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Alles begann mit einem Fahrstuhl...

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Gally Minho Newt OC (Own Character) Sonya Thomas
16.04.2016
09.12.2017
100
149.313
53
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Dieses Kapitel
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06.12.2017 1.974
 
Zum Hören brauchte ich meine Augen jetzt ja nun nicht wirklich dringend
~ Jamie
***

Stumm und alles andere als aufmerksam lausche ich den einzelnen Gesprächen und starrte dabei auf die großen Tore vor meiner Nase.
So sehr ich vor ein paar Tagen wieder zurück in die Gänge gewollt hatte, so wenig wollte ich es jetzt.
Jetzt, wo es um Leben und Tod ging.
Mein Blick wanderte herum, über die Lichter und Gesichter und die Waffen in den Händen der Jungs.
Die sieben übrig gebliebenen Demonstranten hatten sich nach Matts schleimigen Abgang ohne groß zu zögern uns Flüchtlingen angeschlossen und standen nun als Gruppe etwas weiter entfernt - das Unwohlsein stand klar in ihren Gesichtern.
Die Umstehenden trugen vermutlich die Schuld daran, sie alle starrten immer wieder misstrauisch zu ihnen hinüber und Alby selbst stand nur wenige Meter von ihnen entfernt und starrte sie mit bösem Blick an.
Alby…
Würde er sich opfern?
Er sah nicht so aus, als würde er irgendetwas in der Richtung planen und so arrogant es auch klingen mochte, ich schrieb das mir zu. Aber ich wusste trotzdem nicht, ob nicht vielleicht so viel Anführer in ihm steckte, dass er sich dafür entschied sich zu opfern. Allerdings wussten sie auch noch nicht, dass die Griewer nur einen Lichter pro Tag verspeisten …
Machte ich mir zu viele Sorgen?
Ja.
Frustriert wandte ich meinen Blick von dem Jungen ab und vermied es vornherein zu Chucky zu sehen, der nervös zwischen Thomas und Teresa stand und auf sie einquasselte.
Zu den anderen hier zu blicken war allerdings auch nicht viel besser - jeder von ihnen konnte sterben und ich hatte mir nicht einmal die Mühe gemacht all ihre Namen zu lernen…
Ich kannte gerade mal drei oder vier Leute mehr als die Bücher erwähnten.
Das war bitter.
Und sie könnten alle diesen Morgen noch sterben, wenn ich nicht richtig aufpasste.
Und ich kannte mich.
»O Gott«, murmelte Becky neben mir und nahm mir damit die Worte aus dem Mund, während Nick weiter im Kreis um uns herum lief, um seine eigenen Nerven zu beruhigen.
»Okay Leute!«, hörte ich plötzlich Newts altbekannte Stimme über die Gruppe schallen und sah zu ihn, wie er mit Minho am Eingang der Gänge stand. Die Gespräche rings herum erstarben innerhalb weniger Sekunden, in denen der Blonde seinen Blick über die Masse an Jungs (und drei Mädchen) schweifen ließ. Thomas tauchte neben ihnen auf und Teresa und Chuck folgten kurz danach, blieben aber etwas weiter weg.
»Ich weiß, ihr seid alle nervös, aber versucht nicht in Panik zu geraten. Wir werden auf Griewer stoßen und sie werden uns sicher nicht gehen lassen wollen, aber wir werden das schaffen!«
Hatte er im Buch auch so eine Ansprache gehalten? Ich konnte mich nicht wirklich erinnern, mein Gedächtnis schien auf einmal völlig leer zu sein.
Wieso genau tat ich das hier nochmal?
Gott…
»Wir werden alle hier raus kommen!«, schrie der Blonde vorne über die Menge hinweg und streckte die Machete in seiner Hand in die Höhe - bekam noch mehr erhobene Waffen und ein nicht mal ansatzweise verunsichertes Kriegsgeheul zurück.
Faszinierend.
»Hey Jamie«, meinte plötzlich Nile neben mir, sah aber zu Newt, statt zu mir, »Bevor wir hier gleich draufgehen wollte ich dir noch mal sagen, wie froh ich eigentlich bin, dass du gar nicht tot bist.«
Leicht lachte ich auf und sah, wie ein sanftes, zufriedenes Lächeln sich auf die Lippen des Fake-Albs schlich. Als wäre das sein Ziel gewesen.
»So schnell werdet ihr mich jetzt nicht mehr los«, drohte ich ihm spielerisch, versuchte zu verbergen, dass ich mir da absolut nicht sicher war.
Aber mal so gar nicht sicher.
Die Lichter vor uns setzten sich in Bewegung und wie von selbst taten meine Beine es ihnen gleich und ich joggte los, meine Freunde neben und hinter mir.
