schrie Hanna euphorisch.

„Hanna, vergiss nicht, dass es Alis Tag ist, nicht deiner.“, erinnerte Spencer sie. Spencer tippte eine Nachricht auf ihrem Handy und beachtete Hannas Überglück gar nicht. Ihr Lächeln auf ihren Lippen verriet mir, dass die Nachricht vermutlich an Toby ging oder er ihr etwas Süßes geschrieben hatte. Nur Toby hatte diese Wirkung auf Spencer, er machte sie extrem glücklich und ich weiß, dass auch er den nächsten Schritt mit Spencer plante. Einer der Gründe, weshalb ich zurückgeflogen wäre, wenn ich das Geld gehabt hätte, wäre ein Wiedersehen mit Toby gewesen. Ich vermisse unsere Freundschaft viel zu sehr und ich will einfach mit ihm auf meiner alten Veranda sitzen, kühles Bier trinken und für einen kurzen Moment alle Sorgen vergessen.

„Spencer, lass mich einfach einen Augenblick mein Glück genießen!“, ermahnte Hanna sie schließlich, weiterhin mit Freude in ihrer Stimme. Die Tür öffnete sich im Hintergrund erneut und Hanna hielt geschockt die Kamera gegen ihren Brustkorb, woraufhin ich nur noch ein schwarzes Bild sah. Ich wunderte mich, wer wohl reingekommen war, aber meine Frage beantwortete sich schnell, als die Person anfing zu reden.

„Wieso schreit Hanna die ganze Zeit so rum? Das ist nicht gut für mich!“, grollte Alison. Ich konnte hören, wie Hanna ein verlegenes Lächeln auflegte und sich damit entschuldigte.

„Tut mir leid, Ali. Ich freu mich nur so, dass ich mein Design tragen kann.“, verharmloste Hanna indirekt ihre Freude. Hannas Designerstudium war schließlich nicht umsonst gewesen. Noch dazu in Mailand, eine der größten Modestädte der Welt.

„Wann kommt Emily?“, warf Alison plötzlich ein. Ich weiß nicht, ob ich mich verhört hatte, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Alison die Antwort bereits kannte. Die Lage ihrer Stimme hatte sich minimal verändert und ich hörte ganz genau, wenn sie log. Das würde ich wahrscheinlich niemals verlernen, wenn sie ihre Anzeichen nicht änderte.

Hanna hatte also nicht gelogen, als sie meinte, Alison würde sich andauernd nach mir erkundigen. Ich hatte mich auf eine Woche in meinem Hotelzimmer mit alkoholischen Getränken und viel Nachdenken eingestellt, aber anscheinend erwartete mich eine Woche, in der ich oft auf Alison traf.

„Ungefähr 40 Minuten.“, antwortete Hanna simpel.

„Okay, wenn sie da ist, könnt ihr sie bitte zu mir schicken? Danke.“, verabschiedete sich Alison und verlies hörbar den Raum.

„Em, was läuft zwischen dir und Ali?“, fragte Hanna plötzlich. Nun hatte ich wieder ein klares Bild von Hannas Oberkörper und sie sah mich mit einer gerunzelten Stirn an.

Da ich die Antwort nicht kannte, brauchte ich auch nicht zu lügen, „Ich hab keine Ahnung.“

Eine Stewardess kam zu mir und teilte mir mit, dass wir gleich landen würden und ich deshalb alle elektronischen Geräte abschalten sollte. Ich teilte dies schnell Hanna mit, wir verabschiedeten uns und ich fuhr meinen Laptop herunter. Ich klappte ihn zu und steckte ihn zurück in meinen Rucksack.

***

Der Flieger landete sicher, alle stiegen aus und im Bruchteil einer Sekunde spürte ich den Wind der Ostküste. Ich war wirklich lange nicht mehr so weit östlich gewesen und es war schon ein ganz anderes Wetter im Gegensatz zu Kalifornien. Ich zog mir meine schwarze Lederjacke am Kofferband über, weil die Gänsehaut nicht auszuhalten war. Mein kleiner Koffer kam fast als Erster über das Band und ich hievte ihn hinunter und begab mich Richtung Ausgang. Durch die sich automatisch öffnende Glastür hindurch erblickte ich bereits die Überraschung, die Spencer vorhin angekündigt hatte. Ein Mann in einem Anzug hielt ein Schild mit meinem Namen hoch und wartete bis ich ihn ansprach.

„Hi, ich bin Emily Fields.“, sagte ich höflich.

„Guten Tag, Miss Fields. Bitte begleiten Sie mich.“, antwortete er schnell und machte sich auf in Richtung einiger Wagen. Ich folgte ihm unmittelbar.

„Geben Sie mir bitte ihr gesamtes Gepäck.“, sagte er, als er vor einem schwarzen Audi A3 abrupt stoppte. Ohne Widerworte gab ich ihm meinen Koffer und meinen Rucksack und er brachte alles in den Kofferraum.

Als ich die Tür öffnen wollte, um einzusteigen, sah er schmunzelnd zu mir und schüttelte den Kopf.

„Miss Fields, hat niemand Sie aufgeklärt? Ich bringe ausschließlich ihr Gepäck nach Rosewood, Sie müssen selbst fahren.“, lächelte er. Er schloss die Tür, die ich geöffnet hatte und deutete mit seinem Körper hinter den parkenden Wagen. Zu meiner Überraschung stand dort ein Motorrad mit Helm und einer Schleife. Ich ging hinüber und schaute auf das Schild, welches an der Schleife hing.

Darauf stand: Zu deinem bestandenen Motorrad-Führerschein!

Ich musste kurz lächeln, nahm die Schleife hoch und verstaute sie im Sitz, wo auch der Schlüssel drin lag. Ich nahm ihn heraus, setzte den schwarzen Helm auf und setzte mich auf das Motorrad. Vielleicht würde die Woche doch besser werden als erwartet.

***

Eine ungefähre Viertelstunde später parkte ich vor Alisons altem Haus. Ich ging zur Tür und klingelte. Caleb öffnete mir schnell diese und umarmte mich zur Begrüßung.

„Hey Em, endlich bist du da. Die Anderen warten schon auf dich, geh einfach ins Wohnzimmer. Da sind Spencer und Hanna.“, teilte er mir mit und ich bedankte mich und befolgte seinen Ratschlag.

„Emily!“, rief Hanna und umarmte mich in einer festen Umarmung. Ich versuchte so gut ich konnte, ihre Umarmung zu erwidern.

„Hanna, ich kann kaum atmen.“, lachte ich. Spencer schaute Hannas und meiner Umarmung leise zu und lächelte als ich ihr in die Augen blickte.

„Oh Gott, entschuldige.“, murmelte Hanna verlegen. Sie ließ mich wieder los und ich stolzierte rüber zu Spencer.

„Und? Hat dir deine Überraschung gefallen?“, fragte Spencer, als wir uns ebenfalls umarmten.

„Ja, danke dafür, Leute.“, antwortete ich.

„Das Motorrad ist nicht von uns.“, erklärte Spencer. Von wem war es sonst? Ich hatte nur Hanna erzählt, dass ich meinen Führerschein bestanden hatte und wer sollte mir einfach so ein Motorrad schenken?

„Von wem ist es sonst?“, fragte ich verwirrt.

„Von mir.“, hörte ich plötzlich eine Stimme sagen. Eine durchaus sehr familiäre Stimme, denn sie gehörte der Person, mit der ich eigentlich nie wieder sprechen wollte, der Person, der ich die ganze Woche über aus dem Weg gehen wollte. Alison stand im Türrahmen und sah besser aus als je zuvor. Ihre blonden Locken fielen ihr perfekt über die Schultern und ich erkannte sofort das Parfüm, welches durch den Raum flog. Sie lächelte mich strahlend an und ich hatte ganz vergessen, wie gut es sich anfühlte von Alison angelächelt zu werden. Ihr Lächeln war das Schönste, was sie tragen konnte.

