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Alles begann mit einem Fahrstuhl...

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Gally Minho Newt OC (Own Character) Sonya Thomas
16.04.2016
09.12.2017
100
149.313
53
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03.12.2017 1.238
 
»Du bist echt noch voll 2016, weißt du das?« »Wir haben den 5. Januar.«
~ Jamie & Becky
***

»Es ist 23 Uhr«, meinte Becky unvermittelt und stoppte mitten in der Bewegung, um nach oben zu dem Ding sehen zu können, das wir mal als Himmel bezeichnet hatten.
»Und?«, fragte ich zurück und warf einen beunruhigten Blick zu den noch immer offen stehenden Toren.
Auch wenn ich wusste, dass die Griewer heute nicht noch mal kommen würden, beunruhigt blieb ich trotzdem.
»Es ist mitten in der Nacht und hier ist es heller als unsere gesamte Zukunft es je sein wird«, beschwerte sich meine Freundin bei mir und ich hätte vermutlich die Augen verdreht, wenn sie nicht absolut Recht gehabt hätte.
Matts Griewer-Abgang bedeutete zwar, dass er bei W.C.K.D war und nicht tot, aber das war immer noch kein Grund zum feiern.
Newt wollte sich einen Überblick über die Lage der Lichter im Gehöft machen und Becky und ich hatten uns freiwillig gemeldet um nach denen zu gucken, die sich an anderen Orten verbarrikadiert hatten. Aber allein schon die im Kartenhaus sahen so scheiße aus, dass ich nicht viel Hoffnung hatte, jemand könnte ohne große Verletzungen oder Stiche durch die Sache kommen.
Und das würde bedeuten, dass wir morgen nicht aufbrechen könnten.
Kein Aufbruch, oder eben das Zurücklassen mancher Lichter.
Beide Optionen würden zum Tod einiger Lichter führen und das konnten wir uns definitiv nicht leisten.
»Jamie!«, stumm wandte ich mich vom ehemaligen Himmel an, sah zu Chuck, der mir mit einer Horde von Lichtern und Ben entgegen kam.
»Geht's allen gut?«, wollte ich wissen und scannte die näherkommende Gruppe mit fden Augen nach Verletzungen ab, die zum Glück nicht zu sehen waren. Und alle nickten zusätzlich, versicherten, dass es ihnen gut ging.
»Gut«, murmelte ich, nickte zu mir selbst und tauschte einen Blick mit Becky aus, »Geht am besten einfach schlafen, okay? Wir wollen morgen so schnell es geht los, damit das nicht nochmal passiert.«
Lüge.
Ich wollte einfach nur organisiert wirken, um nicht noch mehr Panik zu verbreiten.
Immerhin klappte es.
Leises Gemurmel erhob sich zwischen den vorhandenen Lichtern und sie gingen ohne lange zu zögern an uns vorbei in Richtung der Schlafstätten.
»Läuft doch«, lachte Becky neben mir und ich sah mit gerunzelter Stirn zu ihr rüber, wiraufhin sie sofort wieder aufhörte.
Sie starrte mich an.
Ich starrte sie an.
»Du bist echt noch voll 2016, weißt du das?« »Wir haben den 5. Januar.«
Schulterzuckend betrachtete sie mich und wandte sich zum Gehen. »Ist ja nicht meine Schuldt, wenn du einfach nicht mehr auf der Höhe bist. Make Jamie great again«, wie eine Hyäne gackerte sie vor sich hin und stolperte über einen Stein, während ich nur verzweifelt den Kopf schütteln konnte.
Was sollte das denn jetzt schon wieder heißen?! Ich blickte da nicht durch.
»Jamie?«, hörte ich mal wieder jemanden rufen uns als ich aufsah, fuchtelte gerade Nick, den Kopf aus dem Fenster streckend, mit dem Armen herum, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen, »Beweg gefälligst mal deinen Knackarsch hier hoch und mach dich wenigstens einmal nützlich!«
»Musst du grad sagen!«, brüllte ich zurück und konnte beobachten, wie er den Daumen nach oben recktr und dann seinen Kopf wieder ins Innere der Bruchbude zog.
Die Konversation schien von seiner Seite aus geglückt.
Leise seufzend legte ich kurz den Kopf in den Nacken, schloss die Augen und trat dann meinen Weg zurück ins Gehöft an, wo mich Newt schon hinter der Tür erwartete.
Und das war seltsam.
Nicht seltsam, dass er mich erwartete, sondern eher so… gefühlsmäßig seltsam ihm gegenüber zu stehen, wo wir doch vor einer halben Stunde noch händchenhaltend um unser Leben gebangt hatten.