Die Kälte der Gänge schlug mir wie eine Welle entgegen, als ich den Steinboden unter meinen Füßen hatte und ich sah, wie Nile sich leicht schüttelte, während Beckys beeindruckter Pfiff von den hohen Wänden wiederhallte. »Größer als ich dachte«, kommentierte sie den Stein und ich nickte. »Dachte ich am Anfang auch. Hier ist aber auch alles riesig, das gleicht such also ganz gut aus. Die Griewer, die Wände, das Efeu. Sogar die Blaubeeren sind größer als Matts Gehirn es jemals sein wird.«
Leichtes lachen lief durch unsere joggende Gruppe und wir erhielten schiefe Blicke von den etwas entfernt laufenden Lichtern, aber ich war viel zu erleicht davon noch scherzen zu können, um mich um diese Deppen zu kümmern.
Meine Sorge verging leider trotzdem nicht und es wurde nicht wirklich besser, eher mit jeder überwundenden Ecke noch schwerer.
Ich drohte in pessimistischen Gedanken zu versinken, das wusste ich, versuchte mich abzulenken und bevor ich wirklich registrierte, was geschah summte ich leise vor mich hin.
›Männer sind Schweine‹. Die Ärzte.
Und das machte es nicht viel besser.
So hatte die ganze Scheiße hier doch auch begonnen - Mut mir, auf einer Bank im strömenden Regen auf dem Flughafengelände. Eben diesen Song summend.
Ich könnte wirklich heul-
Mit einem dumpfen laut rannte ich in meinen Vordermann hinein, der mit einem leisen ›Uff‹ selbst nach vorne fiel, zwei weitere Jungs mit riss und somit ein recht kurzes Dominospiel unter den Lichtern begann.
»Sorry«, nuschelte ich, als ich bemerkte, dass sich die Blicke der meisten Jungs auf mich richteten und versteckte mich hinter Tommy, den das nicht sonderlich zu stören schien.
Gott.
Das war jetzt aber mal wirklich peinlich. Konnte so etwas nicht mal jemand anderem als mir passieren? Wäre eine sehr nette Abwechslung.
»Äh, ja…«, drang Minhos Stimme an meine Ohren, aber ich machte keine Anstalten mich hinter meinem Schild - Entschuldigung - hinter Tommy hervor zu wagen.
Wieso auch?
Zum Hören brauchte ich meine Augen jetzt ja nun nicht wirklich dringend.
»Da sind mindestens ein Dutzend«, hörten ich und vermutlich auch die anderen den bald ehemaligen Hüter sagen und unruhiges Getuschel ging durch die Reihen der Lichter, »Vielleicht sogar fünfzehn. Die haben bloß auf uns gewartet.«
Das war so ziemlich das Letzte, was ich verstand, bevor der Rest im beunruhigten Flüstern der fünfzig Lichter unterging.
Aber das war okay.
Ich wusste, was passieren würde, so halb zumindest - schließlich hatte ich mir gestern extra nich mal mein Buch aus meiner Tasche gekrallt.
Leider war Alby aber unberechenbar.
Ohne noch länger zu zögern quetschte ich mich an meinem Schild (Tommy) vorbei und war fast schon richtig glücklich, als mir der Rest der Lichter schon fast automatisch Platz machten.
Zum Glück.
Und dann stand ich neben Thomas und Co und konnte gerade so noch mit ansehen, wie die ersten Griewer aus allen Richtungen angerollt kamen.
Gedrängel kam rauf, alls strömte in unsere Richtung und für den Moment war ich froh schon vor ihnen hier gewesen zu sein. Zumindest, bis die ersten Ellenbogen meine Rippen wiederfanden.
Ein Haufen bildete sich um die Anführer herum, während die Griewer uns einkesselten, stehen blieben und warteten.
»Irgendeine Idee?«, fragte Thomas neben mir und ich wartete auf Newts Worte. »Nein«, antwortete dieser und bevor er noch weiter reden und Alby seinen eventuellen Einsatz finden würde unterbrach ich sie.
»Ich hätte da eine«, zur Verdeutlichung hob ich die Hand ein wenig in die Höhe und sah von einer Seite zur anderen, nicht ganz Sucher, ob die anderen es hören wollten.
Wollten sie anscheinend.
»Ich bin dafür wir gehen jetzt Richtung Loch und greifen an, bevor sie angreifen. Chucky und Double T geben so schnell sie können das Passwort ein - das sollte die Griewer abschalten - und wir versuchen nicht zu sterben.«
»Ich glaube nicht, dass wir ein blindes Drauflos überleben.« »Und? Wenn wir warten bis sie angreifen wird es auch nicht besser.«
Schweigen.
Bitte, bitte lass sie Einsicht mit dieser Scheißidee haben. Bitte.
»Eigentlich … ist das gar nicht so bescheuert.« Danke, Minho. Das war zwar irgendwie beleidigend, aber vielen lieben Dank.
»Also Angriff?«, fragte ein Lichter hinter mir leicht irritiert und eine Salve an den unterschiedlichsten, positiv ausfallenden Antworten kam zurück.