Ich ging rüber zu ihr und umarmte sie ohne ein Wort zu sagen.

„Hey Emily, lange nicht gesehen.“, sprach Alison mir in die Schulter. Als ich meine Arme um sie gelegt hatte, spürte ich ihre Erleichterung und sie spürte meine, als sie die Umarmung erwiderte.

Sofort musste ich an unsere letzte erste Begegnung denken.


Mein Vater war vor ungefähr vierzehn Stunden gefallen. Eine unerwartete Straßenbombe sorgte dafür, dass viele Offiziere abgelenkt wurden und plötzlich kam es zu einem Tumult, mein Dad wurde überrumpelt und ihm wurde mehrmals in die Brust geschossen. Ich saß mitten in der Vorlesung, als ich vom Direktor persönlich hinaus gebeten wurde und er mir erzählte, dass meine Mutter die Universität angerufen hatte und umgehend mit mir sprechen müsste. Der perfekte Tag, um sein Handy in seinem Apartment zu vergessen.

Ich folgte dem Direktor bis zum Sekretariat und griff nach dem Hörer. Meine Mutter weinte, als sie meine Stimme hörte und sagte nur, dass mein Vater gestorben sei. Sie konnte kein einziges Wort mehr hervorbringen und ich fragte die Sekretärin, ob ich heute vielleicht gehen könnte und mich eine Woche vom Unterricht befreien lassen kann, um nach Hause zu fliegen.

Nachdem die Sekretärin das Ganze mit dem Rektor abgesprochen hatte, erfuhr ich, dass es unter den Umständen möglich ist, dass ich eine Woche den Unterricht verpasse, ich aber selbst den Stoff nachholen müsste. Ich riss mich während ich in der Uni war zusammen, nicht in Tränen auszubrechen – es rollte mir nicht eine Träne über die Wangen. Ich rief Stacie an und bat sie, mir ihre Notizen von der nächsten Woche, wenn ich wieder da bin, zu geben, damit ich sie abschreiben und nachholen konnte. Man konnte sich darauf verlassen, dass Stacie immer mitschrieb und aufmerksam zuhörte, sie war die geborene gute Studentin und ich war froh, dass wir dasselbe Studienfach studierten: Biologie.

Ich rannte rüber zu meinem Studentenwohnheim und packte so schnell es ging Klamotten zusammen. Ich buchte mir den nächsten Flug nach Pennsylvania und stellte mich darauf ein, von dort aus spontan weiter zu entscheiden, was ich tat. Ich fuhr zum Flughafen und schickte im Flieger Hanna eine kurze Nachricht, dass mein Vater gestorben sei. Hanna und ich hatten uns versprochen, bei großen Neuigkeiten uns gegenseitig sofort Bescheid zu geben. Hanna sprach mir ihr Beileid aus und hoffte, dass es mir gut ginge. Ich wünschte, Hanna hätte neben mir im Flieger gesessen und mich von all meinen deprimierenden Gedanken abgelenkt. Ich landete am Flughafen und fuhr mit dem Bus weiter in Richtung Rosewood.

Ungefähr fünfeinhalb Stunden später bog ich dann in die Einfahrt meines alten Hauses ein und ein unerwarteter Gast erwartete mich dort bereits. Alison stand auf meiner Veranda und sah zu mir hoch, als ich um die Ecke bog. Einen Moment blendete ich die ganze Welt aus, es waren keine Geräusche um mich herum zu hören, alles wirkte verschwommen – es gab nur Alison in diesem einen kurzen Moment. Ich ging die letzten Schritte bis ich genau vor ihr stand.

„Deine Mum meinte, du seist noch nicht da, da meinte ich, ich würde draußen warten.“, fing Alison an. Ich wusste nicht, was ich antworten sollte. Ich wusste nicht mal weshalb sie dort war, ich hatte nur Hanna erzählt, dass ich her fliegen würde… natürlich war es Hanna gewesen, die organisiert hatte, dass Alison herkommen würde. Wusste Alison weshalb sie hier war, weshalb ich hier war? Sie hatte noch nichts gesagt.

„Ali… was-“, aber sie ließ mich nicht ausreden, stattdessen legte sie ihre Arme um mich und umarmte mich fest. Sie wusste definitiv warum sie herkommen sollte. Ich konnte ihren Herzschlag hören und plötzlich ließ ich alles raus. Es war mir scheiß egal, dass Alison mich weinen sah, ich konnte nicht mehr.

Vier Tage später war die Beerdigung gewesen und nun saßen Alison und ich hier auf den Stufen meiner Veranda, ich hielt ein Bier in meiner linken Hand. Meine rechte Hand hielt Alison mit unseren Fingern ineinander verschränkt. Es war überwältigend, wie genau ich mich noch daran erinnern konnte, wie mein Dad und ich uns jedes Mal in die Arme gefallen sind, als er von einem Einsatz zurückkam. Ich war noch nicht bereit mich für immer von meinem Dad zu verabschieden. Er hatte niemals mein neues Leben in Kalifornien gesehen, hatte mich nie als Studentin gesehen. Er würde niemals mit mir auf meiner Hochzeit tanzen und mich niemals zum Altar führen. Ich hab mir immer vorgestellt, dass er auf meiner Hochzeit eine peinliche, aber gleichzeitig wundervolle Rede hält, bei der ihm die Tränen kommen. Ich realisierte das alles irgendwie gar nicht richtig. Er würde mir nie wieder sagen, dass ich immer wieder aufstehen muss, wenn ich am Boden liege. Ich wartete sehnsüchtig darauf, dass er um die Ecke biegt und mich hochhebt und mich Emmy nennt. Ich will ihn doch nur noch einmal treffen, nur ein einziges Mal. Nur einen kurzen Moment, mehr verlange ich doch gar nicht.

„Em?“, unterbrach Alison meinen Gedankengang.

Ich sah rüber zu ihr und sie wischte mir die Träne weg, die mir über die Wange lief. Ich hatte sie bisher nicht bemerkt.

„Ich hab die Universität um eine Art Tauschjahr gebeten. Deine und meine Universität haben eingewilligt, dass ich ein Jahr lang an deiner Universität studiere, aber ich mach es nur, wenn du einverstanden bist…“, erzählte sie.

„Ali, wieso?“, fragte ich verwirrt.

„Ich will bei dir sein, Em. Insbesondere jetzt, aber nicht nur deswegen. Ich vermisse niemanden so sehr wie dich.“



Es fühlt sich einen Moment so an, als würde sich der Tag von damals wiederholen.

„Ali, du weißt, dass ich das Motorrad nicht annehmen kann.“, sagte ich.

„Wieso nicht?“

„Das ist ein viel zu teures Geschenk und wie soll ich es überhaupt nach Kalifornien bekommen?“, erklärte ich.

Wieso machte sie mir andauernd Angebote, die ich nicht abschlagen will?

„Es ist ein Geschenk zu deinem bestandenen Führerschein und wir bekommen es schon irgendwie nach Kalifornien.“, antwortete sie lächelnd.

„Woher weißt du überhaupt, dass ich bestanden habe?“, fragte ich und Alison warf sofort einen Blick rüber zu Hanna.