Und irgendwie peinlich.
So ein bisschen.
Und dazu kam dann noch die wunderbare Tatsache, dass er mich so durchdringend anstarrte und so offensichtlich auf irgendeine Reaktion meinerseits wartete, dass ich am liebsten gleich wieder weggerannt wäre.
Hilfe!
Nervös biss ich mir auf der Unterlippe herum und suchte nach den richtigen Worten. Ich spielte mit dem Ring an meinem Finger und betrachtete eingehend die Frisur des Blonden - tat alles, um nicht direkt zu ihm sehen zu müssen. Um nicht diesem abwortenden Blick begegnen zu müssen.
Und dann machte ich nen Fehler.
»Wo ist Nick?«, fragte ich das erste, was mir in den Sinn schoss und hätte mir dann eine Backpfeife dafür verpassen können, als ich bemerkte, wie sein Blick enttäuscht wurde.
Mist!
Mist, Mist, Mist, Mist.
So ein verdammter Bockmist!
»Oben«, erklärte er - versuchte anscheinend seine Stimme monoton zu halten und scheiterte trotzdem daran den verletzten Ton zu unterdrücken.
Verdammt.
Konnte ich nicht einmal in meinem Leben was gebacken bekommen? Das war so frustrierend!
Stockend machte ich einen Schritt nach vorne, nicht sicher, ob ich nun gehen oder bleiben sollte und ballte frustriert die Hand zur Faust, als Newt mir die Entscheidung abnahm und sich abwandte.
Er quetschte sich an mir vorbei - bedacht, mich nicht weiter zu berühren als nötig - und ließ mich hier stehen.
Mit Becky.
»Ich weiß zwar nicht, was das hier gerade war, aber uch bin mir ziemlich sicher, dass etwas passiert ist und du es gerade voll verkackt hast.«
»Du bist alles, aber nicht hilfreich«, zickte ich sie an und stapfte wütend die Treppe empor, bei den fehlenden Stufen aus Eile stolpernd.
Jetzt auf die Fresse fliegen…
Das hätte ich verdient.
So richtig.
»Ah, super«, empfing mich Nick oben angekommen, packte mich am Arm und zog mich mit sich, ohne das uch überhaupt die Chance zum Protestieren bekam.
»Was ist?«, gab ich nicht sehr glücklich zurück und folgte ihm in das hintere Zimmer. »Thomas«, war meine einzige Antwort, aber das reichte mir auch völlig aus.
Der genannte Läufer lag im Zimmer auf einer Liege, schwitzte, blutete leicht und warf sich von einer Seite zur anderen.
Griewerstich.
Eindeutig.
Neben seinem ›Bett‹ hockte das Eiergesicht und hielt besorgt seine Hand, während sonst nur noch Tommy und Jeff im Zimmer waren.
Letzterer sprang auf sobald ich das Zimmer betrat und huschte leise zu mir rüber. »Du hast irgendwas mit Alby gemacht«, erklärte er mit bohrenden Blick fest, »Mir ist es eigentlich völlig egal, was, aber mach es gefälligst auch bei Thomas.«
Sprachlos starrte ich ihn an, wie er mir einen strengen Blick schenkte und dann mit einer einfachen Handbewegung Teresa dazu brachte ihm aus dem Raum zu folgen.
»Was zum Teufel…«
»Frag gar nicht erst«, unterbrach Tommy meinen Satz und Becky schloss die Tür hinter sich.
Dann herrschte Schweigen.
»Was jetzt?«, fragte ich dann nach einer halben Ewigkeit, in der Thomas zwei Mal geschrien und sonst keiner was gesagt hatte.
»Das Gleiche, wie mit Alby. Hast du doch gehört«, antwortete Nick sofort, aber Becky und Tommy schüttelten den Kopf.
»Bei Alby hat sie dafür gesorgt, dass er keine Erinnerungen bekommt, weil er sich sonst mehr oder weniger umgebracht hätte«, erklärte die Kurzhaarige. »Aber Thomas braucht seine Erinnerungen«, ergänzte Tommy und ich sah zu dem Bewusstlosen rüber, der sich von einer Seite auf die andere warf.
»Dann könntest du den Prozess beschleunigen, oder nicht?«, fragte Nick nach einem Moment des Nachdenkens und ich zog leicht die Augenbrauen zusammen.
»Prinzipiell ja«, meinte ich dann und nickte langsam, »Aber wie genau? Zeit außen verlangsamen oder seine Zeit beschleunigen?«
»Verlangsame mal außerhalb des Raumes. Mehr Schlaf für uns, du weißt schon.«
Ergeben nickte ich, machte mich ans Werk. Denn Becky hatte Recht.
Mehr Schlaf bedeutete mehr Energie.
Und wenn wir eins gebrauchen konnten, dann war es Energie.
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