Und dann gings ganz schnell.
Und plötzlich.
Ohne weitere Worte stürmten die Lichter los zum Loch, drängelten durch die Griewer und schafften es fast unverletzt sich am Rand der Klippe zu platzieren - in Verteidigenbestellung.
Wieso waren die bitte so gut organisiert?
Ich sah Chuck und Double T durch das Loch verschwinden und die ersten Lichter gegen die nun in Bewegung geratenen Griewer bekämpfen und das war der Moment, in dem das Leben in mich zurück kam.
Ich sprintete los, griff fast schon routiniert in den Schwabbel der Griewer und zog ihnen den Stecker. Immer wieder spulte ich Zeit zurück oder verlangsamte sie für einen Moment, um einen Lichter zu retten und aus dem Weg zu schubsen, bevor ein Griewer die Chance bekam sie zu erwischen.
Ich war echt toll.
Becky sah ich mit Hilfe ihrer Gedanken Stachel aufhalten und genauso wie Nick und Ich die Hebel im Schwabbel bewegend. Die Luft war gefüllt mit Schreien, dem Klang von aufeinander prallendem Metall und fürchterlichen Gestank.
Alles ging drunter und drüber und ich dachte wirklich jeden Moment mein Gehör zu verlieren.
Und dann war es einfach vorbei.
Einfach so.
Stille füllte nun statt dem vorher herrchendem Lärm die Luft und das eigentlich leise Atmen der Jungs schien leise wie eine Staubmilbe.
»Ist es vorbei?«, fragte Winston vorsichtig und starrte auf den schlaffen Griewer, der genau vor seiner Nase hockte, den Stachel immer noch erhoben.
»Scheint so«, erklärte Tommys Stimme dumpf und lachte dann erleichtert auf, »Unglaublich!«
Die Erleichterung war plötzlich greifbar, einige der Jungs fielen sich in die Arme und ich schaute Becky mit großen Augen an.
Wir hatten es hinter uns.
Zwar hatten wir bestimmt zwanzig Lichter wiederbeleben müssen, aber wir hatten es tatsächlich geschafft.
Zwei Arme Schlangen sich um mich und ohne wirklich drauf zu achten, wer das denn jetzt war schlang ich meine Arme ebenfalls um den Körper.
Erleichterung pur.
Immer leiser wurde es um mich herum und als ich mich nach einer gefühlten Ewigkeit aus der Umarmung löste erkannte ich warum.
Sie sprangen durchs Griewerloch.
»Wir sollten gehen«, murmelte Newt und ich sah zu ihm hoch, wie er seine Arme immer noch um mich gelegt hatte, bevor ich mich umsah.
Und erstarrte.
»Jamie? Bitte wir müssen uns beeilen«, versuchte der Blonde meine Aufmerksamkeit zu gewinnen, aber ich riss mich los, um zu dem am Boden liegenden Körper zu hasten.
»Jamie!«, rief Newt mir nach, packte mein Handgelenk und stoppte mich, während die letzten noch Anwesenden besorgt auf uns zu geeilt kamen.
»Lass mich!«, flehte ich schon fast und setzte die Zeit zurück um von ihm los zu kommen, zu spät bemerkend, dass ich ihn mit zog.
Erschrocken ließ der Blonde mich los und als ich mich eben so schockiert zu ihm drehte starrte er mich mit weit aufgerissenen Augen an, stolperte leicht nach hinten.
O Gott.
Bitte nicht…
»Wir müssen!«, brüllte auf einmal Minho und packte mich, schleifte mich und Becky zum Loch und ich versuchte mich verzweifelt zu wehren, zu dem scheinbar toten Lichter zu kommen.
Aber es war zu spät.
Schleim traf auf meine Haut und ich spürte das kühle Rohr an meinem Körper.
Und ich könnte schreien.
Und weinen.
Hatten wir etwa jetzt schon verloren?
* * * * *

Ich bin grad irgendwie mega traurig…
Fahrstuhl neigt sich dem Ende zu, wie ihr wahrscheinlich wisst und ich will das nicht…
Obwohl ich genau weiß, dass es noch zwei Teile geben wird, diese Logik einfach!
Naja, wie auch immer.
Ich wünsche euch allen einen schönen (Rest-)Nikolaus und entschuldige mich für meine Unpünktlichkeit am Wochenende…
Ich war nicht ganz auf der Höhe.
Nett gesagt.
Ich hatte von Donnerstag bis Sonntag gesehen insgesamt vielleicht zwölf Stunden Schlaf, wenn also das Kapitel eher schlechter ist und Reviews noch nicht beantwortet wurden, verzeiht es mir bitte.
Gerade im Winter hab ich es nie so mit dem Schlafen und der Konzentration und hab dementsprechend ein paar Hänger mehr als sowieso schon.
Sorry.
*Schoki verteil*
Bis denne dann
Gute Nacht
LG Maria
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