„Hanna!“, wandte ich mich an sie. Ich zog eine Augenbraue hoch. „Ich verlange eine Erklärung.“

„Ähm… naja, also… Ali weiß halt, wenn ich lüge!“, verteidigte Hanna sich. „Und sie hat gefragt, ob du bestanden hast.“

Eine sich öffnende Tür unterbrach das unangenehme Gespräch und Ali rannte rüber zu der Person, die irgendeinen Koffer im Flur abstellte. Hanna, Spencer und ich sahen uns an und fragten, wer gerade gekommen sei.  Wir alle wussten es nicht, doch als wir hörten, was Ali zu demjenigen sagte, war klar, um wen es sich handelte.

„Hey Schatz, wieso bist du schon so früh zuhause?“, fragte sie ihn und küsste ihn.

„Ich hab mir eher frei genommen, weil ich meine Verlobte vermisst habe.“, antwortete Alisons Verlobter.

„Komm, Emily ist eben gekommen, lern sie kennen.“, sagte Alison ihm. Die beiden schritten Arm in Arm ins Wohnzimmer. Er war ungefähr einen Kopf größer als sie und hatte schwarzes Haar. Er trug einen eleganten Anzug, der maßgeschneidert und teuer aussah. Für ihn war dieses Haus wahrscheinlich ein Schnäppchen.

„Hallo Hanna, hallo Spencer und hallo Emily.“, begrüßte er uns alle und stellte sich mir nochmal extra vor. „Ich bin Elliot Rollins, nenn mich einfach Rollins – alle tun das.“

Damit war erklärt, weshalb mir niemand seinen Vornamen gesagt hatte. Alle nannten ihn beim Nachnamen.

„Alles klar, Rollins. Was immer du sagst.“, antwortete ich und lachte leicht.

***

Die Mädels und ich saßen im Wohnzimmer auf Alisons Sofas und unterhielten uns. Rollins hatte sich nach unserer Begegnung schnell dazu entschieden, in sein Arbeitszimmer zu gehen und uns alleine zu lassen. Ali kam gerade wieder ins Wohnzimmer, als Spencer und Hanna sich den Wetterbericht für Samstag im Internet ansahen. Die Beiden verglichen ihre Wetter-Apps und hofften, dass die 26 Grad eintraten, die Hannas App voraussagte. Ali setzte sich in den Sessel neben mir und stellte die Gläser und den Weißwein auf dem Tisch ab. Sie schüttete jedem ein Glas ein und reichte es an uns weiter.

„Wann kommt Aria?“, warf ich die Frage auf.

„Nicht vor Donnerstag.“, antwortete Hanna als erste.

„Sie konnte sich nicht eher Zeit nehmen, leider.“, schmollte Spencer.

„Sei nicht traurig, Spence. So eine Buch-Tour durchs Land lässt sich schlecht verschieben, wir können froh sein, dass sie überhaupt am Samstag bei Alis Hochzeit sein kann.“, versuchte Hanna, sie aufzumuntern.

Aria hatte ihre alte Leidenschaft zu ihrem Beruf gemacht. Sie hatte sich entschieden, ihr ehemals geplantes Lehramt Studium abzubrechen – anscheinend gefiel ihr die Idee plötzlich doch nicht, an High Schools Englisch zu unterrichten – und stattdessen ihr eigenes Buch zu verfassen. Sie setzte sich also tagtäglich vor ein Notizbuch oder ihren Laptop und schrieb sich die Finger wund. Nebenbei half sie in einem kleinen Fotostudio aus, um irgendwie ihre kleine Wohnung zu zahlen. Ich weiß nicht hundertprozentig wie, aber anscheinend hatte sich einer der besten Verlage im ganzen Land dazu entschieden, ihr zweites Buch zu promoten. Welches es sogar auf die Bestsellerliste schaffte und Aria jetzt damit durchs Land zieht und Exemplare für Fans signiert. Ich dachte eigentlich, sie könnte die Buch-Tour so legen, dass sie die ganze Woche bei Alison sein würde, aber anscheinend ließ ihr Management das nicht mit sich machen.

„Ja, ich bin auch froh, dass sie sogar noch einen oder zwei Tage eher kommen kann, trotzdem bin ich ein wenig traurig, dass sie nicht die ganze Woche mit uns verbringt.“, verteidigte sich Spencer.

„Team Sparia?“, neckte Alison sie plötzlich schmunzelnd.

„Erinnerst du dich noch, wie Hanna auf einmal mit diesen Shipnamen ankam?“, fragte Spencer lachend.

„Natürlich erinnere ich mich. Es war irgendein Mittwoch in den Sommerferien und es herrschte Totenstille am Lagerfeuer. Alle waren plötzlich verschwunden und nur noch wir fünf saßen dort. Hanna war so betrunken.“, lachte Alison und wir alle mussten bei dem Gedanken sofort mitlachen.

Alison und ich saßen auf einem alten Baumstamm und ich wickelte uns beide gerade in eine Decke ein, weil uns trotz des Lagerfeuers langsam kalt wurde. Hanna saß uns gegenüber und entschied sich spontan, sich auf die leere Bank, auf der sie saß, zu legen und hoch zu den Sternen zu schauen. Spencer und Aria saßen rechts von mir und Aria lehnte sich mit ihrem roten Plastikbecher in der Hand an Spencers Schulter, die ihren Kopf auf Arias ablegte.

Es stand außer Frage, dass alle Partygäste angetrunken waren. Wir hatten bestimmt auch schon seit Mittag nichts mehr gegessen und seit Anfang der Party begonnen, Bier zu trinken. Ali und ich teilten uns eins, weil Ali kein riesiger Fan von Bier war und natürlich hatte der Gastgeber nicht wirklich viel anderes anzubieten. Außer Bier bestand noch die Chance Wodka oder Jägermeister zu trinken, aber zu dem ganz hartem Zeug wollte Ali auch nicht greifen. Verstehen tu ich es bis heute nicht, aber irgendwie hatte Hanna sich überreden lassen, ihr Bier mit Wodka zu mischen und war sehr bald nicht mehr im Stande, geradeaus zu laufen.

„Habt ihr das gesehen? Da war eine Sternschnuppe!“, lallte Hanna plötzlich, „Wünscht euch was!“.

Ich sah grinsend rüber zu Spencer, die mich ebenfalls anschaute. Wir beide dachten genau dasselbe. Es war Zeit, dass Hanna ausnüchterte.

„Hanna, gib mir mal dein Bier, meins ist leer.“, sagte Spencer. Hanna hatte schon völlig vergessen, dass Spencer gesagt hatte, sie würde heute nichts trinken, weil sie morgen früh mit ihren Eltern zu ihrer Familie fuhr. Hanna richtete sich für einen kurzen Moment aus ihrer liegenden Position auf und reichte Spencer ihr Bier.

„Danke, Han.“, bedankte Spencer sich scheinheilig und Hanna ließ sich zurück auf die Bank fallen.

„Der Sommer ist schon fast wieder vorbei.“, erinnerte Aria uns.

„Erinnere mich nicht, Aria. Ich will nicht wieder zurück in die Hölle alias Rosewood High.“, sagte Ali neben mir.

„Die freie Zeit geht einfach immer viel zu schnell vorbei.“, seufzte Spencer.

„Wir müssen definitiv die letzte Zeit noch ausnutzen.“, brachte ich ein.

Eine bestätigende Stille kam auf und alle seufzten bei dem Gedanken, bald wieder in der Schule zu sitzen.

„Das ist voll unfair, ihr schließt mich voll aus! Es ist immer Team Emison und Team Sparia!“, warf Hanna plötzlich ein.

„Team wer?“, fragte Spencer lachend.

„Team Emison und Team Sparia. Es sitzen immer Emily und Alison zusammen, Emison und Aria und Spencer sitzen immer zusammen, Sparia.“, erklärte Hanna lallend.

„Wo ist das Problem?“, fragte ich grinsend.

„Ich bin immer alleine! Es gibt niemanden im Team Hanna!“, klärte Hanna mich auf.

Alle mussten grinsen.

„Hanna, du gehörst zu meinem Team.“, grinste Aria. „Dann sind wir Team Haria.“

„Nein, Hanna und ich sind ein Team! Team Spanna!“, erwiderte Spencer.

„Hannily, Han. Wir sind das beste Team, das musst du zugeben.“, mischte ich mich ein.

„Halison? Du willst es doch auch, Hanna!“, schmunzelte Alison.

„Jetzt tut doch nicht so, als würdet ihr Sparia und Emison aufgeben!“, grollte Hanna.


„Auf sowas wäre auch nur Hanna gekommen.“, lachte ich.

„Ich kann mich an nichts von diesem Abend erinnern. Ich weiß nur, dass ich einen Bodyshot von Harry aus der Elften getrunken habe und das nächste woran ich mich erinnere ist, wie ich am nächsten Morgen zuhause in meiner Badewanne aufgewacht bin.“

„Harry aus der Elften? War das nicht dieser eine, den alle Mädels angehimmelt haben?“, fragte Spencer beeindruckt. „Für eine, die gerade erst in die Neunte gekommen ist nicht schlecht.“

„Ja, der war das, glaub ich zumindest. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass nachdem ich auf dem Klo war, ich in eine Runde 7 Minutes in Heaven geraten bin, ohne zu verstehen, um welches Spiel es sich handelt. Ich saß da bestimmt zwanzig Minuten und hab nichts gepeilt und dann ist irgendwas passiert, dass ich plötzlich wieder draußen war.“, durchlebte Hanna gedanklich nochmal die Party.

„Hanna hat wahrscheinlich noch so viel auf dieser Party erlebt, woran sie sich nicht mehr erinnern kann und wir haben die ganze Zeit nur am Lagerfeuer gesessen.“, stutzte Ali.

„Es stand dir frei wie Hanna aufzustehen und dich ins Getümmel zu werfen.“, verteidigte Spencer den Abend.

„Das war unsere erste Party mit Älteren und wir kannten so gut wie niemanden dort, ich wäre zu schüchtern gewesen, mich großartig zu betrinken und da die ganzen Partyspiele mitzumachen.“, unterstützte ich Spencer.

„Jeder von uns hatte sein erstes Mal, bei dem er viel betrunkener war als die anderen.“, kommentierte Hanna, „das war meins und ich wünschte, ich könnte mich noch an mehr von dieser Party erinnern.“

„Ich glaube, du bist irgendwann einmal in den Nachbargarten geklettert, hättest fast deinen Rock dabei verloren und hast in irgendeinen Busch dort gekotzt.“, warf ich ein.

„Was?!“, fragte Hanna geschockt. „Sowas hab ich gemacht?“

„Keine Ahnung, ich hab dich nur in den Nachbargarten klettern sehen und als du wiederkamst, sahst du aus, als hättest du dich übergeben.“, lachte ich.

„Vielleicht ist es doch ganz gut, dass ich mich nicht an alles erinnere.“, lachte Hanna mit mir.

„Wie läuft es bei euch allen eigentlich mit dem Studium?“, eine typische Frage für Spencer Hastings.

„Bei mir läuft es glaub ich ganz gut, ich schaffe hoffentlich meinen Master, obwohl ich doch manchmal zweifle, ob Europa die richtige Entscheidung war.“, erzählte Hanna.

Hanna war für ihr Modedesignstudium extra nach Mailand gegangen, weil sie in einer großen Modestadt studieren wollte. Sie dachte, dort hätte sie bessere Chancen, eigene Designs zu verkaufen, aber bisher hat sie nur an kleinere Boutiquen verkauft und auch nur dort ausgeholfen. Caleb hatte ihr am Schulball angeboten, in New York zu wohnen, aber Hanna entschied sich bei der Wohnungssuche, dass ihr New York nicht weit genug von Rosewood weg wäre und entschloss sich mehr oder weniger spontan für Mailand. Caleb war es im Endeffekt egal, wo die Beiden leben, solange die Beiden zusammen sind. Hanna hat mir erzählt, dass er irgendwelche Softwares in irgendeiner italienischen Elektronikfirma entwickelt und sich dort häufig mit Gestik und Zeichnungen durchschlagen muss, weil er kein Wort Italienisch spricht. Er hat Glück, dass die wichtigsten Programmiersprachen auf Englisch sind. Ich weiß, dass die beiden in einer überdurchschnittlich großen Wohnung wohnen und planen, ein zweites Badezimmer einzubauen.

„Wieso sollte Europa eine falsche Entscheidung gewesen sein, wenn du glaubst, dass du deinen Master schaffen kannst?“, fragte ich.

„Ich weiß nicht, manchmal stell ich mir einfach gerne vor, wie mein Leben wohl gewesen wäre, wenn ich in Amerika geblieben wäre.“, gab Hanna zu.

„Ich glaub, dass Europa für ein Modestudium eine wesentlich bessere Entscheidung ist als hier.“, munterte Spencer sie auf.

„Du hast ein Praktikum in einem Modeunternehmen in Paris gemacht, Hanna. Und zwar ganze sechs Monate! Ich würde mal behaupten, dass du das nicht hinbekommen hättest, wärst du hier geblieben.“, fügte Alison hinzu.

„Wahrscheinlich habt ihr Recht, aber genug von mir. Was ist mit euch?“, fragte Hanna.

„Also bei mir ist es nicht anders, ich hoffe, ich kann mich bald eine Rechtsanwältin nennen.“, antwortete Spencer.

Während Hanna sich für Mode in Europa mit Caleb entschied, entschloss Spencer sich für Jura an Harvard vorerst ohne Toby.  Nachdem sie – wie auch immer sie es geschafft hat, ziemlich sicher waren viel Koffein und Schlafmangel involviert – den besten Notendurchschnitt unserer Stufe hingelegt hat, hatte sie wirklich alle Möglichkeiten offen. Natürlich entschied sie sich als eine ausgezeichnete Hastings zu einem Jurastudium. Wer hätte das erwartet?
Da es sich dabei nicht unbedingt um ein Studium handelt, das kurz dauert, studiert auch Spencer noch. Auch wenn sie sich erstmal für Harvard entschieden hatte, musste sie sich nach ihrem Bachelor-Abschluss umorientieren, da Harvard nicht die juristische Fakultät anbot, auf die Spencer sich spezialisieren wollte. Deshalb macht Spencer ihren Master jetzt an der Universität in Houston und zwar in Gesundheits- und Medizinrecht. Toby hat versucht, sie so oft es geht an Harvard zu besuchen, aber eine Fernbeziehung nach Texas war den Beiden dann auch wieder zu viel. Insbesondere nachdem Spencer dachte, sie sei schwanger und die Beiden einen gewaltigen Streit hatten, da beide verschiedene Vorstellung für die Zukunft bereithielten. Toby entschied sich relativ abrupt, umzuziehen und wohnt jetzt ungefähr zwanzig Minuten von Spencers Universität entfernt und ist dort Polizist. Spencer ist unendlich froh, dass Toby so viel für sie aufgegeben hat und sie jetzt jeden Abend neben ihm einschlafen kann.

„Wann kommt Toby her? Er und ich müssen uns unbedingt zusammen betrinken.“, scherzte ich.

„Er kommt wahrscheinlich morgen, aber hundert Prozent weiß er es noch nicht. Sein Vorgesetzter ist jemand, der auch gerne mal entscheidet, dass du deine freien Tage doch nicht bekommst.“, erzählte Spencer.

„Wie ist es eigentlich so in Houston?“, fragte Ali neugierig.

„Anders, sehr anders im Gegensatz zu Rosewood oder Massachusetts. Rosewood ist ja nun wirklich eine Stadt, in der so gut wie nie was los ist und Massachusetts war für mich einfach ein Haufen Snobs, die sich entschieden haben, Jura zu studieren, weil es gut klingt. An Harvard sind wirklich nur Leute, die Geld wie Sand am Meer haben und ich glaub, ich bin froh, dass ich mich dort mit so gut wie niemandem angefreundet habe. Houston ist da irgendwie ganz anders, dadurch dass ich mit Toby zusammen wohne, bekomm ich auch mehr außerhalb des Campus mit und mein Lieblingscafé ist zum Beispiel gleich um die Ecke. Die Besitzer kennen mich schon und die meisten Gäste sind quasi Freunde von mir.“, lächelte Spencer.

„Wow, das klingt echt super, Spence.“, sagte Hanna, „Ich wünschte, ich hätte ein Stammcafé, aber in Italien kannst du in jedes Café gehen und jeder Kaffee schmeckt besser als der des letzten Cafés.“

„Du klingst so, als wäre das was Schlimmes?“, fragte ich Hanna verwirrt.

„Es ist die Hölle! Weißt du wie anstrengend es ist, wenn du den besten Kaffee am anderen Ende der Stadt bekommst, aber auch schlechten Kaffee in zwei Minuten bei dir um die Ecke kriegst?“, regte Hanna sich auf, „Wenn du den schlechten Kaffee kaufst, kannst du nicht aufhören, daran zu denken, wie viel besser der Kaffee am anderen Ende der Stadt schmeckt und wenn du dann mal den besten Kaffee am anderen Ende der Stadt trinkst, denkst du darüber nach, wie viel Zeit du für Kaffee verschwendet hast.“

„Solche Probleme hätte ich gerne.“, lachte Alison. „Bei uns ist der Kaffee überall schrecklich.“

Alison ist auch nicht in Rosewood geblieben, sie veranstaltet dort nur wegen ihres Vaters ihre Hochzeit. Sie hat sich gegen jede Erwartung dazu entschieden, Kinderpsychologin zu werden. Mit ihrer Entscheidung nach New York zu gehen, um dort zu studieren, hat sie sich minimal ihre anfänglichen Pläne verbaut, denn dort bekam sie keinen Studienplatz. Durchgeschlagen hat sie sich trotzdem gut, tagsüber machte sie ein Praktikum in einer Psychiatrie und abends verdiente sie sich Geld als Kellnerin in einem Restaurant, um ihre kleine Wohnung zu finanzieren. Offenbar hatte das Praktikum geholfen, denn im nächsten Semester durfte Alison Psychologie studieren. Derzeit steckt sie in ihrem ersten Praxisjahr und arbeitet in einer psychotherapeutischen Praxis für Kinder und Jugendliche als eine Art Aushilfspsychologin. Hanna hat mir erzählt, dass Ali sich wirklich gut mit den Kindern versteht und sie schon vielen depressiven Jugendlichen das Leben gerettet hat. Mittlerweile wohnt sie nicht mehr in der kleinen Wohnung, sondern in einem Penthouse-Apartment mit Central Park-Blick – irgendwie kein Wunder, sie heiratet immerhin einen reichen Mann.

„Ihr wohnt in New York, als ob der Kaffee dort überall schrecklich ist?“, hinterfragte Spencer Alis Aussage.

„Wenn du wüsstest, also Spencer Koffein Hastings wäre nicht gerne in New York.“, antwortete Alison.

„Wie fühlt es sich denn an, Jugendlichen und Kindern mental zu helfen, Ali?“, fragte Hanna, genaugenommen kannte sie die Antwort schon.

„Großartig, wirklich wundervoll. Wenn die Kinder dich anstrahlen, wenn sie die Praxis betreten und die Jugendlichen sich bei dir bedanken, wenn du ihnen den Weg der Besserung gezeigt hast, auch wenn du ihn in sie hineinprügeln musstest.“, erzählte Ali.

„In sie hineinprügeln?“, fragte ich ungläubig. Ich war so geschockt, dass ich leicht lachen musste.

„Oh ja, Em, wenn du wüsstest. Viele wollen nicht mit dir sprechen und dann zahlen die Eltern die ersten Therapiestunden dafür, dass absolut nichts geschehen ist. Die meisten Kinder öffnen sich dir sofort, manchmal muss man sie mit Süßigkeiten bestechen, aber die ganz hartnäckigen Jugendlichen kriegst du teilweise wochenlang nicht dazu, dir irgendwas zu erzählen. Die reden nicht mal mit dir über das Wetter oder den schlechten Kaffee.“, schilderte sie uns ihre alltägliche Arbeit, „Wenn man Glück hat, tragen sie irgendein Shirt, dass dir verrät, worüber sie auf jeden Fall reden würden und genau das ist dann meistens der Knackpunkt. Letztens hatte einer meiner Patienten ein Batman-Shirt an und dann hab ich mich bestimmt zwei Stunden mit ihm über die Batman-Filme unterhalten, das war vielleicht seltsam, aber lustig.“

„Ich liebe es, wenn du von deiner Arbeit erzählst.“, grinste Hanna. Wir schauten sie alle mit gerunzelter Stirn an.

„Wieso?“, fragte Spencer.

„Ich weiß nicht, bei dir passiert immer irgendwas Spannendes. Mein Studium besteht im Moment daraus, die Vorlesungen nicht zu verpassen und an meinem Design für die Abschlussarbeiten dieses Jahres zu arbeiten. Ich muss sagen, dass ich lieber ein paar strahlende Kinder sehen würde als gefühlt eine Millionen verschiedene Nuancen Gelbtöne.“, erklärte Hanna und gestikulierte dazu wild.

„Also ich gebe meinen Platz nicht her, was ist mit dir, Em?“, wandte Ali sich schließlich an mich.

„Wenn du gerne mit den Delfinen schwimmen würdest, können wir gerne tauschen, Han.“, merkte ich schelmisch an.

„Haha, du weißt genau, dass ich Angst vor Meerestieren habe.“, sagte Hanna genervt.

„Warte mal, du schwimmst nicht wirklich mit Delfinen, oder?“, ich wartete irgendwie darauf, dass Spencer diese Frage stellte.

„Doch, in genau drei Wochen mache ich mein Praktikum bei einer Meeresbiologin in Kalifornien.“, sagte ich stolz.

„Hast du die Bestätigung also endlich bekommen?“, fragte Hanna lächelnd.

„Ja, auf dem Hinflug. Ich wollte dir eigentlich sofort Bescheid sagen, aber dann wollte ich an meiner Hausarbeit arbeiten und dann hat der Typ neben mir mich abgelenkt.“, redete ich mich raus, „Der Punkt ist, ich werde mich in der nächsten Zeit viel mit Delfinen auseinandersetzen.“

„Das wolltest du doch immer machen, Em.“, jubelte Spencer und klatschte sich in die Hände.

„Allerdings.“, sagte Hanna, „jeden Tag ohne die Bestätigung hat Emily mich angerufen und daran gezweifelt, ob das Schicksal will, dass sie Meeresbiologin wird. Ich wusste schon, dass ich fünf Minuten abschalten konnte, wenn Emily mit ihrer Bewerbung anfing.“

„Es war mir halt sehr wichtig, dort angenommen zu werden.“, verteidigte ich mich.

„Gott sei Dank haben die endlich die endgültige Bestätigung geschickt, ich hätte es nicht ausgehalten, dich eine Woche voller Verzweiflung zu ertragen.“, beruhigte Hanna sich selbst.

„Hey! Sei gefälligst froh, dass wir uns sehen!“, erwiderte ich mürrisch.

„Bin ich doch, ich bin sehr froh, dass wir uns alle wiedersehen. Alles dank Alis Hochzeit.“, lächelte Hanna zu Alison.

„Erzähl nochmal, wie ihr euch kennengelernt habt.“, forderte Spencer Alison auf, „Ich glaube, Em kennt die Geschichte gar nicht.“

Auch bei diesem Satz musste ich zurück an eine Situation denken, die Alison und ich durchlebt hatten.

Alison war nun schon etwa drei Monate ihres Tauschjahrs bei mir in Kalifornien. Wir hatten Glück, dass das Zimmer gegenüber gerade ein Bett frei hatte und wir verabredeten uns, an der Treppe aufeinander zu warten. Ich ging den Flur runter, vertieft in mein Handy, als ich gerade mit Toby schrieb und wartete an den Treppen auf Alison. Eigentlich war jeden Tag ich diejenige, die ungefähr fünf Minuten auf Alison wartete.

Die fünf Minuten vergingen schneller als erwartet und plötzlich spürte ich sanfte Lippen auf meiner Wange. Ali stand in einem gelben Sommerkleid vor mir und fuhr sich durch die Haare.

„Guten Morgen, Em.“, begrüßte sie mich, als ich sie ansah.

Ich schämte mich jeden Tag aufs Neue immens, heute hatte ich mich für ein einfaches schwarzes T-Shirt und meine graue Jogginghose entschieden. Alison sah so gut aus und neben ihr wirkte ich wie der letzte Gammler. Mir gefiel es einfach nicht, in meinen Alltagskleidern zum Frühstück zu gehen. Das fühlte sich für mich so an, als wäre ich nicht zuhause und für mich war dieses Studentenwohnheim und die Universität mein Zuhause. Alison schien mein Aufzug aber nie etwas auszumachen.

Wir gingen Hand in Hand und nah beieinander zur Cafeteria, wo ich unser Frühstück bestellte, während Ali sich schon zu unseren Freunden setzte. Während ich auf das Essen wartete, beobachtete ich, wie Ali sich in das Gespräch einklinkte. Sie gehörte seit einem unbestimmbaren Zeitraum einfach dazu und da die meisten von uns verschiedene Studienfächer studierten, unterhielten wir uns über die unterschiedlichsten Themen, wodurch jeder mitreden konnte. Als ich unser Essen in die Hand gedrückt bekam, ging ich rüber, schob das Tablett mit den zwei Tellern zwischen mich und Ali und setzte mich neben sie.

„Hey Em, wir haben gerade darüber gesprochen, dass Alec und Sophie endlich zusammenkommen müssen.“, weihte Stacie mich ein.

„Em, du willst mir doch nicht im Ernst erzählen, dass du willst, dass ich mit Sophie zusammen bin! Die ist verrückt!“, wehrte Alec sich.

„Verrückt ist ein Ausdruck, den jeder anders definiert und viele Menschen haben Verhaltensstörungen, von denen sie nichts wissen und für die sie nichts können.“, mischte Ali sich ein.

„Jetzt lass nicht die Psychologie-Studentin raushängen, Ali.“, rollte David mit den Augen. Ali musste grinsen.

„Also ich mag Sophie nicht, weil sie, sobald sie einen Raum betritt, sofort kritisiert, wenn zum Beispiel ein Bild schief hängt. Ich bin absolut dagegen, dass Alec mit ihr zusammenkommt.“, antwortete ich letztendlich.

„Dankeschön!“, sagte Alec laut.

„Apropos Zusammenkommen, wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt?“, fragte Stacie mich und Alison.

Ich wollte was sagen, aber Alison kam mir zuvor, „Würdest du mir glauben, dass wir in der High School einen psychisch kranken Stalker hatten, der uns mit Nachrichten terrorisiert hat, weshalb ich für zwei Jahre als tot galt, dann aber zurück in unsere Heimatstadt kam, um die Identität des Stalkers zu erfahren und sich hinterher rausstellte, dass es sich dabei um meinen Bruder handelte?“

Unsere Freunde sahen uns alle mit weitaufgerissenen Augen an und hörten einen Moment auf, weiter zu essen.

„Definitiv.“, antwortete David simpel.

„Niemals!“, erwiderte Stacie, „ihr habt euch doch bestimmt in einer Bar oder so getroffen.“

„Nope, die Geschichte stimmt.“, bestätigte ich Alisons Aussage.

„Also seid ihr eine Jugendliebe?“, fragte Alec und biss von seinem Brötchen ab.

„Nein, wir sind nur Freunde, die zwischendurch unter der Dusche Sex haben.“, antwortete Ali sarkastisch.

„Bäh, zu viele Details, Alison.“, beschwerte sich Alec.


„Es war eigentlich komplett zufällig. Oder Schicksal, je nachdem, woran man glaubt. Ich gehe jeden Dienstag in die Bibliothek und irgendwann ist ein Mann in einem hellblauen Hemd und schwarzer Hose in mich reingelaufen. Das war Rollins, er entschuldigte sich und stellte sich zum Regal neben dem, vor dem ich stand. Er nahm sich ein Buch und setzte sich auf eines der Sofas, ausgerechnet gegenüber von dem, auf dem ich saß und las. Andauernd warfen wir uns Blicke zu und deuteten einander mit Gestik und Mimik, dass der andere einen guten Büchergeschmack hatte. Irgendwann kam er rüber zu mir, griff in seine Jackentasche, holte einen Textmarker heraus und markierte eine Stelle in dem Buch der Bibliothek. Die Stelle war Würdest du mir die Ehre erweisen und mit mir einen Kaffee trinken gehen? Natürlich bejahte ich und wir trafen uns auf einen Kaffee, obwohl wir danach noch Essen waren und wir noch darüber redeten, wie er einfach in einem Buch, das ihm nicht gehörte, etwas markiert hat. Er meinte, er hätte das Buch deswegen kaufen müssen. Es steht bis heute noch bei mir im Bücherregal.“, erzählte Alison mir die Geschichte. Ich muss gestehen, dass die Geschichte schon etwas Romantisches hatte.

***

Als Hanna irgendwann der Magen knurrte, schlug Alison vor, dass wir zusammen essen gehen sollten. Hanna und Spencer stimmten dafür und diskutierten, ob sie lieber spanisch oder italienisch essen würden. Als Ali mich fragte, was ich bevorzugen würde, antwortete ich, dass ich bei meiner Mutter essen würde, um auch sie in dieser Woche zu sehen. Natürlich verstanden die Anderen das und ich ging rüber zu meiner Mum, die schon auf mich mit dem Essen wartete. Auch wir unterhielten uns und redeten über die vergangene Zeit, in der wir uns nicht gesehen hatten.

Meine Mutter bestand zwar darauf, dass ich dort bleiben solle, aber ich klärte sie über mein gebuchtes Hotelzimmer auf. Sie war so nett und bot an, mich immerhin zu meinem Hotel zu fahren. Es war zwischendurch eine stille Autofahrt, irgendwie gab es nach meiner Anmerkung über das Hotel einen Stimmungswechsel. Wahrscheinlich hätte ich einfach bei meiner Mutter bleiben sollen, aber ich konnte es nicht. Ich wusste, dass ich Albträume bekommen würde, würde ich in meinem alten Zimmer liegen und versuchen, zu schlafen.
Ich blickte die meiste Zeit der Fahrt aus dem Fenster und schaute mir die Veränderungen der letzten Jahre an. Um ehrlich zu sein, hatte sich nicht viel verändert. Die Nachbarschaft sah aus wie vorher, die Geschäfte sind fast alle immer noch dieselben, an den gleichen Standort. Es war als wäre ich niemals weg gewesen. Ich hatte mich verändert, aber Rosewood ist gleich geblieben. Einen kurzen Moment fragte ich mich wer heute wohl das It-Girl der Rosewood High war und ob sie sich so ähnlich wie Alison verhielt? Würde sich unsere Geschichte wiederholen, nur ohne die Nachrichten von –A? Was wäre wohl aus uns geworden, wenn –A niemals existiert hätte? Wären wir Freunde geblieben oder wären wir irgendwann auseinandergebrochen? Typische ‚Was wäre wenn…?‘-Fragen, die man sich eigentlich nicht stellen sollte, die meisten es aber trotzdem tun.

***

„Em!“, rief mir eine familiäre Stimme zu, als ich die Lobby des Hotels betrat. Ich drehte mich in die Richtung um, aus der die Stimme kam und sah Spencer mit einem schnellen Schritt auf mich zugehen.

„Hey Spencer, bleibst du auch in diesem Hotel?“, fragte ich sie, als sie mich erreicht hatte.

„Ja, Rollins hat uns alle in das gleiche Hotel einquartiert. Hanna und ich sind sogar auf der gleichen Etage.“, erzählte sie mir.

„Hanna ist auch hier? Cool.“, lächelte ich. „Ich hätte erwartet, dass sie bei ihrer Mum bleibt, aber wir wollten anscheinend alle ein wenig Hotelluxus genießen.“

„Da hast du wahrscheinlich Recht, in welchem Zimmer bist du?“, fragte Spencer mich.

„Ich hab noch gar nicht eingecheckt.“

Spencer deutete mir, dass ich dies unmittelbar tun sollte. Ich ging rüber zur Rezeption und erhielt meinen Zimmerschlüssel und meine Nummer. 209. Wahrscheinlich hatte das Hotel keine zweihundert Zimmer, es sah jedenfalls nicht so aus, aber wirklich wenige Personen waren auch nicht in der Lobby.

„209“, kündigte ich an, als ich mit meinem Gepäck zurück zu Spencer ging.

„Jetzt macht es Sinn.“, antwortete Spencer.

„Jetzt macht was Sinn?“

„Hanna hat 208 und ich 210.“, erklärte sie mir.

„Wir scheinen wohl alle nebeneinander zu sein, welch ein Zufall.“, sagte ich sarkastisch. Spencer musste ein wenig lachen.

„Ich würde behaupten, dass wir auf dein Zimmer gehen und die Mini-Bar plündern.“, schlug Spencer vor.

„Du kannst meine Gedanken lesen, warst du deshalb so gut in der High School?“, fragte ich sie verblüfft.

„Nein, ich bin einfach nur brillant.“, spielte sie mit.

Wir fuhren mit dem Fahrstuhl in die zweite Etage und gingen den Flur runter zu unseren Zimmern. Ich drehte den goldfarbenen Schlüssel im Schlüsselloch und öffnete die dunkle Holztür langsam. Das Hotel selbst hatte seinen alten Charme, aber die Hotelzimmer waren definitiv modern. Links neben mir war eine weitere dunkle Tür, hinter welcher sich das Badezimmer befand. Ein riesiger Spiegel hing vor zwei Waschbecken, die beide glänzten und zwischen denen eine pinke Orchidee stand. Die Dusche hatte mattschwarze Fliesen und die Handtücher, die auf der Stange direkt links neben ihr hangen sahen weißer aus als die Waschbecken. Rechts neben der Dusche war die mattschwarz gehaltene Toilette, die ebenfalls strahlte. Durch eine Halbwand abgetrennt stand links von dieser noch eine große Badewanne. Ich musste zugeben, dass das Bad mich bereits beeindruckte und ich mich auf den Rest des Zimmers freute. Ich schloss die Badezimmertür wieder und widmete mich dem eigentlichen Zimmer. Auf dem dunklen Parkett schritt ich nach vorne. Während ich nach vorne ging, entdeckte ich die großen weißen Schranktüren neben mir sowie die Gadrobenstange und die zwei Schubladen darunter, die alle in die Wand eingearbeitet waren. Ich blickte weiter zu meiner Rechten und als ich aus dem Flurbereich raustrat, stand ich in einem modernen großen Wohnzimmer- und Schlafbereich. Rechts waren mehrere Ablagemöglichkeiten sowie ein großer Flachbildschirm und eine Stereoanlage. Neben dem Fernseher waren Wasserflaschen zusammen mit Gläsern angerichtet und auf der anderen Seite des Fernsehers gab es eine Art Schreibtisch mit einer großen Lampe darüber. Die Wand gegenüber bestand aus vier großen Fenstern, die einen guten Ausblick über Rosewood lieferten. Links neben den Fenstern standen zwei weiße Sessel mit einem Beistelltisch in schwarz mit einer weiteren pinken Orchidee darauf und einer Stehlampe in der Ecke. Gegenüber der Wand mit dem Fernseher stand ein riesiges Doppelbett. Die schwarz-grau gestreifte Wand mit dem weißen Bett davor saß extrem modern aus und die schwarzen Beistelltische mit den kleinen Lampen an jeder Seite wirkten heimelig. Ich stellte meine Tasche auf eine der Ablagen neben dem Fernseher und sprang in mein riesiges Bett hinein. Der Stoff fühlte sich teuer an und ich wünschte, ich müsste nie wieder aufstehen.

Ein Klopfen an der Tür ließ mich jedoch meinen Wunsch nicht mal eine Minute genießen. Ich joggte schnell rüber zur Tür und öffnete sie. Spencer und Hanna standen hinter ihr und schritten ohne ein Wort ein.

„Leute, habt ihr auch dieses großartige Hotelzimmer?“, fragte ich sie, als Hanna sich in mein Bett fallen ließ und Spencer sich in einen der Sessel daneben saß.

„Unglaublich, oder?“, fragte Spencer mich strahlend.

„Nicht schlecht für ein paar Studenten.“, antwortete ich lächelnd. Ich setzte mich neben Hanna aufs Bett und sah mit erwartungsvollem Blick rüber zu Spencer.

„Hast du die Mini-Bar schon entdeckt?“, fragte sie mich und zog die Augenbrauen mehrmals hoch. Meine Antwort war ein Kopfschütteln, woraufhin sie aufstand und die untere Tür des Beistelltischs öffnete. Ein kleiner Kühlschrank kam hervor und sie öffnete auch diesen. Sie griff nach dem Sekt in der Tür und schloss alles wieder.

„Die Gläser sind auf der anderen Seite im Schrank.“, deutete sie mir. Ich stand auf, da Hanna sich offenbar nicht bewegen wollte und holte drei Gläser heraus. Spencer zog den Korken mit einem lauten Knall ab und wir stießen auf unser Zusammentreffen an.

Eine Weile plauderten wir über die alten Zeiten und unterhielten uns über unsere mentalen Zustände, wie wir alles verarbeitetet hatten und es stellte sich raus, dass wir alle noch jedes Mal zusammenzuckten, wenn eine SMS eintrudelte oder jemand mit unterdrückter Nummer anrief. Wahrscheinlich würden wir das niemals ganz verdrängen können, aber es beeinflusste einen nicht zu sehr, sodass man damit leben konnte.

„Findet ihr es nicht auch seltsam, dass Ali uns zu ihrer Hochzeit einlädt?“, fragte ich die beiden.

„Bei Hanna finde ich es nicht seltsam, Hanna und Alison telefonieren so gut wie jeden Tag und wenn Alison frei hat, fliegt sie durch ihren erlangten Reichtum nach Europa, um sie zu besuchen. Ali und ich stehen uns nicht sehr nahe, aber insgesamt haben wir das auch nie richtig. Am nahesten standen wir uns, als sie rausgefunden hat, dass Wren ihr Bruder ist. Wir hatten immer mehr dieses konkurrierende Schwestern-Verhältnis, aber ich muss zugeben, dass ich deine Einladung nicht verstehe.“, antwortete Spencer ausführlich. Man musste dazu sagen, dass Spencer gerne viel redete, wenn sie betrunken war.

„Ich würde keine meiner Ex-Freunde einladen, wenn ich heirate.“, fügte Hanna hinzu.

„Ali und ich waren nie… offiziell zusammen.“, stammelte ich leise. Die beiden warfen mir sofort einen genervten Blick zu.

„Em, ihr hattet fast elf Monate was am Laufen und ihr habt währenddessen auch keine Anderen getroffen. Ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber ich nenne das eine Beziehung.“, grollte Hanna. „Und selbst wenn es nicht offiziell war, ein Ex-Irgendwas bist du.“

„Ja, ich weiß. Ich wollte ja an sich nicht kommen, aber meine Geld-Ausrede hat ja nicht funktioniert, weil Rollins angeboten hat, mir alles zu zahlen. Ich hatte auch ehemals vor, dass ich Ali diese Woche nicht sehe und ihr aus dem Weg gehe, aber sie wollte mich ja unbedingt sehen und hat nach mir gefragt,“, einen Moment pausierte ich, „ich weiß insgesamt noch nicht so Recht, was ich von der Situation halten soll.“

„Kann ich verstehen.“

Wir redeten noch eine Weile und um kurz vor ein Uhr nachts entschieden sich die beiden rüber in ihre Zimmer zu gehen, immerhin war morgen Mittag die Anhörung für Wren und vorher mussten die beiden noch zu der Schneiderin wegen Hannas Kleid. Es wäre wahrscheinlich besser, wenn wir nirgendswo verkatert auflaufen würden.

***

Ich wollte mich gerade in mein Bett legen, da klopfte es erneut an meiner Zimmertür. Ich ging davon aus, dass Hanna oder Spencer etwas vergessen hatte, aber als ich die Tür öffnete, stand zu meinem Überraschen Alison im Flur. Mein geschockter Blick verriet ihr sofort, dass ich mit jemand anderem gerechnet hatte.

„Wen hast du um diese Uhrzeit erwartet?“, fragte sie mich schmunzelnd.

„Ali… ähm, ich dachte, es sei Hanna oder vielleicht Spencer, aber mit dir… mit dir hatte ich nicht gerechnet.“, stammelte ich schon wieder. Ali musste einen kurzen Moment lächeln, sie hatte gemerkt, dass ich getrunken hatte. „Komm rein, komm rein.“

Sie trat in mein Zimmer und ging durch zum Bett. Sie schaute sich um und schien selbst beeindruckt, dass Rollins uns so ein großartiges Zimmer bezahlen würde. Ich sah sie verwirrt an und als sie mich ansah, seufzte sie einmal.

„Na los, Em. Stell die Frage, die in deinem Kopf herumschwebt.“

„Was machst du hier, Ali?“, fragte ich sie einen kurzen Moment später.

„Rollins kommt heute nicht nach Hause, irgendein spontaner Buisnesstermin, den man wohl nicht verschieben kann und ich wollte nicht alleine sein…“, erzählte sie mir. „Meistens bekomme ich Albträume, wenn ich alleine schlafe…“

„Du bekommst auch Albträume?“, fragte ich sie. Da Ali unbedingt wollte, dass Wren freikommt, bin ich davon ausgegangen, dass seine Spiele sie nicht mehr beeinflussen würden. Aber da muss ich wohl getäuscht haben.

„Natürlich, ich war vielleicht nicht im Dollhouse mit euch, aber in meinem zwei Jahren, die ich verschwunden war, hab ich auch nicht unbedingt wenig durchgemacht. Außerdem hatte ich konstant Angst, dass euch was passieren würde.“, erklärte sie mir. Sie setzte sich aufs Bett und stellte die kleine Tasche davor ab, die mir vorher gar nicht aufgefallen war.

„Wow, irgendwie weiß ich fast gar nichts darüber, was du in den zwei Jahren gemacht hast.“, realisierte ich.

„Ich hab auch über vieles nie gesprochen.“, antwortete sie schnell.

Einen kurzen Moment versanken wir beide in unseren Gedanken, aber Alison unterbrach dies.

„Also… es macht dir nichts aus, wenn ich heute Nacht hier schlafe, oder?“, fragte sie mich schließlich.

„Natürlich nicht, Ali.“, lächelte ich sie an. „In dem Bett hätten wahrscheinlich Hanna und Spencer auch noch Platz.“

Sie lachte leicht und öffnete ihre Tasche. Sie nahm eine dunkelblaue Jogginghose heraus und ein einfaches pastellrosafarbenes T-Shirt mit V-Ausschnitt heraus. Alison schlief seit Jahren in diesem Shirt, immer wenn sie konnte. Es war für sie nicht das Gleiche, wenn sie nicht darin schlief. Es hatte irgendeine tiefere Bedeutung für sie, die sie mir aber niemals verraten hatte, obwohl ich sie bestimmt tausend Mal deswegen genervt hatte.

„Ich geh ins Bad und du suchst dir schon mal deine Seite aus?“, sagte sie und bewegte sich in Richtung der Badezimmertür. Da ich immer rechts schlief, war für mich die Entscheidung nicht wirklich schwer. Während ich auf Alison wartete, las ich in dem Roman, den ich mir mitgebracht hatte.

„Das Bad glänzt so richtig.“, merkte sie an, als sie aus der Tür stolzierte.

„Oh ja, das stimmt.“, lachte ich leicht, als ich das Buch auf den Beistelltisch neben mir legte. Alison setzte sich auf die Bettkante und schlüpfte unter die Decke. Wir beide schalteten unsere Lampen aus und Ali legte sich mit dem Rücken zu mir. Ich erinnerte mich an die Anhörung morgen und schloss die Augen, um zu schlafen.

***

Es war bestimmt schon eine halbe Stunde später, aber mit Alison neben mir bekam ich einfach kein Auge zu. Ich hatte mich extra schon mit dem Rücken zu ihr gelegt, aber ich konnte den Fakt, dass sie neben mir lag einfach nicht ignorieren. Die Dunkelheit fraß sich in mich hinein und ich hätte mich einfach gerne umgedreht und mit Alison gekuschelt.

„Em?“, fragte Ali leise. Daran, dass sie so leise sprach, erkannte ich, dass sie davon ausging, ich sei mindestens im Halbschlaf. Es lag aber noch etwas anderes in ihrer Stimme. Sie war besorgt und man konnte es ganz klar hören.

„Huh?“, fragte ich zurück. Ich tat extra so, als sei ich schon sehr schlaftrunken, weil ich wusste, Alison würde mir nichts erzählen, wenn ich vollständig wach war.

„Ich bin mir nicht mehr sicher wegen der Hochzeit.“, sprach Alison es aus. Ihre große Sorge war ihre Unsicherheit vor der Hochzeit. Wahrscheinlich stellte sie sich etliche Fragen und in ihrem Kopf schwirrten unendlich viele Sorgen deswegen umher. Sollte ich ihn wirklich heiraten? Ist er der Richtige für mich? Will ich überhaupt so früh heiraten? Solche Fragen eben.

„Wieso?“, hielt ich mich simpel. Ein Mensch im Halbschlaf würde wahrscheinlich ähnlich handeln.

„Es fühlt sich irgendwie nicht richtig an.“, antwortete sie und seufzte anschließend hörbar.

„Du wirst ihn heiraten, Ali.“, dass Alison weiterhin auf meine gespielte Schläfrigkeit reinfiel, überraschte mich.

„Nicht, wenn du mir einen Grund gibst, es nicht zu tun.“, sagte Alison leise.
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